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Krank im (Camping-) Urlaub

Krank im (Camping-) Urlaub

Im Urlaub krank zu werden, ist keine angenehme Vorstellung. Vollkommen vermeiden lässt es sich jedoch oft nicht, da du auf Erkältungen, Magenverstimmungen oder auch Unfälle selbst oft nur wenig Einfluss hast. Doch es gibt die Möglichkeit, sich eingehend auf so eine Situation vorzubereiten, selbst auf ein Worst-Case-Szenario. Wie genau, erklären wir dir im Folgenden.

Krank im Urlaub – was nun?

Jetzt hast du dich wochenlang auf deinen Urlaub gefreut und wirst plötzlich krank. Wie ärgerlich! Und gerade im Ausland weißt du vielleicht nicht sofort, an wen du dich wenden kannst. Aber ehe du dir nun die gute Urlaubslaune vermiesen lässt, versuche zunächst einmal, die Situation in aller Ruhe zu analysieren. Natürlich musst du zuallererst den Grad der Erkrankung möglichst genau einzuschätzen, denn nicht jedes „Zwacken“ erfordert gleich eine ärztliche Behandlung.

Dabei ist es zunächst wichtig, zu unterscheiden zwischen:

  • „normalen“ Erkrankungen, wie z.B. Erkältungen oder anderen Infektionen
  • abgebrochenen Zähnen und/oder Zahnschmerzen
  • Unfällen (Verstauchungen, Brüche, offene Wunden)
  • ernsten Erkrankungen, wie einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall, einer schweren Infektion oder Ähnlichem.

Neben der Einschätzung des Erkrankungsgrades sind natürlich auch die Möglichkeiten der Behandlung sowie das Umfeld relevant. Dabei ist es ein Unterschied, ob dich das Leiden im europäischen Raum, im Inland oder außerhalb der EU-Grenzen ereilt. Organisation, Kommunikation und Kosten können im Ausland schnell ein Problem werden.

Wer zahlt was? Das leidige Thema Versicherungen

Wenn du einen Ausflug nach Holland oder in die Schweiz planst, wirst du dich hinsichtlich deiner Gesundheit wohl kaum um zusätzliche Versicherungen kümmern. Schließlich deckt deine gesetzliche Krankenversicherung alle Kosten im Ernstfall ab, oder etwa nicht?

Was zahlt die Krankenkasse?

Schon ein Besuch im Nachbarland kann dich unter Umständen teuer zu stehen kommen. Prinzipiell zahlen gesetzliche Krankenkassen nämlich nur jene Behandlungsmethoden, die der Bevölkerung des bereisten Landes in einem vergleichbaren Krankheitsfall zustünden. Insbesondere was Zahnbehandlungen angeht, finden sich da schon nur wenige Länder weiter, erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Qualität des Vorsorgeumfanges und des Vorgehens.

Darüber hinaus kommen Krankenkassen oftmals auch nur für Kosten auf, die in ihrer Höhe den Kosten einer Behandlung in Deutschland entspricht. Dabei orientieren sich die Krankenkassen an durchschnittlichen Kosten, die durch vergleichbare Erkrankungen und Verletzungen entstanden sind.

Tipp:
Nicht wenige Zahnbehandlungen sind zum Beispiel deutlich günstiger als im Inland weshalb sich auch manchmal ein Zahnarztbesuch im Ausland lohnen kann. Hier sollte es auf keinen Fall an der Kommunikation scheitern. Mach dich vorher schlau und beschaffe dir vorher einige Ratschläge sowie wertvolle kleine Übersetzungshilfen.

Wann brauche ich eine Auslandskrankenversicherung?

Noch undurchsichtiger wird es, wenn du über die Grenzen Europas hinaus reist oder für einen längeren Aufenthalt Deutschland verlässt, um beispielsweise im Süden zu überwintern. Während Länder wie die Türkei noch diverse Sozialabkommen mit Deutschland getroffen haben, die eine Behandlung abdecken, ist in anderen Ländern, wie zum Beispiel den USA, gar kein Schutz durch die gesetzlichen Krankenkassen geboten. Spätestens hier wird eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll. Einfache Modelle solcher Zusatzversicherungen sind bereits für rund 10 Euro monatlich zu haben, sodass eine solche Investition bei Reisen in ferne Länder lohnt. Hier findest du weitere Informationen zur Krankenversicherung im Ausland.

Viele Auslandsreisekrankenversicherungen gelten nur für einen sehr begrenzten Zeitraum von beispielsweise acht Wochen. Wenn du länger als diesen Zeitraum im Ausland unterwegs bist, dann musst du dich um eine Langzeitauslandskrankenversicherung kümmern.

Gibt es noch andere Versicherungen?

Neben den klassischen Versicherungsmodellen kannst du dich auch noch auf andere Art und Weise absichern. Durch eine Mitgliedschaft beim ADAC lassen sich im Rahmen bestimmter Versicherungsmodelle zum Beispiel Rückreisen von jedem Ort der Welt organisieren. Ein Service, dem zahlreiche Krankenkassen häufig nur sehr widerwillig und auch nur im äußersten Notfall nachkommen.

Auch eine gute Unfallversicherung kann dich in vielen Krankheitsfällen absichern, da deren Leistungen meist über klassische Unfälle hinausgeht und teilweise auch Erkrankungen, die durch Stiche und Bisse verursacht werden, absichern.

Reiseabbruch: Wenn es dann doch ernster ist

Nicht immer jedoch reicht eine Behandlung im Ausland aus. Dabei müssen es nicht einmal eine gravierende Verletzung oder eine schlimme Erkrankung sein, die ausschlaggebend ist. Manchmal sind es auch einfach die Begleitumstände oder die fehlenden Behandlungsmöglichkeiten, die dir den Urlaub vermiesen oder eine Fortführung unmöglich machen. Gerade dann ist guter Rat oft teuer.

Wie komme ich wieder nach Hause, wenn ich im Urlaub krank werde?

Egal ob im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung oder mittels einer Zusatzversicherung: Auf eine Klausel zum Rücktransport solltest du unbedingt achten. Wichtig ist dabei die Regelung, das ein Rücktransport dann finanziell übernommen wird, wenn er „medizinisch sinnvoll und vertretbar“ ist. Das kann dann der Fall sein, wenn die medizinische Behandlung vor Ort nicht ausreichend ist oder du als Patient vielleicht im Kreise deiner Familie zu Hause gesund werden möchtest. Bitte hier genau das Kleingedruckte lesen!

Rückflug und/oder Rücktransport

Das Horror-Szenario, dass ein von langer Hand geplanter Urlaub in Krankheit und schlimmstenfalls Rücktransport endet, ist verständlicherweise nichts, mit dem du dich gerne beschäftigst. Doch spätestens, wenn dich während einer schweren Krankheit deutsche Ärzte in deinem Heimatland behandeln und du nicht auf Wochen in einem winzigen Krankenhaus in einem griechischen Bergdorf gefangen bist, wirst du für getroffene Vorkehrungen dankbar sein.

Vorbeugende und hilfreiche Tipps

Den bestmöglichen Schutz hast du, wenn du dich bereits vor der Reise umfassend informierst. Du kannst nachschauen, ob das Land in welches du reisen möchtest, ein Sozialabkommen mit Deutschland eingegangen ist und was deine Krankenkasse im Krankheitsfall bezahlen würde.

Doch auch einfach zu recherchieren, welche Ärzte nahe deines Urlaubsorts zur Verfügung stehen, kann dir im Zweifelsfall Zeit und Frust ersparen. Vor Ort oder in gängigen Foren und Facebook-Gruppen gibt es häufig auch Adressen zu deutschsprachigen Ärzten. Wenn dies nicht möglich ist, hilft ein Notfallwortschatz, um sich im Fall der Fälle verständigen zu können.

Auch eine Reiseapotheke ist eine gute Möglichkeit um im Falle des Falles Schlimmerem vorzubeugen oder um sich für die erste Hilfe selbst versorgen zu können. Hier findest du Tipps für eine Reiseapotheke.

Das Fazit: Nicht an der falschen Stelle sparen

Die Angst, im Urlaub zu erkranken, ist häufig nicht allzu greifbar, bis dir dann tatsächlich mal etwas passiert. Für angemessenen Schutz ist es dann nicht selten zu spät und schon kleine Verletzungen können dich teuer zu stehen kommen – im wahrsten Sinne des Wortes. Schon bei kleinen Reisen ist es deshalb sinnvoll, dich umfassend abzusichern. Sonst läufst du Gefahr, dass jede Verletzung gleich doppelt schmerzt: Am Körper und im Geldbeutel.

Titelbild: (c) Pixabay
Fotos: (c) Nima Ashoff – www.abenteuer-unterwegs.de | (c) Pixabay


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