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Campen und Reisen mit Hunden in Albanien

Campen und Reisen mit Hunden in Albanien

Albanien ist als Reiseziel stark im Kommen und wird in den nächsten Jahren bestimmt immer mehr Besucher anziehen. Wer einen vierbeinigen Reisebegleiter dabei hat, will natürlich wissen, ob dieser in Albanien ein gerne gesehener Gast ist und welche Regeln es zu beachten gibt. In diesem Artikel findet ihr alle wichtigen Infos zu den Reisevorbereitungen, aber auch zu unseren persönlichen Eindrücken, die wir vor Ort mit unseren Hunden gesammelt haben.

Vorbereitungen für die Reise mit Hund nach Albanien

Um mit seinem Hund nach Albanien einzureisen, sind nicht viele Voraussetzungen nötig. Es gelten die gleichen Richtlinien, wie in den EU-Staaten.

Der Hund benötigt:

  • Den EU-Heimtierausweis und einen Mikrochip.
  • Eine gültige Tollwutimpfung, die mindestens 21 Tage alt ist.
  • Für Welpen gilt, dass diese frühestens mit 12 Wochen geimpft werden dürfen. Dazu kommen dann noch die 21 Tage Wartezeit, so dass ein Welpe erst im 15 Wochen ins das europäische Ausland reisen darf.

Irgendwann ist der Aufenthalt zu Ende und die Rück- oder Weiterreise steht an: Früher oder später geht es dann wieder in die EU, vorher vielleicht noch nach Montenegro, Bosnien-Herzegowina oder Kroatien. Jedes dieser Länder hat eigene Einreisebestimmungen für Hunde, das macht die Sache ein wenig kompliziert. Montenegro, fordert zusätzlich ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis, das nicht älter als drei Tage sein darf. Für Bosnien-Herzegowina ist ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis notwendig, das nicht älter als 10 Tage sein darf. Auch in Mazedonien ist ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis vorgeschrieben. Kroatien verbietet die Einreise von Hunden der Rasse Terrier, Typ Bull und ihrer Mischlinge.

Albanien zählt zurzeit noch zu den sogenannten nicht gelisteten Drittländern, womit alle Länder gemeint sind, die nicht zur EU gehören. Bei der Rückreise in ein EU-Land gelten folgende Bestimmungen:

Der Hund benötigt:

  • Den EU-Heimtierausweis und einen Mikrochip.
  • Eine gültige Tollwutimpfung, die mindestens 21 Tage alt ist.
  • Frühestens vier Wochen nach der Tollwutimpfung muss ein Bluttest zur Bestimmung der Tollwut-Titer durchgeführt werden. Das positive Ergebnis muss vom Tierarzt an der richtigen Stelle im Heimtierausweis eintragen werden.
  • Welpen dürfen erst mit 12 Wochen geimpft werden. Einen Monat später kann dann der Titer getestet werden. Ist dieser negativ, muss der Hund nochmal geimpft und getestet werden. Das kostet Zeit und natürlich auch Geld.

Gesundheitsvorsorge und Schutz für Albanien

Die Vorsorgemaßnahmen für eine Reise mit Hund nach Albanien sind die gleichen, wie für andere südliche Länder. Es besteht grundsätzlich ein Übertragungsrisiko für die sogenannten Mittelmeerkrankheiten, sowie für Leishmaniose. Die Überträger sind immer Zecken oder Mücken, weshalb dein Hund unbedingt gut vor Bissen und Stichen geschützt sein sollte. Dein Tierarzt kann dich hierzu am besten beraten, welches Mittel für euch das passende ist.

Tierärztliche Versorgung in Albanien

Nachdem wir in Griechenland mehrfach die Hilfe von Tierärzten in Anspruch nehmen mussten, hat sich unsere Oma Luna prompt auch in Albanien eine Wunde zugezogen, die behandelt werden musste. Dazu haben wir einen Abstecher nach Hellas gemacht, denn in Albanien sieht es mit Tierärzten noch sehr mau aus. Lediglich in Tirana wirft das Internet Ergebnisse aus. Nach intensivem Suchen habe ich einen weiteren in Gjirokaster gefunden. Ob oder wo es sonst Tierärzte gibt, ist dadurch zu erfahren, indem man vor Ort Hundebesitzer anspricht oder in Apotheken nachfragt. Das kann im Notfall aber schon zu spät oder nicht möglich sein. Deshalb notiere dir am besten vorab die Telefonnummern, damit du diese griffbereit hast:

Adressen von Tierärzten:

In Tirana:

  • Vet Hospital Tirana
    Rruga Hiqmet Buzi, Pranë Liqenit të Thatë, Sauk Vjetër
    Telefon: 0035 – 5 67 239 1111
  • Spitali Veterinar Ndërkombëtar i Tiran
    Rruga e Elbasanit, pranë Akademisë së Rendit, Sauk
    Telefon: 0035 – 5674048805
  • Mobil Veterinary Albania
    Rruga Frederik Shiroka
    Telefon: 0035- 5694675070
  • Klinika Veterinare Gogu
    Rruga e Dibres, rruga Veteranet Nr17
    0035 – 5665878312

In Gjirokastër:

  • Farmcai Veterinare “BEGA“
    Ura E Kardhiqit
    Telefon: 0035 – 5694444317

Mit dem Hund durch Albanien

Schon in Griechenland haben wir erlebt, dass die Menschen teilweise reserviert bis ängstlich unseren Hunden gegenüber waren. Das hängt damit zusammen, dass Hunde dort für viele noch als Arbeitstiere gelten, vor allem bei der ländlichen Bevölkerung. Ähnliche Erfahrungen haben wir in Albanien gemacht. Einige Leute waren eher vorsichtig, andere interessiert. Auch wenn dein Hund gut erzogen ist, solltest du ihn – aus Rücksicht vor der möglichen Angst anderer – an der Leine führen.

Ob ein Hund im Restaurant erlaubt ist, hängt vom jeweiligen Inhaber ab. Insgesamt ist es eher unüblich, seinen Vierbeiner mitzunehmen, und kann dazu führen, dass man abgewiesen wird.

Möchtest du deinen Hund mit an den Strand nehmen, so gibt es hier keine offizielle Regelung. Am besten suchst du dir die ruhigen Morgen- oder Abendstunden aus und hältst ausreichend Abstand zu anderen Strandbesuchern.

Streunerhunde in Albanien

In Albanien sieht man sowohl in den Städten, als auf dem Land Streunerhunde. Allerdings fand ich ihre Anzahl nicht so groß. Die meisten haben auf uns einen recht guten Eindruck gemacht, soweit sich das auf den kurzen Blick beurteilen lässt. Auch mit unseren Hunden gab es bei den – meist überraschenden – Zusammentreffen keine Probleme. Dennoch rate ich dir, jede Situation aufs Neue gut im Auge zu behalten und deinen Vierbeiner anzuleinen, wenn du auf hütende Hunde mit einer Herde triffst.

Hundefreundliche Campingplätze

Während unserer Reise durch den Süden und Osten Albaniens haben wir lediglich einmal auf einem Campingplatz gestanden, die restliche Zeit frei. Dies wird in Albanien offiziell toleriert, solange man nicht auf einem Privatgrundstück steht.

Der ökologische Campingplatz „Farma Sotira“ ist für Hundehalter ein idealer Ort. Direkt hinter dem Grundstück beginnt eine Wiesen- und Waldlandschaft, durch die ein kleiner Fluss verläuft. So können sich die Vierbeiner beim Gassigehen schön die Pfoten kühlen. Ein Problem mit anderen Tieren solltet ihr auf diesem Platz aber nicht haben. Hier gibt es nämlich einige, von Enten über Gänse bis hin zu Pferden. Genau das macht diesen Platz auch so schön: viel Natur und viel Ruhe.

Beste Reisezeit für das Reisen mit Hunden in Albanien

Die Hochsaison ist in Albanien im Juli und August. Das ist zwar ziemlich kurz, aber mit Temperaturen weit über 30 Grad auch sehr heiß. In den Wintermonaten kann es in Albanien dafür ungemütlich werden: Eine Menge Regen und sogar Schnee sind hier nichts Ungewöhnliches. Die beste Reisezeit ist daher ungefähr ab Mitte April bis Ende Juni, sowie September bis Mitte Oktober. Eine Garantie für gutes Wetter kann euch natürlich niemand geben.

Albanien mit Hund: ja oder nein?

Albanien ist unbedingt eine Reise wert und für uns gehören die Hunde fest dazu. Mit der richtigen Vorsorge und höflicher Rücksichtnahme wird das Campen in Albanien mit eurem Hund bestimmt zu einem schönen Erlebnis. Wir würden es jedenfalls jederzeit wieder machen!

Falls du dich auch für Griechenland interessierst und deinen Vierbeiner mitnehmen möchtest, könnte dich dieser Artikel interessieren: Reisen und Campen mit Hund in Griechenland

Fotos: (c) Nima Ashoff

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Hat den Spaß am Campen mit 38 entdeckt. Seit 2015 lebt sie in einem Oldtimerbus und reist quer durch Europa. Mit dabei sind ihr Partner und ihre Hunde.

Lieblingsspots: Griechenland und Spanien.

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Wir machen seit 5 Jahren Urlaub in Montenegro und Albanien . Wir sind auch über Griechenland nach Istanbul an der Schwarzmeerküste entlang über Kapadogien an die Mittelmeerküste gefahren.
    Wir waren 3 Monate mit dem WoMo unterwegs , es wurde lediglich einmal der Impfpass verlangt , aber nur der Impfpass sonst nichts.
    Ansonsten alle Papiere wie Reisepässe , Führerschein , Zulassung und vorallem die grüne Versicherungs Karte .

  2. Liebe Nele, wir planen im September eine Rundreise bis nach Griechenland und wollen auf dem Rückweg auch durch Mazedonien, Albanien und Montenegro. Unser Aussie soll natürlich mit. Wie hast Du das mit dem Gesundheitszeugnis geregelt, das nicht älter als 10 Tage sein darf. Hier in Deutschland machen lassen? Aber dann ist es ja ungültig bis wir dort sind. Ich bin jetzt nach langem Suchen auf die österreichische Seite vom ÖAMTC gestoßen, da werden die Länder super aufgeführt und auch die Bedingungen für die Hunde gebracht, da steht nichts über ein Gesundheitszeugnis. Ich lasse den Tollwut Antikörpertest machen, der sehr wichtig ist, aber ein Gesundheitszeugnis, keine Ahnung wie. Liebe Grüße und danke für eine Antwort, Petra

    1. Liebe Petra,

      ich hatte vor der Reise bei allen Botschaften angefragt und diejeinigen, die geantwortet haben (Serbien, Bosnien, Albanien) sprachen alle von einem Gesundheitszeugnis. In diesem müssen der Tollwut-Titer sowie der Gesamtgesundheitszustand des Tieres durch einen Amtstierarzt bescheinigt werden. Manche Länder (z.B. Serbien) haben dafür eine Vorlage in der Landessprache und Englisch. Wir haben diese ausfüllen und zusätzlich noch eine universelle Bestätigung erstellen lassen, das Ganze wenige Tage vor der Abreise.

      Eigentlich hatten wir vor, irgendwo unterwegs nochmal von lokalen Tierärzten neue Gesundzeitszeugnisse ausstellen zu lassen. Aber nachdem wir mehrfach kontrolliert wurden und sich dabei wirklich keine Sau für den Hund interessiert hat (nur einmal wurde nach dem Heimtierausweis gefragt, der aber dann nicht mal geöffnet wurde), haben wir am Ende darauf verzichtet.

      Das würde ich euch natürlich so nicht offiziell raten 🙂 Wenn ihr es organisatorisch hinkriegt, holt euch doch einfach vor der Rückreise in Griechenland noch was von einem lokalen TA, dann seid ihr auf der sicheren Seite…

      Liebe Grüße!
      Nele

  3. Hallo 🙂
    Eine Freundin und ich planen gerade für Ende August eine Auto-Camper-Reise nach Montnegro/Albanien hauptsächlich – mit unkastrierten mittelgroßen Rüden. Grundsätzlich ist er sehr verträglich aber mit anderen unkast. Rüden hats schon immer wieder mal gekracht auch – v.a. wenn auch diese etwas aggressiver, dominater sind. Das hat er nicht so gern 🙂

    Ich würd ihn super gerne mitnehmen, natürlich IMMER angeleint, auch wegn läufigen Hündinnen, bin aber total verunsichert mittlerweile, da ich auch gern wieder MIT gesundem Hund nach Hause kommen würde.

    Von eurer Seite hört es sich so an, als wäre es halb so schlimm. Würdet ihr es empfehlen? Warum habt ihr des öfteren Tierärzte gebraucht? Habt ihr die Hunde als kontaktfreudig erlebt, also dass sie herkommen? Aggressiv tw.?

    1. Liebe Magdalena, unsere Autorin Nima wird sich sicherlich auch noch selbst zu Wort melden, aber da wir gerade ebenfalls mit unserer Hündin auf einer großen Balkan-Tour unterwegs sind, kann ich dir ja schon mal ein wenig von unseren Erfahrungen berichten:

      Unsere Hündin (Terrier, knapp 2) ist ebenfalls unkastriert und verträglich mit eigentlich allem, was vier Beine hat – außer Katzen, die würde sie gerne augenblicklich zu Fall bringen. Das war auch tatsächlich ein größeres Problem als die anderen Hunde, die wir allesamt als überaus friedlich und zurückhaltend erlebt haben.

      Wir hatten relativ viel Kontakt mit Streunern, vor allem in Montenegro. Ich muss aber auch gestehen, dass wir sie ein bisschen mit durchgefüttert und vor allem regelmäßig mit Wasser versorgt haben. Wenn man sie nicht großartig anlockt oder beachtet, halten sie in der Regel von alleine Abstand. Einige von ihnen (Hündinnen wie Rüden) sind mir sehr ans Herz gewachsen und begleiteten uns morgens immer auf der Gassirunde. Ich habe ihnen durch sanfte körpersprachliche Signale und ein, zwei verbale Verwarnungen gleich zu Beginn zu verstehen gegeben, dass ich keinen direkten Kontakt zwischen ihnen und unserem Hund möchte – das war mir wegen Parasiten und evtl. anderer übertragbarer Krankheiten einfach zu gefährlich. Aber so hat das astrein funktioniert, wir waren teilweise mit 5 neuen Rudelmitgliedern unterwegs 🙂 Selbst die Hündin, die mit ihren Welpen mitlief, zeigte keinerlei aggressives oder übergriffiges Verhalten. Ähnlich lief es auch in Albanien ab – die Straßenhunde sind sehr vorsichtig und offenbar durch ihre eigenen Rudel auch meist ganz gut sozialisiert (ich hab das Gefühl, viel besser als so mancher Artgenosse in Deutschland).

      Wie das jetzt natürlich mit unkastrierten Rüden untereinander ist, kann ich dir nicht sagen. Vermutlich hilft es schon, wenn ihr Zweibeiner für den nötigen Abstand sorgt. Meiner persönlichen Erfahrung nach reagieren Streuner sehr stark auf körpersprachliche Signale (man könnte auch sagen: Viele sind total verängstigt). Wenn euch also ein Kollege zu nahe kommt, reicht es oft schon, sich einfach zwischen den fremden und den eigenen Hund zu stellen oder nachdrücklich „Nein“ zu sagen. Das hat bei uns super funktioniert und auf diese Weise konnte ich sogar „unsere“ Besuchsstreunerinnen aus einer Keilerei mit einem anderen Rudel befreien.

      Aus meiner Sicht noch wichtiger als die Sorge um mögliche Stresssituationen mit anderen Hunden sind die Punkte Prophylaxe gegen Mittelmeerkrankheiten, Bestimmung des Tollwuttiters und die erforderlichen Gesundheitszeugnisse für die Drittstaaten. Da solltet ihr rechtzeitig einen Tierarzt konsultieren, denn diese ganzen Vorbereitungen dauern schon mal ein paar Wochen.

      Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen und bin gespannt, wie Nima das Ganze sieht 🙂

      Liebe Grüße!
      Nele

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