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Großes Abenteuer im L300 um die Welt – Teil 4: Werkzeug & Ausrüstung

Großes Abenteuer im L300 um die Welt – Teil 4: Werkzeug & Ausrüstung

Hallo, wir sind Brit und Nico – und wir stehen kurz vor dem wohl größten Abenteuer unseres Lebens: Mit unserem Mitsubishi L300 wollen wir ab September 2020 um die Welt reisen (geplant war ab April, aber Corona macht uns gerade einen Strich durch die Rechnung). Ende offen. In dieser kleinen Serie nehmen wir dir mit auf den Weg hinein ins große Abenteuer: In den ersten drei Teilen haben wir dir erzählt, wie es überhaupt dazu kam, wie wir unser Fahrzeug ausgewählt, den Innenausbau und die Energie- und Wasserfragen gelöst haben. In Teil 4 geht es darum, welche Ausrüstung und welches Werkzeug wir für eine mehrere Jahre dauernde Weltreise mitnehmen werden.

Abenteuer l300 Brit und Nico

Teil 4: Werkzeug & Ausrüstung – das muss mit!

Als wir das erste Mal unsere gesamte Ausrüstung und alles Werkzeug, das wir für unsere Reise zu brauchen glauben, für unsere vierwöchige Generalprobe-Tour über den Balkan auf einen Haufen legen, ist mein einziger Gedanke: Das bekommen wir nie alles in den Bus. Dabei hatten wir in monatelangen Diskussionen immer wieder überlegt, hinterfragt und neu überlegt, was wirklich mit muss. Unser Platz ist begrenzt, und außerdem ist eine Idee unserer Reise ja auch, mit möglichst wenig auszukommen. Spätestens in diesen Diskussionen wurde uns klar, dass Nico und ich zwei sehr unterschiedliche Sichtweisen auf die Frage haben, was unverzichtbar ist. Ich – optimistisch und leichtherzig – habe keine Lust, alles mitzuschleppen, was wir vielleicht eventuell und unter ganz gewissen Umständen mal brauchen könnten – auch wenn wir in dem Moment dann froh wären, es zu haben. Ich glaube, wir werden in punkto Werkzeug immer irgendwo Hilfe finden und müssen in punkto Ausstattung eben einfach ein bisschen auf Komfort verzichten. Nico – vorausschauend und nicht so risikofreudig – möchte möglichst unabhängig von fremder Hilfe und auf viele Eventualitäten, Reise- und Wettersituationen vorbereitet sein. Wir zanken. Ich will keine komplette Werkstatt, abgedunkelte Scheiben, Wegfahrsperre, Alarmanlage und Vorzelt. Nico hält dagegen. Der Bus ist alles, was wir haben, er muss sicher sein. Außerdem ist er der Chefmechaniker, an dem alle technischen Probleme hängenbleiben werden – auch wenn das unser gemeinsames Projekt ist, trägt er de facto an dieser Stelle die Verantwortung allein. Mein Bedürfnis nach wenig Besitz gegen sein Bedürfnis nach Sicherheit.

Wir verhandeln um viele Dinge, bei manchen beschließen wir, sie dann anzuschaffen, wenn wir in unserem Vanlife-Alltag feststellen, dass wir sie tatsächlich brauchen. Nico stellt eine Werkzeug- und Ersatzteilsammlung zusammen, mit der er 90 % der Reparaturen, die anfallen könnten, in den Griff bekommt. Der Akkuschrauber fungiert mit einem Aufsatz gleichzeitig als Pürierstab, wir entwickeln eine helle Freude daran, Dinge so auszuwählen, dass sie mehrere Funktionen erfüllen.

Requisiten des Reiselebens: Technik, Werkzeug, Haushalts- und Camping-Krempel

Von Abschleppseil und Auffahrkeilen über Beil, Drohne, Klappsppaten, Kompressor, Lötkolben, Solardusche und Ventilator bis Zahnriemen – wir haben das ganze Ausrüstungs-Alphabet im Gepäck. Eine üppig ausgestattet Küche mit platzsparend ineinander verstaubaren Tefal-Töpfen und gusseiserner Pfanne, Profi-Kochmesser, 37 Gewürzen und als Krönung einem elektrischen Bratenthermometer und einem handbetriebenen Mixer macht den Hobbykoch Nico glücklich. Mich dagegen unser Camping-Equipment: Ultraleicht-Zelt, ebenso ultraleichte Isomatten, faltbare Wanderstöcke, Trekkingrucksäcke und was man sonst noch für mehrtägige Ausflüge in die Wildnis braucht. Auch unsere Mountainbikes haben wir dabei – lange haben wir gerungen, ob wir diese Platz-Monster wirklich mitnehmen wollen (allein die beiden Fahrradhelme fressen schon wertvollen Stauraum), uns am Ende aber dafür entschieden. Sie sind einfach großartig zum Erkunden der Umgebung und könnten, falls wir mal in der Mitte vom Nichts liegenbleiben mit dem Bus, die einzige Möglichkeit zum Hilfeholen sein.

Das Dach: unser Keller

Wohin mit dem ganzen Zeug, wenn man keinen Keller hat? Auch wenn ein Hoch- oder Aufstelldach toll gewesen wären: Wir brauchen das Dach als Stauraum. Mit vier Querträgern baut Nico eine Konstruktion, auf der ein Dachgepäckträger mit zwei großen Aluboxen für all den Kram, den wir nicht ständig im Zugriff benötigen, vier 10-Liter-Benzinkkanistern, Sandblechen und einem großen, wasserdichten Packsack für Campingtisch und -Stühle befestigt ist. Daneben – und über den Solarzellen – liegen auf einem zweiten Träger unsere Mountainbikes: Wenn wir irgendwo unser Camp aufschlagen, können wir den Träger an die Seite des Busses herunterziehen, ohne die Räder abnehmen zu müssen, damit die Solarzellen Sonne tanken können. Um aufs Dach zu kommen, haben wir eine Klappleiter angeschafft, die sich sehr schmal zusammenschieben lässt – und für ein Kaltgetränk mit Panoramablick lässt es sich für eine Weile recht gut auf den Aluboxen sitzen dort oben.

Viereinhalb Wochen Probetour – diese Features feiern wir

Erstaunlicherweise passt das ganze Zeug am Ende tatsächlich in unseren Bus. Im Mai 2019 gehen wir für viereinhalb Wochen auf Tour, um unser gesamtes Set-up, das wir uns bisher eher am Reißbrett ausgedacht haben, endlich einem Praxistest zu unterziehen (auf unserem Blog www.das-grosse-abenteuer.de kannst du lesen, wohin wir gefahren sind und wie es uns unterwegs ergangen ist). Fazit nach 6.000 Kilometern, 34 Tagen und Nächten on the road: Das meiste passt! Wir haben super geschlafen in unserem selbst konstruierten Bett, Kühlschrank, Heizung und Solaranlage haben einen vorbildlichen Job gemacht, es hat trotz einer Million Schlaglöcher kaum etwas am Einbau geklappert. Die Markise hat ein Gewitter überstanden – und sich überhaupt als eine unser besten Investitionen erwiesen: Sie erweitert unseren Aktionsradius sowohl bei sengender Sonne als auch bei Regen enorm – und Regen hatten wir wirklich mehr als genug in den viereinhalb Wochen. Ebenfalls feiern wir die Lithium-Ionen-Batterie, die auch nach Tagen ohne Sonne immer noch brav Strom abgegeben hat, da sie sich so tief entladen lässt. Unser liebstes Teil aus der Rubrik „nicht lebensnotwendig, aber unbedingt mitzunehmen“: die Lichterkette. Jeden Abend haben wir sie an der Markise aufgehängt und uns damit einen heimeligen Ort geschaffen. Nur ganz wenig ist nach der Reise wieder rausgeflogen: die Weingläser aus Plastik (schmeckt auch aus Wassergläsern), die große Stranddecke (da tun‘s auch die Mikrofaser-Handtücher), die Mountainbike-Stiefel (wir fahren jetzt in Sportschuhen), der Camping-Backofen für unseren Benzinkocher (haben wir kein einziges Mal benutzt). Von uns aus kann‘s also losgehen – jetzt hält uns nur noch Corona hier.

Fotos: (c) www.das-grosse-abenteuer.de

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