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Heimat zum Download: Mit ausgedruckten Tiny Houses gegen Armut

Heimat zum Download: Mit ausgedruckten Tiny Houses gegen Armut

Wie Sahne aus einer Sprühflasche quillt die Zementmischung aus dem 3D-Drucker. Schicht um Schicht legt sie sich automatisch aufeinander. In weniger als 48 Stunden steht die Fassade eines ganzen Hauses. Die bautechnische Firma ICON und das Non-Profit-Unternehmen New Story haben mit einem riesigen Drucker ein Statement geschaffen: Günstige Gebäude zum Ausdrucken könnten zur Alternative für 1,2 Milliarden Menschen ohne richtiges Zuhause werden.

New Story + ICON : 3D Printed Homes for the Developing World

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Was, wenn du dein Haus herunterladen und in 24 Stunden ausdrucken könntest? Für viele von uns wäre es eine technische Spielerei. Vielleicht könnte man einen neuen Gartenschuppen bauen. Für Menschen in ärmeren Regionen der Welt wäre es eine kleine Revolution. Die Non-Profit-Organisation New Story setzt sich schon länger dafür ein, notdürftige Behausungen in gefährlichen Slums durch sicheren Wohnraum zu ersetzen. Über Freunde trafen sich im vergangenen Jahr Brett Hagler, Chef von New Story, sowie Jason Ballard und Evan Loomis, Mitbegründer des Bauunternehmens ICON. „Wir haben zu dem Zeitpunkt schon zwei Jahre an unserer Idee gebastelt, mit einem 3D-Drucker Häuser zu erzeugen“, erklärt Loomis. „Hinter den Kulissen waren wir seit neun Monaten dabei, unseren Vulcan Printer und die erste Rezeptur für den Baustoff zu entwerfen.“

ICON und New Story erstellen erstes Haus aus 3D-Drucker in Texas

Die beiden Firmen beschlossen eine Zusammenarbeit: Schneller günstigere Häuser für Menschen in Not bauen. Der Prototyp eines ausgedruckten Hauses steht seit März 2018 in Austin, Texas, denn noch läuft die Testphase. Heimelig strahlt die gelbe Außenbeleuchtung in der Dämmerung in den noch unfertigen Garten. Die Wände bestehen aus einer Zementmischung. Fenster, Dach und Leitungen werden nicht mit ausgedruckt, sondern müssen manuell eingebaut werden. Das wirft die Frage auf, wie schnell und günstig die Häuser wirklich zu erstellen sind. Das Test-Gebäude in Texas ist 100 m² groß und kostet allein im Druck – also nur für die Fertigung Außenwände – etwa 8.000 Euro. ICON verspricht für die Zukunft Häuser mit bis zu 200 m², die in weniger als 24 Stunden stehen sollen und nur noch 3.500 Euro kosten.

3D-Drucker als Kran auf Schienen

Das Unternehmen möchte in den kommenden 18 Monaten eine ganze Wohnsiedlung dieser Art in El Salvador erreichten. Unterstützt von New Story. „Der Vulcan Printer wurde speziell für den Einsatz in Entwicklungsländern gebaut“, erklärt ICON. Der Drucker wiegt etwa 900 Kilo und funktioniert wie ein Kran auf Schienen. Er kann direkt vor Ort arbeiten. Die Wände müssen also nicht erst in einer externen Halle produziert werden, was sonst oft der Fall ist. Durch das Druckverfahren entsteht eine nahtlose Fassade aus Zement, die kaum Abfall produziert und wenig Pflege braucht. „Das Haus ist nachhaltig, energieeffizient und hält auch widrigen Bedingungen stand“, heißt es bei ICON.

Einzelpersonen können bisher noch kein gedrucktes Gebäude kaufen, denn der „Bau“ für Menschen, die in Slums hausen, hat für die Firmen momentan Priorität. Dennoch gibt es bereits Visionen: „Wir planen, demnächst auch in den USA Häuser zu drucken“, sagt Evan Loomis. „Und wir finden die Herausforderung interessant, irgendwann einmal Weltraum-Wohnungen bauen zu können.“

Fotos (c): ICON

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