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DVB-T – Günstiges Fernsehen für Camper und Reisende

DVB-T – Günstiges Fernsehen für Camper und Reisende

Zum Thema Satellitenfernsehen hatten wir vor einiger Zeit ja schon einen ausführlichen Beitrag verfasst, heute möchten wir dir eine weitere Lösung für mobilen TV-Empfang vorstellen: DVB-T. Mit dieser Technologie kannst du günstig und mit relativ einfachen Mitteln auch unterwegs deine Lieblingsserien schauen, die Nachrichten verfolgen oder deinen Fußballclub anfeuern.

Was genau hinter der Bezeichnung DVB-T steckt, was du an Ausstattung dafür brauchst, für wen sich diese Lösung eignet und mit welchen Kosten du rechnen musst, erfährst du in diesem Artikel.

In diesem Zusammenhang geht ein dickes Dankeschön an Alois Huber und Peter Antretter von der Firma Antretter & Huber, die uns als Experten in allen technischen Fragen rund ums doch recht komplexe Thema DVB-T beraten und mit Informationen versorgt haben.

Was ist DVB-T?

Vom Prinzip her ist DVB-T („Digital Video Broadcasting – Terrestrial“) mit dem guten alten Antennenfernsehen vergleichbar, das es schon vor dem Satellitenfernsehen gab. Genauer gesagt, ist es der digitale Nachfolger des analogen Antennenfernsehens – und das Beste daran: Du musst keine klobigen Drahtantennen (Yagi-Uda-Antennen) auf dem Dach montieren lassen und diese je nach Fernsehprogramm und Senderstandort in unterschiedlichen Richtungen ausrichten.

DVB-T wird als Gleichwellennetz betrieben und die einzelnen Regionen werden von unterschiedlichen Senderstandorten ausgeleuchtet. Du kannst also ganz einfach und bequem eine DVB-T-Antenne aufstellen, ohne dir über die Ausrichtung Gedanken machen zu müssen.

In den meisten Regionen reicht zum Empfang von DVB-T eine Zimmerantenne. Nur in abgelegenen, dünn besiedelten Gegenden benötigst du eine Dachantenne – somit wird DVB-T quasi zum so genannten „Überallfernsehen“.

Um für den Mobilfunk (LTE700) mehr Platz zu schaffen, wurde DVB-T durch DVB-T2 (DVB- T-HF, DVB-T2 HD) ersetzt. Mit einem neuen Kodierungsverfahren können nun alle Fernsehprogramme in Full-HD ausgestrahlt werden. Aufgrund der Tendenz zu immer größeren Flachbildschirmen/LCD-Displays, auch in Campingfahrzeugen, wurde das Antennenfernsehen gegenüber dem Internet- Streaming und dem Satellitenfernsehen konkurrenzfähiger und auch für Reisende attraktiver gemacht.

Wie funktioniert DVB-T?

Das digitale Fernsehprogramm wird im selben Frequenzbereich abgestrahlt wie schon sein analoger Vorgänger: im UHF-Band von 470MHz bis 680MHz. Außerdem werden die gleichen Sendestandorte, z. B. Fernsehtürme in den Städten und Ballungsgebieten, verwendet. Der Unterschied besteht darin, dass beim analogen Fernsehen pro Frequenzkanal nur ein Programm ausgestrahlt werden konnte, mit DVB-T2 dagegen sind es pro Frequenzkanal bis zu 8 Sender in Full-HD-Auflösung. Das spart eine Menge Bandbreite.

So ein Bündel an Programmen wird „Ensemble“ genannt. Die öffentlich-rechtlichen Programme teilen sich in mehrere Ensembles auf – eines für die Programme, die von der ARD produziert werden, eines fürs ZDF und seine angehängten Sendeformate, eines für die Dritten wie BR, SWR, HR etc. und weitere für die privaten Programme, die als „Freenet1“, „Freenet2“ und „Freenet3“ bekannt sind. Dadurch erklärt sich, warum du mehrere Programme nicht mehr nutzen kannst, wenn ein Frequenzkanal gestört ist oder ausfällt.

Das Videomaterial der Sendeanstalten wird mit einem neuen Codierungsverfahren komprimiert und übertragen. Der Vorteil besteht darin, dass viel mehr Programme in höherer Bildqualität (Full-HD) ausgestrahlt werden können. Standardmäßig können alle gängigen Fernsehgeräte oder Receiver das DVB-T2-Signal dekodieren und anzeigen. Ältere Geräte brauchen dazu eine Set-Top-Box/Receiver, der mit dem grünen „DVB-T2 HD“-Logo gekennzeichnet wird.

Welche Programme kann ich über DVB-T empfangen?

Über DVB-T2 werden rund 40 Fernsehprogramme ausgestrahlt. Diese teilen sich auf in ca. 20 frei empfangbare, öffentlich-rechtliche (ARD, ZDF, KiKA, SWR, BR, …) und ca. 20 kostenpflichtige, private Programme (SAT1, RTL, Pro 7, …). Für die privaten Programme ist Freenet-TV zuständig. Dort werden zwei Bezahlmodelle angeboten (jährlich oder monatlich). Letzteres ist besonders für Camper interessant, die nur während des Urlaubs private Programme über DVB-T schauen wollen. Die Zahlung an Freenet kann entweder per Rechnung oder Lastschrift oder über Prepaid-Karten aus dem Supermarkt oder Einzelhandel erfolgen.

Was bietet DVB-T im Vergleich zu „normalem“ Fernsehen?

Experte Alois Huber von Antretter & Huber gibt Auskunft: „Internetfähige TV-Geräte oder Receiver, die den HbbTV-Dienst verarbeiten können, sind in der Lage, Inhalte der Fernsehprogramme über das Internet zu beziehen. Über DVB-T2 werden die Link-Informationen übertragen und dem Zuschauer angeboten. Wählt der Zuschauer diese aus, können neben dem üblichen Fernsehprogramm auch zusätzliche Informationen oder Streams per Internetverbindung direkt auf das TV- Geräte übertragen und dargestellt werden.“

Der Ausbau des Sendernetzes soll übrigens bis Ende 2019 abgeschlossen sein. Dann wird das gesamte Bundesgebiet flächendeckend mit DVB-T2 versorgt. Auf jedem Campingplatz in Deutschland ist dann DVB-T-Empfang möglich.

Was brauche ich für den Empfang von DVB-T?

Für den Empfang von DVB-T2 HD benötigst du eigentlich nur eine Antenne (im Fachhandel werden diese DVB-T- oder DVB-T2-Antennen genannt) und einen Fernseher, der DVB-T/T2 dekodieren kann.

Bei den Antennen wird zwischen aktiver und passiver Antenne unterschieden.

Passive Antennen

Passive Antennen funktionieren an allen Geräten, da sie keine Versorgungsspannung benötigen. Ihr Nachteil besteht darin, dass in schwach versorgten Gebieten, bei schlechtem Wetter, in bebauten Gegenden oder in Tälern und Wäldern relativ schnell Frust auftreten kann – denn hier bleibt der Fernseher gerne auch schon mal dunkel.

Aktive Antennen

Die bessere Wahl sind aktive Antennen. Manche müssen über ein Netzkabel extern mit Strom versorgt werden, andere werden über das Antennenkabel mit Spannung versorgt. Die meisten TV-Geräte im Caravan- und Reisemobil-Sektor sind mit diesem Standard ausgestattet. Im Einstellungsmenü muss nur die Funktion „Antennenspeisung“ aktiviert werden. Falls dein Gerät diese Funktion nicht besitzt, kannst du für wenige Euros eine so genannte „Fernspeiseweiche“ kaufen und sie zwischen Antenne und Fernseher einsetzen.

Montage

Leider ist die Auswahl an geeigneten Antennen für den Caravan-Markt recht dürftig geworden. Die meisten Antennen werden auf dem Dach montiert. Dafür müssen Löcher für die Montage und das Antennenkabel vorgesehen sein, ansonsten riskierst du einen Wasserschaden. Außerdem sind solche Dachantennen für Reisemobile recht hoch und erweitern damit die meist bereits stattliche Fahrzeughöhe nochmal. Bei Durchfahrten und Garagen musst du dies immer berücksichtigen.

Bei den meisten Reisemobilherstellern gibt es für DVB-T keine Ausstattungsvariante mit einer vormontierten bzw. integrierten DVB-T-Antenne, sondern nur Vorbereitungen mit Spannungsversorgung, TV-Halter und verlegtem Antennenkabel ohne Antenne. Erst der Händler montiert die Antenne dann auf Wunsch am Fahrzeug.

Fernseher

Die Empfänger von Fernsehern im Caravan-Markt sind dagegen standardisiert und können alle gängigen Fernsehstandards anzeigen. Darunter fallen natürlich DVB-T/T2 und für den Satellitenempfang DVB-S/S2.
Ältere Geräte, die nur DVB-T empfangen können benötigen einen zusätzlichen Receiver/Set-Top-Box, der den neuen Standard DVB-T2 dekodieren kann.

Abo für Privatsender

Um die privaten Fernsehsender mit einem Freenet-Abo sehen zu können, musst du darauf achten, dass dein Fernseher bzw. Receiver einen Schacht oder Einschub für ein CI+ Empfangsmodul hat und CI+ fähig ist. Das System ist das gleiche wie beim PayTV. Es gibt aber auch von Freenet zertifizierte Geräte, die kein CI+ Modul benötigen, da die notwendige Entschlüsselungstechnik bereits im Gerät integriert ist. In diesem Fall brauchst du nur noch ein entsprechendes Abo und los geht‘s mit den privaten Sendern.

Welche Möglichkeiten bzw. Varianten von DVB-T-Anlagen gibt es?

Auf dem Caravan-Markt sind folgende Arten von DVB-T-Antennen üblich:

Dachantennen

Eine Gruppe sind Antennen die auf dem Dach von Reisemobilen oder Caravans festmontiert werden. Damit es nicht zu Wasserschäden am Fahrzeug kommt, müssen Durchbrüche für Schrauben und Kabeldurchführungen entweder ab Werk vorgesehen sein oder vom Fachhändler nachträglich gebohrt und fachgerecht abgedichtet werden.

Beides kostet einige hundert Euro Aufpreis und die Dichtigkeit wird nur für einige Jahre gewährleistet. Außerdem kombinieren solche Antennen meist mehrere Rundfunkdienste, wie FM/UKW, DAB+ und DVB-T. Dabei können sich die einzelnen Dienste gegenseitig stören und es kann keiner der Dienste zur Zufriedenheit des Kunden empfangen werden.

Zimmer- oder Außenantennen

Die zweite Gruppe sind Zimmer- oder Außenantennen vom Heimgerätemarkt, die für Wohnungen/Häuser gedacht sind. Sie sind leicht aufzustellen und ohne Montage am Fernseher anzuschließen. Es bedarf keiner Löcher in der Außenhaut des Reisemobil.

In der Regel sind diese nur für den DVB-T-Empfang vorgesehen und können nichts anderes. Zimmerantennen müssen während der Fahrt verstaut werden, da sie zumeist nicht festmontiert werden können und bei Bremsmanöver herumfliegen können. Außenantennen werden zumeist auf Masten oder an den Aufbauten des Reisemobils angebracht. Die Antennenkabel werden dann durch Luken oder Fenster nach innen geführt. Zumeist werden diese während der Fahrt abgeschraubt und ebenfalls im Fahrzeug verstaut. Dadurch ist Fernsehen während der Fahrt auch hier nur eingeschränkt möglich.

Folienantennen

Die dritte, noch relativ unbekannte Gruppe, sind die so genannten Folienantennen. Diese werden auf die Innenseite der Außenhaut geklebt und somit von der Verkleidung verdeckt.

Es muss nur ein Antennenkabel verlegt werden, das sich ausschließlich im Innenraum des Caravans befindet und keine Löcher oder Durchbrüche in der Außenhaut braucht. Außerdem sind keine Montagemittel notwendig.

Diese integrierte Antenne wird über das Antennenkabel mit Spannung versorgt, nimmt keinen Platz weg, stört optisch nicht und ermöglicht das Fernsehen während der Fahrt.

Welcher Standard ist heute aktuell?

Der Empfang von DVB-T2 HD setzt ein geeignetes Empfangsgerät voraus. Das kann entweder eine Set-Top-Box sein, mit der „alte“ Fernsehgeräte DVB-T2 HD-fähig gemacht werden, oder aber ein Flachbildfernseher der neuesten Generation mit integriertem DVB-T2 HD-Empfangsteil – beide Gerätetypen nutzen als Orientierungshilfe das grüne DVB-T2 HD-Logo.

Für den Empfang der privaten Sender muss das Empfangsgerät auch in der Lage sein ein CI+ Modul aufnehmen und den CI+ Standard verarbeiten zu können. Es gibt auch von Freenet TV zertifizierte Geräte, die kein CI+ Modul benötigen, da die notwendige Entschlüsselungs- Elektronik verbaut ist und der Kunde nur ein Freenet-Abo braucht.

Seit dem 13.06.2017 gilt für aktive Antennen uneingeschränkt die Norm EN 303 354. Darunter fallen auch die am Markt befindlichen aktiven DVB-T-Antennen. In einfachen Worten regelt diese Norm die Qualität der aktiven Empfangsantennen. Ziel ist es, das aktive Empfangsantennen andere Funkdienste, insbesondere den angrenzenden Mobilfunk, nicht zu stören.

Antennen, die diese Norm nicht erfüllen, sind illegal und werden von der Bundesnetzagentur verfolgt. Außerdem können diese den Mobilfunk stören und zu verringerten Datenraten beim Kunden führen. Diese Norm sorgt somit für qualitativ höherwertige Produkte von denen der Kunde auch etwas hat. Außerdem wird dadurch die Billigware aus Fernost etwas eingedämmt.

Wo kann ich DVB-T-Fernsehen empfangen? Wie sieht es im Ausland aus (Spanien, Frankreich etc.)?

Ab Mitte 2019 kann in allen Winkeln Deutschlands DVB-T2 empfangen werden, egal ob öffentlich-rechtliche oder private Sender. Im Ausland kannst du leider nur das dortige Fernsehprogramm in der jeweiligen Landesprache empfangen – in der Schweiz, Österreich und Südtirol sicherlich machbar, in Spanien, Frankreich oder auf dem Balkan könnte es dagegen schwieriger werden.

Die Länder um Deutschland herum rüsten langsam aber sicher das alte DVB-T auf das neue DVB-T2 um. Das stellt für deutsche Urlauber kein Problem dar, da alle Geräte, die DVB-T2 verarbeiten, auch DVB-T handhaben können.

Fernsehen während der Fahrt

Am Fahrzeug integrierte DVB-T-Antennen oder Zimmerantennen im Reisemobil können während der Fahrt genutzt werden, um fernzusehen. In Premiumautos (5er BMW und aufwärts, Mercedes-E- Klasse und aufwärts, …) ist das „Fernsehen für die Rückbank“ schon lange als Sonderausstattung erhältlich.

Mit dem öffentlich-rechtlichen Kindersender „KiKA“ beispielsweise können sich die Nachwuchscamper während der Fahrt die Zeit vertreiben und Ihre Lieblingssendungen ansehen. So werden Staus und lange Reisen etwas angenehmer

Worauf sollte ich beim Kauf einer DVB-T-Anlage achten?

DVB-T2-LogoEine gute Orientierungshilfe für den Kauf von DVB-T-Antennen, -Receivern/Set Top Boxen und -Fernsehern ist das grüne DVB-T2 HD-Logo.

Insbesondere muss bei Receivern und Fernsehern darauf geachtet werden, dass sie „CI+“-Module aufnehmen und den „CI+“-Standard verarbeiten können oder von Freenet-TV zertifiziert sind.

Bei den Antennen sollten möglichst aktive Antennen mit Verstärkern gekauft werden. Dadurch bleibt die Signalqualität auch bei langen Antennenkabeln und preisgünstigen Receivern gleich hoch. Um den Verkabelungsaufwand zu minimieren, ist es von Vorteil, dass die aktive Antenne über das Antennenkabel gespeist wird.

Die Antennen müssen für vertikale und horizontale Signale empfänglich sein und sollten aus allen Richtungen Signale aufnehmen können („Rundstrahlverhalten“). Beim Kauf von aktiven DVB-T-Antennen solltest du außerdem auf die Erfüllung der europäischen Richtlinie „RED 2014/53/EU“ oder der ETSI-Norm „EN 303 354“ achten. Nur hochwertige Produkte erfüllen diese Anforderungen und ermöglichen einen ungestörten Fernsehgenuss.

Unterschiede zwischen DVB-T und Satellit

Sendervielfalt

Über DVB-T werden, wie oben bereits beschrieben, ca. 40 Fernsehprogramme ausgestrahlt, während es beim Satelliten-Fernsehen mehrere hundert deutschsprachige Programme gibt. Ein großer Teil davon gehört jedoch zum so genannten PayTV und sind damit kostenpflichtig – ohne Abo(s) bleiben also noch etwa hundert Programme übrig, die per Satellit frei empfangbar sind.

Qualität

Alle Programme über DVB-T werden in Full-HD-Qualität ausgestrahlt. Mit immer größer werdenden Flat-Screens ist DVB-T damit zukunftssicher und angenehm anzusehen. Leider muss bei DVB-T für den Empfang der privaten Sender bezahlt werden, die öffentlich-rechtlichen und wenige Private (bibeltv, QVC, HSE) in Full-HD sind dagegeen kostenfrei.

Gleiches gilt für den Empfang via Satelliten. Nur hier gibt es den Unterschied, dass die Privatsender, wie RTL, in der schlechteren SD-Auflösung frei empfangbar sind. Für Full-HD benötigt der Kunde auch via Satelliten ein Freenet-Abo. Je größer das TV-Gerät und je näher du vor dem TV-Gerät sitzt, desto schlechter wird die SD-Auflösung empfunden.

Empfangsgebiete und -reichweiten

Nach dem Ausbau des DVB-T-Netzes in Deutschland Mitte/Ende 2019 wird der Empfang von Fernsehprogrammen via Antenne im gesamten Bundesgebiet einwandfrei möglich sein. Aufgrund des günstigen Frequenzbereiches kann auch im urbanen Gebiet, bei Unwetter, in Tälern und unter Bäumen, also an nahezu jedem erdenklichen Camping-Standort, Fernsehen via Antenne geschaut werden.

Bei Sat-Antennen ist das etwas schwieriger. Je kompakter/kleiner der Spiegel bzw. die Flächenantenne, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du unter Bäumen, bei Unwetter oder hinter Gebäuden kein Satellitensignal empfangen kannst. Der Standort und mögliche Hindernisse spielen also eine viel größere Rolle als bei einer DVB-T-Anlage.

Außerdem kann DVB-T auch während der Fahrt zum Zeitvertreib genutzt werden. Integrierte Satelliten-Antennen müssen dagegen in der Regel unterwegs eingeklappt bzw. abgebaut und verstaut werden – einzige Ausnahme bilden hier die so genannten Kuppelantennen, die auch on Tour betrieben werden können.

Sat-Anlage plus DVB-T – ist das kombinierbar und sinnvoll?

Die meisten neuen TV-Geräte für den Caravan-Markt können mit allen gängigen Standards wie DVB-T/T2 und DVB-S/S2 umgehen. Einen neuen Fernseher brauchst du dir also in aller Regel dafür nicht anzuschaffen. Außerdem stehen getrennte Anschlüsse für Sat- und DVB-T-Antennen zur Verfügung. Beide Antennen können parallel an dem Fernseher angeschlossen werden.

Der Empfang von Fernsehprogrammen ist via DVB-T unempfindlicher gegen Unwetter, Abschattungen durch Gebäude, Bäume oder Berge in Tälern. Satelliten-TV wartet dafür mit einer hohen Sendervielfalt auf. Falls du großen Wert aufs Fernsehen unterwegs legst, kann eine Kombination aus beiden deshalb sinnvoll sein.

Wie hoch sind die Kosten für Ausrüstung und Empfang?

 SatellitenanlagenDVB-T-Anlagen
Zum NachrüstenManuelle Geräte
inklusive Sat-Finder, Standfuß etc.:
ca. 500 – 1.000€

Automatische Systeme:
ca. 1.000 – 3.000€

Automatische Systeme
mit Internet:

ab ca. 3.000€
DVB-T-Antenne zum Nachrüsten:
ca. 25 - 400€

TV-Vorbereitung:
(Fernsehhalter, Antennenkabel, Stromversorgung):
ca. 120 - 200€

Vom Reisemobil-herstellermit Fernseher und Verkabelung:
ca. 3.800€ - 4.000€
mit Fernseher und Verkabelung:
ca. 1.500€ - 2.500€

Für wen ist DVB-T geeignet?

Preisbewusste Camper

Für Sparfüchse, die sich hauptsächlich im deutschsprachigen Raum aufhalten und überwiegend öffentlich-rechtliche Sender anschauen, ist DVB-T besonders gut geeignet. Falls du, ebenfalls für kleines Geld, auch auf die „Privaten“ nicht verzichten möchtest, ist ein monatliches Freenet-Abo (5,75€/Monat) die günstigste Art, unterwegs deine Sendungen zu sehen.

Durchreisende

Für Camper, die quer durch den deutschsprachigen Raum fahren und mehrere Tage unterwegs sind sowie mehrere Stopps zum Übernachten einlegen müssen, ist DVB-T eine günstige und vor allem praktische sowie einfache Lösung um Fernsehschauen zu können. Dabei denken wir vor allem an Österreicher oder Schweizer, die drei bis 4 Tage an die Nord- bzw. Ostsee reisen. Umgekehrt gilt das gleiche für Norddeutsche, die zahlreiche Sehenswürdigkeiten auf Ihrer Fahrt ans Mittelmehr ansteuern und Tage dort verbringen bis Sie Ihr eigentliches Reiseziel, die Küste, erreichen.

Besitzer von manuellen, kleinen Sat-Anlagen

Reisende die eine manuelle Sat-Antenne mit nur geringem Spiegeldurchmesser oder eine Sat-Antenne in einem Radom verwenden, haben oft damit zu kämpfen, dass bei schlechtem Wetter oder unter Bäumen der Sat-Empfang abbricht. Hier wäre es von Vorteil, die bestehende Sat-Antenne mit einer DVB-T-Antenne zu erweitern, da der eingesetzte Fernseher beide Antennen parallel betreiben kann.

Komfort-Camper und TV-Junkies

Auch wenn du schon mit einer großen und hochwertigen Satellitenanlage ausgestattet bist, kann eine zusätzliche DVB- T-Antenne sinnvoll, sein. So hast du unabhängig von möglichen Hindernissen fast immer und überall in irgendeiner Weise TV-Empfang und deine Mitreisenden können sich sogar während der Fahrt die Zeit vertreiben.

Fazit: Vor- und Nachteile von DVB-T im Überblick

Vorteile

  • DVB-T-Antennen sind in der Regel sehr kompakt und können überallhin mitgenommen werden.
  • Sie sind einfach zu montieren und du brauchst kein handwerkliches Geschick oder kostspielige Geräte, um die Antennen am Fahrzeug zu installieren oder auszurichten. Es gibt sogar Antennen, die nur aufgeklebt werden.
  • DVB-T ist praktisch überall in Deutschland zu empfangen und bietet dank Full-HD ein hervorragendes Bild.
  • Die Anschaffungskosten sind sehr gering. Du brauchst nur eine Antenne, da alle Fernseher der Caravan-Branche DVB-T/T2 dekodieren können.
  • DVB-T ist sehr gut mit Sat-Antennen kombinierbar, da die standardisierten TV-Geräte beide Antennenarten parallel betreiben können.
  • Während der Fahrt können Kinder oder der Beifahrer über DVB-T fernsehen und sich die Zeit vertreiben.
  • Das DVB-T-Signal ist relativ robust gegen Unwetter/Regen/Schnee, durchdringt leicht Gebäude oder Baumkronen und kann auch in Bergtälern meist noch empfangen werden.

Nachteile

  • Die Privatsender können nur gegen Gebühr (aktuell 5,75€/Monat oder 69€/Jahr, Stand: November 2018) empfangen werden.
  • Gegenüber dem Satellitenfernsehen ist die Sendervielfalt mit ca. 40 Sendern deutlich geringer (gegenüber ca. 100 Sendern beim Sat-Empfang).
  • Im Ausland können nur einheimische Fernsehprogramme in der jeweiligen Landessprache angesehen werden.

Das war jetzt ganz schön viel Input – ich hoffe aber, dass dir unser kleiner DVB-T Guide etwas helfen konnte, um die richtige Kaufentscheidung zu treffen. Falls du weitergehende Fragen hast, hinterlasse uns gerne einen Kommentar!

Titelbild: (c) REDPIXEL / Depositphotos.com
Grafiken: (c) CamperStyle

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