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Internet unterwegs und beim Camping

Internetzugang über drahtlose Netzwerke (WiFi) wird heute zwar auf den meisten Camping- und Stellplätzen (und in vielen Cafés und Restaurants) angeboten, Preis, Qualität und Verfügbarkeit der Verbindungen schwanken aber erheblich. Während auf dem einen Platz für wenige Euro relativ guter Empfang herzustellen ist, bezahlt man auf dem anderen ein kleines Vermögen oder sitzt frustriert vor der Rezeption – dem einzigen Ort, an dem man wenigstens minimalen Empfang bekommt – und wartet stundenlang darauf, eine kurze E-Mail an die Familie schicken zu können.

Wer mehr Kontrolle, Stabilität und Unabhängigkeit benötigt, sollte besser in Gadgets investieren, mit denen sich auch am und im Wohnwagen eigene kleine Netzwerke aufbauen lassen.

Wir haben verschiedene Varianten ausprobiert und die technischen Vor- und Nachteile für euch zusammengestellt. Für konkrete Preisangebote fragt ihr am besten in den Handy-Shops vor Ort nach oder durchforstet die einschlägigen Webseiten.

Die einfachste Lösung: Smartphone

Wer im eigenen Land unterwegs ist und einen Mobilfunkvertrag mit Internet-Flat hat oder einen Prepaid Tarif nutzt, kann ganz einfach über sein Smartphone einen WLAN-Hotspot einrichten. Deine anderen Geräte, z.B. Tablet oder Laptop, lassen sich über diesen Hotspot und das entsprechende Passwort mit dem Internet verbinden. Das funktioniert bei fast allen Android und Apple Smartphones.

Will man seinen Mobilfunktarif im Ausland nutzen, muss man das sogenannte Roaming aktivieren. Damit funktioniert das Internet auf dem Handy auch außerhalb Deutschlands. Bis zum 15. Juni 2017 können bei einzelnen Anbietern noch Aufschläge berechnet werden, eine Nachfrage beim eigenen Anbieter bringt hier Klarheit. Ab diesem Stichtag sind die Kosten in anderen EU-Ländern die gleichen, wie im Heimatland.

Internet außerhalb der EU

Aufgrund der hohen Roaming-Preise in allen anderen Ländern ist diese Lösung ungeeignet. Hier bietet es sich an, vor Ort eine Prepaid-SIM-Karte zu kaufen und, wie oben beschrieben, ebenfalls einen privaten Hotspot zu nutzen. Informationen, welches Angebot, in welchem Land zur Verfügung steht finden sich auf dieser Webseite, allerdings in Englisch.

Surf Stick / USB-Dongle

Die älteste Lösung für mobile Internetverbindungen: Seit Anbeginn der digitalen Revolution, als sich die Computer aus den Büros verabschiedet haben und auf Reisen gegangen sind, gibt es für Laptops die so genannten Surf-Sticks. Diese Sticks haben ein Fach für SIM-Karten und können – ähnlich wie beim Smartphone – für Internetempfang via lokaler Handynetze genutzt werden. Der Vorteil am Surf Stick: Durch seinen USB-Anschluss ist er universell auch an mehreren Rechnern einsetzbar, er ist schnell und einfach zu konfigurieren, relativ sicher, aber ohne Laptop natürlich nicht nutzbar und dadurch auch abhängig von regelmäßiger Stromversorgung. Außerdem muss die unterwegs benötigte Information (z.B. zu Routen, Sehenswürdigkeiten oder Restaurants) erst mühsam aufs Smartphone oder Tablet übertragen werden. Wer also mit kleinem Gepäck reisen möchte und sich mit dem kurzen Checken von Mails oder Trip Advisor begnügt, sollte besser eine der anderen Optionen wählen.

Tablet mit SIM-Karte

Unzählige Firmen bieten mittlerweile Tablets unterschiedlicher Betriebssysteme (iOS oder Android) mit integriertem SIM-Karten-Einschubfach an. Auch hier kann zwischen Prepaid und Vertrag gewählt werden. Diese Lösung ist sehr praktisch, da sie auf handliche Weise die mobile Nutzung mit benutzerfreundlicher Oberfläche kombiniert. Wenn du also auf deiner Reise auch Nachrichten lesen oder Texte schreiben möchtest, bist du mit einem Tablet gut beraten. Auch das Einrichten von Hotspots für mehrere mobile Endgeräte ist – wie bei einem Smartphone – machbar. So können mehrere Personen gleichzeitig im Netz surfen, ihre Facebook-Profile aktualisieren und E-Mails versenden.

Wer jedoch viel zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, wird auf Dauer jedoch das Gewicht und die Größe des Tablets zu spüren bekommen – Das nennt man wohl “Erste-Welt-Probleme”!

Mobiler WiFi-Hotspot / MiFi

Dieser kabellose Router stellt für uns persönlich die beste aller aktuell verfügbaren Optionen für Vielreisende dar. Er ist klein (je nach Marke mehr oder weniger von der Größe einer Handfläche), wiegt nur wenige Gramm, ist mit einem Preis von 50 bis 100 Euro auch für kleine Budgets tragbar und einfach zu konfigurieren. Auch hier legt man eine SIM-Karte ein und kann im Handumdrehen ein Netzwerk für mehrere Personen oder Geräte einrichten. Die Geschwindigkeit und die Stabilität der Verbindungen sind auch für den anspruchsvolleren Nutzer ausreichend – es können Bilder oder längere Texte ins Netz geladen und selbst komplexe Seiten problemlos abgerufen werden. Die Akkudauer ist respektabel und wer sein MiFi, so werden diese Geräte bezeichnet, im Rucksack mit auf eine Städtetour oder eine Wanderung mitnehmen möchte, kann damit unterwegs eine Verbindung zum Smartphone herstellen. Einfach anschalten, einige Sekunden auf die berühmten vier Striche warten und lossurfen – ganz unabhängig von lokalen W-LAN-Netzen in Cafés oder auf dem Campingplatz!

Einige dieser kleinen, tragbaren Router können sich sogar mit anderen WLAN Netzen verbinden und dieses im eigenen Wohnmobil weiter verteilen. So lässt sich über ein WLAN Voucher auf einem Stellplatz auch mit mehreren Geräten das WiFi nutzen. Über den Anschluss einer externen Antenne lassen sich einige der Geräte auch mit besseren Reichweiten ausstatten und schwache Handynetz oder WLAN Signale können so verstärkt werden.

Was tun bei schlechtem Empfang?

Auf Campingplätzen oder in der Pampa kann es schon einmal passieren, dass der Empfang von WiFi oder Mobilfunk schlecht ist und kein wirklicher Spaß mit dem Internet aufkommt. Für diese Fälle gibt es im Zubehörhandel diverse Antennen für WLAN und Mobilfunk. Auch Surf Sticks mit Antenne lassen sich für solche Zwecke nutzen. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass Router oder Surf Stick auch eine Anschlussmöglichkeit für externe Antennen bieten und ob Adapter benötigt werden

Fazit

Dank der wegfallenden Romaing-Gebühren ab Mitte Juni 2017 lässt sich der eigene Datentarif aus Deutschland innerhalb der EU ohne Mehrkosten nutzen. Sollen mehrere Geräte verwendet werden, dann sind kleine, tragbare Router – MiFi genannt – die aus unserer Sicht praktischste Lösung. Mit einer Sim-Karte lassen sich fünf bis zehn Geräte mit WLAN versorgen.

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Technikverliebter Nerd, der mit Frau, Hund und Gasgrill seit 2015 im Wohnmobil lebt – derzeit in einem Clou Liner. Im Winter im Süden, im Sommer im Norden, als digitaler Nomade immer auf Reisen.

Lieblingsspots: Am Wasser.

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare
  1. […] Internet über lokale SIM-Karten nutzen: Manche Campingplätze bieten günstiges oder gar kostenfreies Internet an, andere wiederum lassen sich diesen Luxus teuer bezahlen. Auch die Qualität des Empfangs ist höchst unterschiedlich und nach unserer Erfahrung vom Preis völlig unabhängig. Wer unterwegs auf das Internet angewiesen ist, sollte sich im Reiseland eine mobile SIM-Karte kaufen und diese mit Smartphone, Tablet oder Mifi (mobiles Empfangsgerät) nutzen. Weitere Infos zum Thema “Internet auf Reisen” findet ihr hier. […]

  2. […] Viele Campingplätze bieten W-LAN kostenpflichtig oder gratis an. Der Empfang ist nicht immer gut und das Signal ist häufig im eigenen Camper verfügbar, aber für E-Mail-Versand oder kurzes Surfen im Umfeld der Rezeption reicht es meist aus. Wer z.B. beruflich auf Internetempfang angewiesen ist, sollte auf Nummer Sicher gehen und sich eine lokale SIM-Karte zulegen. Weitere Infos zum Thema „Internet auf Reisen“ findest du hier. […]

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