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Cabin Spacy: Ein Tiny House über den Dächern der Stadt

Cabin Spacy: Ein Tiny House über den Dächern der Stadt

Manchmal sehen Städte von oben aus wie ein Puzzle, das jemand gerade aus der Schachtel gekippt hat. Alles ist bunt, chaotisch und vor allem voll. Für die Gründer von Cabin Spacy war das ein Anlass, sich die Zwischenräume und Nischen großer Metropolen genauer anzusehen. Geht da nicht noch was? Vielleicht ein transportables Tiny House auf einem Dach oder in einem Hinterhof? Den Prototypen ihrer außergewöhnlichen Idee stellte das Unternehmen erst letztens auf der Tech Open Air in Berlin vor.

„In unseren Städten hat sich die Idee vom Wohnen seit hundert Jahren nicht mehr wirklich verändert“, gibt Simon Becker, Geschäftsführer und Gründer von Cabin Spacy, zu bedenken. „Ob Altbau oder Platte – wir wohnen noch immer nach Schema F mit zwei Zimmern, Küche und Bad.“
Zeit, um neu zu denken. Denn die großen Städte werden nicht nur immer voller und teurer, sondern Leben und Arbeiten auch immer mobiler. Natürlich ist minimalistischer Lebensraum längst Alltag in Großstädten wie Tokio. Doch Cabin Spacy hat noch andere Visionen, als nur kleinen Wohnraum herzustellen.

Ein Tiny House auf einem Hochhausdach – geht das überhaupt?

„Allein in Berlin gibt es Platz für 55.000 Wohnungen auf freien Dächern, die man mit herkömmlicher Bauweise nicht nutzen kann. Aber mit Cabin Spacy“, erklärt das Unternehmen, das seinen Sitz praktischerweise in der Hauptstadt hat. Auf Dächern? Geht das denn einfach so? Was futuristisch und aufregend klingt, hört sich zugleich überhaupt nicht nach einer Übereinstimmung mit deutschen Bauauflagen an. „Die modulare Bauweise erlaubt es, die Cabin überall aufzustellen, wo man per Kran und Tieflader hinkommt“, schwärmt Sarah Kricke, vom Marketing bei Cabin Spacy. Dann relativiert sie leider erwartbar: „Prinzipiell ist es natürlich vom örtlichen Bauamt und Bestimmungen wie Brandschutz und Fluchtwegen abhängig, ob das Grundstück als neues Zuhause für die Cabin infrage kommt.“

An herkömmliche Strom- und Wasseranschlüsse kann das Tiny Home allerdings andocken. Und vielleicht reicht ja auch erst einmal eine ebenerdige Baufläche.

Größe und Interieur von Cabin Spacy

Die kleinste, geplante Einheit einer Cabin Spacy besteht aus 25 m² und eignet sich für zwei Personen. „Geplant“ deshalb, weil das Projekt noch in der Testphase steckt und gerade am Prototypen gewerkelt wird. Das Tiny House ist aus nachhaltigen Materialien gefertigt wie Holz und einem stabilen Metallrahmen. Etwa 80 Jahre soll die Lebensdauer der Cabin betragen.

Als ich dann versuche, herauszufinden, wie die Hütte von Innen aussieht, muss ich kurz grinsen: Wohnraum, Küche, Bad. Natürlich nicht hinter der Standard-Betonfassade eines Mehrfamilienhauses aber ganz ohne Schema F kommt der Mensch dann eben doch nicht aus.

Der Schlafraum befindet sich heimelig unter dem Dach mit Panoramafenster und eine doppelte Kingsize-Matratze macht es fast unmöglich, irgendwo aus dem Bett zu fallen. Außerdem gibt es noch ein Couch-Bett für Besuch. Im Bad geht es weiter mit dem Komfort durch eine Surround-Sound-Anlage und eine Regenwalddusche. Da macht schräges Singen richtig Spaß! In der kleinen Küche steht dir mit Ceranfeld, Kühlschrank und Waschmaschine eine Menge Equipment zur Verfügung. Nicht zuletzt hat die Cabin Solarzellen auf dem Dach, um einen Teil der genutzten Energie selbst zu produzieren.

Kosten und Bestellung

„Die genauen Preise lassen sich erst nach Fertigstellung des Prototyps ermitteln“, erklärt Sarah Kricke. „Die Cabin wird es in verschiedenen Preiskategorien geben, maßgebend dafür werden die Materialien und die Ausstattung sein.“ Wann das erste Modell tatsächlich lieferbar sein wird, steht noch nicht fest. Erst vor Kurzem stellte Cabin Spacy das Test-Haus auf der Tech Open Air Berlin aus.

Idee und Gründung von Cabin Spacy

2016 fragte sich Gründer Simon Becker gemeinsam mit seinem Team, wie wohl die Zukunft des Wohnens aussehen könnte. „Für uns war Cabin Spacy keine spontane Schnapsidee“, erinnert sich der heutige Geschäftsführer. „Es ist eher eine langfristige Antwort auf veränderte Bedürfnisse in der Gesellschaft – gerade in Bezug auf Wohnen und Reisen.“ Unabhängiges Leben für den modernen Nomaden. Mitten in der Stadt – oder an anderen außergewöhnlichen Orten.

Beim Urban Pioneers Wettbewerb von Smart gelangte das Projekt vor zwei Jahren in die Endrunde. Gemeinsam mit Smart konnte Cabin Spacy schließlich eine Crowdfunding-Kampagne aufsetzen und arbeitet aktuell weiter daran, die Vision vom kleinen Leben in der großen Stadt zu verwirklichen.

Fotos (c): Cabin Spacy

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War schon immer eher Pippi Langstrumpf als Annika. Arbeitet als freie Texterin und Fotografin bei Zeilenaufbruch und liebt Roadtrips überall auf der Welt.

Lieblingsspots: USA und Südeuropa.

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