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Camping in Portugal: Das perfekte Reiseziel für Sommer und Winter

Camping in Portugal: Das perfekte Reiseziel für Sommer und Winter

Portugal ist in den letzten Jahren zu einem wahren Mekka für Wohnmobilisten geworden. Immer mehr Menschen überwintern dort mit ihrem Camper und beinahe kein Reiseblog kommt mehr ohne Portugal als Ziel für die kalten Monate aus. Besonders unter Deutschen ist der Portugaltrend in den letzten Jahren ungebrochen.

Warum gerade in den letzten Jahren so viele Menschen, vor allem junge, nach Portugal reisen, liegt womöglich daran, dass es keiner großen Organisation mit Visa etc. bedarf und dass Portugal nicht nur relativ nah, sondern auch sehr sicher ist. Auch für (längere) Reisen oder eine Überwinterung mit Hund und Camper eignet sich Portugal hervorragend.

Dennoch gehört dieses Land nicht zu den typischen Campingländern, da viele Camper frei stehen und die Campingplätze somit (noch) keine so ausgeprägte Infrastruktur entwickelt haben. Portugal lässt sich im Hinblick auf Campinginfrastruktur also nicht mit den Standards von Frankreich oder etwa Dänemark vergleichen. Falls du nach „richtigen“ Campingplätzen suchst, wirst du vor allem rund um die Algarve und auch im Norden des Landes fündig werden.

Bevor es los geht

Wenn du einen Campingtrip nach Portugal planst, solltest du wissen, dass die sanitären Einrichtungen auf den meisten Campingplätzen nicht mit denen der großen Campingländer mithalten können. Alles ist etwas einfacher, als man vielleicht gewohnt ist. Die Duschen sind oft sehr „basic“ gehalten und es gibt im Allgemeinen keine Garantie auf einen sorgsam gepflegten Waschraum. Hier also beginnt dein Campingabenteuer womöglich bereits, wenn du nicht gerade auf einem teuren Luxuscampingplatz stehen möchtest.

Portugal wartet mit vielen Stränden auf und du hast gute Chancen, eine einsame Bucht zu entdecken. Allerdings ist es schwer, einen Campingplatz direkt am Meer ausfindig zu machen. Viele Wohnmobilisten suchen sich daher ein illegales Plätzchen in der Wildnis oder auf einem Strandparkplatz. An diesen Stellen tummeln sich die Camper, bis sie von der Polizei wieder vertrieben werden. Da sich die Anzahl an Wildcampern besonders an der Algarve so drastisch erhöht hat, musst du inzwischen damit rechnen, vor Ort eine hohe Geldstrafe zu zahlen. Ob du dieses Risiko eingehst, ist dir überlassen. Grundsätzlich solltest du stets darauf achten, jeden Platz sauber zu verlassen. In Portugal macht sich der Trend zum wilden Campen nämlich immer mehr durch achtlos weggeworfenen Müll bemerkbar. Das muss nicht sein. Auch hier gilt. „Leave nothing but footprints!“

Du solltest generell auf den Campingplätzen und auch beim Parken auf öffentlichen Parkplätzen darauf achten, dass du ein schattiges Plätzchen unter Bäumen findest. Auch dein Vierbeiner wird sich über einen kühlen Aufenthalt im Wohnmobil freuen. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag Hitze und Sonne – Gefahr für Hunde.

Wenn du es gerne sommerlich warm und trocken hast und die Anreise nicht scheust, wird dir Portugal mit Sicherheit ein ganz besonderes Urlaubserlebnis bieten können.  Wegen der vielen Überwinterungen bieten die meisten Campingplätze Rabatte für Dauercamper an.

Foto: (c) Simon Komer

Welche Campingarten gibt es in Portugal?

Wohnmobil und Wohnwagen

Mit dem eigenen Wohnmobil oder Wohnwagen kannst du auf portugiesischen Campingplätzen Urlaub machen. Nahezu alle Campingplätze haben Schukosteckdosen. Nach einem Stromanschluss gemäß CEE-Norm musst du allerdings eine Weile suchen. Deine deutsche Gasflasche kannst du an Gas-Füllstationen auffüllen, die du durch einen blauen Elefanten erkennst. Auch die Anreise zu den Plätzen sollte kein Problem sein, da Portugal inzwischen über ein gut ausgebautes Straßennetz verfügt. Wildes Campen mit dem Wohnmobil ist zwar verboten, wird aber an einigen Stellen toleriert. Falls du es riskierst, halte dich fern von öffentlichen Campingplätzen und Naturschutzgebieten.

Zelt

Auch in Portugal kannst du mit deinem Zelt auf den Campingplätzen Urlaub machen. Allerdings ist das Gelände der Campingplätze in Portugal nur selten in einzelne Parzellen eingeteilt und so kann es in der Hochsaison auch mal zu Überbelegungen kommen. Dann heißt es, ein nettes Schwätzchen mit den Nachbarn zu halten und sich zu arrangieren. Das Übernachten im Zelt außerhalb der Campingplätze ist verboten.

Weitere Angebote: Mobilheime, Bungalows, Jurten & Co.

Einige Campingplätze bieten die Möglichkeit zur Übernachtung im Mobilheim oder Bungalow. Falls du mehr Ruhe und Komfort suchst als es die herkömmlichen portugiesischen Campingplätze bieten, gibt es auch einige weitere campingähnliche Übernachtungsmöglichkeiten. Gerade beim Glamping wirst du gegen ein gewisses Entgelt fündig. Besonders beliebt sind luxuriöse Jurten. Andere Glamping-Möglichkeiten bieten manche Betreiber in Form von Baumhäusern, Lodge-, und Safarizelten oder Tipis.

Foto: (c) Jakob Bauhofer

Was kostet Camping in Portugal?

Natürlich lässt sich auch hier keine allgemeine Aussage über die Kosten für einen Campingurlaub treffen. Du solltest beachten, dass bei der Anreise von Deutschland einige Kilometer zusammenkommen. Somit stellt der Sprit den ersten Kostenpunkt dar. Die Höhe der Anfahrtskosten hängt nicht nur von deinem Auto oder Wohnmobil ab, sondern auch davon, ob du die Mautautobahnen in Frankreich und Spanien nutzt.

Die Preise für deinen Campingurlaub in Portugal sind zudem von der Saison und der Ausstattung des Zielcampingplatzes abhängig. Generell stellt sich Portugal im Gegensatz zu anderen Campingländern wie Holland, Frankreich oder Deutschland als etwas günstiger heraus. Du kannst im Sommer mit dem Zelt einen Platz für 15-20€ finden. Für Dauercamper wird es noch günstiger. In der Hochsaison empfiehlt sich für viele Plätze eine Reservierung im Voraus.

Campingcard

Für Portugal kannst du dir vorab oder auch online eine Campingcard zulegen, um Vergünstigungen und weitere Tipps zu erhalten. Mit dem Camping Key Europe hast du einige Vorteile, Rabatte und sogar eine Versicherung (genaue Konditionen müssen individuell geprüft werden). Eine weitere Möglichkeit bietet die Camping Card ACSI. Diese Karte bekommst du für die Nebensaison ab 11,95€

Anreise

Für die Fahrt nach Portugal solltest du dich über Mautgebühren auf den verschiedenen Autobahnabschnitten in Frankreich und Spanien informieren und dir etwas Zeit für die Streckenplanung nehmen. In Spanien kannst du oftmals auf die mautfreien Nationalstraßen ausweichen, die sehr gut ausgebaut sind.

In Portugal selbst gibt es ein viel genutztes elektronisches Mautsystem. Hierbei gibt es mehrere Möglichkeiten, deine Streckenabschnitte zu bezahlen. Für kürzere Aufenthalte lohnt sich das Easy Toll Verfahren (bis 30 Tage). Mit dem Toll Service kannst du dir eine Art Prepaid-Vignette kaufen und 3 Tage auf den Autobahnen herumbrausen. Für längere Aufenthalte in Portugal benutzt du die Toll Card (bis 1 Jahr) oder du kaufst dir den Via-Verde-Visitor Sender, der 90 Tage gültig ist. Du kannst alle Bezahlverfahren in Portugal an einem der Welcome Points einrichten. Wer ohne Bezahlverfahren auf der Autobahn fährt, wird nicht direkt erfasst, kann aber von der Polizei erwischt werden.

Sinnvoll ist es, deine Anreise in Etappen zu planen und in Frankreich sowie Spanien Zwischenstopps einzulegen. Vermeide für Übernachtungen Autobahnraststätten und nutze lieber ausgewiesene Stellplätze oder einen Campingplatz.

Tipp: In Frankreich tankst du an den Supermärkten günstiger als an Tankstellen oder auf der Autobahn. In Spanien sind die Spritpreise im Vergleich zu Deutschland und Frankreich günstiger.

Wo ist Camping in Portugal besonders schön?

Direkt am Strand hast du offiziell eher schlechte Karten. Campingplätze finden sich in Portugal vor allem in der Nähe von größeren Städten, Seen und Flüssen. Wenn du dich vorab schon mal informieren oder einen Platz reservieren möchtest, wirst du vielleicht bei unserem Partner PiNCAMP fündig.

Algarve

Die Algarve bietet eine besondere Dichte an Campingplätzen mit verschiedenen preislichen Niveaus. Als Südspitze Portugals findest du in der Algarve meist ein warmes Klima, ruhige Buchten, ursprüngliche Fischerdörfchen, aber auch ein abwechslungsreiches Hinterland vor. Daher ist diese Region am Atlantik besonders unter Dauercampern beliebt. An der Algarve haben viele Campingplätze das ganze Jahr geöffnet. Faro bietet als Hauptstadt der Algarve einige interessante Bauten, die sich für einen Ausflug in die Stadt lohnen.

Alentejo

Die Region Alentejo ist ruhiger als die beliebte Algarve und bietet obendrein eine sehr abwechslungsreiche Landschaft. Gerade zum Wandern und Radfahren lohnt sich ein Aufenthalt auf einem der zahlreichen Campingplätze in dieser Region. Hier findest du einige Naturparks und als Kontrastprogramm kannst du einen Ausflug in die Hauptstadt der Region unternehmen. Évora bietet eine schöne historische Altstadt, die es sogar zum UNESCO Weltkulturerbe geschafft hat.

Lissabon und Porto

Auch rund um die großen Städte Portugals liegen einige Campingplätze. In der Nähe der beiden großen Städte Porto und Lissabon findest du außerdem Plätze mit einem guten Zugang zum Strand. So kannst du deinen Urlaub abwechslungsreich gestalten und zwischen Strand, Stadt und Naturerfahrung wechseln.

Fotos: (c) Jakob Bauhofer

Camping in Portugal mit besonderen Schwerpunkten

Surfen

Portugal ist nicht zuletzt für seine große Surfszene bekannt. Viele junge Surfer stehen mit ihren Vans frei am Strand oder in großen Gruppen an Plätzen, wo sie toleriert werden. Anfänger campieren meist in Surfcamps, die Kurse anbieten und sich darum kümmern, dass du zum Strand und auch wieder zurück zum Camp kommst.

Camping auf dem Bauernhof

Auch in Portugal gibt es einige Bauernhöfe, auf denen du mit Zelt oder Camper Urlaub machen kannst. Oftmals hast du auf den Bauernhöfen die Möglichkeit Fahrräder auszuleihen, Waschmaschinen zu nutzen und einige Höfe haben sogar einen Pool. Besonders mit Kindern ist ein Bauernhofaufenthalt empfehlenswert.

Camping mit Kind

Portugal ist vielleicht kein Disneyland für anspruchsvolle Campingfans mit Kindern, die meisten Campingplätze bieten aber Spielplätze für die kleinen Gäste. Es gibt zudem viel Natur zum Spielen und Herumtoben und Kinder sind vielerorts willkommen.

Camping mit Hund

Es gibt genügend Campingplätze, die Hunde erlauben. Portugals Strände sind mit Sicherheit auch für deine Vierbeiner ein ganz besonderes Erlebnis. Hier können die Fellnasen herumtollen, Gleichgesinnte treffen und die Wellen jagen. An vielen Stränden sind Hunde erlaubt. An bewachten Stränden sind sie allerdings verboten und an sehr vollen Stränden nicht von Vorteil. In der Nebensaison hast du selten Probleme, deinen Hund mit an den Strand zu nehmen. In den Monaten Juli und August kann es hingegen schon ein wenig schwieriger sein.
In Restaurants sind Hunde nicht gestattet, auf höfliche Nachfrage aber oft im Draußen-Bereich erlaubt. Städtische Parks sind für Hunde hingegen meist verboten.

Fotos: (c) Geraldine Schüle, Jakob Bauhofer & Simon Komer

FKK-Camping

Portugal bietet das optimale Klima für freizügige Urlauber. Zwar ist das Angebot an FKK-Campingplätzen in Portugal nicht sehr groß, dennoch solltest du ohne Probleme den richtigen Platz für einen Nacktaufenthalt unter der portugiesischen Sonne finden. Falls du nur zeitweise textilfrei Urlaub machen möchtest, kannst du auch in Portugal an einen FKK-Strand fahren oder mit etwas Glück in einem unbeobachteten Moment in einer einsamen Bucht naturistisch planschen.

Zum Abschluss

In Portugal erwarten dich mit Sicherheit das ein oder andere Abenteuer, gutes Wetter, freundliche Menschen und andere Reisende mit ihren Campern, Hunden und Kindern. Ganz besonders erfreulich aber sind die Natur und die portugiesischen Strände. Portugal ist kein typisches Campingplatzland, sondern eher für halblegale Übernachtungen und für Überwinterungen bekannt.

Ich kann dir Portugal als Reiseziel ans Herz legen, wenn du mindestens drei Wochen oder länger Zeit hast. Für ein paar Tage lohnt sich die Anreise nicht. Wer weiß, vielleicht träumst du ja schon seit einer Weile von einer Überwinterung in Portugal und kannst dich nach einem Campingurlaub im Süden endgültig dazu entscheiden? Hilfreich ist es, wenn du Spaß daran hast, ein paar Brocken Portugiesisch zu lernen. Die Einheimischen werden sich darüber freuen, auch wenn du heutzutage mit ein wenig Englisch und Händen und Füßen fast jede Situation meistern kannst.

Titelfoto: (c) Jakob Bauhofer

Pincamp Wintercamping

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