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Geh doch in die Wüste! Das Expeditionsmobil Temet 3600

Geh doch in die Wüste! Das Expeditionsmobil Temet 3600

Übers Wochenende in die Berge fahren oder ein paar Tage am See campen – dafür reicht meist der klassische Wohnwagen. Doch was, wenn die Kompassnadel Richtung Langzeitreise um den Globus ausschlägt? Wenn die größte Herausforderung nicht mehr der Stau auf der A1 ist, sondern eine meterhohe Wanderdüne oder eine Schotterpiste in der Tundra? Das Unternehmen Action Mobil hat mit dem Temet 3600 ein Fahrzeug entwickelt, das nicht nur kompakt ist und Naturgewalten trotzt, sondern auch eine Menge Luxus bietet. Wer im Lotto gewonnen hat, darf weiterlesen.

Temet. Wer nach diesem Begriff sucht, stößt zuerst auf eine IT-Firma in der Schweiz. Doch der Name des Expeditionsfahrzeugs von Action Mobil stammt von einem Tal in der Republik Niger in Afrika, wo die Sanddünen bis zu 300 Meter hoch in den blauen Himmel ragen. Sahara statt Alpen. Dabei ist der Temet 3600 für beides gebaut.

Unimog-Basis mit Camper-Kabine

Das Fahrzeug besteht genau genommen aus zwei Teilen: einem Unimog-Chassis als Basis und einer aufgesetzten Wohnkabine. Viele Expeditionsfahrzeuge haben eine Menge Annehmlichkeiten für eine mehrmonatige Reise, sind aber klobig und ähnlich platzsparend wie ein Panzer. Nicht so der Temet 3600. Die Wohnkabine ist rund 3,60 Meter lang und das gesamte Fahrzeug mit der Kabine 6,17 Meter. 2,30 Meter misst es in der Breite und 2,25 Meter in der Höhe. Damit ist es einem ausgebauten Camper ähnlicher als einem Schloss von König Ludwig.

Bei der Auslieferung wiegt das fertig ausgestattete Expeditionsmobil etwa 6,8 Tonnen. Das maximale Gesamtgewicht darf 7,5 Tonnen nicht überschreiten. So könnt ihr noch 700 Kilo in Form von Feldstechern, Tarnkappen und Trailmix hinzuladen, ohne in die Düne einzusinken. Zusätzlich röhren 280 PS unter der Motorhaube des Zwei-Achsers, um die ganzen Tonnen in Bewegung zu halten.

Die Kabine besteht aus nahtlos verklebten Sandwichplatten, die an stark belasteten Punkten zusätzlich verstärkt sind. Isolierschaum sorgt für halbwegs moderate Temperaturen im Inneren, ob Arktis oder Death Valley. Es gibt aber auch eine 5-Kilowatt Gebläse-Heizung und eine Klimaanlage.

Sicherheit und Badezimmer im Temet 3600

Wer mag, kann den Wohnraum des Temet 3600 durch das Fahrerhaus erreichen. Es gibt aber auch die Option, eine Tür seitlich der Kabine zu nutzen. Diese ist mit einem Triebstangen-Schloss und Sicherheitszylinder versehen, falls man mal aus Versehen mitten im mongolischen Drogenmilieu geparkt hat. Außerdem hält sie Wüstensand draußen – aber das klingt weniger aufregend.
Wer wichtige Dokumente wie Pässe und Papiere auf der besonders sicheren Seite wissen will, kann diese zusätzlich im integrierten Safe mit Zahlenschloss einlagern.

Drei Fenster, eine Dachluke und ein Ausstieg auf dem Dach bringen Licht in die Hütte.
Gleich ganz vorne befindet sich das Bad in Form einer Nasszelle. Die Porzellan-Toilette mündet in eine Kassettentoilette, die zwei insgesamt 34 Liter fasst. Falls man sich mal mit dem Triebstangen-Schloss selbst eingesperrt hat und so schnell nicht wieder rauskommt. Der WC-Tank besitzt einen eigenen Entlüfter, damit es im Inneren selbst bei großer Hitze nicht ungut riecht. Weiterhin befindet sich ein Duschkopf in der Zelle sowie ein Außenanschluss für eine Berieselung im Freien.

Der Frischwassertank des Temet 3600 fasst 200 Liter, der Abwassertank 140 Liter. Trinkwasser kann durch die Entkeimungsanlage gefiltert werden und ein Boiler sorgt jederzeit für heißes Wasser. Für alle Warmduscher unter den Weltreisenden.

Komfortable Küche mit Außen-Grill

Damit gar nicht erst der alte Gaskocher in der staubigen Erde aufgestellt werden muss, gibt es einen modernen Küchenblock von 1,20 Metern mal 60 Zentimetern. Mit dabei eine Edelstahlspüle, ein Kochfeld, ein Gasbackofen und ein Kompressor-Kühlschrank mit optionalem Gefrierfach. Der Gasanschluss des Temet 3600 kann wie der Dusch-Anschluss nach draußen verlegt werden. BBQ-Party auf Feuerland!

Ist man müde vom Grillen oder Herumspielen mit dem Zahlenschloss vom Safe, findet sich auf einer kleinen Empore im Heck ein ausziehbares Bett mit Komfortmatratze von 1,60 Metern breit und 2,00 Metern Länge.
Eine Lithium-Batterie versorgt das Expeditionsfahrzeug mit Strom. Sie ist wartungsfrei und besonders für Langzeitreisen geeignet. Die Ladung erfolgt über Landstrom, die Lichtmaschine des Temets oder die vier Solarpaneele auf dem Dach. Beleuchtet ist die Kabine mit LED. Mehrere Steckdosen verhindern den Ernstfall eines toten Smartphones – was heute einen ähnlichen Katastrophenfall auslöst wie das Versinken des kompletten Fahrzeugs in einer Wanderdüne.

Action Mobil schneidet jede Kabine individuell auf den Unterbau zu und bringt sie in Handarbeit an. Wenn ihr einen gebrauchten Unimog nutzt, liegt der Gesamtpreis mit Wohnkabine bei rund 260.000 Euro. Mit einem neuen Unimog bei etwa 360.000 Euro. Schöne Bescherung!

Wie Modeaufnahmen zum Expeditionsmobil führten

Es war in den 1970er Jahren, als Stefanie und Otfried Reitz aus Saalfelden eine Werbeagentur mit Foto- und Filmstudio besaßen. Nach einer Weile häuften sich die Anfragen aus der Modebranche. Das reiselustige Ehepaar beschloss, etwas Neues auszuprobieren und die Modefotos in den spektakulären Landschaften Afrikas aufzunehmen. Den Kunden gefiel es, den Models eher weniger, denn es war heiß und staubig. So entwickelten Stefanie und Otfried Reitz schließlich die Idee für ein Wohnmobil mit Allradantrieb, das nicht nur für Fahrten in die Wüste geeignet war, sondern auch Möglichkeiten zum Duschen und Schminken bot.
Kurz darauf gründete das Ehepaar Action Mobil und baut bis heute – unter anderem mit der Temet-Reihe – Fahrzeuge für Outdoor-Abenteurer.

Fotos (c): O. REITZ, ACTION MOBIL


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