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Großes Abenteuer im L300 um die Welt – Teil 3: Strom und Wasser

Großes Abenteuer im L300 um die Welt – Teil 3: Strom und Wasser

Hallo, wir sind Brit und Nico – und wir stehen kurz vor dem wohl größten Abenteuer unseres Lebens: Mit unserem Mitsubishi L300 wollen wir ab September 2020 um die Welt reisen (geplant war ab April, aber Corona macht uns gerade einen Strich durch die Rechnung). Ende offen. In dieser kleinen Serie nehmen wir dich mit auf den Weg hinein ins große Abenteuer: In Teil 1 und 2 haben wir dir erzählt, wie es überhaupt dazu kam, wie wir unser Fahrzeug ausgewählt haben und wie wir den Innenausbau gelöst haben. In Teil 3 geht es darum, wie wir unsern Bus möglichst unabhängig von Campingplätzen und externen Energiequellen machen.

Abenteuer l300 Brit und Nico

Wasser, Strom, Heizung  – so wird aus unserem Bus ein Off-Grid-Fahrzeug

Für uns war von Anfang an klar, dass wir auf unserer Reise maximale Unabhängigkeit möchten. Das bedeutet, dass wir unter anderem eine eigene Infrastruktur für das brauchen, was bei uns zu Hause immer so bequem auf Knopfdruck aus diversen Leitungen kommt: Wasser, Strom und Wärme.

Die Wasserversorgung

Mit Blick auf unsere Wasserversorgung haben wir – v.a. aus Platzgründen – ein weder elegantes noch komfortables, dafür aber sehr simples „System“ geschaffen: Wir haben von der Schweizer Armee zwei gebrauchte 25-Liter-Edelstahltanks gekauft (wir wollten kein Plastik, auch wenn das eine Gewichtsersparnis wäre, da wir das ökologisch zweifelhaft finden und das Wasser dann außerdem schnell fies schmeckt, v.a. wenn die Temperaturen steigen). Die Tanks stehen im Heck unseres Busses und sind so beim Campen im direkten Zugriff. Über eine elektrische Pumpe aus dem Heim-Bierbrau-Zubehör wird das Wasser auf Knopfdruck durch einen Schlauch nach oben geleitet – kein schicker Wasserhahn, einfach nur das Ende des dünnen Schlauchs, aus dem das Wasser in die Kaffeekanne, den Kochtopf oder unsere Trinkflaschen läuft. Ob sich das auf Dauer als ausreichend erweist, werden wir sehen, es hält auf jeden Fall zu einem sehr sparsamen Umgang mit Wasser an. Für den Fall, dass uns kein sauberes Trinkwasser aus Leitungen zur Verfügung steht, besitzen wir außerdem einen 10-Liter-Wassersack mit aufgesetztem Katadyn-Filter, dessen Filterleistung so stark ist, dass wir damit sogar Wasser aus einem trüben Fluss ziehen können – der Filter entfernt Verschmutzungen, Keime und Bakterien und macht es trinkbar.

Ohne Strom läuft nichts: Unsere Solaranlage

Was unsere Energieversorgung angeht, haben wir dagegen deutlich mehr Aufwand getrieben. Denn weder auf warme Füße in einer kalten Nacht noch auf die Segnungen der digitalen Welt wollen wir verzichten. Wichtigste Voraussetzung dafür: Strom. Laptops, Smartphones, Drohne und anderes technisches Spielzeug funktionieren nicht ohne – und dass in der Kühlbox plötzlich das Bier warm wird oder die Heizung ohne Strom nicht anspringt, will ja auch niemand. Da wir planen, möglichst oft irgendwo in der Natur zu stehen, sollte unsere Stromversorgung nicht von Steckdosen oder gar unserer eigenen Starterbatterie abhängen. Eine Solaranlage musste aufs Dach.

Wir haben uns nach einiger Rechnerei, wie viel Power wir in etwa benötigen würden, für zwei 100 Watt-Paneele entschieden. Nico als Technik-Nerd liebäugelte dazu von Anfang an mit einer Lithium-Ionen-Batterie – die ich zunächst aus Kostengründen strikt ablehnte: 1.000 Euro für eine Leistung, die man mit etwa einem Drittel des Geldeinsatzes auch aus einer herkömmlichen AGM-Batterie ziehen kann, schien mir einfach nicht angemessen. Inzwischen sehe ich das komplett anders: Die Lithium-Ionen-Batterie ist mit etwa 35 x 21 x 18 cm nur halb so groß wie eine entsprechende AGM-Batterie, wiegt mit 14 kg auch nur die Hälfte und lässt sich beinahe zu 100 % entladen – aus einer AGM-Batterie kann man nur rund 50 % entnehmen, bevor man sie wieder aufladen muss. Wir haben daher eine 100 Ah/12V-Batterie verbaut, die sich vom Handy aus über Bluetooth steuern und überwachen lässt (da lacht das Herz des digitalen Nomaden!). Ein Solarladeregler wandelt den von den Solarmodulen gelieferten Strom passend für die Batterie um, mit Hilfe eine Spannungswandlers können wir auch 220V-Geräte nutzen. Mehrere USB-Steckdosen sowie eine herkömmliche Steckdose ermöglichen es uns, Geräte zeitgleich zu laden.

Nico hat die gesamte Anlage noch mit einer ganzen Armada von Sicherungen sowie zwei Hauptschaltern versehen, um sie bei Problemen mit einem Klick vom Netz nehmen zu können. Und für den Fall, dass die Sonne mal längere Zeit nicht scheint, wollen wir die unfreiwillige Corona-Auszeit dazu nutzen, noch einen Ladebooster zu verbauen, mit dem wir die Bordbatterie beim Fahren auch über die Lichtmaschine laden können.

Für kalte Nächte und warme Füße: die Standheizung

Da wir seeeehr lange unterwegs sein wollen, werden wir es auch mit kalten Nächte oder Wochen und Monaten im Winter zu tun bekommen. Also war beim Ausbau klar: Eine Standheizung muss her! Und zwar eine, die uns nicht vor Energieprobleme stellt. Nach einigen Recherchen entschieden wir uns für ein russisches Modell – wir dachten. wenn jemand weiß, wie man kalte Winter übersteht, dann sind es die Russen.

Die Planar 2D wird mit Diesel betrieben – genauso wie unser Bus. Wir können also die bereits vorhandene Dieselleitung anzapfen und müssen nicht mit einem Extra-Tank arbeiten. Das spart Platz. Nachdem wir uns durch die eher holprig übersetzte Gebrauchsanleitung geackert hatten, war der Einbau gar nicht so kompliziert. Angst hatten wir allerdings vor zwei Dingen: Erstens ein Loch in unseren heiligen Bus zu bohren, um die Zu- und Abluft durch die Karosserie führen zu können. Und zweitens vor dem Anzapfen der Dieselleitung – Nico hatte Sorge, nicht die richtige Leitung zu erwischen, an die Stellen nicht gut heran zu kommen und insgesamt eine Riesensauerei zu veranstalten. Ist zum Glück alles nicht passiert: Nach einigen Samstagen Fummelei haben wir nun einen rumorenden Untermieter, der auf Knopfdruck für warme Luft im Bus sorgt. Und dazu noch einen Kohlenmonoxid-Melder: Falls doch mal Abgase in den Innenraum gelangen sollten, werden wir auf d­iese Weise rechtzeitig gewarnt.

Der Bus ist nun also mit allem ausgestattet, was wir für ein halbwegs komfortables und unabhängiges Reisen benötigen. Neben der fest verbauten Einrichtung und Infrastruktur im Bus gibt es aber noch jede Menge Equipment, das wir für das Leben on the road brauchen. Das stellen wir dir in Teil 4 dieser kleinen Serie vor: Werkzeug & Ausrüstung – das muss mit!

Fotos: (c) www.das-grosse-abenteuer.de

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