Hund Bei Der Hitze Im Auto Oder Camper

Hitze und Sonne – Gefahr für Hunde

Hitze – eine Gefahr für dein Haustier nicht nur im Camper

Jedes Jahr das Gleiche: zuerst freuen wir uns alle auf den Sommer und dann stöhnen wir irgendwann über die Hitze. Während wir Zweibeiner selbstständig entscheiden können, wo wir uns während der heißen Phase aufhalten und wie wir uns abkühlen, sind unsere Hunde komplett auf uns angewiesen. Dass es absolut fahrlässig ist, sie bei warmen Temperaturen im Auto zu lassen, hat sich zum Glück mittlerweile herumgesprochen. Ein Auto kann selbst im Frühjahr oder im Herbst innerhalb kürzester Zeit zum Backofen und somit zur gesundheitlichen Bedrohung für Vierbeiner werden.

Wie sieht es aber im Wohnmobil oder Wohnwagen mit der Hitze aus. Gibt es da Unterschiede und was könnt ihr machen, wenn es dem Hund zu warm ist? Auf diese Fragen und noch mehr gebe ich euch heute Antworten.

Hitze im Wohnwagen und Wohnmobil

Wer im Sommer mit einem Hund im Camper auf Reisen geht, kommt um das Thema Hitze nicht herum. Nicht nur im geparkten Zustand kann es dem Vierbeiner im Wohnwagen oder Wohnmobil heiß werden, sondern auch während der Fahrt.

Leider gibt es für Camper keine eigenen Messwerte, deshalb sollen die eines Autos als grobe Orientierung dienen:

  • Bei 24 Grad Außentemperatur ist es im Auto nach nur einer Stunde 50 Grad warm.
  • Liegen die Temperaturen draußen bei 38 Grad – was in Südeuropa keine Seltenheit ist – steigt der Zeiger im Auto innerhalb von 30 Minuten auf 54 Grad.
  • Bei 40 Grad geht das Thermometer innerhalb von 10 Minuten auf 50 Grad hoch, nach 60 Minuten sogar auf 70 Grad.

Bei diesen Temperaturen würde jeder von uns fluchtartig das Weite suchen. Auch im Camper steigt das Thermometer ruckzuck, wenn die pralle Sonne darauf scheint. Im Vergleich zu einem Auto haben Camper zwar mehr Raum und mehr Zwangslüftungen, daher heizen sie nicht ganz so schnell auf. Bei großen Dachfenstern kommt dafür aber auch mehr Sonne rein. Wohnwagen und Wohnmobile unterscheiden sich in der Hitzebildung nicht allzu sehr. In einem Kastenwagen steigt die Temperatur jedoch etwas schneller an. Der beste Schutz vor Hitze ist in allen Fällen, das Mobil möglichst im Schatten zu parken.

Tipps gegen Hitze im Camper

Optimal ist es zwar, seinen Camper im Schatten oder in der Nähe von Wasser zu parken, aber leider lässt sich das nicht immer realisieren. Diese weiteren Möglichkeiten gibt es, um der Hitze ein wenig entgegenzuwirken.

  1. Während der Fahrt für Belüftung durch geöffnete Fenster sorgen
    Achtet dabei darauf, dass euer Hund keinen Zug bekommt.
  2. Lüftet in den kühleren Morgen- und Abendstunden
    Ist die Sonne erst einmal richtig aufgegangen und scheint mit voller Wucht herunter, solltet ihr die Fenster schließen und abdunkeln. Lüften macht nur Sinn, wenn ein leichter Wind weht.
  3. Hängt nasse Tücher auf
    Durch das verdunstende Wasser entsteht eine angenehme Kühlung.
  4. Verwendet reflektierende Decken für die Fensterscheiben
    Bei reflektierenden Rollos, die sich im Fahrzeug befinden, kommt die Wärme dennoch herein, deshalb ist ein außen angebrachter Sonnenschutz effektiver.
  5. Fahrt die Markise heraus
    Das geht natürlich nur, wenn ihr eine habt. Ansonsten können auch gespannte Tücher für etwas Schatten sorgen. Durch die Markise oder ein Tuch verhindert ihr, dass die Sonne direkt auf die Fenster strahlt.

Klimaanlage im Camper

Um eine Klimaanlage im Wohnwagen oder Wohnmobil zu betreiben, braucht ihr ausreichend Strom. Ist dies gewährleistet, ist eine Klimaanlage eine gute Option, um die Temperaturen im Camper auf einem für Hunde und Menschen erträglichen Maß zu halten. Achtet jedoch darauf, dass die Anlage nicht zu kalt eingestellt ist, denn auch bei Hunden kann ein sehr starker Temperaturunterschied zu einer Erkältung führen.

Eine Klimaanlage ist jedoch kein Freifahrtschein, seinen Hund bei Hitze stundenlang im Camper alleine zu lassen und ohne ihn wegzufahren. Es besteht immer das Risiko, dass die Anlage ausfallen kann und es dann ruckzuck heiß wird.

Hunde und Hitze

Im Gegensatz zum Menschen schwitzen Hunde nur über die Pfoten und ihre Zunge. Dafür sind die meisten mit einer Menge Fell ausgestattet, so dass es ihnen weitaus schneller heiß wird als uns. Damit sie sich abkühlen, müssen sie mehr hecheln und dabei verbrauchen sie viel Flüssigkeit.

Regel Nummer 1 bei Hitze ist also, immer für ausreichend Wasser zu sorgen!

Steigen die Temperaturen zu sehr an und kann der Hund nichts trinken, kann er einen Hitzschlag oder Kreislaufkollaps erleiden. Beides ist nicht lustig und kann im schlimmsten Fall sogar zu seinem Tod führen. Bei einem Hitzschlag heizt sich der gesamte Organismus des Hundes auf. Das kann passieren, wenn die Außentemperaturen zu hoch sind, zum Beispiel in einem heißen Camper. Ob der Hund direkt der Sonne ausgesetzt ist oder nicht, spielt keine Rolle. Hier findet ihr eine ausführliche Notfall-Checkliste zum Thema Hitzschlag.

Hunde können aber auch einen Sonnenstich bekommen. Das ist eine Überhitzung im Kopfbereich, bei der das Gehirn dauerhafte Schäden davontragen kann. Einen Sonnenstich kann ein Hund schon bei recht niedrigen Temperaturen bekommen, wenn er längere Zeit der direkten Sonne ausgesetzt war. Dabei ist es unabhängig, ob zum Beispiel die Klimaanlage gelaufen ist.

An diesen Anzeichen erkennt ihr, ob ein Hund einen Sonnenstich hat:

  • er taumelt
  • er hat Gleichgewichtsstörungen
  • sein Puls ist beschleunigt
  • er atmet schnell und flach
  • er wird bewusstlos oder hat Bewusstseinsstörungen
  • er hat Krämpfe

In diesem Fall müsst ihr sofort Erste-Hilfe Maßnahmen einleiten. Hier findet ihr weitere Erste-Hilfe-Tipps für eure Vierbeiner.

Das könnt ihr machen, wenn es dem Hund zu warm ist

Jeder Hund kommt anders mit Hitze zurecht. Der eine verträgt sie gut, der andere weniger. Wenn ihr merkt, dass es eurem Hund zu warm ist, dann braucht er selbstverständlich eine Abkühlung. Das kann in Form von frischer Luft oder einen Luftzug durch einen Ventilator sein. Wenn ihr ein Gefrierfach habt, könnt ihr eurem Hund auch Eis machen, das er schlecken kann. Gefrorener Joghurt kommt bei vielen Vierbeiner ebenfalls sehr gut an. Manche lutschen aber auch gerne pure Eiswürfel oder gefrorenen Saft.

Ebenfalls hilfreich kann eine Kühlmatte sein. Das sind Matten, in denen Gel-Kugeln enthalten sind. Diese geben Kälte ab, sobald Druck darauf kommt. Das Praktische an ihnen ist, dass sie sich von alleine regenerieren, wenn kein Druck mehr auf sie einwirkt. Wenn ihr eurem Hund eine Kühlmatte hinlegt, sollte er unbedingt die Möglichkeit haben, selber entscheiden und sich auch daneben legen zu können. Das Gleiche gilt für ein nasses Handtuch, auf das sich euer Hund legen kann oder mit dem ihr ihn zudeckt. Er muss immer selber wählen und gehen können, wenn es ihm zu kalt oder unangenehm wird.

Fotos: (c) Nima Ashoff

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