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Campergespräche: Caro & Vic

Campergespräche: Caro & Vic

Seit Juni 2012 sind sie unterwegs, in einem umgebauten Pickup von Alaska nach Chile: Die Langzeit-Reisenden Victor Millan (37) und Carola Teixidó (34), die auf ihrem Reiseblog „Upa Chalupa“ über ihre Erlebnisse berichten. Wir haben das Abenteurer-Paar in Mexiko getroffen.

CamperStyle: Woher kommt ihr ursprünglich und was hat euch hierher verschlagen?

Upa Chalupa: Wir stammen aus Chile, sind eigentlich Grafikdesigner, haben aber 5 Jahre in Canada im Tourismussektor gearbeitet. Als Viktor seinen Job verloren hat, stand für uns fest: Jetzt verwirklichen wir unseren Traum vom unabhängigen Reisen! Eigentlich sollte das Ganze nur 12 Monate dauern, nun werden es wohl mindestens zwei bis zweieinhalb Jahre werden.


CamperStyle:
Was bedeutet der Name eures Blogs, „Upa Chalupa“?

Upa Chalupa: „Upa – Chalupa“ ist ein chilenischer Ausdruck und bedeutet so viel wie „Abgemacht? – Klar!“. Nicht lange zögern, sondern einfach machen. Das ist unser Lebensmotto und genau so ist unsere Idee für die Reise entstanden: Job weg – egal – los geht’s! (Lachen)

CamperStyle: Ihr reist in einem umgebauten Pickup. Was ist das Besondere an eurem Gefährt?

Upa Chalupa: Wir haben das Fahrzeug in den USA günstig gekauft und in Eigenarbeit eine Wohn- und Schlafkabine draufgesetzt. Auch das Antriebssystem wurde von uns angepasst: Der Wagen fährt mit Pflanzenöl, das wir aus Restaurantküchen – meist gratis – beziehen, zentrifugieren und filtern und dann wieder in den Motor einspeisen. Gestartet und ausgeschaltet wird der Motor zwar mit Diesel, trotzdem spart uns das eine Menge Spritkosten. Von den rund 30.000 Kilometern, die wir bis Mexiko zurückgelegt haben, lief der Camper etwa 23.000 mit Öl – also etwa 3/4 der Strecke. Das ist deutlich umweltschonender und hat auch für die Restaurants einen enormen Vorteil: Sie müssen das Abfallöl nicht aufwändig und teuer entsorgen.


CamperStyle:
Das hört sich super an. Aber waren die Umbauten nicht sehr teuer?

Upa Chalupa: Klar, zunächst mussten wir eine Menge Geld investieren, obwohl wir das meiste – auch die Reparaturen – selbst machen oder gemacht haben. Der Pickup mit Camperkabine hat insgesamt etwa 7.500 Dollar gekostet, für Filter und Zentrifuge mussten wir nochmals 2.500 Dollar drauflegen. Rund die Hälfte davon hat sich aber bereits amortisiert. Zusätzlich haben wir Solar-Panels, LED-Leuchten im Innenbereich, Tanks für Frisch- und Abwasser, eine Toilette sowie ein Propangassystem installiert, um auf der Reise weitestgehend autark zu sein. So sparen wir uns die Kosten für Camping- oder Stellplätze. Wir sind nicht sehr anspruchsvoll und können gut auf Komfort verzichten.

CamperStyle: Aber so ganz ohne Komfort geht es auch nicht, oder?

Upa Chalupa: Nein, manchmal übernachten wir auch auf Campingplätzen oder quartieren wir uns über Couchsurfing bei netten Gastgebern ein. Das ist auch mal schön, denn so lernen wir interessante Menschen kennen – und können zwischendurch mal eine richtig ausgiebige, lange Dusche genießen!


CamperStyle:
Wie finanziert ihr diese Langzeit-Reise?

Upa Chalupa: Wir hatten aus unseren Jobs ein wenig Geld gespart und leben aktuell von kleineren Spenden oder Grafikaufträgen, die uns Fans aus der ganzen Welt zukommen lassen. Außerdem verkaufen wir Bildmaterial von unserer Reise und haben Produkte und auch unsere Versicherung von Sponsoren erhalten. 


CamperStyle:
Welche Erkenntnisse habt ihr aus eurer bisherigen Tour mitgenommen?

Upa Chalupa: In erster Linie haben wir erkannt, wie wenig man wirklich zum Leben und Glücklichsein braucht. Wir wachen jeden Morgen an einem wunderschönen Ort auf, haben Zeit und Muße, um Orte zu erkunden, durch Landschaften zu streifen und interessante Bekanntschaften zu schließen. Wir haben Gegenden kennengelernt, die – wie einige Bundesstaaten in Mexiko – als unsicher gelten, in denen wir aber ganz wunderbar und mit großer Gastfreundschaft aufgenommen wurden. Und wir haben viel in punkto Umweltschutz und Nachhaltigkeit dazugelernt und achten heute viel mehr auf unser Konsumverhalten, Recycling und die richtige Abfallentsorgung. Kurz: Wir leben bewusster und haben innere Ruhe gefunden.


CamperStyle:
Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?

Upa Chalupa: Zunächst werden wir weiter durch Mittel- und Südamerika nach Chile reisen, wo wir dann eine ganze Weile damit verbringen werden, Familie und Freunde zu besuchen und einen Ort zu suchen, an dem wir nach unserer Tour sesshaft werden können. Eines unserer Lebensziele ist es, an einem hübschen, abgelegenen Fleckchen in unserer Heimat ein Grundstück zu kaufen und – unabhängig von der Konsumgesellschaft – ein Projekt als Selbstversorger zu starten. Hier möchten wir nicht nur selbst wohnen, sondern auch interessierten Gästen die Gelegenheit geben, das nachhaltige, autarke Leben kennen- und vielleicht lieben zu lernen.

Wer Caro und Victor auf ihrer weiteren Reise begleiten und/oder sie unterstützen möchte, findet alle Infos hier:

www.upachalupa.org | facebook.com/UpaChalupaTravelBlog

Fotos: (c) CamperStyle.de


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