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Gebrauchtes Wohnmobil verkaufen – so gehst du es richtig an

Gebrauchtes Wohnmobil verkaufen – so gehst du es richtig an

Wenn du dich für ein neues Wohnmobil entscheidest, stehst du oft vor der Aufgabe, dein altes zu verkaufen. Du kannst es bei einem Händler in Zahlung geben oder dich selbst auf die Suche nach einem Käufer machen. Beides hat seine Vor- und Nachteile und ich möchte dir in diesem Artikel zeigen, welche das sind und worauf du achten solltest.

Wenn du dich entscheidest, dein Wohnmobil selbst zu verkaufen, dann findest du hier alles, was ich beim Verkauf unseres Wohnmobils gelernt habe. Falls du hier gelandet bist, weil du ein Wohnmobil kaufen möchtest, dann empfehle ich dir unseren Ratgeber Wohnmobil gebraucht kaufen.

Selbst verkaufen oder in Zahlung geben?

Wenn du dir ein neues Wohnmobil kaufst, nehmen Händler dein gebrauchtes oft in Zahlung. Aus meiner Erfahrung lohnt es sich auf jeden Fall, mehrere Händler zu vergleichen. Die erzielbaren Verkaufspreise unterscheiden sich oft deutlich. Der Vorteil dieser Methode ist die Zeitersparnis. Außer ein bisschen herumzufragen, musst du dich um nichts weiter kümmern.

Ein Händler geht jedoch mit dem Kauf eines gebrauchten Wohnmobils ein gewisses Risiko ein. Er muss ja beim Weiterverkauf Gewährleistung geben und deshalb unter Umständen Dinge reparieren – außerdem will er natürlich auch daran verdienen. Das alles senkt deinen Verkaufspreis.

Viele entscheiden sich daher, ihr Mobil privat zu verkaufen. So kannst du oft deutlich mehr Erlös erzielen, musst jedoch auch mehr Zeit und evtl. Geld investieren. Wenn du diesen Weg gehen möchtest, solltest du dir diese Tipps genau durchlesen:

Reparatur und Aufbereitung

Ein sauberes Fahrzeug ohne Dellen und Macken erzielt deutlich bessere Preise als eines, das heruntergekommen aussieht. Reinige dein Fahrzeug also ordentlich von innen und außen. Es kann sich sogar lohnen, den Lack einmal zu polieren. Je neuer und teurer das Fahrzeug, desto wichtiger wird die Reinigung. Vor allem die Komponenten, die direkt sichtbar sind, beeinflussen den Ersteindruck beim Kaufinteressenten.

Viele Menschen unterschätzen diesen Faktor und verkaufen ihr Fahrzeug schmutzig und voller Gebrauchsspuren.

Hat dein Reisemobil Defekte, dann kannst du entscheiden, ob du sie reparierst oder dem Käufer dafür einen Nachlass gibst. Bei älteren Fahrzeugen kann Letzteres durchaus sinnvoll sein. Der Käufer hat vielleicht Erfahrung in der Reparatur und kann sie selbst umsetzen. Auch hier gilt, je neuer und teurer dein Fahrzeug ist, desto eher würde ich es selbst reparieren lassen. Auf jeden Fall aber solltest du offen und ehrlich auf eventuelle Mängel hinweisen, wenn sie nicht fachgerecht behoben wurden!

Sobald dein Fahrzeug dann blitzt und funkelt, geht es an den nächsten Schritt:

Richtig gute Fotos

Auch diesen Punkt messen Verkäufer oft zu wenig Gewicht bei. Und gerade bei Wohnmobilen ist das umso wichtiger. Die potenziellen Käufer kommen oft aus der ganzen Republik und möchten sich vorab möglichst umfassend über das Mobil informieren. Aussagekräftige, schöne Fotos von innen und außen sorgen dafür, dass du viele Interessenten findest und steigern den Preis! Dafür musst du auch kein Fotograf sein oder eine teure Kamera haben. Ein halbwegs aktuelles Smartphone und ein wenig Organisation reichen aus:

  1. Plane, was du fotografierst. Überlege, was dich alles an einem Wohnmobil interessieren würde, wenn du eines kaufen würdest. Diese Details und Merkmale solltest du fotografieren – Schlaf- und Sitzgelegenheiten, Küchenbereich, Bad, Stauräume und -fächer, Fahrerhaus, Sitze, Komfortfunktionen, Markise, Solar, Generator etc. sind in der Regel die entscheidenden Punkte. Außerdem dürfen natürlich Ansichten von außen in verschiedenen Winkeln nicht fehlen.
  2. Licht ist wichtig! Für gute Fotos brauchst du viel Licht. Fotografiere dein Wohnmobil daher tagsüber und draußen. Bei Fotos im Inneren, schalte alle Lampen ein. Achte auch darauf, wo sich auf wichtigen Details zu viele Schatten bilden.Schaue dir die Bilder danach an, ob sie auch scharf sind. Ich sehe immer wieder unscharfe, lieblos dahingeschnodderte Handyaufnahmen. Diese sind absolut ungeeignet, um einen Käufer für dein Fahrzeug zu begeistern.
  3. Prüfe dein Material auf einem größeren Bildschirm. Lade die Bilder vom Smartphone auf den Rechner und schaue sie da noch einmal an – denn oft sieht man erst hier, wenn bei den Aufnahmen etwas schief gelaufen ist. Lade die Bilder immer in höchster Auflösung und Qualität herunter.

►►Mein Tipp: Mache rechtzeitig Fotos von deinem Wohnmobil im „Einsatz“, also beim Campen und am besten in einer schönen Umgebung. Diese Bilder wirken viel besser als langweilige Motive bei wolkenbehangenem Himmel auf der Straße. Gute Urlaubssituationen wecken Emotionen beim zukünftigen Käufer.

Die Ausstattung und der Verkaufstext

Jedes Austattungsmerkmal kann für einen Käufer wichtig sein. Manche sind sogar K.O.-Kriterien für oder gegen den Kauf. Fotografiere diese nicht nur, sondern notiere sie dir ganz bewusst und liste sie im Verkaufstext auf. Auch hier gilt: viel hilft viel. Oft fällt es schwer, spontan aufzuzählen, was das eigene Wohnmobil so an Features zu bieten hat. Schließlich hat man viel Zeit darin verbracht und so manche tolle Sonderausstattung ist „normal“ geworden.

Vielleicht klappt das besser, wenn du dich einfach in dein Mobil setzt, es von vorn bis hinten betrachtest und überlegst, welche Features du so genutzt hast. Dabei fallen dir sicher viele Punkte ein, an die du vorher nicht gedacht hast. Frage auch deinen Partner und/oder andere Mitreisende. Es kann ratsam sein, dir andere Verkaufsanzeigen durchzulesen um zu sehen, was dein WoMo evtl. noch an Merkmalen besitzt.

Aufrüstungen und Nachrüstungen sowie alle Reparaturen solltest du am besten mit Rechnungen bzw. Quittungen nachweisen können. Auch das steigert den Verkaufspreis.

Den richtigen Preis finden

Wenn du noch keinen Preis im Kopf hast, dann schau dich einfach auf den gängigen Verkaufsplattformen um und suche dein Fahrzeug. Damit hast du schon einmal einen Ansatzpunkt. Da es bei Wohnmobilen unzählige Ausstattungsvarianten, Erweiterungen, Grundrisse etc. gibt, variieren die Preise sehr stark.

Suche dir ähnliche Fahrzeuge, damit du einen ersten Preis für dich festlegen kannst. Schau dann, ob das Mobil Features besitzt, die eine Preiserhöhung aus deiner Sicht rechtfertigen. Auch kannst du mit dem Preis durchaus noch 10 bis 20% höher gehen um Verhandlungsspielraum zu haben.

Gerade wenn du Zeit hast zum Verkaufen, kommst du so dem idealen Preis sehr nahe.

Es gibt auch von Schwacke eine Bewertungsliste für Wohnmobile. Leider habe ich diese nicht online gefunden, aber vielleicht gibt Schwacke ja telefonisch dazu Auskunft. Dieses Unternehmen führt regelmäßig aktualisierte Listen über den Wert gebrauchter Fahrzeuge. Du findest die Firma hier: schwacke.de

Meiner Erfahrung nach solltest du immer einen Preis auf Verhandlungsbasis festlegen. Viele Menschen wollen noch ein wenig feilschen und so gehen am Ende beide Seiten als Gewinner aus dem Verkauf. Optional kannst du auch einen Gutachter zu Rate ziehen. Damit fehlt mir persönlich allerdings bisher die Erfahrung.

Wo biete ich mein gebrauchtes Wohnmobil zum Verkauf an?

Die meisten Wohnmobile werden in Deutschland wohl über Autoscout24 sowie mobile.de, ebay.de und ebay-kleinanzeigen.de verkauft.

Bis auf eBay kannst du dein Wohnmobil auf allen Plattformen als Privatperson kostenlos einstellen. Wenn du es bei mobile.de einstellst, landet es auf Wunsch zugleich bei eBay Kleinanzeigen. eBay verlangt für eine Auktion dagegen Gebühren.

►►Mein Tipp: Stelle dein Mobil auf möglichst viele Börsen online. Vergiss dabei die sozialen Medien nicht. Gerade auf Facebook gibt es unzählige Camping- und Wohnmobil-Gruppen, in denen man teilweise auch Verkaufsangebote teilen darf. Lies dir vorher aber immer kurz die Regeln der Gruppe durch, ob das erlaubt ist.

Hast du deine Anzeigen für dein Fahrzeug online, wird es nicht lange dauern, bis die ersten Anrufe reinkommen. Oft melden sich zuerst Händler. Entweder ist dein Angebot sehr günstig und sie kaufen sofort. Oder sie versuchen dich durch Argumente im Preis zu drücken. Lass dich hier nicht verunsichern. Händler wollen am Wohnmobil etwas verdienen. Also kaufen sie günstig ein und verkaufen mit einem Aufschlag. Wenn der Händler deinen Preis bezahlen will, super. Wenn nicht, sag erstmal nein.

Das Verkaufsgespräch

Plane dir Zeit dafür ein. Ich habe für Vor-Ort Gespräche bei wirklichem Interesse teilweise 2 bis 4 Stunden benötigt. Lass dich mit potenziellen Problemen oder Macken deines Fahrzeugs, die den Preis drücken sollen, nicht unter Druck setzen. Sag auch mal nein, denn schließlich wird hier kein Neuwagen verkauft.

Die Probefahrt

Vermutlich wird ein Kaufinteressent auch eine Probefahrt machen wollen. Dazu sollte das Wohnmobil natürlich angemeldet sein. Das Risiko bei einem Unfall liegt dann bei dir. Ich rate dir, bei Probefahrten immer selbst mitzufahren, denn bei dieser Gelegenheit sind schon Mobile entwendet worden.

Wer sehr vorsichtig ist, kann sein Fahrzeug auch vor der Probefahrt abmelden. Dann muss der potenzielle Interessent ein Kurzzeitkennzeichen mitbringen. Das schreckt sicherlich den Einen oder Anderen ab.

Ich habe die Experten von unserem Partner RMV zu diesem Thema gefragt und RMV-Geschäftsführer Dieter Scheffler rät Folgendes:

Seien Sie immer bei einer Besichtigung anwesend. Vor allem sollten Sie vor einer Probefahrt sicherstellen, dass Sie keine Einschränkungen des Fahrerkreises im Versicherungsvertrag haben. So stellen Sie sicher, dass es zu keinen Komplikationen mit Ihrer Versicherung bei einem Schaden durch einen Interessent kommt.

Der Kaufvertrag

Wenn man als Privatperson ein Wohnmobil verkauft, kann man jegliche Gewährleistung, Garantie und Rückgabe ausschließen. Das verhindert jedoch nicht, dass du dem Käufer die Wahrheit über alle Merkmale und Mängel am Wohnmobil mitteilen musst. Denn ein Kaufvertrag kann bei nachweislicher Falschinformation durchaus angefochten werden.

Ich nutze für den Verkauf die Vorlage vom ADAC, die uns bisher bei zwei Käufen und einem Verkauf gute Dienste geleistet hat. Du findest sie hier.

Wohnmobil beim Verkauf abmelden?

Jetzt stellt sich noch die Frage, wie es sich mit der Versicherung nach dem Verkauf verhält. Ab und an fordern Käufer, dass das Wohnmobil angemeldet bleibt, damit sie damit zur Zulassungsstelle fahren können. Oft wird ein Satz wie dieser im Kaufvertrag benutzt:

Fahrzeug wurde mit Kennzeichen übergeben – Käufer ist dazu verpflichtet unverzüglich das Fahrzeug abzumelden und Versicherung des Käufers übernimmt anfallende Schäden

Das ist jedoch falsch. Bis zur Abmeldung steht IMMER der Verkäufer in der Haftung. Wenn bei der Fahrt zur KfZ-Behörde ein Unfall passiert, dann hast du als Verkäufer Pech. Auch hier habe ich bei den Experten der RMV nachgefragt, die sich ja mit solchen Knackpunkten auskennen. Dieter Scheffler rät zur Vorsicht:

„Leider ereignen sich immer wieder Fälle, in denen es zu Komplikationen durch die Abgabe mit angemeldeten Fahrzeugen nach einem Verkauf kommt. Aus diesem Grund sollten Sie ihr Wohnmobil nur abgemeldet an den neuen Eigentümer übergeben. Weisen Sie schon bei der Besichtigung oder spätestens bei Vertragsabschluss darauf hin, dass er sich um den Abtransport mit Kurzkennzeichen oder roten Nummer kümmern sollte.

Ich bin beim letzten Mal mit dem Käufer und dem Wohnmobil zusammen auf die KfZ-Stelle gefahren, wo es durch mich abgemeldet durch den neuen Besitzer angemeldet wurde. Das ist aus meiner Sicht der sicherste Weg, um eventuellen Schwierigkeiten vorzubeugen.

Vorsicht vor Betrug

Zum Glück haben wir selbst so etwas noch nicht erlebt, ich möchte aber trotzdem vor den folgenden Maschen warnen, die beim Verkauf deines Wohnmobils angewendet werden könnten:

  • Fahrzeugschein vorab: Manche Kaufinteressierte wollen vorab den Fahrzeugschein per E-Mail zugeschickt bekommen, um zum Beispiel die Versicherung zu checken. Achte beim Versenden darauf, nur die eine, für die Versicherung relevante Seite zu versenden und das komplette Dokument. So haben es Fälscher schwerer.
  • Scheckzahlung: Manchmal wird auch mit Scheck bezahlt, der dann unter Umständen nicht gedeckt ist. Oder der Scheck ist höher als der Preis und die Differenz soll dann von dir zurücküberwiesen werden. Auch hier ist allerhöchste Vorsicht geboten!

Fazit

Wenn du dein Wohnmobil optisch in Schuss bringst, gute Fotos mit viel Licht und den richtigen Details machst und alles wesentlichen Punkte ausführlich und wahrheitsgemäß beschreibst, hast du gute Chancen, deutlich mehr Geld zu bekommen als beim Händler.

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