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Marktübersicht Faltcaravans – Damit klappt’s einfach

Marktübersicht Faltcaravans – Damit klappt’s einfach

Faltcaravan, Klappcaravan, Zeltanhänger oder Anhängerzelt: Die Begriffe sind verwirrend; sich auf dem Markt zurechtzufinden, ist nicht ganz leicht. Dafür ist das, was dahinter steckt umso praktischer: ein mobiles Zuhause auf kleinstem Raum zusammengepackt. In dieser Marktübersicht findest du die wichtigsten Hersteller unterschiedlicher Modelle. Faltcaravan ist übrigens der Oberbegriff.

Um mehr Klarheit in die einzelnen Begriffe zu bringen, haben wir jeweils einen eigenen Lexikoneintrag angelegt und erklären, was hinter den Bezeichnungen steckt – wirf doch mal einen Blick darauf.

Vor- und Nachteile von Faltcaravans

Die größten Vorteile  sind monetär, denn im Vergleich zum „normalen“ Wohnwagen sind Faltcaravans beim Transport deutlich flacher, haben dadurch einen geringeren Luftwiderstand und somit auch einen niedrigeren Kraftstoffverbrauch beim Zugfahrzeug. Sie lassen sich also auch mit kleineren Fahrzeugen ziehen und benötigen weniger Platz, wenn sie nicht gebraucht werden. Auch die Anschaffungskosten sind häufig moderater – Luxusmodelle ausgenommen. Dazu sind Steuern und Versicherung preiswerter als beim Wohnwagen. Und im Gegensatz zum Zelt haben Faltcaravans einen stabilen Unterbau – ein Vorteil bei unebenem oder steinigem Gelände. Außerdem bietet der feste Boden Schutz vor Kälte von unten.

Aber natürlich gibt es  auch Nachteile. So lassen sich die Faltcaravans während einer Rast oder Zwischenübernachtung nicht so einfach nutzen, sondern müssen komplett ausgefahren bzw. aufgebaut werden. Es gibt Hersteller, die geben die Zeit für den Vollaufbau mit knackigen 12 Minuten an, einer spricht sogar von nur 1 Minute. Mancher Besitzer staunt angesichts solcher Zeitangaben allerdings nicht schlecht und schätzt den Aufwand eher auf 45 bis 60 Minuten. Mein Tipp: Auf jeden Fall vor der ersten „richtigen“ Reise in Ruhe ausprobieren und passendes Werkzeug mitnehmen. Tipps findest du auch in unserem Text „Grundausstattung für Camper“.

Auch der Abbau im Regen ist nicht ohne, denn wie beim einfachen Zelt oder bei Zeltdächern muss ein Faltcaravan, egal ob mit Zelt- oder festen Wänden, spätestens nach zwei Tagen zum Trocken erneut aufgebaut werden, so rät es der ADAC. Sonst droht Schimmel und das will ja nun wirklich keiner.

Und noch ein echter Nachteil: Toiletten sind offenbar Mangelware; nur sehr wenige Modelle scheinen damit ausgerüstet zu sein, darunter der „Ysin Opera“  (siehe auch hier) – aber ich finde für einen Anschaffungspreis von rund 50.000 Euro kann man das ja wohl auch erwarten.

Wer hat’s erfunden?

Nein, es waren nicht die Niederländer 😊 Der (vermutlich) erste faltbare Wohnanhänger wurde in den 1950er Jahren in der DDR fabriziert, hieß „Klappfix“ und ließ dank seiner Leichtbauweise zu, dass sich auch Trabbifahrer den Traum vom Wohnanhänger erfüllen konnten. Die Nachfolgemodelle hießen „Camptourist“, verschwanden aber mit der Wende und der damit einhergehenden Schließung des VEB Fahrzeugwerk Olbernhau wieder vom Markt. Allerdings sind noch gebrauchte Modelle im Kleinanzeigenmarkt zu finden. Die „Westvariante“ des „Klappfix“, der importierte „Alpenkreuzer“ ist nach einigen Jahren Pause seit kurzem wieder auf dem Markt.

Faltcaravan-Marken

Deutschland

CAMPWERK

Gemessen an den ganz Alteingesessenen, ist CAMPWERK mit seinen gerade mal neun Jahren noch relativ jung – und hat die schönste Adresse, die man in seine E-Mail-Signatur schreiben kann: „Fröhliche Morgensonne“ heißt die Straße in Bochum-Wattenscheid (aber das nur am Rande). Für seine Faltcaravans erhielt das Team um Firmengründer Michael Krämer 2012 den „Caravaning Design Award: Innovations for new mobility“. Auch hier hilft ein Online-Konfigurator auf der Internetseite bei der Auswahl.

Angebot: Zeltanhänger und Dachzelte
Firmensitz/ Ausstellung: Bochum, Dörzbach und Bardowick (D), Leek (Niederlande)
Websitewww.campwerk.de

Fotos: © I. Privat (Kundenbild) | II. und III. CAMPWERK 

CULTMOBIL

Die Idee zur Firmengründung entstand aus dem Wunsch, ein Alltagsfahrzeug als Freizeitmobil zu nutzen und so flexibler zu sein – so startete das kleine Unternehmen von Sven Otersen mit dem Umbau von T3/T4-Bussen. Inzwischen ist ein einfacher, preiswerter Zeltanhänger dazu gekommen: Ein Zeltcaravan, der sich ganz einfach zum Nutzanhänger umbauen lässt. Oder umgekehrt.

Angebot: Zeltanhänger und Bulli-Umbau
Firmensitz und Ausstellung: Syke
Websitewww.cultmobil.de

Foto: © Cultmobil

MGO – MONTEGROSSO OUTDOOR

Noch ein echtes Nordlicht: Der „Freebird“-Faltcaravan von MGO wird in der Nähe von Hamburg gebaut. Vorteil: Die komplette Ausrüstung lässt sich beim „Freebird“ im Ladesystem verstauen. Im Laufe des Jahres 2019 soll noch ein optionales, recht großes Vorzelt dazu kommen, das derzeit noch in der Entwicklung steckt.

Angebot: zwei Faltcaravan-Modelle
Firmensitz/Ausstellung: Ahlerstedt / Besichtigungen nach Anmeldung auch in Hamm/ Westf. und Bernau am Chiemsee möglich
Websitewww.campingtrailer.de

Fotos: ©MGO

NB OOUTDOOR

Der Jüngste in der Faltcaravanhersteller-Landschaft: NB OUTDOOR wurde erst 2107 in der Nähe von Berlin gegründet. Inzwischen bietet Gründerin und Inhaberin Nadine Bell nicht nur Dachzelte und Zeltanhänger, sondern auch das passende Zubehör an.

Angebot: Dachzelte, Zeltanhänger und Zubehör
Firmensitz/Ausstellung: Panketal
Websitewww.nb-outdoor.de

Foto: © NB Outdoor

ALPENKREUZER

Alpenkreuzer ist eine der legendärsten Marken der niederländischen Wohnwagen-Geschichte. Das Unternehmen EELART KRAMER SLIEDRECHT (E.K.S.) importierte Ende der 1950er Jahre den in der DDR gebauten „Klappfix“ (auch „Camptourist“) und vertrieb ihn unter dem Namen „Alpenkreuzer.“ Im Jahr 2006 verschwand der „Alpenkreuzer“ aufgrund fehlender Nachfrage vom Markt, jetzt ist er zurück. 2017 hat der Hersteller DOREMA die Marke zunächst auf dem niederländischen Markt wiederaufleben lassen; seit Ende 2018 sind die Modelle auch auf dem deutschen Markt wieder zu haben.

Firmensitz: Düsseldorf (Dorema)
Angebot: drei verschiedene Modelle
Ausstellung/Händler: Verschiedene Vertragshändler in D/NL
Websitewww.alpenkreuzer.com

Fotos: © Dorema

3DOG Camping

Die 3DOG CAMPING GMBH ist eine kleine Manufaktur in Hamburg, wie sie nur noch selten zu finden ist. Handproduktion und Eigenarbeit sind hier keine Fremdworte. Hier arbeiten echte Outdoorfans. Bei der Auswahl des richtigen Modells hilft ein Online-Konfigurator auf der Internetseite.

Angebot: Zeltanhänger und Dachzelte
Firmensitz: Hamburg
Ausstellung/ Händler: Vertragshändler in D, F, CH, NL, GB
Websitewww.3dogcamping.eu

Foto: © 3Dog Camping GmbH

Frankreich

BEAUER

Weg vom langweiligen weiß-beige-grün: Seit 2012 baut BEAUER in Frankreich formschöne und vor allem farblich variable Caravans, die auffallen. Statt Zeltwände zu entfalten wird hier einfach auseinandergezogen. So werden aus 4 m² im Nu fast 30!

Firmensitz: Cholet/ Produktion Angoulême. Siehe auch unseren Text über Falt- und Klappcaravans.
Angebot: ausziehbarer Caravan „BeauEr“
Ausstellung/Händler: Ausschließlich in Frankreich (Stand Feb. 2019)
Websitewww.beauer.fr

Fotos: © CamperStyle

TIPOON

Noch ist er ein Prototyp, aber 2019 soll der „Tipoon“ in Serie gehen. Entstanden ist das Ganze, als das Unternehmen 2014 dem Ausschuss eines Gründernetzwerks die Idee vom aufklappbaren Wohnwagen vorstellte. Die Kommission war begeistert, das Projekt gewann einen Innovationsaward. Bisher ist der „Tipoon“ allerdings nur auf Messen zu bewundern. Wir haben ihm aber bereits einen ausführlichen Artikel gewidmet.

Websitewww.tipoonthetravelmachine.com

Foto: © Tipoon

TRIGANO

Vom Familienbetrieb zum Konzern: Begonnen hat alles ganz klein im Jahr 1935. Inzwischen ist TRIGANO einer der größten Konzerne für Reisemobile, Wohnwagen, Zubehör und natürlich Zeltanhänger. Gefertigt werden die Zeltanhänger in Frankreich und kommen dann unter verschiedenen Markennamen wie „Jamet“ (ausschließlich f. die Niederlande), „Trigano“ und „Raclet“ auf den Markt.

Angebot: Zeltanhänger, Reisemobile, Wohnwagen, Zubehör
Firmensitz: Mamers
Ausstellung/Vertrieb: Kreppel Freizeitmobile Affing-Mühlhausen b. Augsburg
Websitewww.trigano-faltcaravan.de

Foto: © Trigano

Niederlande

COMBI CAMP

Nur eine Minute und das Zelt steht – das jedenfalls verspricht der niederländische Hersteller COMBI CAMP. Zudem bietet der Combi-Camp-Zeltanhänger einen großzügigen Gepäckraum im Inneren und obendrauf einen Gepäckträger für größeres Zubehör oder Fahrräder.

Angebot: drei verschiedene Zeltanhängermodelle für zwei bis sieben Personen
Firmensitz: Heemstede (NL)
Ausstellung: Vertragshändler in DK, NL, N und ISL
Websitecombi-camp.com

Fotos: © Combi Camp

HOLTKAMPER

Direkt hinter der niederländischen Grenze im Emsland sitzt die Firma Holtkamper. Bereits Ende der 1920er begann hier die Produktion. Zunächst wurden Zelte gefertigt, später kamen Zeltanhänger, Faltwohnwagen, Gepäckanhänger hinzu. 1983 brachte Holtkamper den damals am schnellsten aufstellbaren Faltwohnwagen der Welt auf den Markt: den „Holtkamper Flyer“. Die heutigen Modelle „Coocon Aero“, „Kite Windforce“ und „Holtkamper Nano“ erinnern in ihrer Windschnittigkeit an Flugdrachen.

Firmensitz: Emmen
Angebot: Verschiedene Faltcaravanmodelle, Zelte und Zubehör
Ausstellung: Emmen (NL) und Avenche (CH)
Websitewww.holtkamper.de

England

OPUS CAMPER

Aufblasen statt aufbauen: Der „Opus Air“ wurde 2018 für sein besonderes Aussehen mit dem „German Design Award“ ausgezeichnet. Hergestellt wird der selbst-aufblasende Faltcaravan, der bis zu zehn (!) Personen Platz bietet, in Großbritannien als Ableger der renommierten Marke „Purple Line“.

Firmensitz: Suffolk
Angebot: unter dem Markennamen Air Opus wird nur ein Modell angeboten
Ausstellung: Diverse Händler in D, NL, DK, GB, N
Websitewww.opuscamper.de

Fotos: © Air Opus

PENNINE OUTDOOR LEISURE

PENNINE OUTDOOR LEISURE ist seit 1977 am Markt und einer der führenden Hersteller von Faltcaravans auf dem englischen Markt. Die verschiedenen Modelle unterscheiden sich mehr in der Ausstattung als im Aussehen.

Firmensitz: Accrington (GB)
Angebot: diverse Faltcaravans
Ausstellung: überwiegend in UK, ein Händler in Eindhoven (NL)
Websitepennineoutdoorleisure.co.uk

Dänemark

CAMP-LET

Der dänische Hersteller CAMP-LET (dänisch für „leichtes Campen“) ist ebenfalls ein echter Klassiker am Markt. Seit 1968 produziert das Unternehmen Faltcaravans. Inzwischen gehört es zur belgischen ISABELLA  GROUP.

Firmensitz: Lohfelden (Firmensitz Isabella)
Angebot: Faltcaravans und Zubehör, u.a. ein Deichselkasten für Zubehör
Ausstellung: div Händler in D, CH, AU
Website: www.isabella.net/de/camp-let

Foto: © Camp-Let

Spanien

COMANCHE

Der ist so leicht, der schwimmt sogar in Milch? Das nicht, aber der „MC Camp“ von COMANCHE lässt sich sogar von einem Motorrad ziehen! Der Hersteller sitzt in Barcelona und produziert seit den 1970er Jahren Zeltanhänger und Transportanhänger für PKW und Motorräder.

Angebot: Zeltanhänger für PKW und Motorrad
Firmensitz: Barcelona
Ausstellung/Händler: Samern (D), Schijndel (NL), Muhen (CH) und weitere
Websitewww.rcomanche.com

Fotos: © Comanche

Australien

GORDIGEAR

Beim australischen Ausrüster GORDIGEAR begann alles mit der Herstellung von Ausrüstung für den Eigengebrauch. Inzwischen hat sich das Unternehmen auf die Herstellung von Dachzelten, Anhängerzelten, Automarkisen und Zubehör spezialisiert. Die Produktionswerkstätten sind in Australien und Übersee, die Entwicklungs- und Designabteilung hat ihren Sitz in Oberbayern.

Angebot: Anhängerzelte, Dachzelte
Firmensitz/Niederlassungen: Laufen (D) Southport (Australien) und Phoenix (USA)
Websitewww.gordigear.com

Titelfoto: (c) CAMPWERK


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