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7 Tipps, um in Griechenland nicht ins Fettnäpfchen zu treten

7 Tipps, um in Griechenland nicht ins Fettnäpfchen zu treten

Im Urlaubsland näheren Kontakt mit den Einheimischen zu bekommen, das mag ich unglaublich gerne. Sie kennen oft nicht nur super Insidertipps für Ausflüge oder Einkaufsmöglichkeiten, sondern die Gespräche mit ihnen vermitteln mir auch ein authentisches Lebensgefühl. Aber worauf sollte ich im Umgang mit Griechen achten? Was empfinden sie als total unhöflich und was ist sogar verboten?

Nach einer neunmonatigen Rundreise durch Griechenland stelle ich heute die beliebtesten Fettnäpfchen vor und gebe euch Tipps, wie ihr diese vermeidet.

Reiseknigge für Griechenland

1. Immer mit der Ruhe

Ich fange mit dem wohl wichtigsten Punkt an, der in Griechenland für Unmut sorgen kann: Hektik. Das ist etwas, das die entspannten Griechen überhaupt nicht leiden können. Ihr Motto lautet „Siga, siga“, was so viel bedeutet wie „langsam, langsam“. Wenn es an der Kasse etwas länger dauert, regt sich hier niemand auf. Und auch nicht, wenn wir mit unserem Oldtimerbus in gemächlichen 30km/h auf der Schnellstraße den Verkehr ausbremsen. Eile und Stress sind ungesund, da sind sich die Griechen einig. Wann genau kommt der Bus? Irgendwann zwischen zwei und drei Uhr. Wann wird die Dusche repariert? Irgendwann zwischen Dienstag und Freitag. Macht es den Griechen gleich und geht es ruhig an. Sich darüber aufzuregen, dass hier alles so langsam ist, wäre grundverkehrt und führt bloß zu … Stress.

2. Mittagspause

Passend zur Einstellung – die Dinge langsam anzugehen – gehört auch eine ausgedehnte Mittagspause. In den Sommermonaten kann es in Griechenland mit über 40 Grad bullenheiß werden. Da macht es absolut Sinn, die Mittagszeit zur Erholung zu nutzen und dafür abends wieder aufzuleben. Zwischen 14.00 und 17.00 Uhr halten die meisten Griechen ihre Siesta. Zu dieser Zeit haben auch die Geschäfte geschlossen. Anrufe oder Besuche sollte man auf die Zeit vorher oder nachher legen.

3. Die passende Kleidung 

Wer im Wohnmobil unterwegs ist, kleidet sich meistens leger. Das ist auch vollkommen in Ordnung, nur nicht in allen Lebensbereichen Griechenlands. Hier gehört es zum guten Ton, sich beim Essengehen in einem Restaurant angemessen anzuziehen. Für Männer bedeutet das, eine lange Hose zu tragen. Natürlich haben sich Touristenorte an den Anblick halbnackter Männerbeine am Esstisch gewöhnt, dennoch legen die Griechen beim Ausgehen Wert auf gutes Aussehen. Wer nicht auf den ersten Blick als Touri erkannt werden möchte, wirft sich einfach ein klein wenig in Schale.

Das Gleiche gilt auch für den Besuch einer Kirche oder eines Klosters. Hier sind die Vorschriften für Männer zwar weniger strikt, wie für Frauen, aber kurze Shorts und Badeschuhe sind trotzdem ein NoGo. Frauen müssen von den Schultern bis über die Knie bedeckt sein. Auch die Oberarme dürfen nicht frei gezeigt werden. Hosen sind tabu, aber auch ohne (eigenen) Rock ist der Besuch einer kirchlichen Einrichtung möglich: In der Regel steht im Eingangsbereich ein Korb mit Tüchern, mit denen man sich bedecken kann. Nicht hübsch, aber praktisch.

4. Feuer

So romantisch ein Lagerfeuer am Strand auch sein mag, es ist absolut verboten. In Griechenland herrscht durch die Trockenheit extrem hohe Waldbrandgefahr. Ist so ein Brand einmal ausgebrochen, richtet er meistens große Schäden an und lässt sich so schnell auch nicht mehr löschen. Heiße Grillkohle achtlos irgendwo hinzukippen oder eine Zigarettenkippe wegzuwerfen, zählen ebenfalls zu den Dingen, die man keinesfalls machen sollte. 

5. Smalltalk: Bitte keine Politik!

Viele Griechen sprechen Englisch oder sogar Deutsch. Das macht es einfach, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und ein Schwätzchen zu halten. Erleichtert wird es noch dadurch, dass die Griechen sehr kontaktfreudig sind. Ob beim Bäcker oder an der Tankstelle, eine kurze Unterhaltung entsteht schneller als man denkt. Dabei gibt es ein paar Themen, die man großräumig umschiffen sollte, zum Beispiel Politik. Ja, in Griechenland herrscht seit Jahren eine Krise und diese beutelt das Land sehr. Es ist verständlich, dass die Griechen selber das Gespräch auf dieses Thema bringen. Am besten ist es, die Unterhaltung freundlich in eine andere Richtung zu lenken. Weitaus unverfänglicher sind zum Beispiel die spannende Kultur und Geschichte Griechenlands. Einem Griechen schmeichelt es aber auch sehr, wenn man einfach die Schönheit des Landes anspricht. Und wenn einem gar nichts einfällt, dann kann immer noch das Wetter herhalten.

6. Eine Rechnung für alle

Genau wie in Spanien, ist es auch in Griechenland üblich, dass beim Essengehen eine einzige Rechnung für den ganzen Tisch ausgestellt wird. Oft übernimmt eine Person den gesamten Betrag, beim nächsten Mal ist ein anderer dran. Wenn dennoch eine getrennte Rechnung gewünscht ist, sollte man dies der Bedienung bereits am Anfang mitteilen. Trinkgeld zu geben, gehört in Tavernen und Restaurants dazu. 5 Prozent des Rechnungsbetrags sind dabei vollkommen in Ordnung.

7. Freistehen

Obwohl das Freistehen in Griechenland offiziell verboten ist, stellt es in der Realität selten ein Problem dar. Oft ist es auch möglich, auf dem Parkplatz einer Taverne zu übernachten. Manche bieten dies sogar offiziell an. Wenn man davon Gebrauch machen möchte, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dort auch etwas zu konsumieren. Das muss kein 10-Gänge Menü sein, eine Kleinigkeit reicht bereits aus. Alles andere wäre wirklich unhöflich und somit ein weiteres Fettnäpfchen, das man leicht umgehen kann.

Ein letzter Tipp zum Schluss:

Das griechische Wort für „ja“ lautet „naí“ und wird „nä“ gesprochen. Wer also meint, mit einem „nee“ etwas ablehnen zu können, braucht sich nicht wundern, wenn er genau das trotzdem bekommt. Da hilft nur, das Wort für „nein“ zu lernen und das heißt „ochi“, gesprochen mit einem weichen „ch“.

Fotos: (c) Nima Ashoff


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