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Das mdx Expeditionsmobil – mit dem Land Rover Defender in die Wildnis

Das mdx Expeditionsmobil – mit dem Land Rover Defender in die Wildnis

Staub, endlose Weiten, Sanddünen. Wer darüber nachdenkt, offroad durch die Wüste zu brettern, hat vermutlich eher einen Jeep vor Augen als einen bequemen Camper. Wer an einen umgebauten Van zum Übernachten denkt, plant vermutlich keine waghalsige Abfahrt durch eine geröllartige Steppe. Dass sich jedoch beides gut kombinieren lässt, zeigt das mdx Expeditionsmobil der Firma Matzker aus Köln. Auf Basis eines Land Rover Defender hat das Unternehmen ein Abenteuer-Vehikel gebaut, das im Tiefschnee und auf Hochplateaus zuhause ist und sich trotzdem wie ein Wohnmobil anfühlt.

Enge, gewundene Straßen, Mittagshitze – und dann sitzt man in einem klobigen Camper, der sich mit der Geschwindigkeit eines Gletschers den Berg hinaufschiebt. Diesem Szenario fährt der Besitzer eines mdx Expeditionsmobils lächelnd davon. „Der mdx hat die uneingeschränkte Leistungsfähigkeit eines Land Rover Defender, sowohl auf der Straße als auch in schwerem Gelände“, erklärt Matzker. Das Basismodell 110 kommt mit einem 2,2-Liter-Td4-Motor daher und bringt 122 PS Leistung.

Doppelte Federung im Gelände

Als Matzker seinen mdx entwickelt hat, hat sich das Unternehmen an der Fahrdynamik von Autos aus der Motorsport-Szene orientiert. So hat das Expeditionsmobil einen niedrigen Schwerpunkt, ein spezielles Fahrwerk für besonders gute Federung im Terrain und eine um 84 Millimeter verbreiterte Stellung von linkem und rechtem Hinterrad zueinander. Das sorgt nicht nur für mehr Stabilität, sondern auch für Komfort. Wer auf dem Weg zur Arbeit schon mal durch diverse Schlaglöcher deutscher Autobahnen gerumpelt ist, kann sich vorstellen, wie wunderbar eine doppelt gefederte Hinterachse bei einem Camper im Gelände sein kann.

Durch die Verwendung von Carbon bei der Kabine sowie Aluminium und Sperrholz im Inneren, spart das mdx Expeditionsmobil extrem an Gewicht. Das Fahrzeug wiegt nur 2.180 Kilo. Zulässiges Gesamtgewicht ist 3.400 Kilo. Bis zu 3.500 Kilo können als Anhängelast gezogen werden.
Der mdx ist von außen rund 4,90 Meter lang und 1,83 Meter breit. Ohne die Fahrerkabine ist der Innenraum 2,40 Meter lang und 1,75 Meter breit. Der Raum über dem Kopf lässt sich mit einem Pop-Top vergrößern und ermöglicht Stehhöhe.

Der mdx: ausgerüstet für Wüste und Schnee

Für den Hardcore-Camper, den es in die Sahara oder nach Alaska zieht, hat Matzker eine Isolierung verbaut, die sowohl vor Hitze als auch extremer Kälte schützen soll. Eine Webasto Airtop 2-kW-Luftheizung mit Luftverteilungssystem sorgt für warme Füße, während draußen die Pinguine vorbeilaufen. Natürlich nicht in der Sahara. Dort ist eher der 55-Liter-Wassertank hilfreich, der von 45 Litern in mobilen PE-Flaschen ergänzt wird. Ach ja – Kraftstoff ist auch immer nützlich, wenn man unterwegs ist. Dafür hat Matzker einen Spezial-Tank für das mdx Expeditionsmobil entwickelt, der aus Leichtmetall besteht, 125 Liter fasst und den serienmäßigen Kunststofftank ersetzt.

Strom ziehen könnt ihr durch das 12-Volt-Doppelbatteriesystem. Dazu kommt ein 220-Volt-Wechselrichter mit 550 Watt Dauerleistung. Im Innenraum findet ihr drei Steckdosen, was kurzfristig ausreicht, um ab und an seine fünf Smartphones aufzuladen und der Welt mitzuteilen, wie aufregend das Leben „off the grid“ ist. Falls es Internet gibt. Fällt das Datenvolumen aus, spendet die LED-Beleuchtung in der Kabine romantisches Licht.

So könnt ihr den Abend gemütlich zu zweit auf der geräumigen Sitzgruppe verbringen, die sich später dann zum Bett umbauen lässt. In Deckenhöhe befindet sich weiterer, optionaler Schlafplatz für zwei Personen. „Auch ein längerer Aufenthalt innerhalb der Kabine ist gemütlich und nicht beengend“, bekräftigt Matzker. Das ist ja bekanntlich Ansichtssache und stark vom Campertypen und seinen klaustrophobischen Neigungen abhängig.

Die Innenausstattung für ein Leben „off the grid“

Neben dem Schlafbereich findet ihr auch eine Küchenzeile mit Gasherd, Spüle, vier Schubladen und Schrankfächern. Die Wasseranlage bietet zusätzlich einen Anschluss für eine Außendusche und eine zentrale Hochleistungs-Druckversorgung. Wenn die Heizung bollert und die Pinguine marschieren, kann außerdem eine wohltemperierte Cola nicht schaden, die geradewegs aus dem 35-Liter-Kompressorkühlschrank mit Kältespeicher kommt. Oder ihr steckt sie einfach draußen in den Schnee.
Nach dem Umtrunk kommt dann die Porta-Potti-Chemietoilette ganz gelegen.

Land Rover Umbau nach Kundenwunsch

Doch was kostet der Luxus im Gelände? Matzker gibt den Umbaupreis für einen Land Rover Defender 110 zum mdx Expeditionsmobil mit rund 69.000 Euro an. Der Umbau des etwas größeren Land Rover Defender 130 liegt bei 76.000 Euro. Da muss man schon eine ausgedehnte Expedition planen, damit sich das rechnet. Das Fahrzeug ist nur ein Beispiel und wird nicht in Serie produziert, sondern immer nach Kundenwunsch angefertigt. In einem Katalog könnt ihr noch mehr Zusatzausrüstung auswählen und einbauen lassen.

Amadeus Matzker – ein tragischer Firmengründer

Die Geschichte von Matzker ist zugleich unglaublich, abenteuerlich und tragisch. Gründer war Amadeus Matzker, der vom Reisefieber gepackt seit 1985 fast jedes Jahr in die Wüsten Nordafrikas zog, um der Natur in ihrer Ursprünglichkeit nahe zu sein.
Als Konstrukteur und Kfz-Techniker war er zudem Pilot eines eigenen Rallye-Teams und nahm an Rennen der Abu Dhabi Desert Challenge oder der Sahara Rallye Grand Erg teil. Seine Erfahrungen ließ er dann in neue Fahrzeug-Entwicklungen einfließen.

Die Begeisterung für außergewöhnliche Vehikel entdeckte er schon als Jugendlicher. Besonders die Marke Land Rover hatte es ihm angetan. Als Gymnasiast begann er, alte Autos der Rheinarmee zu kaufen, zu restaurieren und wieder auf den Markt zu bringen. Seine Eltern überließen ihm dabei großzügig den Garten als Open-Air-Werkstatt. Später zog er gemeinsam mit Freunden in eine ausgediente Lagerhalle in Köln, um seiner Passion mehr Raum zu geben. Mit 20 Jahren gründete er seine eigene Firma, kaufte gebrauchte Land Rover, baute sie um und gewann dadurch so viele Kunden, dass die Marke Matzker vom Hobby eines autobegeisterten Jugendlichen zum erfolgreichen Unternehmen wurde.

Ganz sicher würde Amadeus Matzker noch heute mit Leidenschaft und Abenteuerlust durch die Wüste preschen und neue Expeditionsfahrzeuge ausrüsten, wenn er nicht am 24. Januar 2016 bei einem tragischen Autounfall in Mauretanien ums Leben gekommen wäre. Schlechte Sichtverhältnisse in einem Gebiet aus unübersichtlichen Dünen führten zu einer Verkettung dramatischer Ereignisse. Matzker wurde nur 49 Jahre alt – doch seine Innovationen und seine inspirierende Abenteuerlust im Offroad- und Campingbereich leben weiter.

Fotos (c): Matzker KFZ-Technik GmbH


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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Ich habe gerade den Artikel aus Interesse gelesen. Aber bitte, liebes Camperstyle Team, ihr werdet doch für solche Artikel mit Link bezahlt, dann müsst ihr doch auch „Werbung“ hinschreiben. Alles andere ist Täuschung und sogar strafbar.

    1. Hallo Jörg, dieser Artikel ist rein redaktionell und wurde nicht bezahlt. Beiträge, für die Geld geflossen sind, werden bei uns mit „Anzeige“ oder „Werbung“ im Titelbild markiert, damit sie auf den ersten Blick erkennbar sind. Viele Grüße! Nele

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