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SKEW-Winkel bei Satellitenanlagen

Satelliten für Fernsehsignale stehen aus der Erde betrachtet auf einem festen Punkt im Orbit. Man nennt das auch eine geostationäre Umlaufbahn. Der Satellit kreist genau so schnell um die Erde, wie diese sich dreht. Nur so lässt sich eine Satellitenschüssel auf den entsprechenden Satelliten ausrichten. Sonst müssten die Antennen ständig neu ausgerichtet werden.

Beim terrestrischen Fernsehen werden die Signale manchmal waagerecht und manchmal senkrecht polarisiert ausgesendet – je nachdem, ob man sehr weit und über Hindernisse senden möchte oder das Signal weniger anfällig für Reflexion oder Streuung machen möchte.

Polarisation des Satelliten-Signals

Beim Satelliten-Fernsehen werden beide Polarisationen verwendet. Dazu befinden sich in einem LBN zwei gegeneinander um 90 Grad verdrehte Antennen. Damit lassen sich beide Signale empfangen. Um guten Empfang zu gewährleisten, muss der LNB (Low Noise Block, rauscharmer Signalempfänger) so ausgerichtet sein, dass die Signale vom Satelliten genau im richtigen Winkel auf die eingebauten Antennen treffen. Je mehr die Signale verdreht sind, desto mehr Signal geht verloren.

Vertikale und Horizontale Polarisation beim Satelliten Fernsehen

Vertikale und Horizontale Polarisation beim Satelliten Fernsehen

Diese Drehung des Signals und der Antennen zueinander oder genauer diesen Winkelversatz nennt man SKEW-Winkel oder auch Polarisationswinkel. Er ist idealerweise null. Dann treffen die Signale vom Satellit im richtigen Winkel auf den LNB. Eine Abweichung von bis zu 5% ist bei einem guten Signal kein Problem.

Das Problem mit dem Skew-Winkel auf dem Wohnmobil oder Wohnwagen

Wie eingangs erwähnt haben Satelliten feste Positionen. Astra 1 zum Beispiel 19,2° Ost oder Hotbird auf 13° Ost. Diese Gradangabe gibt den Längengrad der Erde wieder über dem der Satellit am Himmel steht. Die Entfernung der Erde beträgt dabei 35.768 km. Der Astra 1 Satellit steht also über der Republik Kongo.

Diese beiden Satelliten strahlen ihr Signal nach Europa ab. Befindet sich eine Satelliten-Empfangsanlage genau auf dem jeweiligem Längengrad, beträgt der SKEW-Winkel 0° und das Signal ist am besten. Befindet sich die Anlage weiter östlich oder westlich davon, kann es zu Problemen kommen. Die Erde ist bekanntlich eine Kugel. Durch die gekrümmte Oberfläche kippt man quasi immer mehr zur Seite, ausgehend von dem Längengrad des Satelliten. Die Signale kommen weiter im Osten und Westen nicht mehr mit einem Winkel von 0° auf den LNB sondern gedreht. Umrundet man die Erde zu einem Viertel, was 90° entspricht, dann hat ist das Signal zu 90° gedreht im Gegensatz zum Standort auf dem Längengrad des Satelliten.

Da Campingfahrzeuge immer wieder bewegt werden, ändert sich die Position und damit der Winkel in dem die Signale auf den LNB der Satelliten-Anlage fallen. Das wäre eigentlich kein Problem. Man müsste den LNB einfach nur jeweils um ein Grad in die richtige Richtung drehen und das Signal ist wieder perfekt.

Allerdings fahren Camping Fahrzeuge nicht einfach nur nach Osten oder Westen sondern zusätzlich auch nach Süden oder Norden. Hier wird es nun schwierig. Durch Bewegung nach Osten und Westen wird der Winkel immer unpassender und das Signal schlechter. Durch Bewegung nach Süden wird der Winkel zusätzlich schlechter, durch Fahren nach Norden wird er besser.

Wie finde ich den korrekten SKEW-Winkel?

Man kann mit Hilfe von sphärischer Trigonometrie berechnen, wie der LNB am besten zu drehen ist. Da diese Berechnungen aber wohl nur die wenigsten einfach so durchführen können und eine Abweichung von 5% ok sind, gibt es für jedes Land und jeden Satelliten Tabellen, in denen man die SKEW-Werte ablesen kann.

Satelliten haben nur einen bestimmten Bereich auf der Erdkugel, den sie mit einem Signal versorgen können. Die sogenannte Ausleuchtungszone.

Der Astra 1 Satellit, der auf 19,2° Ost positioniert ist, hat eine eingebaute Korrektur. Deshalb kann man in Deutschland den SKEW-Winkel auf 0 Grad eingestellt lassen. Je weiter man sich jedoch Richtung Osten oder Westen sowie Süden bewegt, desto mehr SKEW-Winkel-Korrektur ist einzustellen.

Satelliten Ausleuchtungszonen und passende Schüsselgröße

Satelliten Ausleuchtungszonen und passende Schüsselgröße

Passende Korrekturwinkel

In der folgenden Tabelle sind Korrekturwinkel für die wichtigsten Satelliten und Länder aufgeführt.

LandEutelsat 5° WestThor 0.8° WestAstra 4 4.8° OstHotbird 13° OstAstra 1 19.2° OstAstra 3 23.5° OstAstra 2 28.2° Ost
Deutschland, Österreich, Schweiz-23°-16°-12°-6°
Frankreich-15°-11°-5°11°14°
Beneluxstaaten-16°-12°-8°-2°
England-9°-6°-3°10°12°
Irland-6°-3°11°13°16°
Portugal-4°16°22°25°28°
Südspanien, Gibraltar-8°-3°14°20°24°28°
Skandinavien-19°-16°-14°-9°-6°-4°-2°
Griechenland-38°-35°-29°-20°-12°-7°
Türkei, Ungarn, Weißrussland-39°-36°-31°-26°-20°-15°-11°
Kanarische Inseln12°18°26°34°39°42°44°
Marokko-8°-2°17°23°27°31°
Italien, Sizilien-27°-24°-17°-8°-2°
Kroatien-27°-24°-19°-11°-5°-1°4
Tunesien, Libyen-27°-22°-15°-4°15°

Korrekte Einstellung des SKEW-Winkels

Die verschiedenen Hersteller von LNBs geben auch Tabellen heraus, die auch einmal unterschiedliche Aussagen der Drehrichtung enthalten. Einmal meint “+” im Uhrzeigersinn und “-” gegen den Uhrzeigersinn und ein anderes Mal ist es umgedreht. Betrachtet wird das im Normalfall aus Sicht der Schüssel zum LNB.

Weiterhin gilt, befindet sich der Empfänger westlich der Satellitenposition wird im Uhrzeigersinn gedreht und anders herum. Sollte das einmal nicht klappen, dann einfach anders herum drehen. Es gibt ja immer nur zwei Möglichkeiten.

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