Tragbare Solarmodule Fürs Camping

Mobile Solaranlagen fürs Camping

Wenn du länger am selben Ort ohne Landstrom stehst, kennst du das Problem – irgendwann ist der Strom alle. Eine autarke Stromversorgung muss her. Dafür bieten sich grundlegend drei Varianten an: eine Solaranlage, ein Generator oder eine Brennstoffzelle.

Während die Brennstoffzelle eine recht neue Technologie im Camping-Bereich und daher noch sehr teuer ist, sind Generatoren zwar deutlich preisgünstiger, aber auch laut. Die Gefahr, mit diesem Lärm sich selbst und den Nachbarn zu nerven, ist hoch.

In diesem Artikel soll es daher um Solaranlagen gehen. Genauer gesagt um die beiden Möglichkeiten tragbarer Solaranlagen – den Solarkoffer und das faltbare Solarmodul.

Was ist ein Solarkoffer?

Ein Solarkoffer ist eine tragbare Solaranlage, die wie ein Koffer aussieht. Hier ist der Name also Programm. Er besteht aus zwei Solarmodulen, die mit einem Scharnier verbunden sind und dadurch eine Art Koffer bilden. Ein Solarregler ist normalerweise ebenfalls integriert, sowie ein Anschlusskabel für die Batterie. Dieser Regler wandelt den Strom, der aus den Solarzellen kommt, in den richtigen Ladestrom für die angeschlossene Batterie um.

Was ist ein faltbares Solarmodul?

Ein faltbares Solarmodul ist quasi ein Solarkoffer 2.0. Es besteht aus einer sehr robusten Tasche, in die 3 Solarmodule eingearbeitet sind. Sie hat einen Anschluss für ein Kabel, woran ein Solarregler angeschlossen wird.
Diese Weiterentwicklung ist wesentlich leichter und flexibler. Du kannst so ein Solarmodul zum Beispiel auch hinter die Scheibe legen. Das ist mit einem sperrigen Solarkoffer sehr schwierig.

Welchen Vorteil haben tragbare Solarsysteme?

Gegenüber fest verbauten Solaranlagen auf dem Wohnmobil-Dach oder auch einem Wohnwagen haben tragbare Systeme zwei entscheidende Vorteile:

  1. Sie lassen sich sofort und ohne Montage nutzen, sind damit unabhängig vom Fahrzeug und können im Wohnmobil, mit dem PKW oder auch in der Gartenlaube genutzt werden.
  2. Sie lassen sich außerdem immer zur Sonne ausrichten. Damit sind höhere Stromerträge möglich und das Wohnmobil oder der Wohnwagen kann im Schatten stehen, während das Modul in der Sonne aufgebaut wird. Das ist gerade im Sommer ein riesiger Vorteil.

Bessere Ausrichtung zur Sonne

Solarmodule liefern die meiste Energie, wenn die Sonnenstrahlen in einem 90-Grad-Winkel darauf fallen. Auf einem Wohnmobil-Dach lässt sich das realisieren, in dem man die Module aufklappbar und drehbar montiert. Die passenden Halter, die das automatisch erledigen sind selten und relativ teuer. Wenn du es manuell machst, dann musst du auf dem Dach herum klettern, was nicht ungefährlich ist. Deshalb werden die meisten Module einfach liegend montiert.

Mobile Solaranlagen hingegen lassen sich so aufstellen, dass die Sonne im 90-Grad-Winkel darauf scheint. Sie lassen sich einfach im Laufe des Tages nachführen und können so immer maximale Energie liefern. Ein Solarkoffer mit 100 Watt kann daher zwei liegend montierte 100 Watt Solarmodule auf dem Dach ersetzen. Wir haben zum Beispiel 2 x 100 Watt Module auf dem Dach montiert und zusätzlich ein faltbares Solarmodul mit dabei. So können wir im Sommer auch mal im Schatten stehen und trotzdem Strom produzieren und im Winter durch alle drei Module die Batterien laden.

Faltbares Solarmodul schützt vor Hitze

Ein weiterer Vorteil des faltbaren Solarmoduls ist die flexible Verwendbarkeit. Wenn wir zum Beispiel wandern sind, dann legen wir das Solarmodul einfach von innen hinter die Windschutzscheibe. So ist es vor Diebstahl geschützt, produziert gleichzeitig Strom und nimmt einen Großteil der Sonneneinstrahlung weg. Es hält also den Innenraum kühler.

Hitzeschutz, perfekte Sonnenausrichtung und Flexibilität machen ein faltbares Solarmodul für uns zur idealen Ergänzung der beiden Solarmodule auf unserem Wohnmobil-Dach.

Faltbare Solarmodule sind auch für die Windschutzscheibe geeignet.

Anschluss an die Bord- oder Starterbatterie

Unser faltbares Solarmodul liefert eine Leerlauf-Spannung von rund 22 Volt. Würde ich es direkt an unsere Batterie anschließen, müsste ich den Ladevorgang dauernd überwachen und die Batterie trennen, sobald die Ladespannung erreicht ist. Sobald die Ladung wieder runtergeht, müsste ich das Solarmodul wieder anschließen. Das ist nervig. Und wenn ich abgelenkt wäre und das Trennen vergessen würde, würde die Batterie irgendwann zerstört werden.

Ein Solarregler wird benötigt

Deshalb wird zwischen Solarmodul und Batterie ein Solar-Laderegler geklemmt. Dieser sorgt für die automatische Trennung und Verbindung der Batterie und lädt diese mit der idealen Kennlinie. Mit so einem Laderegler kann die Batterie dauerhaft angeschlossen bleiben ohne zerstört zu werden. Wir haben im Wohnmobil durch die fest auf dem Dach montierten Solarmodule bereits einen Laderegler und haben das tragbare Modul einfach dort mit angeschlossen.

Wenn du ein tragbares Solarmodul kaufst, egal welcher Art, musst du vorher prüfen, ob dein eventuell schon vorhandener Solarregler den Strom noch eines Modules vertragen kann. Oder du achtest darauf, dass ein Laderegler mitgeliefert wird.

Wieviel Leistung brauche ich denn?

Die gebräuchlichste Kennzahl für Solaranlagen ist die Angabe der Maximalleistung. Sie wird in der Einheit Wp angegeben. Diese steht für “Watt Peak”. Sie gibt die maximal abgegebene elektrische Leistung eines Solarmoduls unter Standard-Testbedingungen an. In der Praxis werden diese jedoch selten erreicht. Zum Vergleichen ist diese Kennzahl aber gut geeignet.

Unser faltbares Modul liefert 100 Wp. Das ergibt einen Ertrag von bis zu 50 Ah im Sommer in Deutschland, wenn es der Sonne nachgeführt wird. Eine 100 Ah Batterie lässt sich also an einem Tag zur Hälfte wieder laden. Damit ist autarkes Stehen für viele Tage möglich, wenn die Sonne scheint.

Die richtige mobile Solaranlage für das Wohnmobil

Für ein Wohnmobil gibt es grundlegend zwei Optionen. Entweder einen Solarkoffer oder ein faltbares Solarmodul. Ich habe die jeweiligen Vor- und Nachteile einmal gegenübergestellt:

Solarkoffer
VorteileNachteile
günstiger Preis10 Kilogramm Gewicht
sperrig
Faltbares Solarmodul
VorteileNachteile
< 5 Kilogramm Gewichtteuer
flexibel
dünn

Fazit:

Wenn dein Budget sehr begrenzt ist, dann ist ein klassischer Solarkoffer das richtige für dich. Diese gibt es von vielen Herstellern sehr günstig zu kaufen.

Diesen kannst du zum Beispiel bei Reimo kaufen .

Wenn dir Flexibilität wichtig ist, dann führt nichts am Kauf eines faltbaren Solarmoduls vorbei. Diese sind quasi der Solarkoffer 2.0.

Das kannst du zum Beispiel bei Reimo oder bei Frankana kaufen.

Titelbild: (c) Gipfelträumer
Fotos: (c) CamperStyle

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Ihr schreibt, dass Ihr das mobile Solarpanel an den Laderegler von Euern fest installierten Panelen angeschlossen habt. Meine Frage: Wie habt Ihr es angeschlossen? MC4-Stecker sind nicht gerade eine mobile Lösung …

    1. Hallo Thorsten,

      wir haben ein faltbares Panel, welches ein Anschlusskabel mit einer speziellen Kupplung mitbringt. Ein Teil davon kommt an den laderegler, der andere ist ans Panel angeschlossen. So lassen sich beide trennen und das Ganze ist sehr mobil.

      VG, Sebastian

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