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FKK-Camping: Urlaub wie Adam und Eva

FKK-Camping: Urlaub wie Adam und Eva

FKK-Camping kommt wieder in Mode. Doch wie funktioniert eigentlich das nackte Erlebnis auf dem Campingplatz? Gibt es starre Regeln oder ist es wie bei allem im Leben – es kommt darauf an?
 Das Wörtchen Kultur im letzten „K“ hat seinen Grund. Nackedei ist nicht gleich Nackedei, dabei geht es gerade darum – um Gleichheit.

Die Anfänge des FKK-Campings

Anfang des 20. Jahrhunderts entstand eine befreiende und Hüllen fallen lassende Kultur als Gegenbewegung zum bürgerlich-städtischen Leben. Sport, Wandern, gegenseitiger Respekt und Nähe zur Natur wurden mit Nacktheit verknüpft. So wie Gott uns schuf. Die freie Körperkultur steht somit für Selbstachtung, Gemeinschaftlichkeit und gesunde Lebensentwürfe. Sexualität spielt keine Rolle, denn unter den Klamotten ist jeder nackt. So kommen wir zur Welt und das ist ganz normal. Vielleicht liegt in dieser Erfahrung gerade der Reiz an gemeinsamer Nacktheit.

Ursprünglich waren mit dieser nackten Lebenseinstellung höhere Ziele wie ökologisches Engagement, Toleranz und gegenseitige Rücksichtnahme verknüpft. Heute geht es im FKK-Urlaub meist aber um die pure Erfahrung des Nackt-Seins.

Das Kürzel „FKK“ (Freikörperkultur) wird in deutschsprachigen Ländern noch häufig verwendet und ist bereits zum Synonym für Nacktheit geworden. Im englischsprachigen Raum wird der Ausdruck „free body culture“ verwendet. Ein nackter Anhänger dieser Kultur wird dann als „naturist“ bezeichnet. Im niederländischen Sprachgebrauch wird das Wörtchen „Naaktrecreatie“ für alle Arten von nackter Erholung verwendet. Europaweit am häufigsten werden jedoch die Begriffe „Nudismus“ bzw. „Naturismus“ in den jeweils landessprachlichen Abwandlungen genutzt.

Auch in Deutschland bevorzugen viele Freunde der Freikörperkultur heute das Wort „Naturist*in“, da der Begriff „FKK“ leider immer wieder durch zweifelhafte Etablissements (Bordelle, Sauna-Clubs etc.) zweckentfremdet wird – eine Entwicklung, die mit dem ursprünglichen Konzept des FKK, wie ich es oben beschrieben habe, natürlich rein gar nichts zu tun hat.

Wo finden sich Möglichkeiten für FKK-Camping?

FKK-Resorts, FKK-Vereine und textilfreie Badezonen am Strand gibt es heute auf der ganzen Welt. In Peru, Brasilien oder der Karibik genauso wie etwa in Australien, Südafrika, Zypern oder Thailand. Wer sucht, der findet. Weltweit. Allerdings ist es für Nacktbader und FKK-Camper in jedem Land dieser Welt wichtig, die lokalen und nationalen Gesetze und Bräuche zu beachten. So sind geschützte FKK-Bereiche, FKK-Hotels und FKK-Campingplätze die bessere Alternative. Gerade Frankreich und Deutschland, aber auch Länder wie Kroatien, bieten eine Fülle an Angeboten für den Nackturlaub. Eines der größten FKK-Feriendörfer Europas ist beispielsweise das bekannte Euronat in Frankreich.

Was ist FKK-Camping überhaupt und wie funktioniert es?

Beim Nacktcampen wird vieles einfacher, anders und manchmal vielleicht auch ein wenig komplizierter. Einfacher ist es natürlich, am Morgen aus den Federn zu schlüpfen und ohne die Frage „Was ziehe ich heute an?“ direkt im Adams- oder Evakostüm einen Kaffee zu kochen. 
Anders ist es, weil sich FKK-Campinganfänger erst einmal daran gewöhnen müssen, dass manchmal auch der Kassierer im Supermarkt auf dem FKK-Campingplatz kleiderlos an der Kasse sitzt. Viele FKK-Campingplätze sind so gestaltet, dass „Nackedeis“ nicht einmal mehr in ihre Klamotten schlüpfen müssen, um im Supermarkt der „verhüllten Welt“ Zutaten für den Nachmittag am Grill zu kaufen. Sobald das Zelt steht oder der Camper abgestellt ist, fallen die Hüllen und für viele FKK-Urlauber ist das der schönste Moment.

Auf einigen FKK-Campingplätzen stehen die Einkäufer allerdings auch angezogen in der Schlange vor der Supermarktkasse. Zu den jeweiligen Regeln solltest du dich beim FKK-Campingplatz deiner Wahl vorab direkt informieren.
 Komplizierter ist das FKK-Campen im Gegensatz zum normalen Campen vielleicht dann, wenn das Mantra „Handy, Schlüssel, Geldbeutel, Kopf“ beim Verlassen des Wohnwagens gesprochen wird. Wohin mit all dem Kram? Keine Panik, auch für FKK-Anhänger gelten Taschen oder Rucksäcke als Accessoire und nicht als Klamotte. So kannst du auch im FKK-Urlaub alles Wichtige mitnehmen.

Muss man auf einem Nackt-Campingplatz eigentlich immer nackt sein?

Hierüber lässt sich keine allgemeine Aussage treffen. Allerdings ist es auf allen FKK-Campingplätzen erwünscht, dass die Kleidung wegbleibt, solange die Temperaturen stimmen. Einige Campingplätze sind da strenger als andere. FKK-Camping ist vorwiegend eine sommerliche Angelegenheit. Allerdings stören sich die meisten Nudisten daran, wenn ihre textilfreie Idylle durch Hobby-FKKler in Schlüpfer oder T-Shirt zerstört wird. Halbherzig bekleidete Campingurlauber bringen unwissentlich Schamgefühle mit ein, wo es eigentlich um alles andere geht als um Scham oder Sexualität. Wer also auf einem FKK-Campingplatz Urlaub machen möchte, sollte sich seiner Sache sicher sein. Zum Einstieg wäre daher ein „normaler“ Campingplatz mit FKK-Badebereich zu empfehlen, bevor du als Neu-FKKler „all in“, oder besser gesagt „all out“ gehst. 
Generell gilt, dass gerade im FKK-Urlaub auf Hygiene geachtet wird. Im Café wird daher zumindest ein Handtuch unter den Po geschoben, damit sich der nächste nackte Gast ebenfalls gerne niederlässt.

Das Thema Hygiene wirft auch gleich die Frage nach der weiblichen Periode auf. Was tun? Die Antwort darauf fällt den meisten FKKlerinnen nicht schwer: Tampon rein, Schnürchen hängen lassen oder stutzen. Fertig.

FKK-Camping und Kinder, lässt sich das miteinander vereinbaren?

Für Familien mit kleinen Kindern sind FKK-Ferien ein weit verbreitetes Konzept und viele FKK-Campingplätze sind familienfreundlich. FKK-Camper sind oftmals Stammgäste und kommen jedes Jahr wieder auf dieselben Plätze. Die Betreiber dieser Plätze freuen sich über Nachwuchs in der Naturisten-Szene. 
Für Kinder und Jugendliche gibt es zusätzlich spezielle Angebote, bei denen Erwachsene nichts zu suchen haben. Weitere Informationen hierzu gibt es zum Beispiel beim Bund junger Naturisten e.V., einem Träger der freien Jugendhilfe.

Sexuelle Übergriffe, vor allem auf Kinder und Jugendliche, sind im FKK-Urlaub in aller Regel nicht zu befürchten. Das liegt wohl daran, dass viel Wert auf einen gesunden Umgang mit Nacktheit gelegt wird. Allerdings kann es natürlich auch hier bedauerliche Ausnahmen geben – darüber sollten Eltern mit ihrem Nachwuchs ganz offen sprechen und schon bei den allerersten Anzeichen sofort den Platzbetreiber informieren.

Zum Campingurlaub mit der Familie gehören oft auch Hunde. Was unsere vierbeinigen Freunde angeht, gilt dasselbe wie auch auf handelsüblichen Campingplätzen: Manche FKK-Plätze erlauben Hunde, andere nicht. Und keine Angst, Vierbeiner dürfen natürlich im Alltagslook mitcampen!

Fazit zum FKK-Camping

Wenn du als Naturliebhaber auf der Suche nach Einfachheit und authentischem Urlaub bist, könnte ein FKK-Urlaub das Richtige für dich sein. Gerade für den Einstieg sollte aber nicht nur die Frage nach der Bekleidung, sondern auch nach der Begleitung wohl überlegt sein. Wer Nachwuchs im Teenageralter mit in den Urlaub und direkt auf einen FKK-Campingplatz schleift, sollte das im Vorfeld ausführlich mit seinen Heranwachsenden besprochen haben. Falls sich die Jungcamper mit ihrem Körper (noch) nicht wohlfühlen und Scham oder Ängste verspüren, sollte das auf jeden Fall ernstgenommen werden. Denn die Ferien dienen ja auch dem Nachwuchs zur Entspannung und Erholung.

Wenn auch du jetzt Lust auf hüllenlose Campingferien bekommen hast, dann probiere es doch einfach mal aus! In vielen Campingführern, Apps, Foren und Facebookgruppen kannst du dir Tipps holen und nach schönen Plätzen suchen.

Wo kann ich FKK-Campingplätze und -Strände finden?

Weitere Infos für deinen FKK-Campingurlaub (externe Links):

Länderübergreifend

Niederlande

Portugal

Skandinavien

Spanien

Foto: (c) Geraldine Schüle


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Ist im Camper aufgewachsen und hat das Reisen im Blut. Tourte nach Studium und zirkuspädagogischer Ausbildung in einem alten Zirkusbus durch Europa. Baut jetzt ihren eigenen Mercedes-Oldie als neues Zuhause aus.

Lieblingsspots: Albanien, Transsilvanien & Provence

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