Einer Der Felsformationen In Der Bardenas Reales In Spanien

Beeindruckendes Nordspanien: Bardenas Reales – eine Halbwüste mitten in Europa

Eine Wüste mitten in Europa? Wo gibt es denn sowas? Bei dem Begriff “Wüste” denke ich eher an Afrika als an Spanien. Umso neugieriger bin ich, die Bardenas Reales zu erkunden. Ganz oben im Norden Spaniens, in Navarra, liegt diese faszinierende Landschaft. Gehört habe ich schon einiges darüber, dieses Mal schaue ich sie mir selbst an.

Der über 40.000 Hektar große Naturpark befindet sich 100 Kilometer südlich von Pamplona. Unser Ziel ist Arguedas, denn dort gibt es einen kostenfreien Wohnmobil-Stellplatz. Dort angekommen, führt mein erster Gang zu den verlassenen Höhlenwohnungen. Dazu sind bloß ein paar Schritte bergauf nötig, denn sie liegen direkt hinter dem Stellplatz. Das Betreten ist leider nicht erlaubt, also halte ich nur mal meinen Kopf hinein – sicher ist sicher.

Am nächsten Vormittag sind mein Freund und ich voller Tatendrang, das Biosphärenreservat zu erobern. Ausgangspunkt ist das sieben Kilometer entfernte Besucherzentrum. Dort erhalten wir Informationsmaterial und eine Karte, um den Park auf eigene Faust zu entdecken.

Die Erkundung von Bardenas Reales ist auf verschiedene Arten möglich:

  • Zu Fuß bei einer Wanderung

    Es gibt drei ausgeschilderte Routen durch den Park. Zwei davon sind mit jeweils einem Kilometer Länge sehr kurz. Die dritte ist 4,5 Kilometer lang.
  • Mit dem Fahrrad
    Auch hier gibt es verschiedene Touren, die entlang der sehenswerten Punkte führen.
  • Mit dem Auto/Wohnmobil
    Die ausgeschilderten Strecken dürfen nicht verlassen werden.

Unsere Wahl fällt auf die motorisierte Variante und so tuckern wir mit unserem Bus Horst los.

Ausgeschilderte Routen führen durch das riesige Areal. Die Streckenlänge variiert dabei zwischen 20 und 40 Kilometer. Die Straße durch den Naturpark ist nicht asphaltiert, sondern es handelt sich um eine gut befahrbare Schotterpiste.

Schon nach wenigen Kilometern halten wir an. Vor uns ragt das Wahrzeichen der Bardenas in die Höhe, der Castil de Tierra. Ein Foto von ihm gehört zum Pflichtprogramm. Bei einem kurzen Spaziergang lassen wir die markante Landschaft auf uns wirken.

Regen und Wind haben den lehmhaltigen Boden über Jahre hinweg geformt. Und obwohl es so karg aussieht, beherbergt der Naturpark zahlreiche Tiere. Vor allem Raubvögel, wie der Steinadler, der Wanderfalke oder der Gänsegeier fühlen sich hier wohl. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig, sich selber möglichst leise und rücksichtsvoll zu verhalten.

Neben den Vogelgeräuschen überwiegt in den Bardenas Reales vor allem dieses hier: Ruhe. Immer wieder halten wir an, um die Aussicht von einem Hügel zu genießen und die Eindrücke auf uns wirken zu lassen. Selten treffen wir bei unserer Rundfahrt auf die andere Besucher. Sie scheinen wie vom Erdboden verschluckt.

„Hier könnte man bestimmt gut einen Film drehen“, denke ich mir immer wieder. Die skurrilen Felsformationen laden dazu förmlich ein. Auf diese Idee sind aber schon andere vor mir gekommen. So dienten die Bardenas Reales als Kulisse für „Game of Thrones“ und den James Bond Film „Die Welt ist nicht genug“.

Allgemeine Informationen zu Bardenas Reales:

  • Der Park ist täglich von 8.00 Uhr morgens bis eine Stunde vor Sonnenuntergang geöffnet
  • Der Eintritt ist für alle Besucher kostenfrei. Das gilt auch für die Durchfahrt mit dem Auto oder Wohnmobil.
  • Hunde dürfen mit in den Park genommen werden.

Übernachtungsmöglichkeiten in Bardenas Reales:

  • In Arguedas gibt es einen großen, kostenfreien Wohnmobil-Stellplatz. 
Die Entsorgung von Grauwasser und Kassettentoiletten ist dort kostenlos möglich. Frischwasser kostet 2,00 Euro. Die benötigten Jetons gibt es in verschiedenen Bars und Cafés im Ort.
  • 25 km entfernt befindet sich der Campingplatz „Camping Bardenas“


Mein Fazit zu Bardenas Reales:

Lärm und Stress? Davon sind wir in den Bardenas Reales weit entfernt. Diese bizarre Wüstenlandschaft hat ihren ganz eigenen Rhythmus. Noch Tage nach unserem Besuch putze ich den Staub aus unserem Bus, der durch die Schotterpiste aufgewirbelt wurde. Das nehme ich jedoch gerne in Kauf. Die Bardenas waren jedes einzelne Staubkorn wert.

Fotos: (c) Nima Ashoff

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