Reiseziele Norwegen Fjorde

Reiseziele: Norwegische Fjorde und Umland

Wenn ihr nach Norwegen reist, macht euch darauf gefasst, aus dem Staunen nicht mehr herauszukommen. Türkisfarbene Flüsse, die sich über Dutzende Kilometer durch schroffe Felstäler winden, malerische Wasserfälle, die in zahlreichen Kaskaden an den Bergen herabstürzen und Gletscher, die mitten im Sommer die Landschaft mit Eis überziehen – und natürlich die berühmten Fjorde, die den Reisenden sofort an impressionistische Gemälde denken lassen. Auf der Fahrt ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Nackenstarre eintritt oder man sich nicht mehr auf die Straße konzentrieren kann!
Die norwegischen Fjorde gehören zu den Naturwundern, die man stundenlang betrachten kann, weil sie im Zusammenspiel mit der umgebenden Landschaft eine einzigartige Atmosphäre schaffen. Sie ziehen sich an der gesamten Küste des Landes entlang und jeder einzelne hat seine ganz eigenen Reize. Wir stellen hier nur einige wenige Beispiele inklusive interessanter Ziele in unmittelbarer Nähe vor, da uns diese Gegenden und die Fahrten dorthin besonders beeindruckt haben.
Koordinaten:  
Besucht im: Juli

Fjell

Hotspots

  • Trollwand: Ungefähr auf halber Höhe der norwegischen Nord-Süd-Achse, im Verwaltungsbezirk Møre og Romsdal, liegt Trollveggen (auch Troll Wall oder Trollwand), mit 1.700 Metern über der Talsohle die höchste Felswand Europas. Unter Bergsteigern und Kletterern ist die Trollwand für ihre schwierigen Routen und ihre spektakulären Aussichten berühmt, Gleitschirmflieger kommen an den umliegenden Bergen (an der Trollwand ist dieser Sport mittlerweile verboten) auf ihre Kosten. Direkt am Fuß der Trollwand, nur wenige Meter von der Landstraße entfernt, liegt Trollveggen Camping, ein hübscher, kleiner und ruhiger Campingplatz für Naturliebhaber (Koordinaten s. oben). Von hier aus kann man sich in die Berge aufmachen oder am Gebirgsfluss entlangwandern und sich im eisigen Gletscherwasser „erfrischen“. Wer es lieber gemütlich mag, bleibt einfach auf dem Platz und genießt den wunderbaren Blick auf die schnee- und eisbedeckten Gipfel.
  • Åndalsnes: Nur 11 Kilometer von der Trollwand und dem Campingplatz entfernt liegt das Städtchen Åndalsnes. Dort findet man neben einigen Sport- und Outdoorgeschäften, Lebensmittelläden und Banken auch einen Kai mit Restaurant, wo man bei frischen Krabben und anderen lokalen Spezialitäten den Isfjord und die einfahrenden Schiffe bewundern kann. Im Juli wird Åndalsnes zur sportlichen Dreh- und Angelscheibe – dann findet nämlich der Trollveggen-Triathlon statt, den nur irdische Superhelden bestehen können und der dem Publikum schon beim Zusehen den Schweiß auf die Stirn treibt.
  • Route Trollveggen – Lillehammer – Undredal: Für uns eine der schönsten Routen unserer gesamten halbjährigen Reise. Mit Wohnwagen war die Fahrt durch Berg und Tal zwar etwas anstrengend, aber die unbeschreibliche landschaftliche Schönheit hat uns mehr als entlohnt. Achtung: Die Strecke ist knapp 550 Kilometer lang und dauert aufgrund der topografischen Gegebenheiten rund 8 bis 9 Stunden. Wir empfehlen, diese Route nur ausgeruht und tagsüber zu fahren, da die einspurige Landstraße mit ihren vielen Kurven, die wechselnden Wetterlagen mit häufigen Regenschauern und nebligen Abschnitten sowie einige weniger vorsichtige Lkw-Fahrer höchste Konzentration erfordern.
  • Undredal: Wenn von Undredal als „kleines“ Dorf sprechen, meinen wir wirklich „klein“. Weniger-als-100-Einwohner-klein. Dafür aber mit einer Ziegenpopulation von mehr als 500 Tieren und einigen anhänglichen Pferden gesegnet, die den Autofahrer auf der einzigen Straße erst nach ausgiebigen Streicheleinheiten passieren lassen! Bars, Discos oder andere Vergnügungseinrichtungen sucht man hier vergeblich, dafür gibt es einen schnuckeligen kleinen Campingplatz direkt neben der alten Kirche, die etwa im Jahr 1147 erbaut wurde, einen Fjord direkt vor der Wohnwagentür mit Anleger für Kayakfahrer und ein kleines Restaurant, das berühmt ist für seinen „Mysost“ (braunen Ziegenkäse). Undredal war bis in die späten 80er Jahre nur per Boot erreichbar, heute führen zwei Tunnel und eine Straße zu dem Örtchen. Der Laerdal-Tunnel ist mit seinen fast 25 Kilometern der längste Tunnel der Welt und dank der bunt beleuchteten „Plätze“ im Inneren schon eine Sehenswürdigkeit für sich!
  • Tofterøy Camping: Auf der Suche nach einem Schlafplatz sind wir zufällig auf diesen Campingplatz gestoßen, der etwa 50 Kilometer südlich von Bergen liegt und den wir wärmstens empfehlen können. Die Betreiber, immer mit einem Lächeln auf den Lippen, behandeln ihre Gäste wie gute Freunde und auch zu den Mit-Campern, von denen viele seit Jahren dort ihre Urlaube verbringen, war schnell herzlicher Kontakt hergestellt, man aß gemeinsam frisch gefangenes Meeresgetier und tauschte Kochrezepte und Reisetipps aus. Für Wohnwagen und Wohnmobile gibt es nur wenige Stellplätze, diese dafür aber direkt am Fjord. Was gibt es Schöneres, als den Tag mit unverstelltem Blick aufs Wasser zu beginnen – oder ihn bei einem romantischen Sonnenuntergang und einem Glas Wein ausklingen zu lassen?
    In unmittelbarer Nähe von Tofterøy finden sich schöne Möglichkeiten für kleinere Ausflüge oder Spaziergänge. Fährt oder läuft man über die kleine Brücke neben dem Campingplatz, landet man nach ca. 2 Kilometern an einem tollen Aussichtspunkt (60°10’07.4″N 5°03’16.8”E), von dem aus man die umliegenden Fjorde und die vorbeiziehenden Fähren beobachten kann.

 

Trollveggen-Undredal Panorama

Tofterøy

Tipps und Anmerkungen

      • Campingplätze: Die oben erwähnten Plätze können wir allesamt guten Gewissens empfehlen – eine Liste aller Campingplätze in Norwegen findet ihr unter www.camping.info (deutsch) und www.camping.no/de (englisch). Zusatz: Üblicherweise halten wir uns mit Negativ-Bewertungen zurück – diesmal machen wir jedoch eine Ausnahme: Absolut NICHT empfehlenswert ist der Campingplatz Skogtun Motel og Camping in Fjell! Abgesehen von unserer eigenen schlechten Erfahrung mit der unverschämten Rezeptionsdame im vergangenen Jahr scheint dieser Platz bereits „traurige Berühmtheit“ erlangt zu haben. Zahlreiche andere Camper haben uns berichtet, dass sie – wie wir – direkt wieder abgefahren oder ihren Stellplatz nach nur einer Nacht fluchtartig geräumt haben. Schade drum, denn der Platz an sich ist toll gelegen und bietet wunderschöne Ausblicke.
      • Verständigung: Die Verständigung mit den allermeisten Norwegern klappt problemlos auf Englisch.
      • Währung: 1 Euro = 8,6 Norwegische Kronen (NOK) – Stand: März 2015.
      • Straßen: Wer auf dem Landweg reist, sollte wissen, dass die Abrechnung der Autobahngebühren in Norwegen per Videokamera erfolgt. Die Routen werden aufgezeichnet und ausgewertet, später – manchmal noch nach Monaten – kommt die Rechnung ins Haus. Es besteht auch die Möglichkeit, sich vorab per Kreditkarte zu registrieren. Alle Infos zur Maut in Norwegen findet ihr hier.
      • Frische Meeresfrüchte von Fischer Magne: Unser liebenswerter Fischer Magne verdient seine eigene Kategorie. Er lebt in Døscherholmen, Sund, ganz in der Nähe des Tofterøy Camping und ist ein absolutes Unikat. Bei ihm gibt es fangfrische (noch lebende) Krabben und Fische, die er an seinem hauseigenen Bootsanleger zum Kauf anbietet. Täglich fährt er mit seinem orangefarbenen Mini-Kutter, der Uredd, aufs offene Meer hinaus und bringt üppige Beute mit. Fragt einfach im Dorf nach ihm, sein Haus ist leicht zu finden. Und wenn ihr ihn trefft, bestellt schöne Grüße von uns und richtet ihm aus, dass wir bald wieder vorbeischauen!
      • Fähren: Von und nach Norwegen gibt es eine Vielzahl von Fährverbindungen (unter anderem ab Bergen, Stavanger, Kristiansund, Oslo und Larvik). Eine Übersicht über verschiedene Routen und Reedereien mit Buchungsmöglichkeit findet ihr zum Beispiel auf dem Portal Aferry

Kostenlose Tipps und Infos per Mail erhalten

Signup now and receive an email once I publish new content.

Kein Spam, keine Weitergabe deiner Daten an Dritte!

Suche