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E-Mobilität im Reisemobil – Chancen, Ansätze, Herausforderungen

E-Mobilität im Reisemobil – Chancen, Ansätze, Herausforderungen

Klimawandel, Diesel-Fahrverbote, alternative Antriebsformen – diese Schlagworte beherrschen seit geraumer Zeit die Medienberichterstattung und sorgen für hitzige politische Auseinandersetzungen. Noch stecken die Entwicklungen in den Kinderschuhen – denn während sich im Pkw-Bereich bereits einiges tut, sind im Reisemobilsektor noch einige größere Herausforderungen in punkto Reichweiten und Gewicht zu meistern, bevor die Fahrzeuge wirklich alltagstauglich werden. Doch auch hier gibt es nicht nur Studien und Prototypen, sondern auch schon erste konkrete Ansätze, die hoffen lassen.

E-Mobilität aktuell: Entwicklungen in der Automobilbranche

Die Tatsache, dass nicht nur „disruptive“ Firmen und Start-ups wie Tesla, sondern auch etablierte Konzerne sich intensiv dem Thema widmen, zeigt, dass es sich bei der E-Mobil nicht um eine vorübergehende Modeerscheinung handelt, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach um die Zukunft der Automobilbranche. Unter anderem Volvo, Mercedes Benz, Volkswagen oder Opel sind mit im Rennen und wollen zur neuen Mobilitätsgeneration gehören – sicherlich nicht ausschließlich um der Innovation willen, sondern auch aufgrund der jüngsten Abgas-Skandale, die die Automobilbranche ganz schön aufgewirbelt haben.

Ganz gleich, wie man persönlich zu dieser gefühlten “Massenhysterie” steht – schließlich wurde uns der Diesel über viele Jahre hinweg als “saubere” Lösung verkauft und entsprechend gehypt – werden wir uns mit der Thematik auseinandersetzen müssen. Denn auch wenn Industrie, Schifffahrt und Flugzeuge nach wie vor als deutlich schlimmere Klimakiller gelten als die private Auto- und Reisemobilnutzung, brauchen wir langfristig auch hier umweltfreundlichere Antriebsformen.

E-Mobilität im Reisemobilsektor

Erlauben wir uns mal ein paar futuristische Zukunftsvisionen: Wie wäre es, wenn du dir bei deinem nächsten Wohnmobil keine Gedanken mehr um Diesel oder Benzin machen müsstest? Wenn du dein Auto buchstäblich im Schlaf auf dem Campingplatz wieder „volltanken“ und am nächsten Tag deine Reise fortsetzen könntest? Wenn dein Reisemobil eine „fahrende Batterie“ wäre, die von der Sonne auf der Autobahn aufgeladen wird?

Noch sind das Träumereien, denn in Campingfahrzeug muss zuverlässig viele Kilometer zurücklegen können, im Idealfall mehrere hundert am Stück, ohne Zwischenladung. Außerdem sollte es finanziell auch für Normalverdiener zu stemmen sein.

Bis zum heutigen Tag gibt es kein Wohnmobil, das all diese Kriterien erfüllt. Zumindest aber sind erste Schritte zu beobachten, die in diese Richtung weisen und durch konsequente Weiterentwicklung vielleicht in absehbarer Zeit auch massentauglich werden könnten – wenn zeitgleich die entsprechende Infrastruktur geschaffen wird. Denn selbst, wenn du nicht unbedingt mehr als sagen wir mal 350 oder 400 Kilometer am Stück zurücklegen willst, benötigst du Ladestationen auf deiner Route oder am Campingplatz, die für Reisefahrzeuge ausgelegt sind. Das gibt es nach aktuellem Stand weder in Deutschland noch im übrigen Europa oder in anderen Ländern der Welt.

Die Batterie eines Elektroautos verfügt über viele Zellen (rund 7.000), die geladen werden müssen – und das dauert seine Zeit. Grob überschlagen wäre ein Fahrzeug, das die oben erwähnten 350 Kilometer zurücklegen soll, mit der momentanen Technologie in ca. 11 bis 12 Stunden per 230-Volt-Anschluss geladen und fahrbereit. Selbst wenn du Zugang zu einem Netz an „Expressstationen“ mit Schnellladetechnik haben solltest (die dann rund 80 Prozent der Batterie in 30 Minuten laden könnten), wäre die Anzahl und Verteilung dieser Stationen bei Weitem nicht genügend ausgebaut, um dir ausreichende Bewegungsfreiheit garantieren zu können.

Müssen wir uns also von der Idee des e-Campers verabschieden?

Auch wenn der Beginn der e-Revolution vielleicht etwas schleppend und eingeschränkt erscheint, liegen die Vorteile der neuen Technologien auch für die Reisemobilbranche und ihre Kunden auf der Hand und es lohnt sich, etwas Geduld und Ausdauer zu haben. Einige Beispiele, wie wir Camper davon profitieren könnten:

Nur noch eine einzige Energiequelle

Mit einer großen, leistungsstarken Batterie und der entsprechenden Menge an gespeicherter Energie könnten alle Bedürfnisse moderner Camper und Reisemobilisten gedeckt sein: Die Batterie könnte nicht nur den Motor, sondern auch Heizung, Boiler, Kühlschrank und sogar den Herd speisen, sodass Gasflaschen, Diesel-Standheizungen und andere Energiequellen mitsamt ihrem Wartungsaufwand und auch ihren Risiken (Gas!) der Vergangenheit angehören würden. Gleichzeitig könntest du Computer, Fernseher und Satellitenanlagen betreiben und dein elektronisches Equimpent wie Kamera, Mobiltelefon oder Tablet laden – im Idealfall sogar ganz unabhängig von externen Stromquellen. Vor allem für Menschen, die viel unterwegs sind oder sogar mobil leben und arbeiten ein Traum!

Geringere Kosten für Reise, Unterhalt und Steuern

Klar, die Energiepreise hängen immer von den politischen Entscheidungen und Subventionen der jeweiligen Länder ab und sind teilweise starken Schwankungen unterworfen. Hier wäre abzuwarten, wie sich die Kosten im Laufe der Zeit entwickeln. Nach derzeitigem Stand ist der Preis pro gefahrenem Kilometer mit einem elektrischen Fahrzeug jedoch deutlich günstiger als der von Benzin- oder Dieselfahrzeugen – bei Elektro-Autos liegen die Kosten pro 100 Kilometern momentan bei etwa der Hälfte ihrer Treibstoff-Kollegen.

Mit ihren einfacheren Motoren und den Mechanismen und Bauteilen, die weniger Reibung und Verschleiß ausgesetzt sind, gelten Elektrofahrzeuge außerdem als zuverlässiger, langlebiger und weniger anfällig – was sie auf lange Sicht dann auch günstiger im Unterhalt macht als ihre konventionellen Mitbewerber. Ein Elektroantrieb besitzt rund 1.000 Bauteile weniger als ein herkömmlicher Motor und macht natürlich auch den Wechsel von Öl, Zündkerzen, Keilriemen oder Einspritzpumpen überflüssig!

Und damit nicht genug: Wenn wir noch die niedrigeren Steuern mit einkalkulieren, sinken die laufenden Kosten doch ganz erheblich – bis die Politik auf die Idee kommt, eine „Energiespeicherungssteuer für CO2-freie vierrädrige Fortbewegungsmittel“ (oder was ähnlich Kreatives) einzuführen… 🙂

Mehr Stauraum

Wenn im vorderen Bereich des Fahrzeugs kein Motor mehr verbaut ist, wird jede Menge Platz frei – nicht nur für die Füße, sondern auch als erweiterter Stauraum. Darüber hinaus werden natürlich auch keine Gangschaltung und keine Kardanwelle mehr benötigt – was in der Praxis bedeutet, dass hier eine „glatte“ Fläche entsteht, die in punkto Grundriss komplett neue Möglichkeiten eröffnet. Wenn wir mal etwas herumspinnen, könnte zum Beispiel die Fahrerkabine theoretisch komplett als Wohnraum (mit-)genutzt werden.

Außerdem besitzen solche Fahrzeuge einen niedrigerer Schwerpunkt, der für eine bessere Straßenlage sorgt.

Universelle Plattformen und (potenziell) adaptierbare Karosserien

Da alles, was ein Elektrofahrzeug zum Funktionieren benötigt, am Boden des Chassis und an den Rädern „verpackt“ ist, kommt man leicht in Versuchung, auf eine universelle Plattform zu spekulieren, die einfache Anpassungen an der Karosserie möglich macht – ein Szenario, das bei E-Mobilen zumindest deutlich wahrscheinlicher ist als bei heutigen Fahrzeugen.

Sollte das gelingen, könntest du zum Beispiel einen Kleinbus kaufen und ihn im Handumdrehen mit nur ein paar Schrauben in einen Campervan verwandeln. Oder an ein ganz normales Alltagsfahrzeug zusätzlichen Stauraum installieren und es so zum Wochenend-Minicamper umfunktionieren.

Mehr Unabhängigkeit und Freiheit

Sobald die neuen Technologien genügend ausgereift und die Produktionskosten auf ein erschwingliches Maß gesunken sind, werden wir über Fahrzeuge verfügen, die ihre superkompakten Batterien direkt über ebenso supereffiziente Solar-Panels aufladen können. Dann werden nicht nur „normale“ Camper, sondern selbst Offroadfahrzeuge komplett unabhängig durch die Lande ziehen können und freiheitsliebende Reisende müssen kaum noch in die Zivilisation zurückkehren – zumindest nicht wegen ihres Fahrzeugs.

Entwicklungen und Prototypen mit Potenzial

Kombination aus E-Antrieb und Verbrennungsmotor: Das AL-KO Hybrid Power Chassis

Eine Zwischenstufe hin zum vollelektrischen Wohnmobil stellen die so genannten Hybride dar. Hier werden Elektroantrieb und Verbrennungsmotor kombiniert, um bereits zum jetzigen Zeitpunkt alltaugstaugliche Reichweiten für Reisemobilisten zu erzielen.

Die Firma AL-KO Fahrzeugtechnik hat in diesem Bereich eine zukunftsweisende Technologie auf den Markt gebracht: Das Hybrid Power Chassis.

Dieses Produkt besteht, wie der Name schon ahnen lässt, aus einem Chassis, in das bereits ab Werk zwei Batterien mit insgesamt 90 kW integriert werden. Sie speisen einen Elektromotor mit Antrieb an der Hinterachse, und können bis zu 100 Kilometer Reichweite leisten – zum Beispiel in Innenstädten oder anderen Bereichen mit Diesel-Fahrverboten. An der Vorderachse sorgt ein Verbrennungsmotor für die nötige Bewegungsfreiheit bei Überlandfahrten.

Dank seiner unterschiedlichen Fahr-Modi ist das Hybrid Power Chassis für Reisemobilisten ultra-flexibel einsetzbar:

  • Hybrid Mode: Im Hybrid Modus können, wenn es energetisch sinnvoll ist, E-Motor und Verbrennungsmotor gleichzeitig laufen und sorgen so für mehr Effizienz im Fahrbetrieb. Der E-Antrieb läuft in diesem Modus nicht zwingend immer mit. Außerdem kann der Verbrenner, z.B. unterhalb einer bestimmten Zielgeschwindigkeit, abgeschaltet werden und der E-Antrieb übernimmt komplett. Der Fahrzeugaufbau kann wie gewohnt während der Reise mit Energie versorgt werden.
  • Electric Mode: Beim vollelektrischen Modus liegt die maximale Fahrgeschwindigkeit bei etwa 90 km/h. Hier wird das Fahrzeug über die drehmomentstarke elektrische Achse angetrieben und bewegt sich lautlos und emissionsfrei durch Umweltzonen, Wohngebiete, Innenstädte, oder Naherholungsgebiete.
  • X-TRA Charge Mode: Dieser automatisierte Modus dient zur Erweiterung der batterieelektrischen Reichweite und zur Sicherstellung zusätzlich notwendiger elektrischer Energie. Der Xtra Charge Mode ist ein spezieller Hybrid-Modus in dem die Batterie während der Fahrt über eine „erzwungene“ Dauer-Rekuperation aufgeladen wird. Dies geschieht, während der Verbrenner ganz normal verwendet wird. Der E-Motor fungiert als Generator. Dadurch ist die Bereitstellung von Maßnahmen zur Aufrechterhaltung von beispielsweise Kühlkettenvorgaben gewährleistet.

Weitere Funktionen wie zum Beispiel eine 4×4-Anfahrhilfe für rutschigen Untergrund oder Steigungen, Connectivity-Lösungen, zum Beispiel zur Steuerung von Licht, Kühlschrank oder Media-Geräten, ein automatisches Umschalten auf den Elektromodus beim Befahren von Umweltzonen sowie GPS- oder Fahrzeugdatenübermittlung sind ebenfalls integrierbar.

Auch wenn der Elektromotor und die Batterieleistung (noch) nicht für einen Dauerbetrieb ausgelegt sind: Wir glauben, dass die Hybridlösung für den Moment den besten und realistischsten Ansatz darstellt – zumindest so lange, bis die Hürden in punkto Reichweite, Ladedauer und Kosten in der aktuellen Batterietechnologie fallen.

Oder anders gesagt: Das E-Hybrid-Konzept vereint die positiven Eigenschaften aus beiden Welten: Die Autonomie und Leistungsstärke eines herkömmlichen Wohnmobils und den Null-Emissions-Ansatz der E-Mobilität.

Das erste vollelektrische Serien-Wohnmobil: Iridium

Auf der CMT 2019 in Stuttgart wurde das Iridium-Wohnmobil als Neuheit präsentiert – das erste vollelektrische Reisemobil, das tatsächlich schon gekauft und gefahren werden kann. Und nicht aussieht wie ein Raumschiff.

Die Strategie dahinter ist simpel: Der Teilintegrierte ist aus Komponenten gebaut, die bereits auf dem Markt sind und funktionieren – und mit einem Elektromotor ergänzt. Als Basis verwendet der Hersteller das Servel-Euro-Chassis, das bereits beim Fiat Ducato, Peugeot Boxer und Citroen Jumper im Einsatz ist. Der Verbrennermotor und das Getriebe wurden durch Batterien und E-Antrieb der Firma EFA-S ersetzt. Der Aufbau entspricht dem bereits bekannten Modell Bela P69, für die Zukunft ist aber auch eine vollintegrierte Version geplant (Iridium MH44 und MH74).

Das Interessante an Iridium-Konzept ist, dass es bereits von Anfang an auf die Bedürfnisse von Campern hin entwickelt wurde. Hierin unterscheidet sich das Fahrzeug von anderen bereits bekannten Modellen, die aktuell noch stark auf den Markt von Lieferdiensten und Last-Mile-Logistik fokussieren. So kommt das Iridium dank seiner 106 kWh-Batterie laut Herstellerangaben auf eine Reichweite von immerhin rund 300 Kilometer. Unserer Ansicht nach noch nicht genug, aber immerhin ein erster Schritt in die richtige Richtung.

In punkto Ladung zeigt sich die Flexibilität dieses Systems: Zum einen gewinnt es über die so genannte KERS-Technologie (Kinetic Energy Recovery System) beim Bremsen Energie zurück. Zum anderen können sämtliche aktuell verfügbaren Methoden genutzt werden – ob zuhause, auf dem Campingplatz oder an Schnellladestationen unterwegs.

Die erste Iridium-Baureihe soll Anfang 2020 an die Kunden übergeben werden. Die Produktion der zweite Baureihe ist für Sommer 2019 geplant. Der Preis liegt aktuell bei 169.000 Euro.

Elektrischer Wohnwagen: e.home coco von Dethleffs

Der e.home Coco ist mehr als einfach nur ein sehr leicht gebauter Wohnwagen. Er ist durch zwei Naben-Elektromotoren (einer an jedem Rad) und eine intelligente Steuerungselektronik in Zusammenhang mit zwei Hochleistungsbatterien ein aktives Wohnauto. Das bedeutet, der elektronische Wohnwagen wird nicht einfach nur gezogen. Er sorgt auch für Zugentlastung. Denn die beiden elektrischen Antriebsmotoren der Achse können so gesteuert werden, dass sie die Anhängelast an der Kupplung auf beispielsweise 100 kg reduzieren. Dafür sorgen 80 kWh Batteriekapazität, zwei Elektromotoren mit je 40 kW Leistung und je 470 Nm Drehmoment. Denn nur so können auch mit einem Elektro-PKW als Zugfahrzeug Urlaube in Angriff genommen werden ohne alle paar Kilometer anhalten und aufladen zu müssen.

Durch den Antrieb beider Räder unabhängig voneinander in Kombination mit einer zentralen Steuereinheit kann der e.home Coco beispielsweise Schlingerbewegungen erkennen und so als ESP für Caravans fungieren. Bei den immer wieder zu sehenden Videos sich aufschaukelnder Wohnwagen ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Außerdem braucht man bei diesem Wohnwagen kein externes Rangiersystem mehr. Der e.home coco ist sozusagen sein eigener „Mover“ und ermöglicht eine Drehung bis hin zu 360 Grad auf dem Punkt. Das Einparken auf dem Campingplatz erfolgt dabei über eine App auf dem eigenen mobilen Endgerät.

Angeschlossen an den Landstrom auf Campingplätzen, erfolgt die gesamte Energieversorgung des elektrischen Wohnwagens über Strom. Dies ist durch die großen Batterien möglich, die einen Puffer bilden, der Leistungsspitzen abfangen kann, die sonst die Campingplatzelektrizität an ihre Grenzen bringen kann. Auf Gas beim Kochen wird verzichtet und die auf dem Dach montierte Solaranlage erzeugt zusätzlichen Strom.

Dies ist nicht nur unterwegs: die beiden großen Batterien können auch zu Hause als mobiler Stromspeicher verwendet werden. Das heißt, dass der Dethleffs e.home coco nicht zehn Monate sinnlos in der Einfahrt steht. Stattdessen kann der Strom aus einer Solaranlage auf dem Hausdach in den Batterien des Wohnwagens gespeichert und bei Bedarf auch wieder abgegeben werden.

Die zu erwartende Verbreitung der Elektromobilität stellt eine Herausforderung für den klassischen Caravan dar, da auf absehbare Zeit die Batteriekapazität von Elektro-PKWs nicht dafür ausreichen wird, auch mit einem Anhänger praxisgerechte Reichweiten zu realisieren. Mit dem Dethleffs e.home coco erfinden wir die Grundidee des Caravans neu und erweitern dessen Einsatzmöglichkeiten – auch in Zeiten von Elektro-PKW.
(Alexander Leopold, Geschäftsführer Dethleffs)

Bis zur Serienreife sind noch ein paar Schwierigkeiten zu überwinden. Beispielsweise die Tatsache, dass auf deutschen Straßen (noch) keine selbstfahrenden Anhänger zugelassen sind. Dennoch möchte Dethleffs bereits Anfang 2019 mit einer Fahrt vom Firmenstandort im Allgäu an den Gardasee inklusive Alpenüberquerung beweisen, dass die Theorie auch praktisch anwendbar ist.

Studie: Elektrisches Wohnmobil e.home von Dethleffs

Ebenfalls aus dem Hause Dethleffs stammt die Studie e.home, die auf dem Caravan Salon 2017 erstmals präsentiert wurde. Dieses E-Wohnmobil ist „mehr als nur ein Aufbau auf einem elektrischen Chassis“, wie Helge Vester, Marketingleiter bei Dethleffs, in unserem Interview betonte. Vielmehr sei das komplette Fahrzeug vollelektrisch konzipiert. Das bedeutet eine Abkehr von bisherigen Energiequellen wie Gas oder Diesel und eine konsequente Umsetzung des Elektro-Themas, mit all den damit verbundenen Herausforderungen. Neue Lieferanten müssen gefunden, neue Materialien getestet werden.

Außen ist das e.home fast vollflächig mit 30 Quadratmetern Solarpanels bestückt, die laut Hersteller eine Leistung von rund 10.000 wh erzeugen können. Im Innenraum experimentieren die Entwickler mit elektrisch betriebenen Flächenheizelementen und Latentwärmespeichern, um einen vollwertigen Ersatz für die bisherigen Gas- oder Dieselheizungen zu schaffen.

Noch steckt das Projekt e.home in den Kinderschuhen. Weder die Reichweite noch die Technik zur Energieerzeugung und -speicherung sind ausreichend, um von einem wirklich funktionalen Reisemobil zu sprechen. Das ist aber auch nicht die Intention von Dethleffs. Vielmehr wolle man sich aktiv an den Entwicklungen im E-Mobilitätssektor beteiligen, Impulse setzen und in wenigen Jahren das erste elektrische Wohnmobil der Welt auf den Markt bringen, erklärt Helge Vester weiter.

Die Automobilindustrie investiert aktuell Milliarden in das Thema E-Mobilität – deshalb gehen wir davon aus, dass wir relativ schnell auf sehr effiziente Technologien zurückgreifen können. Intern rechnen wir mit einer Zeitspanne von 3 bis 5 Jahren, in der wir das erste Reisemobil mit entsprechender Reichweite und Speicherkapazität auf den Markt bringen können.
(Helge Vester, Marketingleiter Dethleffs)

Elektrischer Bulli: I.D. Buzz von VW

Schon 2017 hatte VW seine Studie zum lange erwarteten „E-Bulli“ präsentiert, auf den Markt kommen soll das Modell I.D. BUZZ, so der offizielle Name, im Jahr 2022.

Der neue elektrische Mikrobus ist auf einer “MEB-Plattform” gebaut – einer speziell entwickelten Basis für zukünftige VW-Elektrofahrzeuge, die hohe Reichweiten ermöglichen soll.Der Mikrobus soll laut VW in zwei verschiedene Versionen verfügbar sein: einem Premium-Modell mit Allradantrieb und einer Reichweite von 600 Kilometern und einem günstigeren Modell mit Hinterradantrieb und “nur” 450 Kilometern Reichweite. In nur 30 Minuten können die Batterien auf 80% ihrer Gesamtkapazität aufgeladen werden.

Ob VW das 4,95 m lange und 1,95 m hohe Fahrzeug dann wie angekündigt als Teil der “Strategie 2025” tatsächlich bauen wird, bleibt abzuwarten. Wir haben schon so viele Studien in der Versenkung verschwinden sehen. Aber der Konzern bestätigt immer wieder seine guten Absichten, also freuen wir uns einfach mal auf diesen neuen Wurf.

Elektrischer Autobus: e.go Mover der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH)

Dieser kleine Autobus mit seinem ultra-modernen Design stammt aus der Innovationsschmiede der e.GO Mobile AG, die auf dem Campus der RWTH Aachen an ihrer Vision von einem bezahlbaren Elektro-Fahrzeug arbeitet. Prof. Günther Schuh, Gründer und CEO der e.GO Mobile AG, hat bereits die Deutsche Post mit ihren elektrischen Streetscootern ausgestattet und leitet nun die interdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die neben dem Minibus auch günstige E-Kleinwagen für Privatpersonen auf den Markt bringen will.

Das Fahrzeug ist als universelle Plattform mit der Option auf Assistenz- und Autonomfahrfunktionen konzipiert und kann bis zu 15 Personen transportieren. Es wiegt 2.100 kg und ist mit einer 70-kWh-Batterie ausgestattet.Bislang ist der eGo Mover für den Stadtverkehr in Ballungszentren vorgesehen, aber mit seinen 4,50 m Länge wäre er perfekt geeignet, um ihn zu einem kleinen Wohnmobil umzubauen. Noch ist nichts über seine Reichweite in Kilometern bekannt, auf der Webseite ist jedoch zu lesen, dass es bei geringen Geschwindigkeiten bis zu 10 Stunden läuft. Ein Prototyp mit Zukunftsperspektiven – vielleicht auch für den Reisemobilbereich!

Weitere Informationen:

eDucato von BD Auto

Ein lebender Beweis dafür, dass das Rad (oder in diesem Fall das Auto) nicht unbedingt neu erfunden werden muss, sondern vorhandene Technologien bereits jetzt hervorragend genutzt werden können, ist das Modell eDucato der englischen Firma DB Auto. Dieses Unternehmen stattet Kastenwagen auf Ducato-Basis mit 62-kWh-Lithiumbatterien aus, die eine Reichweite von bis zu 200 km erzielen und Ladungen bis zu 1.500 kg transportieren können.

Im Katalog von DB Auto finden sich 7 verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Volumen. Dank eines Schnellladesystems können die Batterien in nur 45 Minuten auf bis zu 80% der Kapazität geladen werden.

Der wahrscheinlich interessanteste Aspekt dieses Projekts ist die bereits bewiesene Alltagstauglichkeit: Die Flotte aus 400 Fahrzeugen hat für Postdienste in den vergangenen 10 Jahren bereits rund 20 Millionen Kilometer in verschiedenen europäischen Ländern zurückgelegt.

Weitere Informationen:

Electric Transporter von Kreisel Electric

Ein ähnliches Projekt wie der eDucato ist in Österreich angesiedelt, genauer gesagt beim Familienunternehmen Kreisel, das elektrische Antriebssysteme und Batteriepakete für „normale“ Fahrzeuge aus dem aktuellen Automobilmarkt anbietet.

Im Produktportfolio stehen nicht nur Komponenten für Kastenwagen, sondern auch für Umbauten auf Basis von Fahrzeugen wie VW Caddy, Porsche Panamera, BMW 3er Touring, Skoda Yeti oder Mercedes G zur Verfügung.

Der Electric Transporter auf Sprinter-Basis besitzt eine 90-kWh-Batterie, die eine Reichweite von bis zu 300 km und Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h ermöglicht – also eine Leistung, mit der man auch als Reisender durchaus etwas anfangen könnte. Die Batterie lädt sich innerhalb von zwei Stunden komplett auf.

FUSO eCanter der Daimler AG

Natürlich wollen auch die großen multinationalen Automobilkonzerne nicht hinten anstehen, wenn es darum geht, funktionale und alltagstaugliche Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen. Aktuell investiert die Automobilbranche Milliarden in den Bereich E-Mobilität und es ist zu erwarten, dass hier in den nächsten Jahren entscheidende Meilensteine gelegt werden.

Die Daimler AG beispielsweise hat im Juli mit der Produktion des Modells FUSO Canter in einer vollelektrischen Variante begonnen. Der neue Fuso eCanter ist bereits die dritte Generation eines elektrischen Leicht-Lkws und kann bis zu 3 Tonnen transportieren. Er wurde mit einer 70-kWh-Batterie ausgestattet, die aktuell eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern ermöglicht. Ein wichtiges Detail bei diesem Modell ist, dass die Anzahl der Zellen in den Batterien an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kunden angepasst werden kann. So könnte beispielsweise Stau- oder Laderaum zugunsten einer höheren Reichweite „geopfert“ werden

Seit 2014 hat der Konzern in Portugal und Deutschland Test durchgeführt und dabei mehr als 60.000 Kilometer Strecke zurückgelegt. Dabei konnte bewiesen werden, dass jedes der Elektrofahrzeuge bis zu 1.000 Euro pro gefahrenen 10.000 Kilometern einsparen und die Unterhaltskosten um bis zu 30% gegenüber seinen Diesel-Kollegen senken könnte. Noch in diesem Jahr sollen die ersten eCanter an das japanische Unternehmen 7-eleven übergeben werden.

Last but not least: Minibus und Semi-Truck von Tesla

Elon Musk, Gründer und CEO der berühmt-berüchtigten Firma Tesla Inc., Hersteller der berühmten Tesla-Fahrzeuge, hat schon vor einiger Zeit die Tür für eine Generation von Campingfahrzeugen einen Spaltbreit geöffnet: Mit dem Tesla Semi, einer dreiachsigen elektrischen Zugmaschine, will der Visionär den Lkw-Markt erobern. Erste Tests unter Realbedingungen laufen bereits, die Serienproduktion soll nach aktuellem Stand im Jahr 2020 starten.

Wenn sich die Herstellerangaben zur Reichweite bestätigen – das leistungsstärkere Modell soll bis zu 800 Kilometer schaffen und innerhalb von nur 30 Minuten wieder für die nächsten mehr als 600 Kilometer aufladbar sein – könnte der Semi eine gute Basis für künftige Reisemobile darstellen.

Auch ein 5-Meter-Minibus auf Basis des Modells X ist immer wieder im Gespräch, wurde bisher jedoch noch nicht umgesetzt (hier geht’s zu einer aktuelleren Quelle). In Fachkreisen wird vermutet, dass das Projekt zugunsten der Entwicklung kleinerer Fahrzeuge zurückgestellt wurde. Überraschen würde es uns nicht, wenn Musk doch noch mit einem solchen Projekt um die Ecke kommen würde – denn schließlich hat er in der Vergangenheit schon mehrmals bewiesen, dass seine Visionen zwar etwas „spinnert“ wirken, meistens aber einfach ihrer Zeit nur meilenweit voraus sind.

Weitere Informationen:

Herausforderungen für die Zukunft der E-Mobilität

Auch wenn die Ansätze noch so vielversprechend klingen und viele Menschen sich nicht zuletzt auch wegen der Abgas-Affären nach „sauberen“, umweltverträglichen Lösungen im Automobilbereich sehnen: Gerade im Reisemobil-Sektor sind noch viele Herausforderungen zu meistern, bevor wir wirklich auf ausgereifte, funktionale und (reise-)alltagstaugliche Elektrofahrzeuge hoffen können.

Zum einen muss eine flächendeckende Infrastruktur geschaffen werden, die leistungsstark und vernetzt genug ist, um die zu erwartende Anzahl an E-Mobilen versorgen zu können. Hier müssten Ladestationen an Autobahnen und Hauptreiserouten wie auch auf Camping- und Stellplätzen angeboten werden – am besten mit Superchargern, die ein schnelles Aufladen ermöglichen.

Gleichzeitig müssen die Produktionskosten optimiert (= gesenkt) und kleinere, leichtere Batterien mit deutlich höherer Kapazität entwickelt werden, um die Fahrzeuge für einen breiten Markt nicht nur erschwinglich, sondern durch eine höhere Reichweite auch attraktiv zu machen. Aus unserer Sicht wären hier 300 Kilometer im Normalbetrieb (nicht unter Laborbedingungen!) das absolute Minimum, um die Freiheit und Unabhängigkeit des mobilen Reisens weitestgehend zu erhalten.

Wir bei CamperStyle werden die auch künftig die Entwicklungen in diesem Bereich beobachten und warten gespannt auf den Moment, bis wir unseren ersten E-Kastenwagen ausbauen und mit „Plug&Play“-Modulen vernetzen können.

Und deine Meinung?

Was denkst du über das Thema Elektro-Mobilität? Welche Voraussetzungen müssten aus deiner Sicht erfüllt sein, um eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung herzustellen und die Fahrzeuge auch für Camper interessant zu machen?

Schreib uns deine Idee in die Kommentare oder per Mail an redaktion@camperstyle.de!

Titelbild: (c) CamperStyle
Fotos Iridium / e.home / e.coco: (c) CamperStyle
Für alle weiteren Bilder liegen die Urheberrechte bei den jeweiligen Firmen. 


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Dieser Beitrag hat 9 Kommentare
  1. Hey der busfahrer
    Jeden Tag mit einem E-BUS volvo plug in unterwegs oder volvo hybride ,top technick ,aber wo kommt heut zu tage all der strom her? Wir kaufen noch viel zu viel Atom oder aus kohlenkraftwerken den strom,erneuerbare energie aus windkraft oder solaranlagen wird bei uns behindert durch Bürgerinnitiativen .
    Wir haben uns ein Reisemobil angeschafft eben ein Diesel,leider ist ja nichts im Angebot von hybrid oder plug -in.
    Was ich auch verstehen kann der Anschaffungspreis zu teuer,eigengewicht wûrde die 3,5-5,5kg deutlich übersteigen wegen den kondensatoren und akkus
    Ich denke dass in zukunft auch hybrid technik aufwind bekommt aus wasserstoff
    Mit freundlichen grüssen aus Luxemburg

  2. Hallo Nele,
    Ein sehr interessantes Thema mit sehr großen Entwicklungsmöglichkeiten, erfordert noch viel Forschungsarbeit. Aber bei aller Euphorie, wo kommt so viel Kupfer her ? Zum E-Caravan von der Messe: Schon heute sollte es doch möglich sein, anstelle eines Movers so etwas mit niedriger Leistung anzubieten. Eine E-Unterstützung bis 5 Km/h beim Anfahren reicht aus, um mit dem Caravan auf der nassen Wiese nicht hängen zu bleiben.

  3. Hallo,

    sehr schön, jetzt weiß ich wenigstens, was aus dem e.home geworden ist. Als Ex-Elektriker tut es mir immer ein bisschen in der Seele weh, wenn man so eine tolle und vielseitige Energieart wie Strom nur benutzen will, um irgendwas warm zu machen. Da wird ein dummer Widerstand erhitzt, weil Strom dadurch fließt. Damit der heiß genug wird zum Kochen, muss da richtig viel Strom durchfließen. Strom, mit dem man auch ein paar Kilometer zum nächsten Stellplatz fahren könnte. Geht aber jetzt nicht mehr, man hat ja noch einen Kaffee damit gekocht.
    Zum Heizen haben sich ja auch in Häusern Heizungen durchgesetzt, die irgendwas verbrennen. Logisch, fossile Brennstoffe sind endlich. Aber wie wäre es mit Biogas? Das sind sicher noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Selbst wenn das fertige, vollelektrische Wohnmobil für den Kocher und die Heizung noch ordinäre Propangasflaschen an Bord hat, wäre das keine Umwelt-Katastrophe. Propangas verbrennt recht sauber. Wie man mit einem vollelektrischen Mobil Wintercamping ganz ohne Gasheizung machen wll, möchte ich lieber nicht ausprobieren.

    Gruß
    Henning

  4. Es klingt zu schön, um wahr zu sein.
    Eine Sache bereitet mir allerdings große Kopfschmerzen. Einen Akku herzustellen ist ungleich komplexer, als einen leeren Dieseltank!
    Beide sind ja nur Hüllen für gewonnene Energie bzw. zu gewinnende Energie.
    Betrachten wir diesen Speicher näher: Für einen Akku müssen komplexe Erden und Rohstoffe aus der Erde geholt werden. Diese Rohstoffe sind heute schon teurer pro Tonne als das Erdöl, von dem wir wissen, dass es endlich ist! Die Preise dafür sind hoch und die Arbeitsbedingungen in Afrika oder China zur Förderung dieser seltenen Erden und Erze untragbar. Nun kann man sagen, dass auch die Förderung von Erdöl schmutzig verläuft. Das stimmt auch, wenn man sich z.B. anschaut, was Shell in Nigeria für eine Sauerei anrichtet.
    Aber: Ölförderungen offshore werden immerhin relativ gut bezahlt, zumindest bei einem Teil zur Gewinnung der Rohenergie wird also ein Mindestmaß an würdigen Arbeitsbedingungen eingehalten.
    Bei der Förderung der Erze, die ausgerechnet fast nur in Ausbeuter- Ländern am meisten vertreten sind, ist dies durchweg nicht der Fall.
    Ich mache mir große Sorgen, wenn demnächst Handy- Akkus, Solarspeicher und Windenergiespeicher, die wir zwingend nach dem Atom- UND Kohleausstieg brauchen, und zuletzt nun auch noch die Autoindustrie um diese wenigen raren Rohstoffe in den gegenseitigen Wettbewerb gehen!
    Einzig wenn die Rohstoffe wie einem Kreislauf vollwertig recycelt werden können und nicht nach und nach gefördert werden müssen, besteht m.E. eine Chance, dass sich die Speicherenergie im Gegensatz zur Verbrauchsenergie durchsetzen kann. Denn eins ist mal klar: Mit dem letzten Tropfen Sprit kann man noch Gas geben! Dann aber ist der Tropfen Sprit unweigerlich in wenige Meter Bewegung und Wärme unwiederbringlich verloren. Ein Stromspeicher aber, gefüttert aus regenerativer Energie, das könnte das Perpetuum Mobile werden. Allerdings nur, wenn der Akku eines Tages so leicht herzustellen ist, wie der besagte Dieselkraftstofftank.

    1. Hallo Björn,

      vielen Dank für deinen wie immer sehr differenzierten Kommentar. Über viele der von dir angesprochenen Punkte machen wir uns ebenfalls Gedanken – insbesondere wenn wir über Massenproduktion sprechen. U. a. das Thema Ausbeutung bzw. Kinderarbeit ist ja bereits jetzt bei der Smartphone- bzw. Solarzellenproduktion ein heißes Eisen.

      Auf der anderen Seite müssen wir langfristig über Alternativen nachdenken.

      Wir sind froh darüber, dass in der Automobilindustrie derzeit so viel in die Entwicklung neuer Antriebsformen investiert wird und das Thema wirklich mal ernsthaft auf die Agenda kommt. Wir sind aber auch der Meinung, dass eine sinnvolle Veränderung nur langsam und nachhaltig gestaltet werden kann. Blinder Aktionismus hilft hier niemandem, denn gerade in diesem Bereich bedeutet eine Abkehr von Althergebrachtem ja auch eine komplett neue Infrastruktur. Die muss erst geschaffen und so ausgebaut werden, dass sie den künftig zu erwartenden Anfoderungen gerecht wird.

      Nichtsdestotrotz ist es wichtig und richtig, wie die genannten Hersteller JETZT mit den neuen Technologien an den Start zu gehen und zu experimentieren. Wir sind gespannt, wann das erste ausgereifte eWomo auf Europas Straßen unterwegs ist…

  5. Super umfangreicher und interessanter Bericht!
    Ich denke, dass die staatlichen Rahmenbedingungen geändert werden sollten. Dazu zählt in erster Linie die höhere Besteuerung vom Diesel bei den Pkws. Nur wenn die Kosten für die Stinker im Vergleich zu Alternativen zu hoch sind, werden viele Fahrer umsteigen (müssen). Die Motoren sind technisch längst ausgereizt. Im Bereich von Transportern gibt es als Basis für Wohnmobile KEINE Hybridfahrzeuge. Ich denke hier liegt ein erster Zwischenschritt zum E-Mobil. Durch Plugin-Hybride könnten diese Fahrzeuge auch nur mit Strom in den Innenstädten emissionsfrei fahren.

  6. Sicher wird in Zukunft auch das Reisemobil über eine alternative Antriebsart angetrieben werden. Im Artikel wird die Reichweite mit ca 350 km angegeben. Gleichzeitig soll alles andere dann auch elektrisch betrieben werden. Da ist schon wieder ein Haken dran .Das würde ja die Batterien / Akkus noch mehr belasten. Der Antrieb für Reisemobil ist wohl noch in weiter Ferne. Busse, Lkw und Transporter , da müsste die Batterie ja gewaltig sein.

  7. Wowwww, danke für die ausführlichen Infos! Das ist ein super spannendes Thema und m.E. auch einfach wichtig und der „next Step“ in der Autoindustrie. Meinen Diesel-Stinker werde ich noch eine ganze Weile fahren, aber als nächste Version hätte ich gerne ein eMobil. Vllt. tut’s dann ja auch erst mal ein Hybrid, so dass man etwas flexibler ist und noch den Notfall-Diesel im Tank hat. Na ja, abwarten. Herr Musk is meine große Hoffnung, bin gespannt was er vorstellen wird. 🙂

    1. Hi Mandy, vielen Dank! Wie hat es ein User auf Facebook so schön gesagt: „Der Musk wird es schon richten!“ 🙂 Auf diesem Standpunkt stehen wir auch – und bis dahin rattern wir genau wie du gemütlich mit dem Diesel durch die Gegend. Denn auch da wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ich sage nur: Wahlkampf… 😉
      Liebe Grüße, Nele

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