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Camping an Bord – Erfahrungen und Tipps

Camping an Bord – Erfahrungen und Tipps

Was ist eigentlich Camping an Bord? Wenn es ums Campen geht, gibt es unzählige Möglichkeiten dieser Leidenschaft nachzugehen. Ob mit einem Wohnwagen, einem Wohnmobil oder im Zelt, ob auf einem Luxus-Campingplatz, nackt auf einem FKK-Platz oder einsam in der freien Natur – den Camperfreuden sind so gut wie keine Grenzen gesetzt. Wusstest du aber, dass du sogar auf einer Fähre campen kannst? Worum es sich dabei genau handelt und wie das Ganze funktioniert, das erfährst du in diesem Beitrag.

Camping auf hoher See

Während die einen ihren Campingurlaub in Deutschland oder den angrenzenden Nachbarländern verbringen, zieht es andere weiter in die Ferne. Neben Frankreich, Spanien oder Portugal sind auch Griechenland, Sardinien und Malta beliebte Ziele. Griechenland kannst du gut auf dem Landweg erreichen, allerdings ist damit eine ganz schöne Fahrerei durch die verschiedenen Balkanstaaten verbunden. Wenn dir das zu anstrengend ist oder du darauf keine Lust hast, kannst du stattdessen von verschiedenen italienischen Häfen aus mit der Fähre fahren.

Bei Malta und Sardinien sieht die Anreise etwas kniffliger aus. Ich gehe davon aus, dass du kein Amphibienfahrzeug hast, mit dem du das Meer durchqueren kannst. Hier kommst du also gar nicht drumherum, eine Fähre zu buchen.

Bei allen drei genannten Zielen besteht die Möglichkeit, dass du mit deinem Wohnwagen oder Wohnmobil auf dem offenen Fahrzeugdeck der Fähre übernachten kannst. Das nennt sich offiziell Camping an Bord und ist eine äußerst praktische Sache.

Camping an Bord – so funktioniert es

Im Grunde ist es ganz einfach: du fährst mit deinem Wohnwagen oder Wohnmobil auf das dafür vorgesehene offene Fahrzeugdeck. Dabei sind dir Einweiser behilflich, die dir den Platz zuweisen und dafür sorgen, dass alle Fahrzeuge sicher einparken. Dabei handelt es sich um Millimeterarbeit und am Ende stehen die Fahrzeuge dicht an dicht. Natürlich hast du noch immer genug Raum, um deine Türe zu öffnen und aus deinem Camper ein- und auszusteigen.

Sobald dein Fahrzeug steht, kannst du es bei den meisten Fährgesellschaften – oft kostenlos – an den Strom anschließen. Du brauchst dafür lediglich einen blauen Adapterstecker.

Für die Überfahrt musst du dein Gas ausstellen. Mal eben einen Kaffee oder was Leckeres zu essen kochen, ist also nicht erlaubt. Du kannst aber alle kostenpflichtigen und kostenfreien Angebote der Fähre mitbenutzen, zum Beispiel das Restaurant. In der Regel sind auch Duschen vorhanden.

Camping der besonderen Art

An Bord einer Fähre zu campen, ist etwas Besonderes. Du darfst es allerdings nicht mit einem erholsamen Campingurlaub verwechseln. Es ist klar, dass es bei so vielen Menschen auf engem Raum unruhig zugeht. Und auch die Motoren der Fähre machen einen ziemlichen Lärm.

 

Dennoch bietet diese Form des Reisens Vorteile:

  • Du kannst in deinem eigenen Bett schlafen
  • Du brauchst keine Kabine buchen
  • Kinder können sich – natürlich in Begleitung eines Erwachsenen – auf der Fähre die Beine vertreten und müssen nicht die ganze Zeit still im Camper hocken. Das ist für alle Beteiligten wesentlich entspannter als eine lange Autofahrt.
  • Wenn du einen oder mehrere Hunde hast, können diese bei dir im Camper bleiben. Damit sie ihr Geschäft erledigen können, gibt es einen speziellen Hundebereich. Aber Achtung, dieser ist wirklich klein und nicht jederhunds Sache.
    Tipp: Je nachdem, wie lange die Überfahrt dauert, solltest du deinem Hund vorher keine große Portion zu fressen geben, sondern damit bis nach der Ankunft warten.

Tipps und Erfahrungen zum Camping an Bord

An Bord zu campen ist nur auf den drei Mittelmeerstrecken nach Griechenland, Sardinien und Malta möglich und zwar im Zeitraum von April bis Oktober. Voraussetzung ist, dass es sich bei dem Fahrzeug tatsächlich um ein zugelassenes Campingfahrzeug handelt. Bei den Reisenden erfreut sich das Angebot großer Beliebtheit. Entsprechend hoch ist der Ansturm auf die begrenzte Anzahl der Tickets. Wenn du eines zu einem günstigen Preis ergattern möchtest, solltest du dich möglichst früh darum kümmern. Der Verkauf beginnt meistens schon im Februar.

Buchen kannst du ein Ticket zum Beispiel über diese Anbieter:

  • Webseite des ADAC

    ADAC Mitglieder erhalten auf verschiedenen Linien attraktive Vergünstigungen.
  • Goferry
  • Superfast
  • Greekferries (von Italien nach Griechenland)
  • Moby Lines 
  • Minoan Lines
  • Acropolis Travel Patras (
acrospyr@otenet.gr)
    Ein griechisches Reisebüro, in dem ich bereits mehrfach meine Überfahrten per E-Mail gebucht habe. Die Mitarbeiter sprechen perfekt Englisch und finden immer super günstige Verbindungen heraus.

Hinweise zum Camping an Bord

  • Camping an Bord ist nicht von allen Häfen aus möglich. Bei der Suche nach einer Verbindung solltest du deshalb verschieden Optionen ausprobieren oder direkt beim Anbieter nachfragen.
  • Bei der Fährgesellschaft Minoan Lines beinhaltet der Tarif „All Inklusive Camping“ eine Unterkunft in einer Innenkabine. Zusätzlich erhältst du 30 % Rabatt auf die Speisen und Getränke der Restaurants. Du kannst jedoch nicht in deinem eigenen Camper übernachten. Für ein Haustier zahlst du pro Tier 25 Euro Aufschlag.
  • Da sich die Bedingungen der verschiedenen Anbieter unterscheiden, solltest du dich vor dem Buchen genau informieren.
  • Ist das Ticket gebucht und der Tag der Abfahrt gekommen? 
Dann solltest du unbedingt rechtzeitig – mindestens zwei Stunden vorher – am Hafen sein.

Meine eigenen Erfahrungen

Zusammen mit meinem Freund und unseren drei Hunden bin ich bereits zweimal mit der Anek Superfast von Italien nach Griechenland und zurück gefahren. Die Hunde haben keinen extra Aufpreis gekostet.
 Zuerst war ich unsicher, ob Camping an Bord was für mich ist, da ich mich mit festem Boden unter den Füßen wohler fühle als auf dem Wasser. Meine Bedenken waren jedoch völlig unnötig. Ich fand die Überfahrt sehr angenehm und konnte nachts sogar ein paar Stunden schlafen, trotz der lauten Schiffsmotoren. Wir haben uns nett mit anderen Reisenden bei einem Glas Wein unterhalten und so vergingen die 25 Stunden fast wie im Flug.

Und obwohl sich die Begeisterung meiner Vierbeiner für das Hundeklo in Grenzen hielt, hat auch das Gassigehen funktioniert. Danach konnten sie es sich wieder in ihrem gewohnten Umfeld gemütlich machen.

Preise für Camping an Bord

Auf den ersten Blick können die Preise für dieses Angebot ziemlich hoch aussehen. Wir zahlen zum Beispiel für unseren Bus mit 7 Metern Länge und 3,20 Metern Höhe von Ancona nach Igoumenitsa 345 € (einfache Fahrt mit 2 Personen). Die Überfahrt dauert 20 Stunden.

Wenn ich gegenrechne, wie viel Sprit wir auf dem Landweg bräuchten, um vom Süden Deutschlands bis nach Nordgriechenland zu kommen, wird es jedoch auch nicht viel günstiger. Dazu müssen ja noch die Kosten für Maut sowie den Verschleiß und eventuelle Gebühren für Stell- oder Campingplätze eingerechnet werden.

Deutlich sparen kannst du auf jeden Fall, indem du früh buchst. Im schlechtesten Fall bekommst du auf den letzten Drücker sonst gar kein Ticket mehr oder musst mit hohen Kosten rechnen.

Fazit

Nicht nur für Familien ist Camping an Bord eine tolle Möglichkeit, um entspannt ans Ziel zu kommen. Du brauchst nichts weiter machen, als einfach auf die Fähre zu fahren und zu warten, bis du ankommst – ganz stau- und stressfrei.

Fotos: (c) Nima Ashoff


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Hat den Spaß am Campen mit 38 entdeckt. Seit 2015 lebt sie in einem Oldtimerbus und reist quer durch Europa. Mit dabei sind ihr Partner und ihre Hunde.

Lieblingsspots: Griechenland und Spanien.

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