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Camping in Skandinavien mit Hund: Was ist wo erlaubt?

Camping in Skandinavien mit Hund: Was ist wo erlaubt?

„Gibt es etwas, das ich bei einer Reise mit meinem Hund nach Skandinavien beachten muss?“ Diese Frage beschäftigt alle Hundebesitzer, die dort zum ersten Mal ihren Campingurlaub verbringen wollen. Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark bieten Naturliebhabern reizvolle, abwechslungsreiche Landschaften, in denen sich ausgiebige Spaziergänge mit dem Vierbeiner unternehmen lassen. Doch wie sehen die Einreisebestimmungen für deinen Hund in den verschiedenen Ländern aus? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Und sind Hunde in Skandinavien willkommene Gäste?

Im folgenden Artikel findest du alles Wissenswerte, um dich auf die Reise mit deinem Vierbeiner vorzubereiten.

Ein wichtiger Hinweis vorneweg:
Wenn du mit mehr als fünf Hunden reist, gelten in allen EU Ländern die Regelungen für den Handel mit Tieren. Die genauen Bestimmungen findest du in der Binnenmarkt-Tierseuchenschutzverordnung.

Camping mit Hund in Dänemark

Das strenge Hundegesetz in Dänemark führt bei vielen Urlaubern zu einer großen Verunsicherung und im Internet finden sich dazu viele widersprüchliche Informationen. Es stimmt, dass 13 Hunderasse in Dänemark verboten sind und du mit diesen – oder Mischlingen aus diesen Rassen – nicht einreisen darfst. Außerdem gibt es eine Liste mit Hunden, die eine Ähnlichkeit mit den verbotenen Rassen aufweisen. Hast du ein Tier, auf das dies zutrifft, benötigst du eine genaue Dokumentation über seine Abstammung. Doch trotz seines strikten Hundegesetzes wird Dänemark von vielen Besuchern als sehr hundefreundlich beschrieben. Wenn du dich an die Vorschriften hältst, kannst du dort einen vollkommen entspannten Urlaub verbringen.

Weil die Situation komplexer ist, als in den anderen skandinavischen Ländern, habe ich den Regelungen in Dänemark einen eigenen Artikel gewidmet: „Reisen mit Hund in Dänemark„.

Foto: (c) Jan Ove Hovik / yayimages.com

Camping mit Hund in Schweden

Bei Schweden denken viele direkt an die zahlreichen Seen, die sich über das ganze Land verteilen. Doch auch Gletscher und riesige Wälder gehören zu Schwedens Markenzeichen. Von den vielen hübschen Städten und Orten ganz zu schweigen. Ob du dich für Kultur, Abenteuer oder Outdooraktivitäten interessierst oder es lieber ruhig angehen möchtest: du wirst auf deine Kosten kommen. Und wie sieht es für deinen Hund aus?

Einreisebestimmungen für Hunde nach Schweden

Mit deinem vierbeinigen Freund nach Schweden zu reisen, ist unkompliziert. Im Gegensatz zu Dänemark oder Norwegen gibt es hier keine verbotenen Hunderassen und die Einreisebestimmungen wurden in den letzten Jahren immer weiter vereinfacht. So ist es mittlerweile nur noch notwendig, dass der Hund eindeutig mit einem Chip oder einer Tätowierung gekennzeichnet ist. Die Tätowierung muss vor dem 03. Juli 2011 gestochen worden sein. Außerdem muss dein Tier gegen Tollwut geimpft und die Impfung im Europäischen Heimtierausweis eingetragen sein.

Hast du einen Welpen, der jünger als 15 Wochen ist? Dann ist eine Einreise nicht möglich. Die kleinen Hundekinder können frühestens mit 12 Wochen gegen Tollwut geimpft werden und es dauert 21 Tage, bis der vollständige Impfschutz gegeben ist. Somit kannst du mit einem Welpen erst nach Schweden fahren, wenn er älter als 15 Wochen ist.

Wenn du mit deinem Vierbeiner einreist, muss du ihn beim Zoll anmelden. Nein, keine Sorge: du zahlst für ihn keine Zollgebühr! Es geht lediglich darum, ihn zu registrieren. Dies kannst du vor Ort machen, indem du bei der Einreise direkt zur roten Zollpassage gehst. Dort erhältst du eine Registrierungsnummer. Mit dieser gehst du anschließend weiter zum grünen Ausgang „Nichts zu verzollen“. Die Registrierungsnummer solltest du dir leicht zugänglich notieren, damit du sie auf Anfrage immer griffbereit hast.

Alternativ zur Anmeldung vor Ort kannst du das Ganze auch vorab online auf dieser Seite erledigen. Du füllst dort das Anmeldeformular aus und bekommst anschließend die Nummer per E-Mail zugeschickt.

Bei weiteren Fragen zur Einreise mit deinem Hund nach Schweden wende dich am besten an diese Stelle:
Servicetelefon für Hunde- und Katzenanfragen: Tel.: 0046-771-223 223
Telefonische Erreichbarkeit von Montag – Freitag 08.00-12.00, 13.00-16.30 Uhr
E-Mail:  jordbruksverket@jordbruksverket.se

Weitere Informationen stehen auf der Webseite von Visit Sweden.

Wichtig zu wissen

  • Vom 1. März bis zum 20. August gilt in Wäldern sowie auf Feldwegen zum Schutz der Wildtiere Leinenpflicht. In Städten und auf Campingplätzen müssen Vierbeiner immer angeleint sein.
  • An Seen oder Stränden findest du Hinweisschilder, ob Hunde gestattet sind oder nicht. Der Hinweis „Hundebad“ zeigt dir an, dass sie offiziell erlaubt sind.
  • Dein Tier mit in ein Restaurant zu nehmen, ist hingegen nicht möglich. Im Außenbereich darf er dich aber begleiten.
  • Öffentliche Verkehrsmittel darfst du mit deinem Hund benutzen. Die Preise und Regelungen dafür können sich jedoch regional unterscheiden.
  • Nach hundefreundlichen Campingplätze kannst du auf der Webseite des Verbands für Camping und Ferienhäuser in Schweden suchen.

Foto: (c) EtViltLiv / yayimages.com

Camping mit Hund in Norwegen

Auch Norwegen ist bei Naturliebhabern wegen seiner Fjorde, Gletscher und Berge ein beliebtes Reiseziel. Wandern, mountainbiken, Kajak fahren, angeln oder klettern sind nur ein paar der vielen Optionen, um draußen aktiv zu sein. Und wenn du einfach nur Ruhe suchst, ist das ebenfalls möglich. Norwegen hat für jeden Geschmack etwas zu bieten.

Einreisebestimmungen für Hunde nach Norwegen

In Norwegen gibt es ein paar Dinge mehr, bei der Einreise mit einem Hund, zu beachten. Grundsätzlich darfst du auch hier nur Welpen mitnehmen, wenn diese älter als 15 Wochen und ausreichend geimpft sind. Darüber gibt es einige Hunderassen, deren Einfuhr verboten ist.

Dazu zählen:

  • Pit Bull
  • American Staffordshire Terrier
  • Fila Brasileiro
  • Tosa Inu
  • Dogo Argentino
  • Tschechoslowakische Wolfhund
  • und alle Mischlinge aus oder mit diesen Rassen.

Alle anderen Vierbeiner benötigen eine Tollwutimpfung, die mindestens 21 Tage vor der Einreise gemacht werden und entsprechend im Europäischen Heimtierausweis dokumentiert werden muss. Der Hund braucht zudem einen Chip oder eine gut lesbare Tätowierung, die vor dem 03. Juli 2011 gestochen wurde.

120 bis 24 Stunden vor der Einreise muss das Tier mit einem Mittel gegen Fuchsbandwurm behandelt werden, zum Beispiel Praziquantel oder Epsiprantel. Darüber benötigst du eine offizielle Bescheinigung eines Tierarztes. Sinnvoll ist es, alle Informationen zum Hund, die Impfungen sowie die Bandwurmbehandlung im Heimtierausweis zu vermerken

Bei der Einreise musst du die vorgeschriebenen Dokumente unaufgefordert beim Zoll (roter Bereich) vorzeigen.

Die offiziellen Bestimmungen kannst du auf der Seite der Königlich Norwegischen Botschaft in Berlin nachlesen.

Wichtig zu wissen

  • Vom 1. April bis zum 20. August müssen Hunde an der Leine geführt werden. Außerhalb dieses Zeitraums gelten die Regelungen der einzelnen Gemeinden. Wenn du unsicher bist, solltest du dich am besten vor Ort bei der Tourismusinformation erkundigen und/oder dein Tier nicht frei, sondern mit einer Schleppleine laufen lassen.
  • Ins Restaurant darf dein Vierbeiner nicht mit hinein, im Außenbereich ist er jedoch gestattet.
  • Bei Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln darf dich dein Hund begleiten und zahlt dabei die Hälfte des regulären Fahrpreises.
  • Hundefreundliche Campingplätze in Norwegen findest du bei Pincamp.

Foto: (c) breeze09 / yayimages.com

Camping mit Hund in Finnland

Weiter geht’s mit dem nächsten spannenden Reiseziel für all diejenigen, die Lust auf Natur haben! Neben riesigen Wäldern und Moorlandschaften erwarten dich in Finnland einige faszinierende Tiere wie Braunbären, Wölfe, Adler und Elche. Ein besonderes Highlight sind natürlich die Polarlichter, die viele Besucher nach Finnland ziehen.

Einreisebestimmungen für Hunde nach Finnland

Die gute Nachricht direkt vorweg: In Finnland gibt es keine verbotene Hunderassen. Um mit deinem Vierbeiner einzureisen, braucht er einen Chip sowie eine gültige Tollwutimpfung. Beides muss im Europäischen Heimtierausweis durch einen Tierarzt dokumentiert sein.

Genau wie in Norwegen muss dein Hund 120 bis 24 Stunden vor der Einreise mit einem zugelassenen Präparat (Praziquantel und Epsiprantel) gegen Bandwürmer behandelt werden. Diese Behandlung muss der Tierarzt ebenfalls offiziell im Heimtierausweis bescheinigen.

▶▶ Hinweis: Die Bandwurmbehandlung ist nicht notwendig, wenn dein Tier direkt aus Norwegen einreist.

Die offiziellen Einreisebestimmungen kannst du auf der Seite der Finnischen Lebensmittelbehörde nachlesen (auf Englisch).

Wichtig zu wissen

  • Überall in Finnland herrscht eine grundsätzliche Leinenpflicht. Vor allem in Städten gibt es aber gekennzeichnete Gebiete, in denen Hunde frei herumrennen dürfen. Möchtest du deinem Vierbeiner mehr Freiraum bieten, kannst du ihn mit einem Geschirr und einer Schleppleine sichern. So ist er zwar angeleint, kann sich aber trotzdem ziemlich frei bewegen.
  • Bei Restaurantbesuchen sind Hunde nur im Außenbereich erlaubt.
  • In öffentlichen Verkehrsmitteln sind Hunde gestattet, solange sie für die anderen Fahrgäste keine Gefahr darstellen. Die Regelungen können sich allerdings je nach Verkehrsbetrieb (Bus, Bahn, U-Bahn, Zug, etc.) ein wenig unterscheiden.
  • Nach hundefreundlichen Campingplätzen in Finnland kannst du zum Beispiel hier suchen.

Anreise mit der Fähre

Wenn du mit deinem Hund mit der Fähre anreisen möchtest, ist das ebenfalls möglich. Manche Fährgesellschaften bieten eigene Hundekabinen an, bei anderen muss dein Hund in eine Hundekabine oder alleine im Auto bleiben. Erkundige dich am besten bei den verschiedenen Anbietern, damit du die beste Option für dein Tier auswählen kannst.

Eine gute Übersicht über die verschiedenen Fährgesellschaften in Norwegen und ihre Regelungen findest du hier.

Um mit der Fähre von Finnlines nach Finnland zu fahren, musst du eine Hundekabine buchen. Mehr Infos und Einzelheiten findest du auf der Homepage.

Fazit

Die skandinavischen Länder sind ein tolles Reiseziel zum Campen mit deinem Hund. Es gibt so viel zu entdecken und zu erkunden, dass ein Urlaub alleine wahrscheinlich gar nicht ausreicht. Deshalb werden viele Besucher zu Wiederholungstätern. Damit du vor Ort keine bösen Überraschungen bezüglich der Einreise mit deinem Hund erlebst, solltest du dich gut vorbereiten. Dann steht einem erholsamen Aufenthalt nichts im Wege.

Titelbild: Sindre Elias Hinderaker / Yayimages.com

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