skip to Main Content
1001 Nacht: Zauberhaftes Camping in Marokko

1001 Nacht: Zauberhaftes Camping in Marokko

Es ist so nah und doch so fern. Das sogenannte Tor zu Afrika liegt nur 18 km von der spanischen Küste entfernt und dennoch erwartet dich auf der anderen Seite eine völlig andere Welt. Marokko ist ein Land voller Kontraste. Wahrscheinlich wirst du zunächst überrascht sein, dass es nicht unbedingt den typischen Klischees entspricht. Natürlich wirst du dort früher oder später auf Kamele, Palmen und aufdringliche Händler treffen, doch das ist bei weitem nicht alles, was dir das Königreich zu bieten hat. Das Gegenteil ist sogar eher der Fall. Durch die geographische Lage – an der Straße von Gibraltar – war Marokko seit jeher ein Schmelztiegel verschiedenster Völker und Kulturen. Wundere dich also nicht, wenn du während deiner Reise auf römische Ruinen triffst oder dir jemand Geschichten über mythische Figuren wie Hercules erzählt. Dies und noch vieles mehr ist Teil der marokkanischen Kultur.

Soweit so gut. Doch was ist mit dem Camping in Marokko? Letztendlich möchtest du ja sicher nicht nur wissen, was dich dort erwartet, sondern auch, wie du dort hinkommst und auf was du achten solltest. Keine Sorge. In diesem Beitrag bereite ich dich auf alles vor und zeige dir, wie du den ultimativen Campingurlaub in Marokko verbringst – es bleibt also spannend!

Warum du Marokko lieben wirst

Das Beste zuerst: Du kannst in Marokko nahezu überall campen. Es gibt zwar Gesetze, die das wilde Campen untersagen, aber in der Regel wird darüber hinweggesehen. Vor allem die Atlantikküste erfreut sich in der Wintermonaten großer Beliebtheit bei Wildcampern. Inzwischen kann es dir daher passieren, dass du von der Polizei weggeschickt wirst. Handelt es sich bei deinem ausgewählten Platz um ein Privatgrundstücken, dann brauchst du natürlich die Erlaubnis des Besitzers. Doch diese haben selten ein Problem damit. Es gibt jedoch auch wunderbar ausgestattete Campingplätze, wo du es dir für wenig Geld gutgehen lassen kannst. Allerdings kann es im Bezug auf die Abfallentsorgung beim wilden Campen zu Problemen kommen. Deshalb empfehle ich dir, zumindest ab und an bei einem heimischen Campingplatz Halt zu machen – der Mutter Natur zuliebe.

Hinweis:
Beim Freistehen bleibst du selten lange alleine. Selbst an abgelegenen Orten spricht es sich deine Anwesenheit rasend schnell bei den Einheimischen herum. Wundere dich also nicht, wenn du zum Beispiel Besuch von neugierigen Kindern bekommst.

Die große Freiheit beim Campen ist nur einer von vielen Gründen, weshalb du dich in Marokko verlieben wirst. Auch die Kultur, welche sich regional teilweise stark unterscheidet, wird dich mit Sicherheit begeistern. Anfangs mag dir einiges vielleicht etwas seltsam vorkommen, zum Beispiel, wenn dich ein Fremder plötzlich zu sich und seiner Familie nach Hause einlädt. So etwas ist in Marokko ganz normal und ich empfehle dir, so eine Einladung unbedingt anzunehmen. Auf diese Weise lernst du das marokkanische Leben wirklich kennen und schließt eventuell auch Freundschaften. Ich selber reise des Öfteren durch das Land und lerne dabei immer wieder sehr interessante und liebenswürdige Menschen kennen.

Ein weiteres Highlight in Marokko ist das kulinarische Angebot. Nahezu an jeder Straßenecke wird Essen in den verschiedensten Varianten angeboten. Allerdings solltest du Fast-Food mit Vorsicht genießen und stattdessen lieber die traditionelle marokkanische Küche probieren. Diese bietet dir gesunde und leckere Gerichte wie beispielsweise Couscous mit frischem Gemüse oder geröstetes Lammfleisch mit gekochten Pflaumen – zubereitet in einem Tontopf, der sich „Tajine“ nennt. Falls du von Einheimischen eingeladen werden solltest, wirst du sicherlich die Gelegenheit Zum Probieren bekommen. Ansonsten gibt es in den Städten und auch außerhalb viele Restaurants, die traditionell marokkanische Küche anbieten. Wenn du gerne Fisch isst, solltest du auf jeden Fall die Häfen und Fischmärkte in den Küstenregionen aufsuchen. Dort findest du alles vom Haifisch über Meeresfrüchte, frisch aus dem Meer und zu sehr günstigen Preisen – ideal, um einen Grillabend auf dem Campingplatz zu veranstalten.

Wenn wir gerade beim Essen sind, dürfen die exotischen Gewürze natürlich auch nicht fehlen. Schließlich sind sie nicht nur für den einzigartigen Geschmack der Speisen verantwortlich. Nein, ihr Duft prägt sozusagen das Ambiente marokkanischer Altstädte. Wo du auch hingehst, triffst du auf Geschäfte und Händler, die sowohl Gewürze als auch frische Kräuter in allen Farben und Variationen anbieten. Selbstverständlich sind diese sehr günstig, so dass es sich für dich lohnt, ein wenig davon einzukaufen. Vielleicht möchtest du ja einmal selbst ein marokkanisches Gericht zubereiten? Auf jedem örtlichen Markt findest du, neben den Gewürzen, auch alle anderen Utensilien, wie frisches Gemüse, Fisch/Fleisch und einen Tajine.

Was du in Marokko unbedingt gesehen haben solltest

Es ist schwer zu sagen, welche Region am besten zum Campen geeignet ist, da sie alle ihre speziellen Vorzüge besitzen. Ich persönlich denke, dass es vor allem auf die Jahreszeit ankommt. So bleibe ich während der Sommermonate am liebsten im Norden, in der Gegend um Tanger, Tetouan und Chefchaouen. Das Klima ist dort, im Vergleich zum Süden des Landes, sehr angenehm und die Infrastruktur eignet sich ideal für einen abwechslungsreichen Aufenthalt. Während Tanger eine internationale Großstadt mit erstklassigen Campingplätzen (z.B Miramonte) ist, findest du außerhalb wunderschöne und nahezu unberührte Strände an der Atlantikküste. Dort kannst du in Ruhe deinen Camper parken, die Angel auswerfen, ein Lagerfeuer machen und das Leben genießen.

Etwa 50 km davon entfernt liegt Tetouan – ein gemütliches Städtchen, das von einer wundervollen Bergkulisse umgeben ist. Unweit davon befindet sich das wesentlich ruhigere Mittelmeer, welches mit seinen goldenen Sandstränden ebenfalls zum Verweilen einlädt. Doch das wahre Camperparadies befindet sich abseits des Ozeans, in den Bergen um Chefchaouen. „Das blaue Dorf“, wie es genannt wird, ist mit seinem einzigartigen Stil an sich bereits eine Attraktion, doch die Natur darum herum ist das eigentliche Spektakel. Es gibt unzählige Schluchten, Flüsse und einzigartige Plätze, die dein Camperherz höherschlagen lassen. Ein besonders beliebter Ort ist die Lagune „Akchour“ – sie liegt tief in den Wäldern an einem Wasserfall.

Falls du in Marokko überwintern möchtest, solltest du spätestens ab Oktober weiter in Richtung Süden ziehen. Die Wintermonate sind im Norden ziemlich kühl. Ich selbst habe mir letzten Winter einen kleinen Camper ausgeliehen und bin gemeinsam mit einem Freund bis nach Essaouira gefahren – es war großartig. Nicht nur die tolle Gegend und der erstklassige Campingplatz, sondern auch der Weg dorthin waren atemberaubend.

Unsere Route führte uns an der alten Königsstadt Fes vorbei, doch was ich viel interessanter fand, war die unweit davon entfernte Quelle namens Sidi Harazem. Wir machten dort einen Zwischenstopp, schwammen eine Runde im quelleigenen Pool und füllten unsere Trinkwassertanks mit frischem Quellwasser auf. Daraufhin suchten wir uns ein ruhiges Plätzchen am Fuße des Atlasgebirges und schlugen unser Lager auf. Da wir uns zuvor in Fes mit etwas Bier und frischem Fleisch eingedeckt hatten, verbrachten wir einen entspannten am Grillabend am Lagerfeuer.

Auf dem weiteren Weg kamen wir auch bei Marrakech vorbei, entschieden uns aber aus Zeitgründen keinen Zwischenstopp einzulegen. Ich hätte gerne einen Abstecher in die Tiefen des Atlasgebirges gemacht, doch der Winter war bereits angebrochen und wir hatten hauptsächlich Badesachen eingepackt. Unser nächstes Ziel hieß also Essaouira.

20 Km von der kleinen Hafenstadt ließen wir uns auf einem beliebten Campingplatz namens „Spirit Nature Camp” nieder. Dieser bietet wirklich alles, was das Camperherz begehrt und liegt in einer einzigartig idyllischen Umgebung. Die sanitären Anlagen sind sehr sauber, die angebotene Verpflegung erstklassig. Zum Abkühlen gibt es einen Swimmingpool und neben einem Minigolfplatz werden von den Gastgebern unzählige Aktivitäten für Jung und Alt angeboten. Die Atlantikküste befindet ebenfalls nur wenige Kilometer von dem Platz entfernt. Wir haben uns direkt mit den freundlichen Besitzern der Anlage angefreundet und wurden – wie sollte es auch anders sein – am ersten Abend direkt von ihnen zum Essen eingeladen. Insgesamt verbrachten wir dort zwei wundervolle Wochen und erforschten währenddessen die gesamte Umgebung. So machten wir direkt schöne Plätze aus, an denen wir das nächste Mal wildcampen können.

Allgemeine Fragen zum Camping in Marokko

Wo bekomme ich Gasflaschen für meinen Camper her?

Gasflaschen kaufen kannst du in Marokko so gut wie überall. Tankstellen, Gemüsehändler, Supermärkte usw. Meistens werden die Flaschen vor dem Eingang gelagert, so dass es für Kunden ersichtlich ist. Beim Erstkauf kostet eine 11 Liter Flasche Butangas rund 120 DH (ca. 10 Euro). Bei jedem weiteren Tausch musst du dann nur noch jeweils 42 DH bezahlen. Die Flaschen sind normalerweise nicht gekennzeichnet. Du kannst sie also überall tauschen. Sonstige Vorschriften und Papierkram wie in Europa gibt es dafür nicht.

Kann ich meine Gasflasche aus Deutschland in Marokko auffüllen?

Ja, das kannst du. Allerdings ist das langfristig gesehen teurer als eine marokkanische Flasche zu kaufen. Bei Tankstellen wie „Afriquia“ kostet der Liter Butangas rund 10 DH. Spätestens bei der zweiten Auffüllung ist es billiger, einfach die marokkanische Flasche umzutauschen. Es gibt wohl vereinzelt auch Gaswerke, die zu günstigeren Preisen auffüllen. Selbst habe ich das allerdings noch nie ausprobiert. Mein Tipp: Lege dir am besten einfach die marokkanische Gasflasche zu.

Wie komme ich am besten mit der Fähre nach Marokko?

Es gibt mehrere Routen, die nach Marokko führen und auch mehrere marokkanische Häfen, an denen du einreisen kannst. Ich empfehle dir, die Fähre nach Tanger MED zu nehmen. Dieser ist der größte Hafen Marokkos und wird von mehreren europäischen Städten aus angesteuert. Du kannst entweder in Genua (Italien), Sete (Frankreich) oder in Barcelona (Spanien) an Bord gehen. Eine derartige Überfahrt dauert 2-3 Tage.

Wenn du stattdessen lieber mehr mit dem Camper fährst, kannst du auch einfach bis zur Südspitze Spaniens fahren und in die Fähre in Algeciras nehmen. Von dort aus sind es lediglich 1 1/2 Stunden bis nach Tanger. Abhängig davon, wo du in Deutschland startest, bist du insgesamt 24 bis 48 Stunden unterwegs.

Fazit

Da du nun so ziemlich alles über das Camping in Marokko weißt, solltest du auf die nächste Reise ideal vorbereitet sein. Ich hoffe, dass dir mein kleiner Ratgeber einen ungefähren Eindruck über das Land und die Leute bietet und dir Lust auf mehr gemacht hat. Wer weiß, vielleicht treffen wir uns ja nächstes Jahr beim Überwintern in Marokko?

Fotos: (c) Karim Bouayad | Pixabay.com

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann teile ihn mit deinen Freunden!

Bitte bewerte diesen Beitrag:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Bei einer Bewertung speichern wir deine IP-Adresse um Mißbrauch zu verhindern. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Wurde schon in der Schulzeit vom Reisefieber gepackt. Lebt hauptsächlich in Marokko, ist aber in ganz Europa unterwegs. Klettert am liebsten mit seinem Terrier „Rocky“ in den Bergen herum oder campt am Meer.
Lieblingsspots: Nordmarokko, Südspanien & Schwarzwald

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top