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Mülleimer im Wohnmobil – so gelingt Mülltrennung auch auf kleinstem Raum

Mülleimer im Wohnmobil – so gelingt Mülltrennung auch auf kleinstem Raum

Mülltrennung geht zuhause fast wie von selbst. Das ist ja auch nicht verwunderlich, denn in der Regel ist genügend Platz für diverse Abfallgefäße vorhanden. Aber wie sieht das im Wohnmobil aus? Welcher Mülleimer eignet sich für die Abfalltrennung unterwegs? Und wie kann ich all das vor meinem neugierigen Hund schützen, um ihn nicht in Gefahr zu bringen und mir unangenehme Überraschungen zu ersparen?

Auf meinem ersten Road-Trip musste ich feststellen, dass ich keinen Mülleimer im Wohnmobil hatte. Anfangs gab ich mich noch mit einer Plastiktüte zufrieden. Doch beim Gedanken an meine vielzähligen Behälter zuhause, die mir das Trennen des Abfalls erleichterten, erschien mir eine Plastiktüte für sämtlichen Müll nicht ausreichend. Ich wollte auch unterwegs und auf kleinstem Raum meinen Müll sauber trennen können. Und das, ohne zwischen Müllbeuteln schlafen zu müssen.

Nach und nach ergaben sich verschiedene Wege zur Mülltrennung im Wohnmobil. Diese Möglichkeiten veränderten sich mit dem Wechsel vom Alkoven-Wohnmobil zum Camper-Van. Ich habe auf Reisen viele verschiedene Varianten gesehen und auch selbst getestet. Damit du für dich und dein Zuhause auf Rädern die passende Lösung zur Mülltrennung unterwegs findest, habe ich dir meine besten Ideen und Netzfunde zusammengestellt.

Mülltrennung auf kleinstem Raum

Die größte Schwierigkeit bei der Mülltrennung in einem Wohnmobil oder Wohnwagen ist der sehr begrenzte Platz. Einer zweiten Herausforderung stehst du gegenüber, wenn du einen nicht ganz kleinen Hund mit auf Reisen hast, der bei Langeweile und/oder Hunger den Mülleimer plündert. Einige der Inhalte eines Mülleimers können eine ernste Gefahr für deinen Vierbeiner darstellen. Mehr dazu kannst du auch in unserem Artikel zu den Gefahren für deinen Hund auf Reisen nachlesen.

Aber schauen wir uns erst einmal an, was grundsätzliche Ansätze sein können:

Feuchten Müll getrennt sammeln

Das größte Problem am Müll ist die Geruchsbildung insbesondere bei Reisen in wärmere Gegenden. Daher bringt ein Großteil der Camper mehrmals täglich den Abfall nach draußen. Ich persönlich finde das recht umständlich. Auf Stell- oder Campingplätzen mag das noch praktikabel sein, aber wenn du frei stehst, wird es oft schwierig. Wir sammeln daher unseren „feuchten Müll“ (Essensreste, Bioabfall, feuchte Tücher, Teebeutel …) in einer verschließbaren Box.

Wenn diese voll ist, wird sie in einen entsprechenden Müllsammelbehälter entleert. Dafür reicht ein gewöhnlicher Mülleimer am Straßenrand aus, ohne dass der sofort voll ist. Der große Vorteil an dieser verschließbaren Box ist neben der Geruchsvermeidung, dass dein Hund ihn nicht so einfach öffnen kann.

Als „trockener Restmüll“ bleiben bei uns dann eigentlich nur noch Taschentücher übrig.

Trockener Müll: Papier, Plastik, Glas

Anderen Müll kannst du natürlich deutlich länger im Wohnmobil lagern, ohne dass dich Gerüche zum Handeln zwingen. Hier ist die begrenzende Ressource nur der Platz.

Wir trennen unseren „trockenen Müll“ nach Papier, Plastik und Glas:

Da auch beim Plastikmüll zum Teil Reste in der Verpackung verbleiben (zum Beispiel die Reste in den Hundefutterdosen), verwenden wir hier einen Beutel, den wir mit einem Klipp verschließen. Wenn möglich benutzen wir für unseren Kunststoffabfall leere Nudeltüten, die Gemüsebeutel oder Plastiktüten vom Einkaufen oder ähnliches. Schwieriger wird es mit Plastikflaschen. In Deutschland musst du sie unversehrt sammeln, um sie dem Pfandsystem wieder zuführen zu können. Das nimmt eine Menge Platz weg. Hier kannst du entweder eine größere Tragetasche oder eine kleine Klappkiste immer wieder verwenden, die du an einen Haken hängst oder in einem Staufach verstaust, bis du wieder beim nächsten Supermarkt bist. In Ländern ohne Pfandsystem solltest du darauf achten möglichst große Flaschen zu kaufen, um den Plastikmüll zu minimieren.

Papiermüll landet bei uns entweder in einer leeren Haferflockentüte oder wird in einem leeren Karton gesammelt, den wir zuvor in einem Supermarkt als Transportbox verwendet haben. Diese Kartons eignen sich auch wunderbar für Altglas. Papiermüll hat den großen Vorteil, dass er nicht riecht und zusammengefaltet auch für einen längeren Zeitraum platzsparend verstaut werden kann.

Mülleimer im Wohnmobil

Da stellt sich jetzt nur die Frage: Wohin mit all den Mülltüten und Behältern?

Viele Wohnmobile und Wohnwagen haben eingebaute Mülleimer. Die meisten sind jedoch zu klein und bieten keinerlei Möglichkeit zur Mülltrennung. Das ist schade, denn auch unterwegs ist es wichtig, dass der Abfall getrennt wird. Der Vorteil an dem vorgestellten System ist, dass du nicht ständig eine Müllsammelstelle suchen musst, an der du deinen Abfall entsorgen kannst.

Wenn dein Wohnmobil oder Wohnwagen keinen eingebauten Mülleimer hat, findest du für einen kleinen Mülleimer sicher irgendwo einen Platz. Dort kannst du dann einfach die verschiedenen Tüten hineinlegen. Oder du nimmst einfach einen leeren Karton oder eine Box, in dem du dann auch Altglas und Altpapier sammeln kannst. So fliegt nichts herum. Die Box für den Restmüll haben wir immer auf der Arbeitsplatte stehen. Wenn wir wieder aufbrechen, nehmen wir sie mit nach vorne und entsorgen den Inhalt bei der nächstbesten Gelegenheit. So kannst du es auch nicht vergessen.

Mülleimer für die Aufbautür

Eine sehr gängige Variante ist der Mülleimer für die Aufbautür. Er stört nicht und kann auch von außen befüllt werden, wenn die Tür offen steht. Es gibt unzählige Firmen, die diese Abfalleimer in den verschiedensten Variationen anbieten.

Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Sie haben nur ein Fach. Wenn du wenigstens nach Plastik- und Restmüll sortieren möchtest, kannst du einfach ein Pappstück zuschneiden und dies als Trennwand verwenden. Dieser Trick funktioniert natürlich auch bei jedem anderen Mülleimer.

Ein weiterer großer Nachteil ist die Tatsache, dass die Mülleimer so tief hängen, dass jeder nicht ganz kleine Hund sie bequem erreichen kann. Da sie oftmals einen Schwingdeckel haben, ist die „Einstiegshürde“ nur sehr gering. Ein Tipp ist hier, den Mülleimer weiter oben an der Aufbautür zu befestigen. So kommt dein Hund nicht an den für ihn sicherlich verführerisch duftenden Müll heran und du bist vor unangenehmen Überraschungen gefeit.

Einbau-Mülleimer

Wie auch zuhause kannst du auch im Wohnmobil einen Mülleimer an die Innenseite einer Schranktür anbringen – sofern du einen Schrank mit ausreichend Platz hast. In kleinen Kastenwagen ist diese Möglichkeit meist nicht gegeben. In größeren schon. Du kannst aber auch mit ein bisschen Kreativität in einen kleineren Schrank einen innenliegenden Mülleimer einbauen.

Der große Vorteil an innenliegenden Mülleimern: Dein Hund kommt nicht dran (es sei denn, er ist so schlau, dass er die Schranktür öffnen kann).

Trenn-Mülleimer

Wenn du Platz hast einen Mülleimer aufzustellen, gibt es tolle Varianten mit drei Einsätzen, mit denen das Abfalltrennen zum Kinderspiel wird. Der kleinste Abfalleimer, den ich gefunden habe, fasst 40 Liter. Du solltest ihn am besten mit einem kleinen Spanngurt befestigen, damit es während der Fahr keine böse Überraschung gibt.

Auch hier besteht aber neben der Möglichkeit, dass der Mülleimer während der Fahr umkippt, die Gefahr, dass dein Hund ihn bei Langeweile plündert. Neben dem Spanngurt zum Befestigen solltest du dir in so einem Fall also auch etwas überlegen, um den Mülleimer sicher zu verschließen, wenn dein Hund mit ihm alleine ist.

Faltbare Mülleimer oder abwaschbare Taschen

Eine sehr platzsparende Möglichkeit auch auf kleinstem Raum seinen Abfall zu trennen sind faltbare Mülleimer oder abwaschbare Taschen. Je leerer sie sind, desto weniger Platz nehmen sie weg. Mit Druckknöpfen oder Klettband kannst du sie gegen Verrutschen während der Fahrt sichern.

Falls keine dieser Varianten bei dir Platz findet, kannst du ganz einfach eine Plastiktüte oder Jutetasche an einen Haken hängen und dort zum Beispiel Verpackungsmaterialien wie Kunststoffe oder Dosen sammeln.

Der beste Tipp für Abfalltrennung auf kleinstem Raum: Müll möglichst vermeiden!

Je weniger Müll du produzierst, desto weniger Sorgen musst du dir um die Größe und den Standort deines Mülleimers machen. Und desto geringer ist die Gefahr, dass dein Hund sich an den Abfällen vergiftet.

Hier ein paar Tipps, wie du auch unterwegs Müll vermeiden kannst:

  1. Verwende Stofftaschen für deinen Einkauf (der Klassiker)
  2. Gläser ausspülen und als Vorratsbehälter weiterverwenden
  3. Kaufe möglichst unverpackte Lebensmittel
  4. Lasse die Umverpackung (z.B. den Karton von Cornflakes) im Supermarkt
  5. Verwende leere Tüten von Nudeln, Haferflocken etc. als Müllbeutel
  6. Benutze leere Konservendosen als „Tagesmülleimer“
  7. Nutze dein Altpapier als Notiz- oder Einkaufszettel

Diesen Beitrag haben wir gemeinsam mit Silke von Minimalisch.de verfasst. Auf ihrer Seite findest du viele Tipps zum nachhaltigen und minimalistischen Leben und Reisen.

Weitere Infos zum Thema Nachhaltigkeit auf Reisen haben wir in diesem Beitrag für dich zusammengestellt.

Fotos: (c) Stefanie Vogt | (c) Schmidtchen | (c) CamperStyle


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