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Campingplatz-Einmaleins

Campingplatz-Einmaleins

Das erste Mal auf einem Campingtrip Urlaub zu machen, ist aufregend und nicht ohne Tücken. Damit du keine Überraschungen erlebst, erfährst du hier, was dich erwartet.

Reservierung:

Auf den meisten Campingplätzen musst oder kannst du nicht vorab reservieren. Das ist für Neu-Camper zunächst etwas ungewohnt, du lernst es aber schnell zu schätzen. Denn nur so bleibt die Flexibilität für alle erhalten. Uns selbst ist es lediglich einmal – zur Hauptsaison in Slowenien – passiert, dass wir in einem weiten Gebiet wirklich keinen einzigen freien Platz mehr bekommen konnten. Normalerweise findest du aber spätestens am zweiten oder dritten Campingplatz noch ein freies Fleckchen.

Wer jedoch auf die Ferien angewiesen ist und unbedingt Urlaub auf seinem Wunschcampingplatz machen möchte, der sollte am besten im Dezember oder Januar für den Sommer reservieren, um nicht ausweichen zu müssen. Dann ist die Zeit der Vorfreude und Reiseplanung auch länger 😉

Ankunft:

Bei der Ankunft hältst du üblicherweise mit dem Gespann/Camper vor einer Schranke oder in einem markierten Bereich der Einfahrt und registrierst dich anschließend an der Rezeption. Die meisten Campingplätze verlangen einen Ausweis oder Reisepass, der manchmal auch hinterlegt bleiben muss. Eine gute Alternative ist in Europa der Camping Key Europe, der ebenfalls von Campingplätzen als Ausweisdokument anerkannt wird und darüber hinaus vor allem in der Nebensaison satte Rabatte einbringen kann. In skandinavischen Ländern ist der Camping Key Europe auf Campingplätzen Pflicht. Bislang ist die Karte in Deutschland nur über den ADAC erhältlich, aber keine Panik! Sie kann in Skandinavien auch auf den Plätzen vor Ort gekauft werden.

Nach dem Einchecken bekommst du meist einen Platzplan ausgehändigt, anhand dessen dir die Einrichtungen des Platzes, wie z.B. Sanitärhäuser, Entsorgungsstationen und Restaurant, gezeigt und deren Benutzungsregeln beschrieben werden. Auch deine Parzelle wird dort verzeichnet sein. Manche Plätze bieten den Service, dass du zum Platz begleitet wirst. Es wird dir eventuell auch die Stromsäule oder der Wasseranschluss gezeigt und erklärt.

Wenn es ans Rangieren auf dem Platz geht, bekommst du in den allermeisten Fällen tatkräftige Hilfe der Nachbarn angeboten. Manch Ein*e rangiert den Wohnwagen auch gekonnt in Position oder movert ihn lässig auf die richtige Stelle. Empfehlenswert ist es, dass der eigene Stromanschluss nicht weiter von der Stromsäule entfernt ist, als das mitgebrachte Stromkabel lang ist 😉 Wissenswertes zum Thema Landstrom findest du hier.

Steht der Caravan an der gewünschten Stelle, richtest du ihn anhand einer Wasserwaage (diese gibt es auch im Hosentaschenformat) aus. Manchmal sind Auffahrkeile von Nöten, wenn das Gelände stark abschüssig ist. Dann kurbelst du die Stützen herunter und stellst die Markise oder das Vorzelt auf. Den Frischwassertank füllst du mit Hilfe eines Schlauchs oder einer Kanne mit Wasser. Auch die Cassettentoilette (soweit vorhanden) wird mit Wasser und bei Bedarf mit einer Sanitärflüssigkeit gefüllt.

Rabatte:

Neben dem Camping Key gibt es die Campingführer des ADAC oder des niederländischen Campingverbandes ACSI, die ebenfalls mit einer Camping Card bestellt und so für Preisnachlässe genutzt werden können. Weitere Rabattkarten sind die Karte des Deutschen Camping Clubs, die Rabattkarte Mein Platz und die CampingCardInternational.

Die Höhe der Rabatte, die du bekommen kannst ist von Platz zu Platz ganz unterschiedlich und saisonabhängig.

Daneben gibt es noch andere Portale, die Vergünstigungen anbieten, wie Landvergnügen, SVR und Vekabo.

Wie du generell beim Camping Geld sparen kannst, verraten dir unsere Spartipps für Camper.

Übernachtungskosten:

Die Preise pro Nacht variieren von Land zu Land und von Platz zu Platz. In der Hauptsaison werden für einen 3-Sterne-Campingplatz unserer Erfahrung nach im Schnitt zwischen 25 und 35 Euro fallig, auf 4- oder 5-Sterne-Plätzen können es auch schon 40 bis 50 Euro werden.

Bei der Ankunft solltest du dich erkundigen, welche Leistungen im Preis inbegriffen sind, denn häufig fallen noch Zusatzkosten für Strom, Warmwasser und Internet an. 

Strom:

Auf manchen Plätzen wird der Strom pro Kilowatt abgerechnet, andere wiederum bieten einen Pauschalpreis (in der Regel zwischen 4 und 5 Euro pro Tag). Wer bei einer Abrechnung nach Kilowatt bei der Abreise kein blaues Wunder erleben möchte, für den haben wir ein paar Tipps parat.

Da es europaweit zwei Arten von Anschlüssen gibt, empfehlen wir euch einen Campingstromadapter (wir nutzen das Zweierset von CEE-Schuko), damit ihr nicht plötzlich ohne „Saft“ dasteht!

Wasser:

Wasseranschlüsse zum „Betanken“ eures Campers findet ihr in der Regel entweder direkt am Stellplatz oder ganz in der Nähe. Manche Campingplätze bieten an der Ein- oder Ausfahrt auch richtige Wasserstationen mit Schläuchen, so dass das lästige Kanisterschleppen entfällt.
Warmwasser gibt es – manchmal gegen Entgelt – in den Sanitäranlagen und häufig auch an den Geschirrspülbecken.

Bitte erkundige vor Nutzung des Wassers, ob dieses Trinkwasserqualität hat und somit auch zum Kochen genutzt werden kann, oder ob es lediglich zu Händewaschen und Spülen zu benutzen ist. Trinkwasser wird vor allem in südlichen Ländern in 10-Liter-Flaschen angeboten. Am besten setzt du eine solche auf deine Einkaufsliste für den ersten Einkauf vor Ort.

Sanitäranlagen:

In den öffentlichen Sanitäranlagen sind üblicherweise Toiletten, Waschbecken mit und/oder ohne Kabine, Duschen, manchmal auch Becken für Wäsche und Wickelräume vorhanden. Anzahl, Ausstattung und Sauberkeit hängt natürlich immer vom einzelnen Campingplatzbetreiber ab. Manche Duschen sind, wie oben beschrieben, mit Münzautomaten für Warmwasser versehen.

Küche und Geschirrspülbecken:

Auf gut ausgestatteten Campingplätzen stehen Küchen mit Geschirrspülbecken zur Verfügung, auf einfacheren Plätzen muss man mit Outdoor-Waschbecken vorlieb nehmen. Aus Hygienegründen bitte darauf achten, euer Geschirr nicht im Wäschebecken zu reinigen – und natürlich die Schmutzwäsche nicht im Geschirrspülbecken!

Waschmaschinen und Trockner:

Eine Waschküche gehört unserer Erfahrung nach mittlerweile fast überall zur Standardausrüstung der Campingplätze. In der Regel werden pro Wasch- und Trockengang jeweils zwischen 4 und 6 Euro fällig. Es ist größtenteils Usus, dass du nach Befüllen der Maschine, deine Tüte (gerne genommen werden die großen blauen) auf dieser liegen lässt, damit der Nächste deine fertige Wäsche dort hinein füllen und seine Wäsche waschen kann, ohne auf deine Rückkehr zu warten. Sollte die Maschine noch laufen, stellen manche Camper ihre volle Tüte neben die Maschine, um zu symbolisieren, dass sie als nächstes an der Reihe sind.

Entsorgung:

Wasser aus Küche und Bad

Das Abwasser, das durch Abspülen und Händewaschen anfällt, sammelst du in deinem Abwassertrolley, der einfach unter den Ausgussstopfen des Wohnwagens gelegt wird. Sollte er voll sein, entsorgst du den Inhalt in der Entsorgungsanlage. Ist eine solche am Platz nicht vorhanden sein, kannst du ihn bedenkenlos in den Sanitäranlagen ausgekippen. Manche Plätze bieten aber auch Stellplätze mit eigener Wasserentsorgung an. Hast du einen solchen gebucht, empfiehlt sich die Mitnahme eines Schlauchs mit breiterem Durchmesser.

Chemietoiletten

Wenn du eine eigene Chemietoilette besitzt, muss die Flüssigkeit in speziell dafür vorgesehenen Anlagen entsorgt werden. Auf keinen Fall in den öffentlichen Toiletten auskippen! Die Chemie darf nicht ins Grundwasser gelangen!

Fast alle Campingplätze halten eine solche Entsorgungsanlage vor. Falls nicht, erkundigt euch beim Betreiber, wo die nächste Entsorgungsstation für Wohnmobile liegt.

Haustiere:

Wenn du mit Hund oder Katze reist, solltest du dich unbedingt vor der Abfahrt erkundigen, ob auf deinem Wunschcampingplatz Haustiere erlaubt sind und welche Tagesgebühr für diese anfällt. Häufig müssen Hunde auf dem Platz an der Leine geführt werden. Dass Häufchen direkt entfernt werden, ist zwar selbstverständlich, aber es in den meisten Campingplatz-Regeln nochmal speziell aufgeführt. Hat dein Campingplatz einen direkten Strandzugang, heißt das noch nicht, dass dort auch Vierbeiner erlaubt sind. Auch hierüber solltest du dich unbedingt vor Buchung informieren. 

Ruhezeiten:

Auf manchen Campingplätzen – insbesondere in Deutschland, den Niederlanden und Italien – gibt es noch so genannte „Ruhezeiten“, meist um die Mittagszeit herum und abends zu vorgerückter Stunde. In diesen Zeiten darf das Auto nicht auf dem Campingplatz bewegt werden und die Schranke bzw. das Eingangstor bleiben unerbittlich geschlossen. Fragt am besten bei der Ankunft nach und plant gegebenenfalls eure Einkaufstouren, Treffen mit Freunden etc. außerhalb der Ruhezeiten. Alternative: Wenn ihr nicht auf die Minute genau planen wollt, parkt euren Wagen einfach vor dem Campingplatz. Zu Fuß kommt man immer irgendwie „raus“!

Internet:

Viele Campingplätze bieten W-LAN kostenpflichtig oder gratis an. Der Empfang ist nicht immer gut und das Signal ist häufig im eigenen Camper nicht verfügbar, aber für E-Mail-Versand oder kurzes Surfen im Umfeld der Rezeption reicht es meist aus.
Wer z.B. beruflich auf Internetempfang angewiesen ist, sollte auf Nummer Sicher gehen und sich eine lokale SIM-Karte zulegen. Weitere Infos zum Thema „Internet auf Reisen“ findest du hier.

Camper untereinander:

In der Regel grüßt man sich als Camper untereinander, dies gilt vor allem auf Campingplätzen. Wenn man seine Campingnachbarn sieht, das Wasch- oder Sanitärhaus betritt oder sich an der Entsorgungsstation trifft, grüßt man mit kurzem „Hallo“ oder passt sich vielleicht auch der Landessprache an.

Wie oben schon bei den Gepflogenheiten an der Waschmaschine geschrieben, gibt es einige Feinheiten, die man nur von Campingplätzen kennt. So bietet man seine Hilfe neuankommenden Nachbarn beim Rangieren oder Schieben des Caravans auf die Parzelle an. Manchmal mündet dies in einen netten Abend, manchmal auch in zwei stille Wochen 😉 Wird man abends eingeladen, nimmt man neben den abgesprochenen Fressalien bzw. Getränken seine eigenen Stühle mit, denn jede*r hat ja meist nur Platz für Stühle in der mitreisenden Personenanzahl.

Verlorene bzw. gefundene Gegenstände freuen sich immer, wenn sie zu ihrem Eigentümer zurück finden, gleiches gilt für diesen. So haben manche Campingplätze an den Orten, wo häufiger mal etwas vergessen wird, Eckchen, wo man gefundene Dinge (Shampoo des Vorduschers, Schwimmbrillen, Spüllappen etc.) hinterlegen, bzw., wenn man selber etwas vermisst, suchen kann.

Des Weiteren achtet man auf den meisten Plätzen auf Habseligkeiten, wie die losgerissene Markise, oder Familienmitglieder, wie das unternehmungslustige Krabbelkind, der Nachbarn und hilft, dies zu sichern. Auch hier folgen manchmal die schönsten Abende des Urlaubs auf den (Stand-)Fuß.

Weitere Fragen rund um das Thema Campingplatz? Schreibt uns an team@de.camperstyle.net!

Foto: (c) Depositphotos.com/Jehoede

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