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Schöne Wohnmobil-Routen in der Normandie – mit Campingtipps

Schöne Wohnmobil-Routen in der Normandie – mit Campingtipps

Komm mit ins Genießerland

Die Normandie ist für viele Camper ein begehrtes Ziel. Sowohl für Einsteiger als auch für alte Hasen hat der Landstrich im Nordwesten Frankreichs viel zu bieten. Die Mischung macht‘s: Es gibt eine hervorragende Infrastruktur an Stellplätzen und Campingplätzen, viele davon direkt am Meer oder mit Blick aufs Meer. Den Reisenden locken Kunst- und Kultur, leckeres Essen, eine abwechslungsreiche Landschaft. Die Normannen sind ein gastfreundliches Volk, die dir gerne weiterhelfen. Notfalls mit Händen und Füßen, wenn es mit der Sprache hapern sollte. Auch wenn du mit Hund unterwegs bist, ist die Normandie ein perfektes Reiseziel, vor allem außerhalb der Hauptreisemonate Juli und August.

Insgesamt ist die Normandie fast so groß wie Belgien – für einen „normalen“ Urlaub gibt es also eigentlich viel zu viel, was man entdecken kann. Deshalb habe ich dir zwei Routen zusammengestellt, die zwei völlig unterschiedliche Landschaften in den Mittelpunkt stellen. Die erste führt dich durch die obere Normandie mit Steilküste und Seine-Tal. Die zweite zeigt dir die untere Normandie, hier vor allem die Landungsstrände und die Halbinsel Cotentin. Für jede der Routen solltest du mindestens eine Woche einplanen. Beide Routen kannst du kombinieren, wenn du mehr etwas Zeit für deinen Roadtrip durch Frankreich mitbringst.

Noch ein Tipp zur Anreise: Falls du aus dem Westen und Norden Deutschlands in die Normandie reist, führt dich der Weg über Belgien in den Norden Frankreichs. Hier kannst du noch einen Zwischenstopp an der Somme-Mündung einlegen oder bis Le Tréport für eine erste Übernachtung fahren. Aus dem Süden oder Südwesten kannst du über Saarbrücken Richtung Reims fahren. Wenn dir der Sinn nach Paris steht, gibt es mitten in der Stadt einen großen Campingplatz, Bois de Bologne, der sich gut für eine Stadtbesichtigung eignet. Willst du den Rummel eher vermeiden, verlasse in Reims die Autobahn und fahre Richtung Compiègne und Rouen über die N31.

Campingplätze für deinen Zwischenstopp findet du auf der Höhe von Paris, zwischen Soissons und Compiègne. Gut für eine Nacht stehst du zum Beispiel auf dem kleinen Platz Camping de l‘Aigrette.

Tour 1: Le Tréport bis Rouen

Die Alabasterküste (mit Le Tréport – Dieppe – Yport – Étretat – Le Havre) – Abstecher nach Honfleur – an der Seine entlang (Jumièges – Rouen), circa 270 Kilometer.

Le Tréport

Wenn du über Belgien einreist, kann deine erste Station der Fischerort Le Tréport sein. Nirgends sind in Europa die Kreidefelsen höher und das Licht faszinierender als hier. Dazu kommen malerische Häuser und Gässchen des Ortes, in dem es viel zu entdecken gibt.

Mach mal Pause

Die Fischrestaurants in Le Tréport, wie La Goelette, sind legendär.

Camping- und Stellplätze

Die kleine Stadt Le Tréport hat einen Camping Municipal, der ganzjährig geöffnet hat und zwei Stellplätze für Wohnmobile. Spektakulär ist der Stellplatz auf den Klippen. Von hier aus gelangst du mit der Standseilbahn (kostenlos) ins Stadtzentrum.

Die Alabasterküste

Weiße Felsen, blauer Himmel, türkises Meer, unvergleichliche Lichtstimmungen: Die Alabasterküste hat Impressionisten wie Claude Monet, Gustave Courbet oder Georges Seurat fasziniert und inspiriert. Rund 130 Kilometer sind es von Le Tréport bis nach Le Havre. Neben den oft bizarren Felsformationen warten malerische Städte und Dörfer auf dich.

Die Hafenstadt Dieppe ist relativ groß, trotzdem sehenswert mit Innenstadt, Burganlage, Hafen und Strandpromenade. Spektakulär ist das Drachenfest, das hier alljährlich im Spätsommer stattfindet und als größtes Drachenfest der Welt gilt. Von Dieppe aus geht deine Fahrt weiter Richtung Süden, entweder über die Küstenstraßen D75, D68 und D79 oder über die D925. Möglicherweise ist die Küstenstraße direkt nach Dieppe gesperrt, weil die Erosion der Straße zu nahe gekommen ist.

Sehenswerte Orte auf deiner Strecke sind Pourville-sur-Mer, Varengeville-sur-Mer, Quiberville und Saint-Aubin-sur-Mer. Ein echtes Highlight ist Veules-les-Roses. Der Dichter Victor Hugo liebte diesen Ort, durch den sich die Veules (Frankreichs kürzester Fluss) Richtung Meer schlängelt. Die hübschen reetgedeckten Fachwerkhäuser und Mühlen haben dem Dorf den Titel „Eines der schönsten Dörfer Frankreichs“ beschert. Fécamp wiederum wurde als Stadt der Kunst und Geschichte ausgezeichnet.

Vom Kap Fagnet hast du eine wunderbare Aussicht über die Stadt und die Küste bis nach Étretat. Im Ort selber ist die Abteikirche Sainte-Trinité sehenswert. Sie ist der älteste und wichtigste Sakralbau an der Alabasterküste. Yport war einst ein Fischerdorf und viele der berühmten Impressionisten ließen sich von Fischerbooten vor den schroffen Felsen inspirieren. Fischerboote dienen auch heute noch als Kulisse im kleinen Badeort. Ein weiterer Höhepunkt deiner Reise ist Étretat. Nirgends sind die Kreidefelsen eindrucksvoller als hier. Nimm dir Zeit und mache eine Wanderung hinauf auf die Felsen. Die Erosion formte die Bögen Porte d’Amont, Porte d’Aval und Manneporte sowie die berühmte Felsnadel Aiguille. Sehenswert sind außerdem der Ort selbst mit seinen Fachwerkbauten, der Markthalle, der Chapelle Notre-Dame de la Garde und den Jardins d‘Étretat. Gartenbau und Skulpturen verschmelzen zusammen mit der grandiosen Aussicht zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk.

Mach mal Pause

Fisch kannst du in diesem Küstenstrich an vielen Orten kaufen, zum Beispiel in Dieppe oder Quiberville. Empfehlenswert ist zudem der Fischmarkt im Hafen von Fécamp (freitags und samstags). Eine echte Spezialität sind die L‘Etolie de Mer der Bäckerei Le Fournil in Dieppe. Calvados und Cidre bekommst du überall in der Normandie – wenn du in Fécamp bist, solltest du außerdem den Bénédictine, einen kräftigen Kräuterschnaps probieren. Du bekommst ihn im Palais Bénédictine direkt vom Hersteller. Nicht hochprozentig, aber hochkalorisch sind die Verführungen, die du im Musee du chocolat in Fécamp probieren kannst. Wenn dich nach der Besichtigungstour in Étretat der Hunger überkommt, kannst du überall im Ort etwas zu essen bekommen, zum Beispiel im Le Clos Lupin, mit seiner traditionellen französischen Küche.

Campingplätze und Stellplätze

In Dieppe findest du einen Stellplatz für Wohnmobile direkt am Hafen. Der Stellplatz in Saint-Valery-en-Caux ist längst kein Geheimtipp mehr, hier stehst du meist dicht an dicht. Der Stellplatz in Veulettes-sur-Mer ist längst nicht so frequentiert und auch für große Mobile zu erreichen.

Der Campingplatz in Veules-les-Roses liegt etwas oberhalb des Ortes, der fußläufig zu erreichen ist. Terrassenförmig ist der Platz Camping Le Rivage in Yport angelegt. Von den oberen Plätzen hast du einen wunderbaren Blick aufs Meer. Der städtische Campingplatz in Étretat befindet sich fußläufig zur Innenstadt, direkt daneben ist ein Stellplatz für Wohnmobile.

Foto: Atout France/CDT Calvados

Le Havre

An der Großstadt Le Havre scheiden sich die Geister. Die einen finden die Hafenstadt hässlich, andere begeistern sich für die stringente Architektur und die moderne Szene in Le Havre. Du merkst schon: Ich gehöre zur zweiten Kategorie. Le Havre ist eine quicklebendige und sehr inspirierende Stadt. Das Stadtzentrum wurde 1944 nahezu vollständig von den Alliierten zerstört, um die Nazitruppen aus der Stadt zu vertreiben. Um schnell Wohnraum für die Bevölkerung zu schaffen, wurde der Architekt Auguste Perret beauftragt, die Stadt wiederaufzubauen. Er und sein Team schufen ein neues Innenstadtensemble, eine „Sinfonie in Beton“. Sehenswert sind das Rathaus, der Stadtkern selbst und vor allem die Kirche Saint-Jospeh. Der später von Oscar Niemeyer erbaute „Le Volcan“ beherbergt heute ein Kulturzentrum. Wenn du dich für die Kunst des Impressionismus und der Moderne interessierst, solltest du einen Besuch im MuMa Le Havre – Musée d’art moderne André Malraux – auf die Agenda setzen.

Mach mal Pause

An vielen Orten der Stadt bekommst du leckere Fischküche, zum Beispiel im Le Grignot, in der Nähe des Volcan.

Honfleur

Als Kontrastprogramm zu Le Havre bietet sich ein Abstecher nach Honfleur an. Dazwischen liegt die Seine und um sie zu überwinden, musst du über den Pont de Normandie. Mit 856 Metern besitzt die Schrägseilbrücke die größte Spannweite in Europa. Und die Überfahrt ist ein Erlebnis – zumindest, wenn du schwindelfrei bist. Honfleur ist ein pittoreskes Hafenstädtchen. Hafenbecken, schmale Gassen und bunte Fachwerkhäuser prägen das Bild, das bis heute Maler und natürlich viele Urlauber an den Kai lockt. Die Stadt ist zu allen Jahreszeiten gut frequentiert. Wenn du neben dem Sightseeing auch noch einkaufen möchtest, solltest du einen Besuch im 2017 eröffneten Outlet-Center (direkt am Pont de Normandie) einplanen.

Camping- und Stellplätze

Der Stellplatz in Honfleur ist bei Wohnmobilisten sehr beliebt und entsprechend voll kann es werden. Alternativ kannst du auf dem Campingplatz Phare dein Domizil beziehen. Von hier aus bist du schnell am Strand, im botanischen Garten und im Stadtzentrum.

Foto: (c) Atout France/CDT Calvados

Route d‘Abbayes und Jumièges

Die Route d‘Abbayes schlängelt sich von Le Havre nach Rouen an der Seine entlang. Auf dieser Strecke kannst du einige der schönsten Klöster der Normandie entdecken. Zum Teil verfallene Ruinen, zum Teil noch mit einem lebendigen Klosterleben. Die Klöster Notre Dame du Voeu in Gruchet le Valasse, Saint Wandrille de Fontenelle, Junièges und Saint Georges des Boscherville reihen sich auf deiner Strecke wie an einer Perlenschnur.

Auch wenn dich alte Sakralbauten nicht so sehr begeistern: Die Abbaye de Jumièges wurde von Victor Hugo „schönste Ruine Frankreichs“ genannt und ist wirklich beeindruckend. Bis zur französischen Revolution war sie eine der reichsten Abteien Frankreichs. Danach wurde das Gebäude versteigert und als Steinbruch genutzt. Wahrzeichen der Ruine sind ihre beiden hohen Türme. Mein Tipp: Lass dich durch die verschiedenen Gebäude in der Parkanlage einfach treiben und von der mystischen Stimmung gefangen nehmen. Auch der kleine Ort rund um die Abtei ist sehenswert.

Mach mal Pause

Ja, auch die französischen Mönche brauen Bier, zum Beispiel die Brüder von Saint Wandrille de Fonternelle.

Das beste Restaurant an der Seine zwischen Le Havre und Rouen findest du in Caudebec en Caux. Dem Hanburger David Görne wurden mit seiner Kochkunst höchste Michelin-Weihen zuteil. Da das Restaurant-ga nur über 16 Sitzplätze verfügt, ist eine Reservierung erforderlich.

Stell- und Campingplätze

Direkt bei der Abbaye de Jumièges befindet sich ein Stellplatz. Zusätzlich kannst du auf dem Platz Camping de la Fôretresidieren. Ein Stückchen südlich liegt der ganzjährig geöffnete Camping Base de Loisirs de Jumièges mit Badesee, Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Mit der Linie 30 kommst du bis ins Stadtzentrum von Rouen.

Foto: (c) Atout France/Nathalie Baetens

Rouen

Die Innenstadt von Rouen ist eine einzige Sehenswürdigkeit. Viele mittelalterliche Gassen und Plätze, verwinkelte Häuser, Restaurants und Cafés. Dazu eine Vielzahl von Museen und moderne StreetArt, Feste und Festivals. Am einfachsten kannst du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie Kathedrale Notre-Dame, die Abteikirche Saint-Ouen, die Gros-Horloge und das Historial Jeanne d‘Arc, entdecken, wenn du dir den Plan auf der Seite der Tourist-Information herunterlädst.

Mach mal Pause

Die Märkte in Rouen sind legendär und nahezu an allen Tagen ist irgendwo ein Markt mit frischen Spezialitäten. Mein Lieblingsmarkt ist der auf dem Place Saint Marc (Dienstag, Freitag, Samstag und Sonntagvormittag). Hier kannst du nicht nur Gemüse, Fleischwaren und Wurst, Käse und Blumen kaufen, sondern auch Antiquitäten.

Stell- und Campingplätze

Parkplätze für das Wohnmobil findest du in der Innenstadt von Rouen nicht, du musst auf den Stellplatz der Stadt ausweichen.

Fotos: (c) Atout France/Nathalie Baetens 

Zugvogel oder Nesthocker?

Du kannst auf dieser Strecke jeden Tag weiterziehen – Stell- und Campingplätze gibt es zu genüge – oder auf einem oder zwei Campingplätzen länger verweilen. Dein Basislager könnte der Campingplatz in Yport für die Küste sein und einer der beiden Campingplätze in Jumièges für den zweiten Teil der Tour.

Tour 2: Bayeux nach Carentan

Bayeux – Landungsstrände (Omaha Beach und Utah Beach) – Val de Saire (mit Saint Vaast-la-Hogue, Barfleur, Gatteville, Fermanville) – Cherbourg – Route des Caps – Barneville-Carteret –  Carentan, circa 270 Kilometer

Wenn du einen Teil der ersten Route bis Honfleur gefahren bist oder deine Anfahrt auf die zweite Route ausgerichtet hast, empfehle ich dir, das Stück von Honfleur bis Caen über die Autobahn zu fahren. Nicht, dass dieser Teil der Küste nicht ihren Reiz hat, aber die Ortsdurchfahrten sind oftmals eng und die Straßen voll. Wenn du ein Stück von dieser Küste sehen willst, empfehle ich dir die Gegend um Houlgate, Cabourg oder Merville-Franceville-Plage. In Houlgate und in Merville-Franceville-Plage findest du zwei Campingplätze direkt am Meer: Den Camping de la Plage in Houlgate  und den Camping Le Point de Jour in Merville . Oder du fährst gleich weiter nach

Bayeux

Bayeux kann auf eine uralte Siedlungsgeschichte verweisen, seinen Namen verdankt die Stadt den keltischen Baiokassen, die hier ansässig waren. Entsprechend reich ist die Stadt an Sehenswürdigkeiten. Vor allem die Stadtviertel rund um die Kathedrale sind sehenswert. Nicht entgehen lassen solltest du dir die Besichtigung des mittelalterlichen Teppichs von Bayeux. Der gestickte „Comic“ aus dem 11. Jahrhundert stellt die Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer dar. Seit 2007 gehört das Stickkunstwerk zum UNESCO-Programm „Memory of the World“.

Stell- und Campingplätze

In der Stadt selbst gibt es einen kleinen Campingplatz, der fußläufig zur Innenstadt liegt. Wenn du mit dem WoMo unterwegs bist, kannst du auch den Stellplatz nutzen.

Landungsstrände

Jeder Ort in diesem Teil der Normandie atmet die Geschichte von der Anlandung der Alliierten Truppen an jenem 6. Juni 1944. Sie waren gekommen, um die Normandie, Frankreich und schließlich Europa dem Naziterror zu entreißen. Viele junge Männer aus den USA, Großbritannien, Kanada und verbündeten Ländern bezahlten die Befreiung mit ihrem Leben. Auch die französische Zivilbevölkerung brachte hohe Opfer: Die Dörfer und Städte zerstört, viele Menschen getötet, verletzt oder geflohen. Noch heute müssen unzählige Bomben entschärft werden und spuckt die normannische Erde die Gefallenen aus, die anonym beigesetzt werden. Heute spielen Kinder im Sand der Strände, ist die Szenerie friedlich und manchmal ein bisschen unwirklich, wenn du dir die Fotos in den Museen anschaust. Wenn du tief in die Geschichte eintauchen willst, empfehle ich dir, die Landungsstrände Anfang Juni zum D-Day-Festival zu besuchen.
Diese Sehenswürdigkeiten sollten auf deiner Liste stehen:

Omaha Beach

  • In Arromanches-Les-Bains kannst du die Überreste des künstlichen Hafens, Mulberry Harbour, den die Alliierten hier nach der Landung angelegt haben, um Kriegsgerät und Nachschub an Land zu bekommen, entdecken. Oberhalb des quirligen Ortes kannst du das Rundum-Kino „Arromanches 360“ besuchen.
  • Die Soldatenfriedhöfe in Colleville und La Cambe. In Colleville sind rund 10.000 amerikanische Soldaten beigesetzt, die am D-Day und in den Folgemonaten bei den Schlachten ums Leben kamen. Die Anlage ist sehr beeindruckend mit ihren endlosen Marmorkreuzen, den Blumen auf den Gräbern und dem Blick auf das strahlend blaue Meer und den einst so blutigen Omaha-Beach. Nur wenige Kilometer entfernt liegt La Cambe, auf dem die Deutschen Soldaten ihre letzte Ruhestätte fanden. Hier findest du die Gräber von über 20.000 Gefallenen, bei vielen steht „Unbekannter Soldat“ auf dem Grabstein, die Stimmung ist nicht hell und friedlich, sondern (be)drückend.
  • Das Monument „The Braves“ direkt am Omaha-Beach in Vierville.
  • Die Pointe du Hoc ist ein weiterer wichtiger Erinnerungspunkt. Allerdings war er mir bei meinem letzten Besuch im Mai deutlich zu überlaufen, in der Saison ist kaum ein Parkplatz zu bekommen. Wenn du es ruhiger magst, empfehle ich dir, die Batterie Longues-sur-Mer zwischen Arromanches und Port-en-Bessin zu besuchen. Hier bekommst du ebenfalls einen guten Einblick in eine ehemalige deutsche Abwehrstellung, kannst dir die Beine vertreten oder einen Imbiss am Kiosk holen.

Mach mal Pause

Mein Lieblingsort ist an diesem Küstenabschnitt Port-en-Bessin. Dort kannst du in einem der Restaurants direkt am Hafen sitzen und den Fischern beim Ein- und Auslaufen zusehen. Port-en-Bessin ist ein bedeutender Seehafen für Jakobsmuscheln. Wenn du zwischen Oktober und Mai reist, solltest du sie unbedingt probieren.

Campingplätze und Stellplätze:

In Arromanches kannst du direkt oben beim Kino mit Blick auf das Meer stehen oder in den Ort selber fahren, der einen hübschen Campingplatz hat. Von hier aus sind es nur wenige Gehminuten zum Meer.

Utah Beach

Utah Beach im Département La Manche war ein weiterer Abschnitt, an dem die Amerikaner am 6. Juni anlandeten. Hier hatten sie leichteres Spiel als am steilen Omaha-Beach. Das Dorf Sainte-Marie-du-Mont war somit das erste, das als befreit gemeldet werden konnte. Vieles in dem Ort sieht noch aus wie vor 75 Jahren. Auch das benachbarte Sainte-Mère-Église hält die Erinnerung an den D-Day wach. Du kannst die Museen Utah-Beach oder das Airborne-Museum in Sainte-Mère-Église besuchen. Gut gefällt mir die noch relativ junge Anlage Batterie Marcouf, wo mit viel Liebe zum Detail versucht wird, die letzten Tage der Deutschen Besatzer zu rekonstruieren.

Stell- und Campingplätze

An Utah Beach findest du zwei Campingplätze am Meer: Zum einen den Campingplatz Utah Beach oder einige Kilometer weiter Le Cormoran. Ein paar Schritte genügen von beiden Plätzen, um an den Strand zu kommen.

Saint-Vaast-la-Hogue, Barfleur und das Val de Saire

Nach so viel ernstem Stoff würde ich dich gerne mitnehmen auf den Cotentin, in wunderbare Naturlandschaften und pittoreske Dörfer. Direkt von Utah Beach führt dich die Küstenstraße ins Val de Saire. Sehenswert ist Saint-Vaast-La-Hogue mit seinem Hafen und den beiden Vauban-Türmen, die ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählen. Einer steht auf der kleinen Insel Tatihou, die du mit einem Amphibien-Fahrzeug besuchen kannst. Direkt daneben liegt Barfleur, das als eines der schönsten Dörfer Frankreichs gilt. Begib dich auf einen Rundgang durch die Stadt und entdecke viele liebevolle Details, die den Charme des Ortes ausmachen. Die Fahrt führt dich weiter an der Küste entlang zum Leuchtturm von Gatteville. 365 Stufen bringen dich nach oben und bieten dir einen fantastischen Blick. Von hier aus geht es die Küste entlang nach Fermanville. Hier solltest du dir ein bisschen Zeit für einen Gang durch den Ort mit seinen vielen hübschen Häuschen nehmen.

Mach mal Pause

Das beste Restaurant im Val de Saire ist das Le Panoramique in La Pernelle. Hier bekommst du nicht nur ausgezeichnetes Essen serviert, sondern hast einen außergewöhnlichen Blick über die gesamte Bucht bis Utah Beach. Für dein Picknick unterwegs kannst du dich in der La Brioche Du Vast eindecken.

Stell- und Campingplätze

Sowohl in Saint-Vaast-la-Hogue als auch in Barfleur kannst du Campingplätze direkt am Meer ansteuern. Am Ende des Val de Saire erwartet dich der Campingplatz L‘Anse du Brick, der dir einen fantastischen Blick über die Bucht bis Cherbourg offeriert. Zwei kostenlose Stellplätze für Wohnmobile gibt es in Fermanville direkt am Cap Lévi und am kleinen Hafen. Die Zufahrt durch den Ort ist eng! Dafür kommst du der Gischt nirgends so nahe.

Cherbourg

Einst war Cherbourg ein bedeutender Seehafen. Aus dem 18. Jahrhundert stammt die größte künstliche Reede der Welt. 1912 machte die Titantic hier ihren letzten kontinentalen Zwischenstopp, bevor die Tragödie ihren Lauf nahm. Sehenswert ist heute vor allem die Cite de la Mer, das Meeresmuseum. Es beherbergt unter anderem Meeresaquarien, das U-Boot „le Redoutable“ und eine umfassende Titanic-Ausstellung.

Stell- und Campingplätze

Direkt an der Cite de la Mer befindet sich ein Wohnmobil-Stellplatz.

Route des Caps

Von Cherbourg bis Barneville-Carteret führt die Route des Caps, meiner Meinung nach das schönste Fleckchen Erde in der Normandie – trotz Wiederaufbereitungsanlage La Hague und Kernkraftwerk in Flamanville. Du kannst einfach den Schildern mit dem Leuchtturm folgen und dich durch die Landschaft treiben lassen. Für Zwischenstopp bieten sich folgende Orten an:

  • Der malerische Weiler Gruchy ist Geburtsort des französischen Malers Jean-Francois Millet.
  • Das Manoir de Tourp lockt mit Erlebnisparcours für große und kleine Besucher und Open-Air -Fotoausstellungen (im Sommer)
  • Port Racine ist der kleinste Hafen Frankreichs
  • In Goury am nördlichsten Zipfel ist die Welt zu Ende.
  • Der Nez de Jobourg ist die höchste Felsformation in der Normandie. In den Klippen gibt es zahlreiche Höhlen, die früher Schmugglern als Versteck dienten.
  • Vauville hat einen bezaubernden botanischen Garten und ein großes Naturschutzgebiet.
  • Die Dünen von Biville und Hatainville sind einfach gigantisch.
  • Im Hafenstädtchen Baneville-Carteret solltest du die Aussicht vom Cap genießen.

▶▶ Aber Achtung: Nicht alle Sträßchen sind für große Wohnmobile oder Gespanne geeignet. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten werden allerdings sogar von Reisebussen angesteuert – und sind somit für die meisten Mobile zu befahren. Enge Wege tragen ein „für Busse gesperrt“-Zeichen, meist gibt es eine ausgeschilderte Umleitung für „Dickschiffe“. Wenn du mit Gespann unterwegs bist, rate ich dir, einen Campingplatz anzusteuern und nur das Zugfahrzeug für deine Erkundungstour zu benutzen.

Mach mal Pause

Wenn du von Mai bis Mitte September unterwegs bist, solltest du in Goury am Imbisswagen Fish‘n‘ Chips essen. Nirgends schmeckt das Gericht so gut, wie wenn dir der normannische Wind um die Ohren pfeift. Alternativ findest du am Nez de Jobourg einen weiteren Imbissstand und ein sehr gutes Restaurant – Blick auf die spektakulären Landschaft inklusive. Im Badeort Barneville-Carteret gibt es einige ausgezeichnete Restaurants, inklusive die mit Stern dekorierte La Marine. Naschkatzen  sollten unbedingt einen Abstecher ins benachbarte Sortosville-en-Beaumont machen und sich im Maison du Biscuit mit leckeren Keksen eindecken.

Camping- und Stellplätze

Der letzte Campingplatz am Meer vor der Capumrundung ist in Omonville-la-Rouge. Danach kommt eine Weile nichts mehr bis zum Campingplatz Le Ranch in Le Rozel. Wenn du mit dem Wohnmobil oder Kastenwagen unterwegs bist, kannst du unterwegs sowohl oberhalb von Goury als auch am Nez de Jobourg über Nacht stehen bleiben. Im Süden der Route des Caps findest du den naturnahen Campingplatz Les Rounds Duval in Hatainville, der dir einen spektakulären Blick auf Dünen und Meer offeriert. Barneville-Carteret hat mehrere Campingplätze. Mitten im Ort und fußläufig zu Hafen und Meer ist der Camping du Bocage. Direkt vorne am Fährhafen befindet sich zudem ein Wohnmobil-Stellplatz.

Carentan

Von Barneville-Carteret fährst du quer durch die Sümpfe des Cotentin nach Carentan. Die kleine Stadt versprüht, obschon im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, viel Charme. Sehenswert ist zudem der Hafen.

Camping- und Stellplätze

Der Campingplatz Le Haut Dick liegt direkt am Kanal, der den Hafen mit dem Meer verbindet.

Zugvogel oder Nesthocker?

Du kannst diese Tour entweder als Roadtrip gestalten oder dir ein paar Campingplätze am Meer suchen, von denen aus du die Umgebung erkundest. Hier kämen zum Beispiel der Camping Utah Beach (für Touren über die Landungsstrände), der Campingplatz L‘Anse du Brick (für das Val de Saire und Cherbourg) und der in Le Rozel (für die Route des Caps) in Frage.

Extratipp: Abstecher zum Mont-Saint-Michel

Ein Artikel über die Normandie ohne den Mont-Saint-Michel auch nur zu erwähnen? Das kann natürlich nicht sein! Von beiden Touren aus kannst du einen Abstecher machen:

  • Von Honfleur aus sind es circa 200 Kilometer, die du zügig über die A84 zurücklegen kannst.
  • Von Barneville-Carteret sind es circa 130 Kilometer über die Küstenstraße. Da du hier eher gemütlich vorankommst, solltest du auch für dieses Stück mindestens zwei Stunden einplanen. Wenn du dir mehr Zeit lassen möchtest, findest du an diesem Küstenabschnitt ebenfalls zahlreiche Campingplätze am Meer.

Am Mont-Saint-Michel kannst du direkt den Campingplatz ansteuern. Wohnmobile bis 8,50 Meter können auch auf den Besucherparkplätzen abgestellt werden. Etwas weiter hast du es vom kleinen Camping- und Stellplatz La Bidonnière in Ardevon (circa drei Kilometer Fußmarsch zu den Shuttlebussen).

Titelfoto & Fotos ohne Urhebernennung: (c) Barbara Homolka | chiennormandie.de

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Neben Reisen und Campen liebt sie ihren Mann, ihre Hunde, Fotografie,Literatur, Kultur, Wandern und gutes Essen.

Lieblingsspots: Frankreich und Irland.

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