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VW-Bus goes Strom: Durot Electric baut vollelektrischen Bulli

VW-Bus goes Strom: Durot Electric baut vollelektrischen Bulli

Rumpelnd fährt der Bulli an. Rundlich, knallrot, mit Blumen beklebt. Innen eine Matratze und orangefarbene Vorhänge. Hippiegefühle. Nostalgie. Das ist das Bild, das viele im Kopf haben, sobald ihnen ein VW-Bus in den Sinn kommt. Aber Stromtankstelle, Batteriebetrieb – und dann noch ein T6? Was Durot Electric da gebaut hat, ist sicher nichts für Vintage-Fans. Aber für Zukunftsdenker. Die Schweizer Firma hat einen VW T6 zum vollelektrischen Multivan umgebaut.

„Die Steinzeit endete nicht aus Mangel an Steinen und die Ölzeit wird nicht enden aus Mangel an Öl“, lässt Durot Electric mit den Worten des saudi-arabischen Politikers und Anwalts Ahmed Zaki Yamani erklären. Aufgrund eines besonderen Kundenwunschs setzte sich die Firma gemeinsam mit dem österreichischen Batterie-Experten Kreisel Electric zusammen und tüftelte den Elektro-T6 aus.

Geschwindigkeit, Reichweite und Ladezeit des elektrischen T6

Die Batterie, die den Minivan antreibt, ist 86 Kilowattstunden stark. Im Vergleich dazu leistet die größte Batterie in einem der leistungsstärksten Autos von Tesla 100 Kilowattstunden. Gar nicht mal so schlecht! Mit dieser Power schafft es der umgebaute T6 von Durot Electric auf 400 Kilometer. Gut, da braucht man immer noch mehrere Anläufe für eine Fahrt an den Gardasee. Aber wer auf Reisen Bulli fährt, hat es in der Regel ja nicht so eilig. Wer ausschließlich bei 120 km/h auf der Autobahn herumheizt, muss mit 300 Kilometern Reichweite auskommen.

Zwei Motoren können gemeinsam mit 272 PS aufwarten. In acht Sekunden bist du damit von Null auf Hundert. Das klingt erst einmal nicht wirklich schnell, doch damit beschleunigt der elektrische T6 schneller als jeder Serienbus. Und ja – auch schneller als mancher Kleinwagen. Höchstgeschwindigkeit ist 150 km/h.
Laden kannst du den T6 mit 63 Kilowatt und CCS-Standard. In anderthalb Stunden hat er bereits 80 Prozent Kapazität erreicht. Das macht diverse Aufladepausen dann auch gar nicht mehr so schlimm und ruft nach einer ausgiebigen Mittagspause mit Spaziergang, bevor es weitergeht.

Caravan ziehen mit dem elektrischen T6

Der elektrische T6 kann sogar als Zugfahrzeug genutzt werden – bis zu 2,5 Tonnen. Sitzplätze gibt es für acht Personen. Doch jetzt wird es kritisch: Ist der VW-Bus voll beladen und zieht außerdem einen kleinen Caravan, sinkt die Reichweite auf 200 Kilometer. Das bedeutet, dass du entweder sehr viele Mittagspausen machst oder deine Schwiegermutter zu Hause lassen musst.
Die gute Nachricht: Über den CCS-Anschluss kann der T6 Electric mit einem entsprechenden Ladegerät auch als Solarspeicher für das eigene Zuhause verwendet werden. Außerdem hat er Allradantrieb.

Die flüssigkeitsgekühlte Batterie hat Durot Electric ist im Unterboden integriert, sodass im Inneren des Wagens kein Platz verloren geht. Und damit nicht plötzlich der Saft weg ist, gibt es ein Touchdisplay, das Fahrzeugdaten wie Verbrauch, verbleibende Reichweite und die Temperatur der Batterie anzeigt.
Kaufen kannst du den elektrischen T6 leider nicht. Die individuelle Kundenanfertigung ist bisher nicht in Serie gegangen und auch Planungen dazu liegen momentan nicht vor. Allerdings möchte VW spätestens 2022 seinen I.D. Buzz Elektro-Bulli auf den Markt bringen. Vielleicht lohnt sich also das Warten.

Durot Electric und Kreisel Electric: Eine energiegeladene Kooperation

Schweizer Manufaktur Durot Electric hat sich auf die Entwicklung von Fahrzeugen und Maschinen mit elektrischen Antrieben und Batteriespeichern spezialisiert. Gegründet wurde das Unternehmen von Systemtechniker Fredi Durot, Elektro¬ingenieur Klaus Pokorny und Werkstattleiter Roman Frehner.
Kreisel Electric entwickelt seit einiger Zeit extrem effiziente und leichte Akku-Packs, die in der E-Mobilität als Speicher einsetzbar sind. Die hergestellten Batterien sind bisher nicht nur im T6 zum Einsatz gekommen, sondern werden auch in Bussen, Lastwagen, Booten oder Flugzeugen verbaut.

Fotos (c): Durot Electric GmbH


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War schon immer eher Pippi Langstrumpf als Annika. Arbeitet als freie Texterin und Fotografin bei Zeilenaufbruch und liebt Roadtrips überall auf der Welt.

Lieblingsspots: USA und Südeuropa.

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