Hund Vor Kälte Schützen Im Wohnmobil

Mangelnde Isolation im Camper und die Gefahr für deinen Hund

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im Süden Europas kann es im Winter richtig frisch werden. Wir haben in Spanien und Griechenland jetzt schon einige Nächte mit Temperaturen um den Gefrierpunkt erlebt. Wie froh war ich da über eine kuschelige Decke, warme Socken und unsere Heizung.

Natürlich möchte ich, dass sich auch meine Hunde wohlfühlen und nicht zu Eisklumpen erstarren. Deshalb zeige ich dir heute, welche Folgen eine mangelnde Isolation im Camper nach sich ziehen kann und was das für deinen Hund bedeutet.

Isolation im Camper

Frieren ist nichts Schönes – weder für Menschen noch für Tiere. Je nachdem zu welcher Jahreszeit du mit deinem Camper unterwegs bist, spielt die Isolation daher eine entscheidende Rolle. Selbst in einem gut isolierten Camper sind die Temperaturen jedoch nicht überall gleich. Wärme steigt bekanntlich nach oben. Viele Vierbeiner haben ihr Körbchen aber auf dem Boden, stehen und halten sich somit eher im kälteren Bereich auf. Deshalb sollten sie gut vor dem Frieren und vor Zugluft geschützt werden.

Gerade wenn du deinen Camper selber ausbaust, kommst du um das Thema Isolation kaum drumherum. Dabei spielt das richtige Material eine große Rolle. Die eine Isolierung leitet kaum Wärme, die andere wesentlich stärker. Du möchtest die Wärme aber im Camper haben und nicht nach draußen leiten.

Viele Wohnmobil-Hersteller nutzen statt Styropor heutzutage Styrodur, ein Polyurethan-Hartschaum. Warum? Weil Styropor wasserdurchlässig und anfällig für Feuchtigkeit ist. Die neuen Materialen zeichnen sich dagegen durch ihre Wasserundurchlässigkeit und eine höhere Stabilität aus. Es macht also Sinn, sich genau mit den verschiedenen Möglichkeiten zu befassen.

Kältebrücken

Wenn es um das Thema Isolation geht, fällt schnell der Begriff Kältebrücken. Richtig heißt es eigentlich Wärmebrücken. Damit werden die Teile eines Campers bezeichnet, bei denen die Wärme schneller nach außen entweicht, als an den angrenzenden Stelle.

Typische Bereiche sind diese hier:
• Fenster
• Türen und Dachluken
• unisolierte Stellen oder Bereiche, bei denen die Isolation diese Risse bzw. Lücken hat
• Alkovennase

Kältebrücken kannst du daran erkennen, dass sich an diesen Stellen häufig Kondenswasser bildet. Das kennst du vielleicht von der Windschutzscheibe, die morgens von innen nass ist. Auch durch Zugluft merkst du, an welchen Stellen Wärme verloren geht. Zudem ist es im Bodenbereich eines Campers kälter als an der Decke. Kalte Füße sind da bei vielen vorprogrammiert, nicht nur bei Frauen. Auch Alkovennasen gehören zu den Stellen, bei denen die Isolation manchmal vernachlässigt wird.

Damit durch das Kondenswasser kein Schimmel entsteht, kommt es auf eine gute Durchlüftung an. Genau wie in einer Wohnung, solltest du mehrmals am Tag stoßlüften. Das heißt, für kurze Zeit die Fenster und/oder Türen zu öffnen, damit einmal richtig Luft durch das Fahrzeug strömt und so die Feuchtigkeit entweichen kann. Achte aber darauf, dass dein Camper bei niedrigen Temperaturen nicht komplett auskühlt. Sonst brauchst du viel Energie, um ihn wieder aufzuheizen.

Das kannst du gegen Kältebrücken tun

Nicht jeder Camper hat gleich viele Kältebrücken. Kastenwagen sind meist schlechter isoliert als aufgebaute Campingmobile. Und vollintegrierte Wohnmobile haben in der Regel weniger Kältebrücken als teilintegrierte. Dass es in einem Kastenwagen zu einem höheren Wärmeverlust kommt, liegt an seiner Ganzstahlkarosserie. Metall ist ein sehr guter Wärmeleiter, daher ist viel Aufwand nötig, um einen Kastenwagen winterfest zu isolieren.

Bei vollintegrierten Wohnmobilen wird das Fahrerhaus bereits vom Hersteller so ausgebaut, dass es bestmöglich als Wohnraum mitgenutzt werden kann. Dabei wird viel Wert auf eine gute Isolierung gelegt, zum Beispiel durch doppelt verglaste Seitenscheiben. Bei einem teilintegrierten Wohnmobil wird hingegen das ursprüngliche Fahrerhaus des Serienfahrzeugs genutzt. Dieses ist wesentlich schlechter isoliert, als bei einem vollintegrierten und sorgt für einen hohen Wärmeverlust.

Eine große Schwachstelle stellt bei allen Fahrzeugen die Windschutzscheibe dar. Mit einer passenden Thermoabdeckung kannst du den Wärmeverlust eindämmen. Der kühle Bodenbereich im Fahrerhaus lässt sich mit einer Isoliermatte ausstatten. Für den Wohnbereich kannst du auch Teppich-Heizmatten verwenden. Dazu brauchst du allerdings ausreichend Strom. Eine weitere hilfreiche Maßnahmen kann es sein, einfach verglaste Fenster durch doppelt verglaste zu ersetzen. Weitere Schwachstellen wie Fenster, Türen oder der Übergang zum Fahrerhaus lassen sich gut mit dicken Vorhängen oder Decken abdichten.

Hunde und Kälte

Ein Husky fühlt sich bei Kälte pudelwohl. Ein dünner Windhund mit wenig Fell wird das anders sehen. Daher lässt sich keine pauschale Aussage treffen, ab welchen Temperaturen ein Hund friert. Der eine schlottert bei 5 Grad, dem anderen ist das noch viel zu warm. Wie gut ein Hund mit Kälte zurechtkommt, hängt neben der Rasse auch von seinem Alter und seinem Gesundheitszustand ab. Welpen, alte oder kranke Hunde haben ein anderes Wärmebedürfnis und sollten keinesfalls frieren müssen. Das gilt natürlich auch für alle anderen Hunde. Wie unangenehm es ist zu frieren, weiß jeder von uns aus eigener Erfahrung. Dass es einem Hund zu kalt ist, erkennst du übrigens daran, dass er zittert und/oder sich im Liegen möglichst eng zusammenrollt. 

Warum kann Kälte gefährlich für deinen Hund sein?

Wenn ein Hund friert, kann er dadurch krank werden – genau wie wir. Erkältungen und Blasenentzündungen sind nur zwei mögliche Konsequenzen. Hat dein Hund Gelenkprobleme, bekommt Kälte seinen schmerzenden Knochen überhaupt nicht. Während wir uns selber vor Kälte schützen können, ist ein Hund auf unsere Unterstützung angewiesen. Stellst du fest, dass dein Hund friert, solltest du Gegenmaßnahmen ergreifen:

• einen Schlafplatz mit möglichst wenig Durchzug wählen.
• ein Körbchen/Hundebett, das gut isoliert ist oder eine isolierende Matte darunter legen.
• deinem Hund etwas anziehen.

Spezielle Funktionskleidung, wie ein wärmender Hundemantel kann sinnvoll sein, um deinen Hund zu wärmen. Damit beugst du nicht nur möglichen Erkrankungen vor, sondern trägst auch zum Wohlbefinden deines vierbeinigen Freundes bei. Sobald meine alte Hündin Jule den Mantel sieht, der für meine zweite Seniorin Luna bestimmt ist, schlüpft sie von alleine rein. Inzwischen hat sie ihren eigenen bekommen.

Ein Camper kühlt innerhalb kurzer Zeit komplett aus, wenn er bei kalten Außentemperaturen nicht beheizt wird. Mit der passenden Isolierung kannst du viel erreichen, um deinen Camper vor Kälte zu schützen. Mit dem Vierbeiner zu kuscheln, bleibt natürlich die schönste Variante, um es warm zu haben. Natürlich kann im Sommer auch das Gegenteil passieren, denn auch Hitze ist eine Gefahr für deinen Hund im Camper.

Fotos: (c) Nima Ashoff & Stefanie Vogt


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Hat den Spaß am Campen mit 38 entdeckt. Seit 2015 lebt sie in einem Oldtimerbus und reist quer durch Europa. Mit dabei sind ihr Partner und ihre Hunde.

Lieblingsspots: Griechenland und Spanien.

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