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Allrad und Offroad auf dem Caravan Salon 2018 in Düsseldorf

Allrad und Offroad auf dem Caravan Salon 2018 in Düsseldorf

1. Update:
Auch auf dem Caravan Salon 2018 in Düsseldorf sind wieder einige Hersteller vertreten, die speziell Expeditions- und Weltreisemobile anfertigen:

  • ACTION MOBIL in Halle 5, E05
  • bimobil in Halle 5, E04 und Halle 12, A29, die im Übrigen auch Geländegängige Anhänger oder Expeditionsanhänger bauen
  • Bliss Mobil in Halle 5, E 09
  • HRZ Reisemobile in Halle 15, C58
  • Kerkamm in Halle 5, E 07
  • maurer in Halle 5, E 10-1 – E 10-3, die nicht nur den mitgebrachten Starliner bauen sondern auch Expeditionsfahrzeuge

Bei den Herstellern der Expeditions- und Weltreisemobile sind in der Regel auch die „normalen“ Reisemobile mit einem geländegängigen Fahrzeug bestellbar.

Doch auch daneben ist 2018 der Trend zu Allrad und Offroad ungebrochen. Auch wenn auf dem Caravan Salon keine echten Neuheiten in diesem Bereich präsentiert wurden. Doch immer mehr Hersteller von Kastenwagen, Alkoven- und Voll- oder teilintegrierter Wohnmobile bieten die Möglichkeit einen Allradantrieb entweder nachzurüsten (wie beim Amundsen 540 mit Dangel-Umbau) oder direkt ab Werk einzubauen (wie ganz aktuell im VW Grand California).
Die Offroad-Qualität bleibt bei beidem natürlich hinter einem extra für Pisten gebauten Fahrzeug zurück. Schließlich reicht für echte Geländegängigkeit kein 4×4 sondern es müssen auch Dinge wie eine Entkopplung von Fahrerhaus und Kabine beachtet werden, damit sich das Chassis verschränken kann, ohne dass sich der Koffer mitverwindet. Zudem werden robustere Materialien verbaut. Denn bei einer echten Pistenfahrt wirken ganz andere Kräfte auf das Fahrzeug als bei einer Fahrt auf schlechter Farbahn.

Solche Expeditionsfahrzeuge kosten allerdings auch einen dementsprechenden Preis. Und sind wir mal ehrlich, werden sie von den allerwenigsten Campern in vollem Umfang benötigt oder benutzt. Für diese – wie auch uns – reichen die Allradangebote im Reisemobil- und Kastenwagenbereich vollkommen aus, um auch auf weniger unbefestigten Straßen komfortabel fahren zu können und vielleicht nicht auf jeder nassen Wiese stecken zu bleiben.

Wir werden dich auf jeden Fall weiterhin über die Trends im Allrad- und Offroadbereich auf dem Laufenden halten.

Ursprünglicher Beitrag:

Messetrend: Allrad und Offroad – aber bitte mit Komfort

Allrad scheint ein immer größerer Trend zu werden im Bereich Caravaning. Angesichts der Dieseldebatte erscheint es absurd, sich mit Allrad-, Offroad- und Expeditionsfahrzeugen auseinanderzusetzen, sind diese doch noch viel weiter entfernt von der E-Mobilität wie ein normales Reisemobil. Doch längst sind nicht mehr nur noch Expeditionsfahrzeuge wie die von Bliss Mobil mit 4×4 ausgestattet, nein auch Hymer und andere Campingfahrzeughersteller bauen ihre „normalen“ Mobile mittlerweile serienmäßig auf 4×4 Chassis.

Doch warum ist das so? Und ist Allrad immer gleichbedeutend mit Offroad?
Wir haben versucht auf dem Caravan Salon in Düsseldorf Antworten zu finden.

Allrad vs. Offroad

Beim Allradantrieb geht es in erster Linie darum, die Kraft des Motors nicht mehr nur über 2 Räder im Front- oder Heckantrieb sondern über alle 4 Räder gleichzeitig auf den Boden zu bekommen. Dadurch wird beispielsweise ein Durchdrehen der Räder beim Anfahren verhindert. Das gilt sowohl für regennasse oder schneerutschige Straßen als auch für Gelände mit lockeren Bodenbelägen wie Kies, Schotter oder Split.

Offroad

Dabei ist 4×4 nicht zwingend gleichbedeutend mit wirklicher Offroad-Geländegängigkeit. Dazu fehlt vielen 4×4 Lösungen die Bodenfreiheit und ein pistentauglicher Ausbau. Richtige Offroad-Lösungen bewegen sich in der Regel weit jenseits der 3,5 t eines herkömmlichen Reisemobiles und bieten oft redundante Systeme für eine größtmögliche Autarkie an wie das Expeditionsmobil Atacama 5800 des österreichischen Allrad-Wohnmobil-Herstellers Action Mobil (Halle 14 / B73). Damit sind dann auch nahezu alle Fleckchen dieser Erde befahrbar bei gleichzeitigem Komfort im Ausbau. Allerdings bringt der Atacama 14 Tonnen auf die Waage und ist damit nur noch bedingt für den normalen Stadtverkehr geeignet.

Wer sich für richtige Offroad-Lösungen interessiert, ist auch auf den Ständen von Bimobil (Halle 14 / A55: U 4023 Unimog) und Bliss Mobil (Halle 14 / A65: Steyr 12M18) gut aufgehoben.

Allrad bei Kastenwagen und Reisemobilen

Aber um solche absoluten Offroad-Pistenerfahrungen geht es in der Regel nicht, wenn die gängigen Reisemobil- und Kastenwagen-Hersteller 4×4-Lösungen anbieten. Vielmehr schaffen die Allradantriebe die Freiheit auch einmal etwas entlegenere Stellplätze über unbefestigtere Straßen anfahren und diese auch problemlos wieder verlassen zu können. Sie ermöglichen, dass regendurchweichte Campingwiesen oder unterspülte Schotterwege recht problemlos gemeistert werden können und geben zusätzliche Sicherheit auf den Straßen.
Genau diese Wünsche ihrer Kunden haben viele Wohnmobilhersteller mittlerweile erkannt und bieten serienmäßig oder optional 4×4 Allradpakete an ohne den Aufbau großartig pistentauglich zu verändern.

Allrad am Beispiel von Ducato 4×4

Dass Kastenwagen ein großer Trend sind, weil sie Alltagstauglichkeit mit Campingvergnügen verbinden, ist kein Geheimnis. Schließlich sprechen Kastenwagen in der Regel eine sportliche und aktive Zielgruppe an. Was liegt da näher, als Kastenwagen mit einem Allradantrieb auszustatten und die Reisemöglichkeiten zu vergrößern? Am Beispiel des Ducato 4×4 möchte ich dir die Wirkungsweise vorstellen.

Dabei ist der Ducato 4×4 nicht das erste Beispiel. Mercedes Benz hat mit seinen Allrad-Sprinter-Modellen diese Angebote seit Jahren im Angebot. Entweder als Umbau von Iglhaut Allrad oder mittlerweile ab Werk. Ebenso die amerikanische Firma Ford, die schon länger im Kastenwagensegment Allrad anbietet.

Mit der französischen Firma Dangel, die ein neuartiges Kupplungssystem entwickelt hat, werden im Transporter-Werk SEVEL jetzt Kastenwagen von Fiat Ducato, Peugeot Boxter oder Citröen Jumper mit einem Allradantrieb hergestellt.

Das Allradsystem funktioniert folgendermaßen:

Unter normalen Fahrbedingungen übernimmt der Vorderantrieb die Arbeit. Erst wenn die Vorderreifen keine Traktion mehr haben, verteilt die Visco-Kupplung die Kraft automatisch zu jeweils 50 % auf die beiden Achsen, um mehr Traktion zu bekommen. Für eine echte Offroad-Nutzung bietet Dangel zusätzlich eine Differentialsperre an. Diese kann auf sehr weichem Untergrund benutzt werden allerdings nicht als permanente Allrad Funktion.

Dangel Allradantrieb

Dangel Allradantrieb

Zusätzlich zu diesen Komponenten muss auch die Federung modifiziert sowie mehr Bodenfreiheit eingebaut werden. Auf Wunsch des Kunden können auch Schutzvorrichtungen wie ein Dieseltankschutz und Rußpartikelfiltertankschutz verbaut werden. Das komplette System wiegt etwa 150 Kilogram und kann nur in Fiat Motoren mit 130 PS sowie in Citroen und Peugeot Motoren mit 130 und 160 PS, die kompatibel mit Euro 6 + Adblue sind, ergänzt werden. Die Kosten belaufen sich auf fast 9,000 € für die Basisversion und etwa 12,000 € für das komplette Offrad-Paket. Selbstverständlich zuzüglich den Kosten für das ausgewählte Kastenwagenmodell.

Andere Hersteller von Allrad-Campingfahrzeugen

Auf dem Caravan Salon in Düsseldorf  haben verschiedene Hersteller Allradmodelle auf Basis des Fiat Ducato 4×4 vorgestellt.

Das ist zum einen Westfalia (Halle 15 / B03), die ihren Amundsen mit 18-Zoll-All Terrain-Bereifung, einem Frontbügel, und Scheinwerferbügel auf dem Dach als Modell 540 D geländegängig gemacht haben. Und zum anderen Karmann (Halle 15 / D26), die den ab 2018 zu erwerbenden Dexter 560 Trend vorstellen, der optional mit Fiat Ducato 4×4 Allradantrieb bestellt werden kann.  Nicht zu vergessen Fiat Professional (Halle 16 / D42-01 – D42-02), die das Showcar Expedition 4×4 vorstellen, das an die in den 1920er Jahren gegründete Tradition der Marke anknüpfen möchte, abenteuerlustigen Urlaubern passende Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen.

Der andere große Anbieter von Allrad-Lösungen ist Mercedes mit seinem Sprinter. Dieses wird als Basisfahrzeug beispielsweise im Hymer (Halle 17 01-13) ML-T 580 eingebaut, ein Teilintegrierter auf Mercedes Sprinter 4×4-Basis. Aber auch CS Reisemobile (Halle 15 / B26) haben mit dem Sprinter Independent genauso ein Allradmobil dabei wie HRZ Reisemobile (Halle 15 / C58) mit ihrem Freedom-Sprinter.

Bei la strada (Halle 15 / C26) gibt es gleich mehrere Allradmobile zu erwerben: auf Sprinter-Basis sind die Modelle Nova M 4×4 oder Regent S 4×4 aufgebaut wohingegen der Avanti XL 4×4 auf Fiat Ducato basiert. Auch Bimobil (Halle 12 / A29) bietet verschiedene Allradoptionen: mit dem EX 420 gibt es beispielsweise eine Expeditionskabine auf Iveco Daily 4×4 und mit dem EX 366 ein Allradmodell auf Mercedes Sprinter. Weitere Modell können dort genauso individuell abgesprochen werden wie bei den Individualausbauten von Dopfer Reisemobilbau (Halle 14 / B29).

Alternative Allradlösungen

Bei all diesen mehr oder weniger großen Allradfahrzeugen aus dem Caravaningbereich sollte nicht vergessen werden, dass der Allradtrend lange vor den Campingfahrzeugen bei Geländewagen zum Einsatz kam. Die ältesten (aber vermutlich auch kleinsten) allradgetriebenen Campingfahrzeuge sind demnach die Pickup-Absetzkabinen wie beispielsweise der Ford Ranger mit Trail 260 SD von Tischer (Halle 12 / B30) oder das Bimobil EX 280.

Diese Überlegung hat vermutlich auch die Firma Ququq (Halle 5 / C36) angestellt und ist einen anderen Weg gegangen: sie bieten ihre 1-Minuten-Mini-Wohnmobil-Lösung als Campingboxen für den Landrover Defender oder das Mercedes G-Modell an. Damit werden die per se Allrad angetriebenen Geländewagen zu Campingmobilen aufgerüstet. Die Campingboxen sind mit wenigen Handgriffen ein- und ausgebaut und lassen das Fahrzeugdach für Sportgeräte frei. In den Boxen, die außerhalb der Reisezeit an anderen Orten verstaut werden können und somit das Fahrzeug voll alltagstauglich erhalten, sind Küche, Wasserversorgung und ein schnell gemachtes Bett vereint.

 

Fotos QUQUQ G-Box:© QUQUQ /// Fotografie: David Franck www.davidfranck.de
Fotos QUQUQ D-Box:© QUQUQ 
Grafik Antrieb Ducato 4×4: (c) Dangel 
Für alle weiteren Bilder liegen die Urheberrechte bei CamperStyle


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Technikverliebter Nerd, der mit Frau, Hund und Gasgrill seit 2015 im Wohnmobil lebt – derzeit in einem Clou Liner. Im Winter im Süden, im Sommer im Norden, als digitaler Nomade immer auf Reisen.

Lieblingsspots: Am Wasser.

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