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Kolumne: So ein Thema rund ums Klo, das macht alle Camper froh

Kolumne: So ein Thema rund ums Klo, das macht alle Camper froh

Unser lieber Kollege Henning, seines Zeichens Blogger, Wohnmobilbewohner, Facebookgruppen-Aufmischer und bekennender Sarkastiker, wirft in unserer neuen Kolumne einen Blick auf Themen, die die Camperwelt bewegen.

Mit einem Augenzwinkern und dem einen oder anderen bissigen Kommentar analysiert er die oftmals hitzigen Social-Media-Diskussionen rund um Thermomix, Camperhunde, Dickschiffe, Grußverweigerer und Kuschelcamper. Viel Spaß beim Lesen und Bühne frei für Henning!

 

Wer auf Facebook oder in anderen Foren schnell viel Aufmerksamkeit für einen Beitrag haben will, sollte sich in irgendeiner Form mit menschlichen Ausscheidungen beschäftigen. Sei es deren fachgerechte oder auch illegale Entsorgung, sei es die Frage, wann beim Geschäft der Schieber der Kassettentoilette zu öffnen ist oder ob man bei der Entsorgung der Kassette lieber Handschuhe trägt, sich hinterher die Hände wäscht oder gar beides tut. Mit der letzten Fragestellung hat man sich im Forum einer bekannten Wohnmobil-Zeitschrift allein zwölf Bildschirmseiten lang beschäftigt. Hätte ein Admin das nicht geschlossen, würde es wahrscheinlich heute noch laufen.

Ich kann mir die Begeisterung für dieses eigentlich unappetitliche Thema vor allem damit erklären, dass darin jeder Experte ist. Das machen wir alle täglich, mal mehr, mal weniger regelmäßig. Wer es weniger regelmäßig tut, sollte mal zum Arzt gehen, soweit mein Experten-Rat…

Meine Blogger-Kollegen haben das Potential des Themas noch gar nicht richtig erkannt. Da gibt es bestenfalls mal einen Artikel zur Trenntoilette. Leute, da geht noch viel mehr. Nicht nur Sex sells, auch Shit. Fort mit dem pseudo-intellektuellen Dünkel, hinein in die Niederungen der Kanalisation und ordentlich auf die Kacke hauen!

Neben der wichtigen Frage, ob es eine SOG-Absaugung sein soll oder doch besser Chemie und wenn, welche, kann man auch über das richtige Toilettenpapier oder eben, wie schon erwähnt, den perfekten Zeitpunkt zum Öffnen des Schiebers philosophieren. Wobei sich die Sache mit dem Schieber durchaus mittels Physik begründen und erklären lässt. Ich glaube, ich habe da ein Blog-Thema gefunden…

Bei der Entsorgung der Hinterlassenschaften gehen die Wogen besonders hoch. Für mich ist das ein notwendiges Übel, es gehört zum Leben im Wohnmobil, wie das Abwaschen zum Kochen oder das Tanken zum Autofahren. Es gibt durchaus Dinge, die ich lieber tue, keine Frage, aber das gehört eben auch dazu.

Natürlich gehört die braune Brühe in ein ordentliches Entsorgungsloch und nicht irgendwo in die Landschaft. Auch dann nicht, wenn man es vergräbt. Hier ist der Teil des Themas erreicht, der auf dem virtuellen Stellplatz schnell eskaliert. Kaum postet jemand Beweise oder Verdachtsmomente für eine illegale Entsorgung oder auch nur „Wildpinkeln“, gehen die Wogen hoch, die Entrüstung kennt keine Grenzen. Manche wissen auch gleich, wo die wahren Schuldigen zu suchen sind. Das sind entweder die in den einfachen Campingbussen ohne eigene Toilette oder jene in den teuren Luxusmobilen, die jetzt kein Geld mehr für eine Entsorgung haben. Auf welche dieser Gruppen der Verdacht gelenkt wird, hat sicher auch damit zu tun, welcher Fraktion man selbst angehört. Alle hier mit großem Ernst Diskutierenden sind jedenfalls an Rechtschaffenheit nicht zu übertreffen.

Sogar wenn das eigentliche Thema der Diskussion gar nichts mit der Toilette oder deren Entsorgung zu tun hat, ergreifen manche jeden Strohhalm, um das Thema doch in diese Richtung zu lenken. Es ist nämlich so, dass der normale Social-Media-Nutzer nur liest, was er lesen will und nicht das, was da steht. Selbst deutliche Hinweise im Text werden oft nicht beachtet und es gibt Nachfragen. Aber bei Fotos, da passen alle auf und achten auf die Details.

So kann ich mich an eine Diskussion erinnern, da ging es um irgendetwas anderes, aber sicher nicht um die Toiletten-Entsorgung. Auf einem Foto war am Rand eine herausgenommene Toiletten-Kassette zu sehen. Prompt kam der Kommentar:
„Die Kassette entsorgt ihr nachher im Wald, oder?“
Dieser User hat verstanden, wie man mit wenig Aufwand maximalen Aufruhr erzeugt, ich glaube, das Thema musste kurz danach geschlossen werden.

Darum ein guter Rat: Vor dem Posten von Fotos darauf achten, was alles noch darauf zu sehen ist. Lieber eine Ausschnittvergrößerung mit dem Teil des Bildes machen, auf dem nur das zu sehen ist, was man auch zeigen will. Wie schon gesagt, bei Fotos passen alle ganz genau auf. Insbesondere wird ihnen auffallen, was auf Verfehlungen des Posters hindeuten könnte. Was in den Texten steht, interessiert dagegen nur am Rande. Wer also heimlich eine Botschaft vermitteln will, kann die auch in einem Foto verstecken. Das wäre dann die hohe Kunst der Manipulation.

Doch ich schweife ab. Wir waren ja beim Klo-Thema. Da fällt mir ein: Ich muss mal. Wiedersehen, bis zur nächsten Geschichte.

Foto: (c) congerdesignpixabay.com

 

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Fährt seit 1992 mit Wohnmobilen in der Gegend herum. Zuerst im VW-Bus, dann im Sprinter-Kastenwagen und seit Sommer 2013 lebt er Vollzeit im Alkovenmobil.
Reisen, noch als braver Angestellter mit sechs Wochen Jahresurlaub, führten von Island bis zur Krim und vom Nordkap bis Gibraltar. Seit ein paar Jahren ist es mit dem Nine-to-Five-Brotjob vorbei und er tingelt als Privatier durch die Lande. Im Sommer in Deutschland, im Winter gerne auch mal in Italien und Portugal.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. super! das Thema ist wirklich überbewertet. Wird aber auch nur von ein paar Bloggern gepflegt. Auf Stellplätzen hört man zum Thema „Toilette“ nie etwas – zum Glück auch nicht über „Diesel“ 🙂

    1. Wie gesagt, Blogger beschäftigen sich bestenfalls noch mit der Trenntoilette. Aber schau mal auf Facebook in die Gruppen oder in Foren: Klo-Themen nehmen da fast immer epische Ausmaße an.

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