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In 10 Schritten zum perfekten Campingurlaub – Vorbereitung, Planung, Stellplatzsuche

In 10 Schritten zum perfekten Campingurlaub – Vorbereitung, Planung, Stellplatzsuche

Du sitzt abends mit deiner Frau vor dem Wohnwagen, die Sonne geht gerade unter und taucht den Himmel in ein fantastisches Rot. Du hast eine Flasche Wein rausgeholt, frisches Brot und Käse aus der Region stehen vor euch und ihr freut euch auf einen romantischen Abend. Du willst die Flasche öffnen und fragst deine Frau: „Wo ist denn der Korkenzieher?“. Nach einer kurzen Pause antwortet sie: „Zu Hause im Wohnzimmerschrank.“

Wer sich als Einsteiger zum ersten Mal mit Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil auf den Weg macht, neigt häufig dazu, entweder viel zu viel zu planen und mitzunehmen – oder eben Wichtiges zu vergessen.

Wir zeigen dir daher, wie deine Camping-Jungfernfahrt stressfrei und trotzdem unvergesslich wird.

1. Reiseziel auswählen

Bevor es überhaupt an die konkrete Planung geht, solltest du grob ein Ziel ins Auge fassen. Dabei geht es nicht darum, sich schon auf den genauen Ort und am besten noch einen Campingplatz festzunageln – es reicht zunächst einmal, wenn du dich für ein Land und eine Region entscheidest. Denn dann kannst du auch besser abwägen, welche Ausstattung du wirklich benötigst. Schließlich ist es ein Unterschied, ob du einen Strandurlaub in Spanien, Bergwandern in der Schweiz oder Fjordhopping in Norwegen vorhast.

Bei der Wahl des Reiseziels spielt neben persönlichen Interessen und Vorlieben oder dem Klima auch die verfügbare Zeit eine wichtige Rolle: Um entspannt zu reisen ist es vor allem mit Kindern wichtig, sich keine zu großen Etappen vorzunehmen. Mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen in zwei Wochen Jahresurlaub nach Portugal und wieder zurück zu hetzen, wird für viele Familien eher stressig werden.

Wenn es aber unbedingt ein weiter entferntes Reiseziel sein soll, beispielsweise für einen Strandurlaub unter südlicher Sonne, kannst du auch das Flugzeug nehmen und vor Ort einen Camper mieten. Ansonsten bieten Deutschland und die Nachbarländer ebenfalls tolle Ziele, die es sich zu erkunden lohnt.

Zuerst wird das Reiseziel ausgewählt - Screenshot (c) GoogleMaps

Zuerst wird das Reiseziel ausgewählt: Strandurlaub in Spanien? Angeln in Norwegen? Städtetrip nach Berlin?
Screenshot (c) GoogleMaps

2. Den eigenen „Camping-Style“ finden

Die Arten, zu campen, sind so vielfältig wie wir Camper selbst. Da gibt es die Puristen, die mit Rucksack, Zelt und Gaskocher in die Einsamkeit der Pyrenäen abtauchen, die Bulli-Nostalgiker, die es mit dem Surfbrett auf dem Dach an die rauen Küsten des Atlantiks zieht, die Reisemobilisten, die mit ihren stattlichen Mobilen in wenigen Wochen den halben Kontinent umrunden und die Familie, die ihren Jahresurlaub am liebsten im Wohnwagen auf dem Campingplatz verbringt – und ganz, ganz viel dazwischen.

Überlege also gemeinsam mit deinen Mitreisenden, welche Reiseform allen Beteiligten Spaß macht und am besten ins Reisebudget passt.

Fällt die Wahl auf einen Campingplatz, gibt es auch hier eine Vielzahl an Möglichkeiten: Vom kleinen naturnahen Platz ohne Parzellen und „Schnickschnack“ bis hin zum Luxuscamping mit Kinderanimation, Pool, Privatbad und eigenem Supermarkt – die Auswahl ist fast unbegrenzt. Und das ist auch gut so, denn die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

Die Anzahl der Sterne sagt dabei nicht immer etwas über das Angebot vor Ort aus – und erst recht nicht über Faktoren wie Sauberkeit, Freundlichkeit oder das Umfeld des Platzes. Wir haben schon die wunderbarsten, gepflegtesten Plätze mit einem oder zwei Sternen kennengelernt, auf denen sich die Betreiber in reizender Weise um ihre Gäste bemühten und ein tolles Freizeitprogramm für Kinder auf die Beine gestellt hatten – ebenso wie Fünf-Sterne-Plätze mit gelangweiltem Rezeptionspersonal und fragwürdiger Hygiene in den Sanitäranlagen. Hier hilft es oft, sich die User-Bewertungen in den einschlägigen Portalen, wie z.B. camping.info, durchzulesen und zu entscheiden, welche Faktoren für dich selbst wichtig sind.

Weitere Campingführer, Portale und Apps findest du in diesem Beitrag

Wo der Unterschied zwischen Stellplätzen, Campingplätzen und Freistehen liegt, erklären wir in unserem Camping-Lexikon

VW-Bus, Zelt oder Wohnmobil - nur du entscheidest, wie du deinen Urlaub verbringen willst!

Ob im Zelt, Campingbus oder Wohnwagen – finde heraus, wie du deinen Urlaub am liebsten verbringen willst!
(c) londondeposit/Depositphotos.com

3. Vorab buchen oder treiben lassen?

Ein großer Reiz beim Camping liegt darin, sich von Tag zu Tag treiben zu lassen und spontan das nächste Ziel auszuwählen. Doch nicht alle Urlauber können sich diesen Luxus „leisten“. Wenn dir oder deinen Mitreisenden bestimmte Kriterien an einem Campingplatz besonders wichtig sind oder du wegen deiner Kinder an die Ferienzeiten, also die Hauptsaison, gebunden bist, kann eine Reise auf „gut Glück“ unter Umständen ganz schön stressig werden.

Viele Plätze sind zum Beispiel in den Sommerferien proppenvoll und es passiert immer öfter, dass es am Wunschziel heißt: „Sorry, wir sind leider voll.“ Dann geht die Suche von vorne los und nicht selten landet man auf einem Ausweichplatz, der nicht unbedingt den Vorstellungen entspricht.

Deshalb kann es – gerade wenn du für längere Zeit auf einem bestimmten Platz bleiben möchtest – durchaus Sinn machen, rechtzeitig zu buchen und dich so ohne Druck auf den Weg zu machen.

Dafür nutzt du entweder eine App bzw. ein Portal mit Buchungsfunktion wie camparound oder camping.info oder du schaust auf den Webseiten der Campingplätze nach Reservierungsmöglichkeiten. Viele Plätze bieten mittlerweile ein Online-Formular zur Buchung an, bei anderen musst du noch ganz Old-School zum Telefonhörer greifen. Solltest du per Mail anfragen, solltest du vorsichtshalber nochmal nachfassen, wenn du nach einigen Tagen noch nichts gehört hast. Manche Betreiber checken ihr elektronisches Postfach nur sehr sporadisch… 😉

Campingplätze können vorab auch gebucht werden.

Wer sicher gehen möchte, kann seinen Campingplatz vorab auswählen und teilweise sogar buchen.
Screenshot (c) camping.info

4. Das passende Zelt oder Fahrzeug auswählen

Die Auswahl des Zeltes oder Campingfahrzeugs hängt ebenfalls von der Anzahl der Reisenden, der Urlaubsform und der Zielregion ab. „Richtig“ oder „Falsch“ gibt es hier nicht, es kommt einzig und allein auf deine bzw. eure Bedürfnisse an.

Für den ersten Campingtrip ist es ratsam, sich nicht gleich die komplette Ausstattung für teures Geld zu kaufen. Probiere besser zunächst einmal aus, ob dir und deinen Mitreisenden das Campen überhaupt Spaß macht, und welches Zelt oder welches Fahrzeug am besten zu euch passt. Denn oft merkt man erst im Reisealltag, dass ein minimalistischer Zelturlaub „back to the roots“ zwar romantisch klingt, aber spätestens nach dem dritten Regentag in Folge die Kinder quengelig werden und die ständig klamme Kleidung auch ganz schön unangenehm sein kann. Oder dass ein Festbett im Wohnmobil zwar viel Platz wegnimmt, der tägliche Umbau der Sitzgruppe aber doch etwas nervt. Oder dass ein Wohnwagen vielleicht praktischer ist, weil sich mit dem handlichen Zugfahrzeug die geplanten Ausflüge und Einkaufstouren besser bewältigen lassen als mit einem 7,40-Meter-Wohnmobil.

Relativ günstige Zelte für Einzelpersonen, Paare oder Familien findest du bei den verschiedenen Campingausstattern wie z.B. Frankana oder in Outdoor-Fachgeschäften. Wenn du lieber mit Wohnwagen, Wohnmobil oder Campingbus losziehen möchtest, aber (noch) kein eigenes Fahrzeug besitzt, kannst du über die unterschiedlichsten Wege deinen Traumcamper mieten.

Auf Campersharing-Portalen wie z.B. PaulCamper vermieten Privatleute ihre eigenen, vollausgestatteten und vollumfänglich versicherten Fahrzeuge zu teils sehr günstigen Preisen. Gewerblich vermietete Camper findest du bei vielen Händlern, aber auch bei großen Vermietfirmen wie McRent oder über Automobilclubs wie den ADAC.

Allerdings solltest du bei den „Gewerblichen“ genau darauf achten, welche Leistungen und Ausstattungen im Preis inbegriffen sind. Meist musst du hier nämlich Geschirr, Fahrradträger oder Campingmöbel gesondert dazu buchen – was häufig den Preis unnötig in die Höhe treibt! Außerdem solltest du dich vorab informieren, ob du oder ein*e weitere*r Fahrer*in im Besitz eines gültigen Führerscheins für das gewünschte Reisemobil bist.

Beim Verleihen dagegen musst du, ebenso wie beim Mieten von Privatpersonen über eBay Kleinanzeigen & Co. sehr vorsichtig sein und ein besonderes Auge auf die Versicherung des Fahrzeugs werfen – sonst kann es nämlich sein, dass du bei einem Unfall eine böse Überraschung erlebst. Diese Infos haben wir in einem eigenen Beitrag für dich zusammengestellt.

Falls du dich in der Vielfalt der Fahrzeugtypen noch nicht zurechtfindest, schau dir mal unsere Übersicht aller gängigen Campingmobile mit ihren Vor- und Nachteilen an.

Die Wahl des richtigen Fahrzeugs fällt oft nicht leicht.

Bevor du in die weitere Planung gehst, solltest du dich für einen Fahrzeugtyp entscheiden.
(c) CamperStyle

5. Vorbereitungen für mitreisende Kinder oder Haustiere treffen

Wenn du mit Kindern oder Hund unterwegs bist, solltest du zum einen klären, ob das Reiseziel und der ausgewählte Campingplatz auch für ihre Bedürfnisse geeignet sind. Zum anderen ist es hier besonders wichtig, ausreichend Pausen und Ruhephasen bei der Hin- und Rückfahrt einzuplanen, damit die Reise auch für die kleinen zwei- und vierbeinigen Camper zum Vergnügen wird.

Für die Kids ist es sicherlich toll, wenn sie im Urlaub neue Freunde finden und sich in einem geschützten, familiären Umfeld frei bewegen können. Ob zusätzlich Kinderanimation, ein platzeigener Pool zum Planschen oder ein Spielplatz gewünscht sind, ob die Kleinen lieber Holzschiffchen bauen, im Wald toben und die Bauernhof-Tiere füttern, und ob ihr gemeinsam Berg-, Städte- oder Radtouren in der Umgebung unternehmen möchtet, weißt du selbst am

besten. Eines ist aber sicher: Falls Teenager mit an Bord sind, solltest du unbedingt dafür sorgen, dass immer eine Internetverbindung in erreichbarer Nähe ist! 😉

Weitere Informationen und Checklisten zum Reisen mit Kindern findest du hier

Soll dein Hund mit dir Urlaub machen, informiere dich bereits im Vorfeld, ob Haustiere auf deinem Wunschcampingplatz erlaubt sind und welche Tagespauschale für sie in Rechnung gestellt wird. An den Preisen kannst du bereits ein wenig ablesen, ob die Betreiber wirklich hundefreundlich sind oder die Vierbeiner nur geduldet werden. Manche Plätze halten zusätzliche Angebote wie Hunde-Auslaufwiesen oder Kotbeutelspender vor, auf einigen wenigen kannst du sogar Hundetrainer buchen oder gemeinsam mit deinem Vierbeiner Agility betreiben. Doch du solltest nicht nur auf den Platz selbst schauen, sondern auch auf das Umfeld: Gibt es Gassiwege oder hundefreundliche Strände in der Nähe? Sind im Land oder in der Zielregion besondere Vorschriften zu beachten (Rasselisten, Maulkorbzwang)? Darf der Hund mit in Restaurants oder müsste er womöglich bei 30 Grad im Schatten alleine im Camper ausharren?

Weitere Tipps und Infos zum Reisen mit Hund haben wir hier für dich gesammelt. 

Camping mit Kind und Hund macht riesigen Spaß!

Damit auch die kleinen oder vierbeinigen Familienmitglieder sich wohlfühlen, solltest du ein paar Vorbereitungen treffen.
(c) LomakivskaTanya/Depositphotos.com

6. Die richtige Ausrüstung zusammenstellen

Wenn du dir gerade frisch einen eigenen Camper zugelegt hast, benötigst du zunächst einmal eine Grundausstattung. In dieser Checkliste findest alles, was so dazugehört. Das heißt aber nicht, dass du sofort losrennen und alles kaufen sollst, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist.

Auch hier gilt: Taste dich langsam heran und überlege, was du wirklich brauchst. Und begehe vor allem nicht den Fehler, ohne eine Einkaufsliste zu den großen Campingausstattern zu fahren – denn dort tritt umgehend der „IKEA-Effekt“ ein: Man geht rein, um einen Tisch und vier Stühle zu kaufen und kommt mit Geschirrständer, Wäschespinne, Antirutschmatten, Fußauflagen, Wachstischdecken, einem Vorzeltteppich (plus einem Ersatz-Vorzeltteppich) und Plastik- Sekttulpen zurück. Wir selbst wurden zu Beginn auch vom Kaufrausch erfasst und haben ganz viele der teils teuren Gegenstände wieder verschenkt oder weggeworfen, weil sie einfach nur Platz weggenommen und wir sie im Alltag kaum genutzt haben.

Solltest du einen Camper mieten, sind vor allem bei der Privatvermietung in der Regel die wichtigsten Dinge schon an Bord. Achte in erster Linie darauf, dass Geschirr, Besteck, eine Kochgelegenheit (Küchenzeile oder Campingkocher/-grill) und Campingmöbel zum Draußen- Sitzen vorhanden sind.

In manchen sehr gut ausgestatteten Mietfahrzeugen findest du auch Geschirrtücher, Putzlappen, Spülutensilien sowie je ein bis zwei Rollen Toiletten- und Küchenpapier vor. Bettwäsche und Handtücher dagegen musst du fast immer selbst mitbringen. Frag am besten vor der Übergabe beim Vermieter nach.

Denk außerdem bitte daran, dass du bei gemieteten Campern die Endreinigung normalerweise selbst durchführen musst, und packe das entsprechende Putzzeug direkt mit ein.

Häufig werden wir auch gefragt, welche Kleidung wir für einen Campingtrip empfehlen. Auch hier gibt es keine „ultimative Packliste“ – denn für relaxte Tage am Strand benötigst du natürlich andere Klamotten als für eine Städtereise oder eine Bergtour. Inspirationen kannst du dir in unserer Packliste holen. 

Welche Ausrüstung muss mit auf den Campingtrip?

Nicht zu viel und nicht zu wenig: Bei der Ausrüstung kommt es auf eine gesunde Mischung an!
(c) bodu10/Depositphotos.com

7. Bei Bedarf Versicherungen abschließen

Auf Reisen gilt dasselbe wie zuhause: Es gibt ein riesiges Angebot an Versicherungen und theoretisch könntest du dich für (fast) jede Eventualität wappnen. Doch das geht ganz schön ins Geld und ist meist nicht nötig.

Was du wirklich, wirklich brauchst, ist:

  • Bei Auslandsreisen eine Auslandskrankenversicherung: Bei vorübergehenden Aufenthalten, also auch Reisen in EU-Ländern bist du über die deutsche „Gesetzliche“ weiterversichert (meist bis zu 6 Wochen) – prüfe aber bitte, wie lange genau und welche Leistungen deine spezielle Versicherung abdeckt. Bei Reisen außerhalb der EU oder längeren Aufenthalten schließe für ein paar Euro eine private Auslandskranken ab. Gute Konditionen bieten unter anderem mawista, HanseMerkur und die Gothaer
  • Eine „Grüne Karte“: Sie wird dir kostenlos für deine Reise ausgestellt und dient im Ausland als Versicherungsnachweis.

Darüber hinaus können folgende Zusatzversicherungen Sinn machen:

  • Ein Schutzbrief: Der Schutzbrief bietet klassische Pannen- und Unfallhilfe, Abschleppdienst, Bergung und häufig auch Dinge wie einen Mietwagen bei Fahrzeugausfall, pannenbedingte Übernachtungskosten, Fahrzeug- und Krankenrücktransport und ähnliche Leistungen.
  • Eine Inhaltsversicherung für Reisen mit teurem Equipment: Sie ist eine Art „mobile Hausratversicherung“ und deckt lose Gegenstände im Fahrzeug ab (z.B. Fotoausrüstung, Computer, etc.).
  • Ein Urlaubs-Schutz-Paket: Hiermit kannst du bei Mietfahrzeugen unter Kaution und Eigenanteil im Schadenfall reduzieren, und bist für einen Reiserücktritt oder einen Mietausfall abgesichert. Außerdem ist meist noch eine Inhaltsversicherung im Paket inklusive.

Weitere Infos zum Thema Versicherungen findest du hier

Bei Pannen, Unfällen oder Diebstählen hilft eine gute Versicherung.
(c) PinkBadger/Depositphotos.com

8. Unterwegs die besten Plätze finden

Wenn du nicht gerade deinen kompletten Urlaub wild campend verbringst, wirst du früher oder später auf die Suche nach einem Campingplatz oder Stellplatz gehen müssen. Möchtest du dabei ohne Reservierung unterwegs sein und einfach vor Ort schauen, wohin es dich verschlägt, steht dir eine ganze Reihe toller Apps zur Verfügung, um spontan einen Camping- oder Stellplatz in deiner Nähe zu finden.

Wir nutzen dafür unter anderem:

Bitte beachte, dass Wohnwagen vor allem in der Hauptsaison auf den meisten Wohnmobil- Stellplätzen nicht gerne gesehen und offiziell sogar meist verboten sind!

Unterwegs die besten Camping- und Stellplätze finden - per App geht das ganz einfach!

Mit einer App findest du auch unterwegs ganz viele unterschiedliche Camping- oder Stellplätze.
(c) CamperStyle

9. Richtig ver- und entsorgen

Sobald der Frischwassertank leer und die Toilette oder der Grauwassertank voll werden, musst du eine Ver- und Entsorgungsstation ansteuern.

Stehst du auf einem Camping- oder Wohnmobilstellplatz, ist das ganz einfach – hier findest du es an den Parzellen oder an der Ein- und Ausfahrt Möglichkeiten, mit einem Kanister, einer Gießkanne oder einem Schlauch deine Wasservorräte wieder aufzufüllen. Für das Grauwasser vom Spülen und Duschen gibt es Ausgüsse oder in den Boden eingelassene Abflussschächte. Die Toilette jedoch darf nur an den speziell gekennzeichneten Stellen (meist eine kleine Kabine oder ein eigenes Becken mit Wasserschlauch) entleert und gespült werden. Bitte verwende dieses Wasser niemals für deinen Frischwassertank – an den Schläuchen oder Hähnen können sich jede Menge fieser Fäkalbakterien tummeln!

Als „Freisteher“ musst du dagegen aktiv auf die Suche gehen. Häufig findest du Ver- und Entsorgungsstationen an größeren Tankstellen oder Rastplätzen, außerdem halten mittlerweile viele Gemeinden solche Angebote für Reisemobilisten vor.

Stöbere entweder in den Übersichten der Reisemobil International und des ADAC oder halte nach solchen Symbolen Ausschau (diese können von Land zu Land variieren):

Ver- und Entsorgungsstationen (V/E) sind an diesem Symbol zu erkennen.

10. Wichtige Handgriffe im und rund um den Camper

Vor der Abfahrt

Bevor es losgeht, solltest du prüfen, ob dein Fahrzeug über eine gültige TÜV- und Gasplakette verfügt, Reifendruck und -profiltiefe stimmen und die Fahrzeugbeleuchtung funktioniert. Bei einem gemieteten Camper dagegen kannst du – zumindest in Deutschland – normalerweise davon ausgehen, dass alle notwendigen Prüfungen und Wartungen regelmäßig durchgeführt werden und das Fahrzeug dementsprechend in einem guten Zustand ist. 

Im Innenraum solltest du darauf achten, dass stets alle Schränke, Schubladen und Fenster geschlossen und eingerastet sind (Dachluken bitte nicht vergessen!) und sämtliche Ladung gut gesichert wird. Türen und Ladeklappen verschließt du am besten mit Schlüssel, damit sie nicht durch das „Geruckel“ während der Fahrt aufspringen. Wer nicht über eine automatische Gasanlage verfügt, muss außerdem die Gasflaschen für die Fahrt zudrehen.

Hier findest du eine ausführliche Checkliste zu den einzelnen Schritten vor der Abfahrt

Einparken und Ausrichten

Bei der Ankunft auf dem Camping- oder Stellplatz suchst du dir ein freies Fleckchen heraus – rücke aber bitte dem Nachbarn nach Möglichkeit nicht zu sehr auf die Pelle. Vor allem auf Wohnmobilstellplätzen sind „Kuschelcamper“ nicht so gerne gesehen, denn auch Camper wünschen sich ein kleines bisschen Privatsphäre.

Seid ihr zu mehreren Personen unterwegs, kann einer die Rolle des „Einweisers“ übernehmen. Hier ist es wichtig, vorab klare Handzeichen zu vereinbaren. Nicht selten sieht man nämlich wild winkende Frauen und völlig entnervte Männer (oder umgekehrt), die in minutenlangen Manövern versuchen, ihr Fahrzeug irgendwie in eine Lücke zu rangieren. Auch die eine oder andere Parzellenbegrenzung musste auf diese Weise schon ihr Leben lassen.

Der Einweiser ist dafür zuständig, die Richtung vorzugeben und eventuelle Hindernisse (Pfosten, Äste, andere Wohnmobile) im Auge zu behalten und den Fahrer rechtzeitig durch Zuruf oder Handzeichen zu warnen.

Sobald du deine Parkposition gefunden hast, richtest du das Fahrzeug mit Auffahrkeilen gerade aus (hier hilft eine kleine Wasserwaage), sicherst deinen Wohnwagen mit den Kurbelstützen ab, schließt – sofern vorhanden – den Landstrom an, drehst das Gas wieder auf und füllst deine Wasservorräte auf.

Sauberkeit

Wenn du die Dusche im Camper nutzt, solltest du nach jedem Gebrauch alles gut abtrocknen und das Bad lüften. So vermeidest du muffigen Geruch und Schimmelbildung. Ist nach dem Kochen der Herd stark verschmutzt, kannst du ihn mit einfachen Hausmitteln wieder auf Hochglanz polieren. Und Seifenreste oder Ablagerungen in den Waschbecken wirst du am besten mit einem milden Spülmittel oder einem Wasser-Essig-Gemisch wieder los.

Den Boden kannst du mit einem kleinen Besen oder einem akku-betriebenen Handstaubsauger reinigen, Matschflecken oder andere „Spuren“ lassen sich ganz einfach mit Wasser und einer milden Seifenlauge entfernen.

Sicherheit

Vor Ort auf dem Campingplatz solltest du, sobald du den Camper verlässt, ebenfalls alle Türen und Fenster verschließen und Fahrräder mit einer Kette sichern. Denn auch wenn nur in ganz wenigen Einzelfällen tatsächlich mal etwas geklaut wird – man muss die Langfinger ja nicht in Versuchung führen!

Gleiches gilt natürlich auch für Stellplätze und besonders beim Freistehen. Hier kommt es immer wieder mal vor, dass Wohnmobilbesitzer zu ihren Fahrzeugen zurückkehren und vor einem ausgeräumten Innenraum stehen. Dann ist die Urlaubsstimmung natürlich erstmal dahin.

Eine absolute Sicherheit gibt es natürlich nicht, vor allem weil die meisten Wohnmobile und Wohnwagen ganz leicht zu „knacken“ sind. Die Schwachstellen an Fenstern, Türen und Dachluken lassen sich nur bedingt verstärken – umso wichtiger ist es, Bargeld, Kreditkarten, Reisepässe und andere wichtige oder teure Gegenstände nicht im Camper zurückzulassen.

Wir drehen darüber hinaus auch immer die Absperrhähne zu, wenn wir nicht im Fahrzeug sind oder momentan kein Gas benötigen. Dies ist jedoch nur eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme und bei modernen bzw. gut gewarteten Gasanlagen eigentlich nicht nötig.

Der Gashahn sollte beim Fahren immer geschlossen sein.

Vor der Abfahrt den Gashahn zudrehen – ein wichtiger Punkt auf der To-Do-Liste für Camper!
(c) CamperStyle

Weitere Tipps der CamperStyle-Redaktion:

Falls du ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen mieten möchtest, solltest du frühzeitig buchen, damit du dein Wunschfahrzeug auch tatsächlich bekommst. Wer nicht auf die Ferienzeiten angewiesen ist, kann vor allem bei Privatvermietungsportalen wie PaulCamper oft gute Preise in den „Randzeiten“ oder in der Nebensaison abstauben.

Genieße es, in den Tag hinein zu leben und mach dir keine Sorgen, wenn du wirklich mal etwas vergisst. Denn meistens trifft man unterwegs jede Menge hilfsbereiter Menschen – Einheimische wie auch andere Camper – die gerne mit Rat und Tat zur Seite springen. Und ein bisschen Improvisation gehört einfach zum Campen dazu!

Und falls du nun doch deinen Korkenzieher zuhause liegen gelassen hast, haben wir hier die Lösung für dich 🙂

7 Wege eine Weinflasche zu öffnen

Wenn du den Play Button drückst, wird das Video von Youtube geladen und abgespielt. Dabei können Daten übertragen werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Wir wünschen dir einen wunderschönen ersten Campingurlaub – mögen noch viele weitere folgen!

Titelbild: (c)Maridav / Depositphotos.com
Video: (c)  So Geht Das / YouTube.com


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Träumte seit ihrer Kindheit von einem Leben auf Rädern. Tourt jetzt mit Mann und Hund ganzjährig im Wohnwagen durch Europa.

Lieblingsspots: Andalusien, Baskenland & Mexiko.

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