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Bubble Tents: Übernachten in der Seifenblase

Bubble Tents: Übernachten in der Seifenblase

Nachts aufwachen und den Sternenhimmel sehen. Den frühen Vogel in den Morgenstunden beobachten. Auf der Wiese schlafen und dennoch im warmen Bett liegen. Klingt nach Naturromantik aus dem Reiseprospekt. Genauso fantastisch und märchenhaft erscheinen die durchsichtigen, runden Bubble Tents des französischen Unternehmens BubbleTree. Die Zelte sind entweder halb oder komplett transparent und bilden eine schützende Hülle, die die Natur dennoch ganz nah heranlässt. Eine Alternative zum Stoffzelt oder ein Traum, bei dem schnell die Luft raus ist?

Die Grundsätze der Bubble Tents sieht der Erfinder und Designer Pierre-Stéphane Dumas in möglichst geringem Energie– und Materialverbrauch sowie in maximalem Komfort und spürbarer Nähe zur Umwelt. „Diese Art von vorübergehendem Wohnen habe ich extra für den Ökotourismus und für Reisende entworfen, die die besondere Erfahrung suchen“, erklärt Dumas. „Sobald die Saison vorbei ist, können die Zelte ohne großen Aufwand und ohne starke Belastungen für die Umwelt wieder zusammengefaltet werden. Die Natur kann sich den Platz einfach zurückholen.“

Turbine hält Bubble Tent mit Luft aufrecht

Doch woraus bestehen die Bubble Tents und wie funktioniert die Konstruktion? BubbleTree bietet zwei verschiedene Versionen der Zelte an. Einmal als vollkommen transparente Halbkugel und einmal mit Mustern, die einen Teil des Innenraums verdecken und für mehr Privatsphäre sorgen. Die Bubble Tents bestehen aus Plastik – hier zuckt dann doch mein ökotouristischer Nerv ein wenig zusammen – und besitzen keinerlei tragende Stahlkonstruktion. Sie werden einfach permanent aufgeblasen. Womit? Mit einer lautlosen Turbine, die Luft in den Innenraum pustet. Was natürlich Energie kostet. Wieder bekommt mein Nerv leichte Beschwerden.

Ohne die Turbine jedoch würde das Bubble Tent einfach in sich zusammenfallen. Außerdem sorgt sie für durchgehend frische Luft, hemmt das Ablagern von Feuchtigkeit und die Bildung von Bakterien. In das Bubble Tent hinein gelangt man über eine spezielle Luftschleuse. Irgendwie wird die naturnahe Seifenblase langsam zur ausgefeilten Raumstation. Immerhin – die Turbine benötigt im Betrieb laut BubbleTree nur 55 bis 97 Watt. „Außerdem können wir ökologische Lösungen zur Stromerzeugung anbieten“, erklärt die Firma. Die Turbine selbst ist sehr leise mit etwa 35 Dezibel – also wie das Ticken einer Armbanduhr oder ein leichter Windhauch.
Ach ja, sie bläst danke eines Filters übrigens nur Luft in den Innenraum – und keine Käfer. Die Natur soll ja schön draußen bleiben.

Zelt für zwei Personen mit Hotel-Feeling

Die Bubble Tents haben einen Durchmesser von vier Metern und bieten Platz für zwei Personen. Sie können allerdings auch modular genutzt werden, sodass ihr mehrere Bubbles zu einer großen Lodge zusammenschließen könnt! Der Boden besteht aus Holz und der Innenraum kann nach Belieben eingerichtet werden. Mit Schränken, Betten, Teppichen und allem, was ein gemütliches Schlaf- oder Wohnzimmer zu Hause auch besitzt. Die Hülle der Bubble Tents ist resistent gegen UV-Licht – also keine Angst vor Sonnenbrand!

Aufbauen solltet ihr das Zelt auf einem ebenen und trockenen Grund. Angeblich dauert das nur eine Stunde. Nutzbar ist die wohnliche Seifenblase zwischen 5 und 40 Grad Celsius. Wollt ihr die Behausung lieber in der Sahara oder der Arktis aufstellen, bietet BubbleTree spezielle Lösungen, um die Hülle anzupassen. Es ist außerdem möglich, das Bubble Tent zu heizen oder zu klimatisieren. Wird es stürmisch, kann die Kugel Wind von bis zu 70 km/h aushalten. Säubern könnt ihr das Material, indem ihr es einfach mit Wasser abwascht.

„Unter normalen Bedingungen sollte das Bubble Tent etwa fünf oder sechs Jahre lang halten, wenn man es jede Saison vier bis sechs Monate nutzt“, so das Unternehmen.
Die Kosten für ein Zelt liegen zwischen 5.000 und 11.000 Euro. Ja, so teuer kann es sein, wenn man nachts im beheizten Schlafzimmer auf offenem Gelände campen möchte, ohne Käfer einzuatmen.

BubbleTree und die Idee von der Umweltverträglichkeit

BubbleTree ist ein französisches Unternehmen. Im Jahr 2006 begann Designer Pierre Stéphane Dumas damit, sich für die Firma Gedanken über Möglichkeiten für ungewöhnliche Unterkünfte mitten in der Natur zu machen. Ohne die Umwelt dabei groß anzugreifen. Heraus kam das Bubble Tent.
„Außerdem verpassen Leute, die im Wohnmobil oder normalen Zelt schlafen oft die schönsten Momente. Wie den Sternenhimmel bei Nacht oder den Sonnenaufgang“, findet Dumas. Möglicherweise ist er noch nie im Sommer um vier Uhr morgens unfreiwillig von erschreckender Helligkeit geweckt worden.

Ob das Bubble Tent nun so ökologisch ist, wie BubbleTree es immer wieder aufzeigt, ist fraglich. Und ob es ein Genuss für jeden ist, seine Privatsphäre weitestgehend aufzugeben, um die Natur durch eine durchsichtige Hülle zu betrachten ebenfalls. Dennoch ist nicht zu leugnen, dass es einfach mal großen Spaß machen würde, eine Nacht in einer riesigen Seifenblase zu schlafen und sich zu fühlen wie in einem kleinen Märchen.

Fotos (c): BubbleTree | Pierre-Stéphane Dumas


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