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MINI LIVING: Kleines Wohnen, große Idee

Der gelbe, durchscheinende Vorhang schließt sich. In den Regalen stapeln sich Pflanzen, Bücher, Schallplatten. Hoch über allem befindet sich ein Bett wie ein Nest. Wie würde Wohnraum aussehen, wenn er nicht von Planern, sondern von den darin lebenden Menschen konstruiert würde? Mit dem Konzept BUILT BY ALL hat MINI LIVING auf dem Salone del Mobile eine besondere Vision von Tiny Homes und mobilem Lifestyle gezeigt: durch Appartement-Module in einem leerstehenden Kaufhaus.

MINI Living and Studiomama's Milan installation allowed "everyone to become an architect"

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Tiny Houses als Module

Alle wollen in die Stadt, aber in der Stadt wird es immer enger. Auf der anderen Seite liegen viele Flächen brach und ganze Fabriken stehen leer. „Alles, was wir bei MINI LIVING machen, gründet auf einen kreativen Umgang mit Platz“, sagt Oke Hauser, kreativer Leiter im Unternehmen. „Wir möchten smart mit Wohnraum umgehen und Design so gestalten, dass Räume größer wirken.“ Ein Phänomen, das man bei vielen umgebauten Vans und auch in Tiny Houses erkennen kann: Egal wie klein die Grundfläche ist, es geht erstaunlich viel hinein, was man zum Leben braucht.

Gemeinsam mit dem Londoner Architektenbüro Studiomama hat MINI LIVING in Mailand mit BUILT BY ALL ein Konzept aus mehreren kleinen, privaten Räumen und Gemeinschaftsplätzen entwickelt, die wie Module funktionieren. Sie können überall auf- und wieder abgebaut werden. In den einzelnen Zimmern, die mit einem Bett, Schreibtischen und Stauraum ausgestattet sind, kann sich jeder zurückziehen. Ein offener Hof in der Mitte bietet eine Küche für alle und einen Treffpunkt für die Community.

Das einzige, was ich etwas verstörend finde, ist die Tatsache, dass die Wände der privaten Räume semi-transparent sind. Damit sind sie auch nur noch semi-privat – und das wäre mir auf Dauer dann etwas zu viel Community.

BUILT BY ALL – selbst mitbestimmen, wie Zuhause aussieht

Die Privaträume sind etwa 15 bis 20 Quadratmeter groß und umfassen meist mehrere Etagen. Obwohl sie extrem funktional sind, wirken sie gemütlich und farblich abgestimmt. Wer live in Mailand dabei war, konnte vorher in einem Modellraum seinen ganz persönlichen Wohnraum im Miniformat gestalten.
„Unserer Ansicht nach entscheidet sich die Wohnqualität mit der Identifikation der Bewohner mit Ihrem Zuhause“, erklärt Oke Hauser. Wer seinen mobilen Wohnraum also von Anfang an selbst gestaltet, wird sich später sehr viel wohler fühlen, als wäre alles bereits von einem Stararchitekten vorherbestimmt.

MINI LIVING plant für 2019 das erste vollbewohnbare Projekt dieser Art in Shanghai. 8.000 Quadratmeter in ehemaligen Fabrikhallen sollen dann mit Modulen aus Mini-Appartments „bebaut“ werden. Die kleinen Räume können dann zum Leben oder Arbeiten gemietet werden. Wichtig ist, dass durch die offenen Community-Plätze nicht jede Wohnung eine eigene Küche oder ein eigenes Bad benötigt. So weicht das Konzept von BUILT BY ALL gar nicht so weit vom klassischen Campingplatz ab – nur als eine Art Tiny-House-Siedlung mit verschiebbaren Wänden.

„Aktuell finden in Shanghai die Bauarbeiten statt. Das Gebäude wird im Frühjahr 2019 eröffnet“, erklärt Nina Bauer von der BMW Group. Wann und wo die Anmietung eines Appartements möglich ist, steht leider noch nicht fest.

Mini Living Shanghai © MINI LIVING / BMW Group

Mit MINI LIVING setzt sich das eher als Automarke bekannte Unternehmen MINI seit 2016 mit Zukunftsideen für Wohnraum auseinander. Im Mittelpunkt steht dabei die Idee, wenig Raum in der Stadt effizient zu nutzen und alternative Lebensstile in einer Community zu fördern. Wer auszieht, kann seine Einrichtung übrigens mitnehmen oder dem Nachmieter zur Umgestaltung überlassen.

Fotos (c): MINI LIVING, BMW Group

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War schon immer eher Pippi Langstrumpf als Annika. Arbeitet als freie Texterin und Fotografin bei Zeilenaufbruch und liebt Roadtrips überall auf der Welt.

Lieblingsspots: USA und Südeuropa.

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