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11 Gefahren für deinen Hund auf Reisen

11 Gefahren für deinen Hund auf Reisen

Camping mit Hund möglichst im Warmen und am Meer. So sieht für viele Camper eine ideale Reise aus. Egal ob mit Wohnmobil, Wohnwagen, Kastenwagen, dem Bulli oder einem Zelt unterwegs und völlig unabhängig davon, ob bevorzugt Stell- oder Campingplätze angefahren werden oder bevorzugt frei gestanden wird. Ja, wir reisen alle gerne und genießen die schönen Stränden, die Sonne und das Rauschen der Wellen.

Doch lauert leider nicht nur in den südeuropäischen Ländern die eine oder andere Gefahr auf unsere Hunde, die mit uns auf Reisen gehen. Dabei gehen einige Gefahren eher von unseren Fortbewegungsmitteln aus, andere von anderen Lebewesen oder deren Hinterlassenschaften.

1. Hitzegefahr nicht nur im Camper

Auch wenn die persönliche Präferenzen sich bei der Dauer und Intensität eines Sonnenbades deutlich unterscheiden können, ist eines immer gleich: zu hohe Temperaturen insbesondere in einem geschlossenen Raum können unseren Vierbeinern erheblichen Schaden zufügen. Das zeigt sich jeden Sommer in den zahlreichen Beiträgen rund um Hunde, die in der Sonne im Auto gelassen werden und gerettet werden müssen. Die meisten Camper haben deutlich mehr Raum zur Verfügung haben als ein Auto und heizen sich deshalb nicht ganz so schnell auf. Trotzdem kann es auch in einem Campinggefährt zu lebensbedrohlichen Temperaturen kommen, wenn dieses in der Sonne steht und die Fenster geschlossen sind. Daher gilt bei Reisen in den Süden: möglichst im Schatten parken und für Durchzug sorgen.

Bei sehr hohen Temperaturen sollten Gassirunden in die kühleren Morgen- und Abendrunden verlegt werden und von anstrengenden Aktivitäten abgesehen werden. Denn auch der sonnenversessenste Hund kann einen Hitzschlag bekommen!

Welche Gefahr Hitze und Sonne für deinen Hund haben können, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

2. Kälte – mangelnde Isolation im Camper

Das Gegenteil der zu hohen Temperaturen ist die Gefahr durch besonders niedrige Temperaturen. Dabei geht es gar nicht so sehr um Extremtemperaturen und erfrorene Gliedmaßen. Vielmehr geht es darum, dass sich in vielen Campingfahrzeugen Kältebrücken bilden können zwischen besser und schlechter isolierten Fahrzeugteilen. Was im Sommer noch eine willkommene, da angenehm kühle Abwechslung sein kann, kann sich bei sehr niedrigen Temperaturen zu einer Gesundheitsgefahr entpuppen.

Insbesondere junge, sehr alte oder auch kranke Hunde können die niedrigen Temperaturen nicht gut ausgleichen. Die Folge können Unterkühlungen mit Blasen- oder Nierenentzündungen sein, Gelenkprobleme können auftreten oder sich verschlimmern. Und auch Hunde können Erkrankungen der Atemwege bekommen.

Daher gilt: wenn es kalt ist, den Camper heizen auch wenn der Hund alleine bleiben muss und Kältebrücken durch geeignete Maßnahmen vermeiden.

3. Mülleimer im Wohnmobil

Nein natürlich plündert nicht jeder Hund den Mülleimer. Aber selbst der artigste Hund kommt vielleicht auf dumme Ideen, wenn ihm langweilig ist. Und wenn er eine Weile unbeaufsichtigt im Camper ist, dann ist vielleicht auch mal der Mülleimer dran.

Neben der unerfreulichen Bescherung, die das Aufräumen des verteilten Mülls mit sich bringt, kann so eine Mülleimer-Plünderei auch gefährlich für den Vierbeiner werden. Dann nämlich, wenn im Müll für ihn giftige Lebensmittel zu finden sind. Das können neben Knoblauch und Zwiebeln auch Avocados, rohe Kartoffeln, Auberginen und Tomaten sein sowie Rosinen und Weintrauben. Aber auch Obstkerne können nicht nur durch ihre Größe beim Verschlucken Probleme bereiten. Einige wie Pflaumen-, Aprikosen- oder Kirschkerne enthalten Cyanide und sind somit giftig für deinen Vierbeiner. Übrigens stellt auch unser geliebter Morgenkaffee eine Gefahr für unsere Hunde dar. Dieser befindet sich zwar vielleicht schon in unserem eigenen Bauch, aber das dafür aufgebrühte Pulver landet im Mülleimer.

Deswegen am Besten den Mülleimer entweder unerreichbar montieren oder leeren, bevor der Hund allein im Camper gelassen wird.

Welche Möglichkeiten es zur Mülltrennung im Camper gibt und wie sich diese unerreichbar für deinen Hund realisieren lassen, kannst du hier nachlesen. 

4. Schokolade und Kakao

Schokolade ist tödlich für Hunde! Denn sie enthält wie Kakao den Stoff Theobromin, der zu Herzproblemen bis hin zum Herzstillstand führen kann. Daher solltest du gerade bei einem gefräßigen Staubsauger-Hund niemals Schokolade offen herumliegen lassen. Das gilt natürlich nicht nur auf Reisen. Aber unterwegs sind wir ja doch mal gerne nachlässiger mit dem Wegräumen.

Bei der App „VetFinder“ gibt es einen „Schoko-Rechner“, bei dem du durch die Eingabe der gefressenen Menge und Art der Schokolade und der Größe des Hundes, ausrechnen kannst, ob es sich um eine ungefährliche oder gefährliche Menge an Theobromin pro Kilogramm Körpergewicht handelt, die dein Hund gerade gefressen hat.

Appstore Link

5. Giftköder

Ein leider immer wieder aktuelles Thema nicht nur bei Reisen ins Ausland sind Giftköder. Denn auch wenn du und ich uns ein Leben und Reisen ohne Hund gar nicht vorstellen können, sehen das manche Menschen anders!

Immer wieder hört man daher nicht nur in Griechenland und Spanien sondern auch in Deutschland von vergifteten Hunden.

Das einzige, wie du deinen Vierbeiner schützen kannst, ist ihm beizubringen, dass er niemals Dinge vom Boden frisst.

6. Pflanzenstacheln und -dornen, Splitter, Glasscherben

Auch die Gefahr sich etwas einzutreten ist nicht auf das Reisen beschränkt. Doch wo besonders viele Menschen nur eine begrenzte Zeit verbringen, ist das Bewusstsein für die Umwelt oftmals geringer. Es mag sich manch einer denken „Ach ich bin ja eh morgen nicht mehr hier“, wenn er seine Glasflasche am Strand entsorgt. Aber natürlich kann auch die Natur für eingetretene Stacheln und Dornen sorgen. Dabei hilft Dir eine kleine Reiseapotheke zwar nicht dabei, diese Gefahr zu vermeiden. Aber sie sorgt dafür, dass sich nicht auch noch eine Infektion anschließt.

Wenn wir mit unserem Hund unterwegs sind und Glasscherben oder andere spitze Gegenstände entdecken, benutzen wir eine seiner Pupstüten als Müllbeutel und sammeln diese auf. Denn nur weil mein Hund gerade nicht hineingetreten ist, muss der nächste ja nicht auch so ein Glück haben.

7. Schlangen, Spinnen und andere giftige Tiere

Man mag es ja kaum glauben, aber gerade für unsere Hunde gibt es durchaus das eine oder andere gefährliche und giftige Tiere in Europa. Denn je nachdem wie groß bzw. klein unser vierbeiniger Freund ist, kann der Stich eines Skorpions oder der Biss einer Hornviper durchaus akut lebensbedrohlich für ihn sein.

Jetzt sollten das kein Grund sein auf das Reisen zu verzichten. Denn zum einen gibt es giftige und potentiell lebensgefährliche Tiere für unseren Hund durchaus auch in Deutschland. Und zum anderen kann man mit ein paar einfachen Verhaltensweisen, diesen Tieren weitestgehend aus dem Weg gehen.

8. Prozessionsspinnerraupen

Prozessionsspinner sind Nachtfalter und als solche nicht besonders gefährlich. Allerdings haben ihre Raupen giftige Häarchen, die insbesondere bei Hunden an der Schnauze ernste bis lebensbedrohliche Verletzungen hervorrufen können. Da sie in Massen aus den Nestern fallen und sich dann in langen Reihen auf den Weg zur Verpuppung machen, sind sie für viele Hunde interessant.

Glücklicherweise sind die Nester sehr charakteristisch und gut zu sehen. Daher solltest du mit deinem Hund befallene Gebiete insbesondere zu Beginn des Jahres weiträumig meiden.

Noch mehr Informationen zu den Prozessionsspinnerraupen findest du hier.

9. Mittelmeerkrankheiten

Unter den Mittelmeerkrankheiten werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, die ursprünglich hauptsächlich im Mittelmeerraum vertreten waren. Alle diese Krankheiten, zu denen bspw. die Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose gehören, werden durch Mücken oder Zecken übertragen und können unbehandelt tödlich sein.

Mehr Informationen zu den Mittelmeerkrankheiten findest du in diesem Artikel.

Mittlerweile sind einige dieser Erkrankungen durchaus keine reinen Reisekrankheiten mehr sondern können auch in Deutschland erworben werden. Trotzdem ist in südeuropäischen Ländern immer noch erhöhte Vorsicht geboten und du solltest deinen Hund durch geeignete Mittel schützen.

10. Jäger und jagende Hunde

Obwohl dieses Thema auch in Deutschland immer mal wieder zu Problemen und Spannungen führt, ist die Problematik in vielen anderen europäischen Ländern deutlich ausgeprägter: Jäger, die vermeintlich jagende Hunde erschießen.

Das liegt zum einen an der höheren Anzahl an Jägern und Jagdgebieten in beispielsweise Spanien und Portugal als auch an dem niedrigeren Stellenwert, den Hunde dort unter den Jägern oftmals haben.

Um Probleme zu vermeiden, würde ich meinen Hund niemals an Jagdtagen (meistens am Wochenende, in Portugal auch mittwochs) ohne Leine laufen lassen. Denn selbst wenn er ein super erzogener Hund ist, der eigentlich immer wieder kommt, kann ihn das Knallen und die aufgeheizte Stimmung in Jagdgebieten durchaus überfordern und zum Wegrennen animieren, was das Risiko erhöht erschossen zu werden.

11. Dänemark mit dem Hund

Kein Land wird momentan so heftig diskutiert wie Dänemark. Das Land selber bezeichnet sich als hundefreundlich, manche Medienberichterstattung mag eher das Gegenteil bezeugen.

Fakt ist, dass Dänemark einerseits eine sehr rigorose Rasseliste hat, auf der 13 Hunderassen aufgeführt werden, deren Einreise verboten ist – es sei denn, sie sind vor dem 17.03.2010 angeschafft worden (was im Zweifel belegbar sein muss) – und mit dem Pitbull-Terrier und Tosa Inu zwei Hunderassen komplett verbietet.

Fakt ist außerdem, dass es ein Hundegesetz gibt, dass sich sehr detailliert mit dem Vorgehen bei Bissverletzungen auseinandersetzt.

Beide Tatsachen werden in Dänemark von der Polizei kontrolliert. Diese sind es auch, die über die zu treffenden Maßnahmen (Leinen- und/oder Maulkorbzwang oder Einschläfern des Hundes) entscheiden. Seit 2014 wird vor dieser Entscheidung bei einem Beissvorfall ein Hundesachverständiger zu Rate gezogen, der feststellt, ob der Hund sich im Rahmen seines natürlichen Verhaltens bewegt hat.

All dies deutet darauf hin, dass ein Urlaub mit dem Vierbeiner in Dänemark gefährlich werden kann, wenn er zu einer der 13 Hunderassen gehört, die auf der Liste stehen, ein Mischling daraus ist oder aber auch einem dieser Hunde ähnlich sieht. Denn die Beweislast liegt auf Seiten des Hundehalters.

Gleiches gilt für einen Hund, der schon auffällig geworden ist oder beim Spiel mit anderen Hunden gerne überdreht. In all diesen Fällen sollte eine Campingreise nach Dänemark gut überlegt werden.

Unser Tipp: Gute Vorbereitung

Um sorglos auf Tour gehen zu können, sind folgende Punkte ratsam:

  • Informiere dich schon im Vorfeld der Reise über mögliche Risiken.
  • Prüfe genau die Einreisebestimmungen des Gastlandes.
  • Lass dich beim Tierarzt zu Impfungen und Prophylaxen für das Reiseland beraten und stelle mit Hilfe der Experten ein passendes Erste-Hilfe-Set zusammen.
  • Erstelle eine Liste mit Tierärzten und Notfallkliniken in der Nähe deines Reiseortes und notiere dir die Kontaktdaten.
  • Registriere deinen Vierbeiner bei einer international tätigen Organisation – damit du auch im Ausland eine Chance hast, ihn wiederzufinden, falls er mal „stiften“ geht.
  • Gib deinem Hund Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und lass ihn im Zweifel lieber einmal zu oft an der Leine.

Schöne Reise! 🙂

Titelfoto: (c) keine-eile.de


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