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Angst vor dem Reisen – 4 Tipps zur Überwindung von Ängsten

Angst vor dem Reisen – 4 Tipps zur Überwindung von Ängsten

„Habt ihr denn keine Angst, dass euch etwas passieren könnte?“

Diese Frage wird meinem Freund und mir mit am häufigsten gestellt, wenn wir von unseren Reisen im Wohnmobil erzählen. Seit zwei Jahren sind wir in einem Oldtimerbus in Europa unterwegs und haben bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht. Mehr dazu findest du in dem Artikel: „Wie mich das Leben auf Reisen verändert hat„. Dennoch weiß ich, wie es sich anfühlt Ängste zu haben. Sie können einen schier zur Verzweiflung treiben und aus der kleinsten Mücke einen riesigen Elefanten werden lassen.

Die gute Nachricht ist, dass wir unseren Ängsten nicht hilflos ausgeliefert sind, sondern sie überwinden können. Wieso sich das lohnt und wie es funktioniert, das verrate ich euch in diesem Beitrag.

Angst ist etwas ganz Normales

Angst zu haben, ist kein schönes Gefühl. Am liebsten würden wir sie alle sofort loswerden. Das wäre aber nicht sinnvoll, denn Angst hat eine wichtige Funktion. Sie schützt uns vor Gefahren, indem sie uns besonders aufmerksam, wachsam und fluchtbereit sein lässt. All das ist gut, wenn uns zum Beispiel ein Löwe in freier Wildbahn gegenübersteht. Das wäre eine ganz konkrete Bedrohung.

Solchen Situationen sind wir in der Regel aber gar nicht ausgesetzt. Die meisten unserer Ängste entstehen nicht durch einen konkreten Auslöser, sondern nur in unserem Kopf. Vielleicht malst du dir aus, was alles passieren könnte, wenn …

  • „ … du dich mit den Einheimischen nicht verständigen kannst.“
  • „ … dir das Gas ausgeht und du nicht weißt, wo du neues bekommst.“
  • „ … du unterwegs krank werden solltest.“
  • „ … du auf Schlangen oder Spinnen triffst.“
  • „ … du ein technisches Problem hast und selber keine Ahnung davon hast.“

Es gibt tausend Dinge, bei denen unser Kopfkino losgeht und wir uns die schlimmsten Konsequenzen ausmalen. Oft sind es gar keine großen Themen, sondern eher kleine Sorgen, die durch das darüber Grübeln immer größer werden.

Alles, was fremd ist, stellt für unser Gehirn erst einmal eine mögliche Bedrohung dar. Und obwohl jeder von uns das Gefühl von Angst kennt, ist sie jedoch etwas sehr Individuelles. Der eine fürchtet sich vor Spinnen, der andere nicht. Die eine hat Angst davor, im Ausland alleine auf dem Wochenmarkt einzukaufen, die nächste nicht. Deshalb lässt sich auch keine allgemeingültige Aussage treffen, welche Angst oder wie viel Angst normal ist. Fakt ist aber, dass Angst zum Leben dazugehört und sie bis zu einem bestimmten Punkt in Ordnung ist. Lässt du dich von deinen Ängsten aber in deinem Alltag einschränken, dann sind diese hinderlich.

4 Methoden, wie du deine Angst überwinden kannst

So schön es vielleicht auch wäre, es gibt keine Ruckzuck-Angst-weg-Methode. Der beste und effektivste Weg ist es, sich seinen Ängsten zu stellen. Der Schlüssel liegt dabei in der Einfachheit. Du musst nicht direkt das machen, was du am bedrohlichsten empfindest. Es reicht, wenn du dich in kleinen Etappen deinem Ziel näherst.

Tipp 1: Mini-Schritte

Wenn dir deine Reise wie ein riesiges einschüchterndes Etwas vorkommt, dann hilft es, das große Ganze in kleine Teile zu zerlegen. Anstatt den Blick auf die gesamte Reisedauer zu richten, solltest du dich auf winzige Ausschnitte konzentrieren. Unterteile deine Reisetage in kleine Häppchen.

  • Wann stehst du auf?
  • Was machst du nach dem Aufstehen?
  • Was frühstückst du?
  • Was machst du am Vormittag?
  • usw.

Das ungute Gefühl vor dem Unbekannten wird dadurch geringer, indem du es greifbar machst. Außerdem wirken Mini-Schritte auf unser Gehirn nicht bedrohlich, sondern leicht zu bewältigen. Stellst du dir also deinen dreiwöchigen Urlaub nicht als Gesamtpaket vor, sondern in einzelnen Reisetagen, die du ebenfalls auf kleine Tätigkeiten runterbrichst, dann nimmst du dir das ungute Gefühl.

Tipp 2: Informiere dich

Wenn du informiert bist, gewinnst du an Sicherheit. Dazu solltest du deinen Fokus allerdings auf nützliche, positive Quellen richten und nicht auf solche, die noch mehr Angst schüren. Sprich mit Menschen, die schon in den Regionen gecampt haben, die du besuchen möchtest. Schau dir Dokus an oder lies Reiseberichte. Positive Informationen tragen auch dazu bei, dass Vorfreude und Neugierde geweckt werden, auf das, was kommt. (Wenn du gleich damit anfangen willst, lies doch mal hier nach, warum Camping Wellness für die Seele ist.)

Aus dem, was du zusammengetragen hast, kannst du dir dann wichtige Dinge notieren:

  • Wen könnte ich anrufen, wenn ich Hilfe brauche?
  • Mit wem könnte ich mich vor Ort über das Internet vernetzen, um Kontakte zu haben?
  • Welche Organisationen gibt es, die mir bei einem Problem weiterhelfen können?
  • Welche Telefonnummern sollte ich griffbereit notiert haben?

Sich auf positive Seiten zu fokussieren, bedeutet nicht, mögliche Gefahren außer Acht zu lassen. Es heißt lediglich, diese nicht aufzubauschen und überzubewerten.

Tipp 3: „Ich kann es“

Auch wenn du das Folgende bestimmt nicht hören möchtest, muss ich es dir deutlich sagen: Irgendwas passiert auf einer Reise immer! Alles andere wäre ja auch langweilig. Mal geht etwas am Camper kaputt, mal verknackst man sich den Fuß und muss zum Arzt, mal wird man auf dem Wochenmarkt über den Tisch gezogen. All das sind aber Situationen, die du dir gedanklich vermutlich viel schlimmer ausmalst, als sie in Wirklichkeit sind.

Sobald du beginnst, dir mögliche Pannen auszumalen, unterbreche das Kopfkino und sage dir: „Ich kann damit umgehen.“ Egal was es ist, es findet sich immer eine Lösung.

Tipp 4: Schreibe dir die Vorteile auf

Was ist es, wieso du auf Reisen gehen möchtest? Welche Erlebnisse erhoffst du dir? Ein gutes Mittel, die Angst vor dem Reisen zu reduzieren, ist es, sich die positiven Aspekte zu verdeutlichen. Notiere dir mindestens 10 Punkte, die deine geplante Reise mit sich bringen würde. Ebenfalls hilfreich ist es, den Blick zurück zu richten. Stell dir vor, es ist bereits 10 Jahre später und du schaust zurück. Was hättest du alles verpasst, wenn du diese Reise nicht gemacht hättest? Würdest du es bereuen, sie nicht unternommen zu haben? Wenn die Antwort „Ja“ lautet, dann packe deine Koffer und leg los!

Warum es sich lohnt, trotz Angst zu reisen

Lässt du dich von deiner Angst vorm Reisen abhalten, wirst du viele wunderbare Erfahrungen verpassen. Es gehen dir nicht nur tolle Landschaften durch die Lappen, sondern auch zwischenmenschliche Erlebnisse, die dein Leben bereichern.

Sobald du auf Tour gehst wirst du feststellen, dass viele Menschen gerne helfen, wenn es ein Problem gibt. Du wirst auch erfahren, dass Sprachbarrieren kein Hindernis darstellen – mit Händen und Füßen kommst du überall durch. Und du wirst merken, dass es menschlich ist, Ängste zu haben. Es gibt keinen Grund, sich dafür schlecht zu fühlen oder sich dafür zu verurteilen. Je offener du damit umgehst, umso mehr nimmst du dir selber den Druck.

Bevor wir zu unserem Leben als Dauercamper im Ausland aufgebrochen sind, hatte ich auch die eine oder andere Sorge. (Genau wie auch Nele und Jalil, die festgestellt haben, dass man Glück eben doch kaufen kann.) Als ich dann vor Ort war, habe ich festgestellt, dass das völlig verschwendete Zeit war. Entweder, weil das Problem gar nicht erst eingetreten ist oder weil sich Lösungen ergeben haben, auf die ich im Vorfeld gar nicht gekommen wäre. Inzwischen habe ich gelernt, mich erst dann mit einem Problem zu befassen, wenn es tatsächlich da ist.

Außerdem spiele ich mit meinen Worten. Statt zu sagen „davor habe ich Angst“, formuliere ich es um in „das finde ich aufregend“. Aufregung ist wesentlich positive besetzt als Angst zu haben. Dadurch nehme ich mir selber Druck.

Die beste Methode deine Ängste zu überwinden, liegt im Tun!

Mit einer gezielten Recherche und ein wenig Vorbereitung kannst du deiner Angst vor dem Reisen viel Wind aus dem Segeln nehmen. Danach wirst du feststellen, dass alles viel leichter war, als du gedacht hast.

Und wenn du jetzt noch mehr konkrete Tipps brauchst und jemanden, der dir hilft ins Tun zu kommen, dann bist du bei Nima in den besten Händen. Hier kommst du direkt zu ihren Coaching-Angeboten.

Fotos: (c) Nima Ashoff


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Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Oh ja, wir hatten Sie auch, die „Angst“. Als wir unsere erste Reise nach Nord Amerika machten mit dem Schiff. Wir legten in Montreal an und mochten nicht losfahren. Hinaus auf die HIGHWAY (ach Herrjee, das Word allein schon versetzte uns in Angst und Schrecken).Wir blieben die Nacht über im Hafen stehen und schoben somit die Zukunft ein bißchen vor uns her. Na ja,…am nächsten Tag ging es dann loss. Und was soll ich sagen, wir haben es überlebt. Aus ein Jahr USA sind dann 5 Jahre gewurden. Am Anfang hat sich mein Mann hinter die Gardinen versteckt wenn ein Ami am Auto kam, weil er fasst kein Englisch sprach.Doch das hat sich schnell gelegt. Schon schnell ging es mit „Händen und Füssen“ Die Angst für etwas neues vergeht im Fluge. Mann hat soviel neue eindrücke da ist keine Zeit für Angst übrig.

    1. Das ist doch der beste Beweis, dass man Angst am besten durch „Augen zu und einfach machen“ bekämpft 🙂 Wir wünschen euch noch viele weitere schöne und vor allem erlebnisreiche Reisen! Liebe Grüße, Nele.

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