Mit Dem Fahrrad Unterwegs

Mit dem Fahrrad unterwegs – Teil 1

Oh, süße Freiheit – in der Camper-Community steht sie über allem: Flexible Routenplanung, freie Zeiteinteilung und absolute Mobilität machen unsere Art des Reisens aus. Doch ganz gleich mit welchem Fahrzeug ihr unterwegs seid (Wohnwagen, Wohnmobil, Campervan oder Auto mit Zelt) – die Ankunft am Ziel bedeutet immer auch, von der geografischen Lage der Camping- oder Stellplätze abhängig zu sein.

Besonders die ruhigeren, naturnahen Plätze befinden sich meist außerhalb der Städte und daher auch in größerer Entfernung zu Sehenswürdigkeiten, kulturellen Angeboten und Einkaufsmöglichkeiten. Um ohne große Umstände von A nach B zu gelangen und sich in den Stadtzentren frei und unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Parkgelegenheiten bewegen zu können, bietet es sich daher an, das eigene Fahrrad mit auf die Reise zu nehmen.

So lernt ihr die Orte und Regionen eurer Wahl von einer ganz anderen, gemütlichen Seite kennen, erlebt die Atmosphäre hautnah, seht Dinge, die ihr aus dem fahrenden Auto oder Bus niemals sehen würdet, könnt einen Zwischenstopp einlegen, wo immer ihr möchtet, bewegt euch zügig im Stop-and-go des Stadtverkehrs und müsst euch nicht an vorgegebene Routen halten. Gleichzeitig tut ihr etwas für eure Gesundheit und die Umwelt. Ihr seht schon, wir sind absolute Fahrrad-Fans!
Mit dem Fahrrad unterwegs - Impressionen
Falls ihr noch vor einer Kaufentscheidung steht, solltet ihr gut überlegen, welches Rad für euch geeignet ist: Brauche ich elektrische Unterstützung beim Treten? Wie schwer sollte mein Fahrrad sein? Wie kann ich das Rad am besten transportieren? Und wie einfach kann das Teil während der Reise repariert werden?
Wir haben euch auf Basis unserer Erfahrungen eine Übersicht zusammengestellt:

Fahrradtypen

Herkömmliche Räder:

Ob Mountainbike, City-Rad, Beachcruiser, Hollandrad oder Trekkingbike – ganz gleich, welches Modell am besten für euch geeignet ist, solltet ihr euer Vehikel vor längeren Touren ein wenig an eure Bedürfnisse anpassen. Ein bequemer Sattel und die nötige Sicherheitsausrüstung sind dabei das A und O. Darüber hinaus solltet ihr euch Gedanken machen, ob ihr Transporttaschen für Einkäufe, Ausflugsproviant oder Kameraequipment braucht. Für den Stadtverkehr empfiehlt sich außerdem ein ein kleiner Rückspiegel, für längere Touren ein Trinkflaschenhalter. Wer gerne einen Überblick über die gefahrenen Kilometer und Durchschnittsgeschwindigkeiten erhalten möchte, kann sich einen Fahrradcomputer zulegen. Weitere Tipps zu Sicherheit und Zubehör findet ihr hier, Empfehlungen zu Fahrradträgern gibt es hier!

Pedelecs:

Der heilige Gral der Mobilität. Längst nutzen Radfahrer aller Altersklassen und sogar echte Sportskanonen das Elektro-Fahrrad für ihre Einkäufe, den Weg zur Arbeit oder für ausgedehnte Touren. Der Vorteil: Es ist auf Radwegen erlaubt und durch die motorisierte Tretunterstützung stellen bergige Landschaften oder lange Fahrten selbst für Untrainierte kein Problem mehr dar. Auch qualitativ hochwertige Pedelecs sind mittlerweile zu einem erschwinglichen Preis zu haben, die Unterhaltungskosten halten sich ebenfalls im Rahmen – vor allem, wenn man sie mit den aktuellen Spritkosten vergleicht. Nach dem Ausflug hängt man das Rad einfach an die Steckdose und lädt die Akkus wieder auf. Eine super Alternative zum Auto – auch für Camping-Urlaube!

E-Bikes:

Während Pedelecs lediglich Unterstützung beim Treten leisten, können echte E-Bikes, ähnlich wie ein Mofa, auch komplett motorisiert fahren. Nähere Informationen zu E-Bikes und Pedelecs, Hinweise zur Betriebserlaubnis und Tipps zur Akkupflege findet ihr unter anderem beim ADFC.

Klappräder:

Klappfahrräder sind die Campingmöbel unter den Zweirädern. Mit ihnen ist man für alle Eventualitäten gerüstet. Sie lassen sich bequem im Kofferraum oder Wohnwagen verstauen, nehmen in kleinen Wohnungen kaum Platz in Anspruch, können problemlos in öffentlichen Verkehrsmitteln und sogar Flugzeugen transportiert werden. Für Abenteuerlustige und Individualisten bieten sie daher die ultimative Mobilität. Genial, oder!?

Mit dem Fahrrad unterwegs - Schloss

Sicherheit und Zubehör

Helm

Sicherheit geht vor! Im Stadtverkehr, aber auch bei Touren in freier Natur kann es zu Unfällen kommen. Schon kleinere Stürze bei geringem Tempo können schwere Kopfverletzungen verursachen  – teilweise mit verheerenden Folgen. Deshalb ist ein Helm auf allen Fahrten unverzichtbar. Tipp für Frauen: Nicht an die Frisur denken und lächeln – wir sehen großartig aus, wenn wir nur fest daran glauben!

Lampen und Reflektoren

Ebenso wichtig wie der richtige Kopfschutz ist eine funktionale Beleuchtung. Damit macht ihr nicht nur andere Verkehrsteilnehmer auf euch aufmerksam, sondern findet euch auch besser in unbeleuchteter Umgebung oder unwegsamem Gelände zurecht. Sollte euer Rad nicht mit Lampen ausgestattet sein (das ist häufig z.B. bei Beachcruisern oder Mountainbikes der Fall), könnt ihr diese auch ohne großen Montageaufwand nachrüsten. Dafür sind heute neben den üblichen Dynamo-Lampen auch preiswerte batteriebetriebene LED-Sets zum Anklemmen oder Anschrauben erhältlich. Achtet beim Kauf aber unbedingt auf die Helligkeit – hier gibt es große Unterschiede!

Darüber hinaus solltet ihr an eurem Rad stabile und festsitzende Reflektoren befestigen. Das können entweder die herkömmlichen orangefarbenen Katzenaugen sein oder, für diejenigen, die es etwas stylisher mögen, so genannte Speichenreflektoren – kleine silberne “Röhrchen”, die im Dunkeln einen tollen Rotationseffekt erzeugen. Für noch mehr Sicherheit solltet ihr euch reflektierende Reifen, Westen, Gepäckträgertaschen und/oder Armbänder zulegen.

Tipp: Vor allem an etwas “exotischeren” Reisezielen sind nicht alle Leihfahrräder mit Beleuchtung und Reflektoren ausgestattet. Falls ihr also vorhabt, am Zielort ein Fahrrad zu mieten, nehmt am besten euer eigenes kleines LED-Kit mit. Bei uns hat sich die Kombination aus Stirnlampe als “Frontleuchte” und dem CatEye Omni 3 als Rücklicht bewährt. Eine Stirnlampe gehört ohnehin in jedes Campergepäck und beide zusammen sind klein, handlich und wiegen kaum etwas.

Schlösser und Ketten

Gelegenheit macht Diebe – deshalb sichert euer geliebtes Rad bitte nicht mit einem 10-Euro-Kabelschloss aus dem Discounter. Ein geübter “Fahrradräuber” knackt so ein Ding in dreißig Sekunden, und es ist diesen Burschen völlig egal, ob das Rad in einer dunklen Seitengasse oder direkt in einer belebten Fußgängerzone geparkt ist. Die Hersteller raten dazu, mindestens 30 Prozent des Fahrradpreises in den Diebstahlschutz zu investieren. Bei einem Fahrrad für 500 Euro wären das also 150 Euro für Schlösser und Ketten. Diese Kalkulation ist vielleicht etwas übertrieben, aber wenn ihr euer Hab und Gut ausreichend schützen möchtet, solltet ihr nicht zu knauserig sein. Hier lohnt es sich, auf Markenqualität zu achten.

Wir selbst nutzen sehr zufrieden (und bislang diebstahlfrei!) eine Kombination aus verschiedenen Schlosstypen (U-Lock, Faltschloss, Kette, stabiles Rahmenschloss) der Marke ABUS.

Gepäcktaschen, Körbe und Fahrradanhänger

Gepäcktaschen, Lenkertaschen und Fahrradkörbe sind überaus nützlich, um den ganzen Tag am Reiseziel herumvagabundieren zu können. In ihnen könnt ihr Jacken, Proviant, Kameraausrüstung oder ein kleines Werkzeugset für Reparaturen unterwegs verstauen. Oder eine Flasche Wein, wenn ihr den Tag beim Sonnenuntergang am Strand ausklingen lassen wollt… Dieses Zubehör ist in allen erdenklichen Farben, Formen und Ausführungen erhältlich und passt nahezu an bzw. auf jedes Fahrradmodell.

Neben den allseits bekannten Gepäckträgertaschen (hier ist unter anderem die Marke Ortlieb eine gute Wahl), gibt es für den Lenker praktische, untereinander kombinierbare Adaptersysteme. Wir selbst nutzen den Vario Rack (Jalil) sowie eine Lenkertasche (Nele) von Klickfix. Dieses System ist zwar nicht ganz billig, bietet aber vielfältige Einsatzmöglichkeiten und umfangreiches Zubehör (z.B. abschließbare Adapter).

Wer größere Einkäufe plant, sein Kleinkind oder Haustier mitnehmen möchte, sollte sich die Anschaffung eines kleinen Fahrradanhängers überlegen. Einige Beispiele, die wir selbst zwar noch nicht getestet, aber schon häufig im Einsatz gesehen haben:

  • Maxicargo: Eine günstige Variante, die auch für diverse Erledigungen auf dem Campingplatz nützlich sein kann.
  • Burley Transport Trolley: Etwas kostspielig aber qualitativ hochwertig verarbeitet und mit seiner Tasche auch als Handtrolley nutzbar.
  • Bumper Explorer: Mittlere Preisklasse. Praktisch für Entdeckungstouren mit Kindern oder Hunden.
  • BOB Fahrradanhänger: Ein Klassiker und mit einem Preis von 420 Euro aufwärts sicherlich nur für Hardcore-Radler eine echte Option.

In Teil 2 erfahrt ihr, welcher Fahrradträger fürs Auto das absolute Universalgenie ist!

 Mit dem Fahrrad unterwegs - Korb

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