Nachhaltig Campen - Vintage Camper Am Strand (c) Krasnajasapocka/Depositphotos

Nachhaltig campen – und dabei sparen!

Ja, wir geben es zu: Wir sind ein bisschen „öko“. Nicht gerade von der dogmatischen Sorte, aber wir achten schon darauf, zuhause wie auch auf Reisen verantwortungsbewusst mit den natürlichen Ressourcen umzugehen. Deshalb geben wir euch heute ein paar Tipps, wie ihr nachhaltig campen und reisen könnt, ohne zu viele Einschränkungen auf euch zu nehmen. Und mit einigen dieser Tricks lässt sich sogar noch bares Geld sparen!

Übersicht

Spritverbrauch reduzieren

Spritverbrauch

Ob wir mit Wohnwagen, Wohnmobil oder Campingbus unterwegs sind – unsere Gefährte(n) verschlingen jede Menge Sprit. Dabei spielen das Eigengewicht des Fahrzeugs, das Alter des Motors, die Anzahl der Mitreisenden, die Zuladung und natürlich auch das persönliche Fahrverhalten eine Rolle.

Wenn man einige Dinge beachtet, kann man seinen Kraftstoffverbrauch allerdings erheblich senken:

Vorausschauend und niedrigtourig fahren

Ihr könnt den Spritverbrauch deutlich reduzieren, indem ihr vorausschauend fahrt. Beispielsweise an roten Ampeln, Kreuzungen, Kreisverkehren oder Stauenden besser das Campingmobil gemächlich auslaufen lassen anstatt abzubremsen und dann wieder schnell beschleunigen.

Außerdem solltet ihr versuchen, nicht immer die Höchstgeschwindigkeit aus eurem Fahrzeug herauszuholen. Je niedriger die Drehzahl, desto weniger Kraftstoff pustet ihr in die Luft. Im innerstädtischen Verkehr sollte man bereits bei 2000 Umdrehungen in den nächsthöheren Gang schalten, auf Land- und Fernstraßen pendeln wir uns statt der erlaubten 100 meist auf gemütliche 80 bis 85 km/h ein – das ist auch stressfreier!

Unnötige Beladung ausmisten

Trotz aller „Reduktion auf das Wesentliche“: Die großzügigen Heckgaragen mancher Wohnmobile und der Stauraum unterm Wohnwagenbett verleiten dazu, auch Unnützes auf der Reise mitzuschleppen. Doch dieses zusätzliche Gewicht sorgt für höheren Spritverbrauch – von der Gefahr der Überladung mal ganz abgesehen! Daher ist regelmäßiges Ausmisten angesagt.

Motor im Stand abschalten

Bei „Wartezeiten“, z.B. in einem Stau oder an einem Bahnübergang, könnt ihr ruhig den Motor abschalten (lohnt sich ab ca. 30 Sekunden). Denn auch im Leerlauf verbraucht euer Fahrzeug Sprit.

Laut ADAC ist die durch häufigeres Anlassen zusätzlich auftretende Belastung “für Anlasser und Batterie gerade bei warmem Motor vernachlässigbar gering“.

Klimaanlage nur punktuell einsetzen

Die Klimaanlage ist einer der größten Strom- und damit Spritfresser. Im Stadtverkehr kann sie bis zu 1,8 Liter pro 100 km schlucken. Also an wärmeren Tagen lieber mal das Fenster runterlassen und sich den frischen Wind um die Nase wehen lassen!

Kurzstrecken meiden

Kurzstrecken sollten generell möglichst gemieden werden, denn auf den ersten vier Kilometern verbraucht ein Fahrzeug am meisten Kraftstoff. Wir haben für solche (und andere) Zwecke immer unser Fahrrad dabei und nutzen es z.B. zum Einkaufen oder für Städtetouren.

Reifenwiderstand verringern

Gut gefüllte Reifen sorgen nicht nur für mehr Sicherheit, sondern auch für einen geringeren Spritverbrauch. Mindestens solltet ihr den vom Hersteller angegebenen Reifendruck anpeilen, bei voller Beladung darf es auch etwas mehr sein. Im Zweifel einfach in einer Kfz- oder Reisemobil-Werkstatt nachfragen, wie viel Luft eure Reifen vertragen.

Tipp: Nicht immer ist der von uns normalerweise so gerne propagierte, langsame Weg über Landstraßen und Dörfer die spritsparendste Variante! Wenn auf eurer Strecke sehr viele Ortschaften liegen (und dann vielleicht noch mit einer ganzen Serie an Kreisverkehren, wie häufig in Frankreich), kann durch das häufige Abbremsen und Anfahren der Kraftstoffverbrauch deutlich höher ausfallen, als bei einer gemächlichen Autobahnfahrt… 

Nachhaltig wildcampen

Wildcamping

Gerade beim Wildcampen oder Freistehen sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, die Natur zu respektieren und zu schützen. Leider ist dem nicht immer so, weshalb mehr und mehr Regionen und Kommunen das Wildcampen erheblich einschränken oder ganz verbieten.

Dort, wo es noch möglich ist, sollte man im Sinne der Natur und der anderen Camper folgende Regeln befolgen:

  • Nicht in Naturschutzgebieten campen.
  • Keinen Müll oder sonstigen Kram liegenlassen.
  • Offenes Feuer nur an ausgewiesenen Feuerstellen entfachen – und auch dann immer mit allerhöchster Vorsicht, damit sich keine Brände ausdehnen können!
  • Menschliche Hinterlassenschaften mit dem Klappspaten vergraben. 
  • Keine Bäume oder Pflanzen beschädigen (wenn z.B. Wäscheleinen zwischen Bäumen aufgespannt werden, immer so abpolstern, dass die Rinde nicht in Mitleidenschaft gezogen wird!)
  • Keine umweltschädigenden Körperpflegeprodukte, Reinigungsmittel oder anderen Flüssigkeiten/Chemikalien verwenden.
  • Nicht ohne Genehmigung und entsprechende Scheine fischen oder gar jagen.
  • Leise sein und die Tierwelt nicht stören.
  • Nicht länger als eine bis zwei Nächte an einem Ort bleiben, um möglichst wenig in das natürliche Gleichgewicht einzugreifen.

Camping- & Stellplatz

Als Camper leben wir nah dran an der Natur und sollten besonders liebevoll mit ihr umgehen. Leider ist das Thema Umweltschutz noch nicht bei allen Campingplatzbetreibern angekommen – gerne werden Müllcontainer „für alles“ aufgestellt, es gibt keine getrennte Entsorgungsstation für die Toilettenchemie und die Elektroinstallationen sind gefühlt noch aus dem vorigen Jahrhundert (entsprechender Verbrauch inklusive).

Deshalb ist jede(r) Einzelne von uns gefragt, Verantwortung im Camping-Alltag zu übernehmen.

Nachhaltige Campingplätze auswählen

Bereits bei der Wahl des Campingplatzes könnt ihr etwas für die Umwelt tun. Auch im gehobeneren Segment gibt es mittlerweile eine ganze Reihe an nachhaltigen Plätzen, die versuchen, möglichst schonend mit der Natur umzugehen. Dazu gehören unter anderem eine nachhaltige Entwicklung des Platzes, Abfalltrennung, Wasseraufbereitung und energiesparendes Wirtschaften. Übersichten umweltfreundlicher Campingplätze findet ihr unter anderem bei Ecocamping e.V., Green Key oder Bio & Natur Urlaub (diese Seite wird aktuell überarbeitet, Stand: August 2016).

Betrieb von Stromfressern einschränken

Wie viel Energie man auch als Low-Budget-Reisender im Camper tatsächlich jeden Tag verschleudert, wird einem so richtig bewusst, wenn der Verbrauch nach Kilowattstunden (kwh) abgerechnet wird. Viele Campingplätze sind mittlerweile zu diesem Modell übergegangen (wir haben schon bis zu 70 ct pro kwh gezahlt) – daher ist Stromsparen nicht nur eine Frage des Umweltschutzes, sondern auch des Geldbeutels geworden.

Wasserkocher, Haarfön, elektrischer Grill, Heizlüfter oder Fernseher – all diese Geräte benötigen eine Menge an Energie. Manche Campingplätze verbieten den Betrieb solcher Stromfresser, aber selbst wenn er erlaubt ist, solltet ihr den Einsatz auf ein Minimum beschränken.

Besser zum Wasser-Erhitzen, Kochen und Grillen das bordeigene Gas nutzen, die Haare an der Luft trocknen und Unterhaltungselektronik nicht im Stand-By-Modus laufen lassen!

Auf LED-Beleuchtung umsteigen

Die herkömmliche Beleuchtung vieler (vor allem älterer) Campingfahrzeuge verbraucht deutlich mehr Strom als die energiesparenden LED-Lämpchen. Daher ist es ratsam, wenn möglich auf dieses System umzusteigen oder für die Stimmungsbeleuchtung am Abend einfach kleine LED-Laternen einzusetzen.

Energie über Solaranlage erzeugen

Eine sehr gute Möglichkeit, dauerhaft auf Elektrizität aus der Dose zu verzichten, ist die Installation einer Solaranlage. Das ist im ersten Moment ein relativ „teurer Spaß“, schont aber die natürlichen Ressourcen und kann sich gerade bei längeren Reisen schnell bezahlt machen. Dadurch seid ihr nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch unabhängiger unterwegs!

Wasser nicht unnötig vergeuden

Stundenlang duschen, unter fließendem Wasser das Geschirr abspülen oder beim Zähneputzen den Hahn aufgedreht lassen – wie sorglos wir mit dem kostbaren Gut umgehen, zeigt die Statistik: 122 Liter Wasser verbraucht jeder Deutsche im Jahr im Schnitt pro Tag(!), den überwiegenden Teil davon für Toilettenspülung, Duschen, Wäsche waschen und Geschirrspülen.

Auch zuhause sollte man Wasserverschwendung eigentlich strikt vermeiden – auf Reisen, insbesondere in Gegenden mit Wasserknappheit, ist sie aber ein absolutes No Go! 

Nachhaltige Haushalts- und Körperpflegeprodukte

Haushalt & Körperpflege

Vor allem wenn ihr viel frei steht oder wildcampt, solltet ihr auf biologisch abbaubare Haushalts- und Körperpflegeprodukte achten. Denn beim Duschen und Abspülen unter freiem Himmel oder beim Bad im See können Tenside und andere chemische Stoffe aus der herkömmlichen Industrie in den Umwelt- und Wasserkreislauf gelangen und erheblichen Schaden anrichten. Wir nutzen daher fast ausschließlich Bio- und Naturkosmetik-Produkte ohne chemische Zusätze – diese sind zwar etwas teurer, dafür aber auch hautschonender.

Mit natürlichen Ölen und Fetten eincremen

Eine wunderbare und sehr angenehme Alternative zu konventionellen Körpercremes, die fast immer mit Mineralöl, Silikonen, Parabenen und anderen hautschädigenden Substanzen „angereichert“ werden, sind natürliche Pflegestoffe: Kakaobutter und Sheabutter oder auch native, reine(!) Öle wie Kokosöl, Olivenöl, Arganöl, Sesamöl, Ringelblumenöl und Weizenkeimöl – am besten natürlich biologisch! Die haben übrigens auch den Vorteil, dass man sie fast überall kaufen und mit ihnen sogar kochen, Salatdressings zubereiten und backen kann! 🙂

Hier muss jede(r) für sich herausfinden, welcher Duft und welche Konsistenz ihm oder ihr am eigenen Körper angenehm ist. Wir persönlich lieben den zarten Duft von Kokosöl und Sheabutter, während beispielsweise Sesam- und Olivenöl nicht so ganz unser Ding sind.

Als neueste Entdeckung nutzen wir seit Kurzem auch Kokosmilch. Die ist nicht ganz so fettig wie das Öl, zieht schnell ein, spendet tolle Feuchtigkeit und riecht herrlich nach Sommer und Abenteuer.

Aber die Geschmäcker (und Geruchssinne) sind ja bekanntlich verschieden…

Sonnenschutz

Da die oben genannten Öle und Fette keinen oder nur einen sehr niedrigen natürlichen UV-Filter besitzen, sind sie zum Sonnenbaden, Surfen oder z.B. vor langen Wander- und Radtouren nur bedingt zur Körperpflege geeignet. Da braucht ihr zusätzlichen Sonnenschutz!

Auch hier gibt es mittlerweile hervorragende Naturkosmetik-Produkte, die sehr gut in die Haut einziehen, angenehm riechen und keinen peinlichen weißen „Film“ mehr hinterlassen. Wir nutzen meist die Serie der Marke Annemarie Börlind, in der verschiedene Lichtschutzfaktoren und Konsistenzen (Gels und Cremes) angeboten werden.

Zum Duschen Naturseifen und -shampoos verwenden

Dasselbe wie für Cremes und Öle gilt auch für Shampoos und Seifen: Die Bio-Variante ist nicht nur umwelt-, sondern auch hautverträglicher! Wir sind daher schon vor Jahren von den Silikon- und Tensidbomben auf Naturseifen und -shampoos umgestiegen. Es hat eine Zeit gedauert, bis die Haut von den industriellen Stoffen „entwöhnt“ war (vor allem der Silikon-Entzug hat über Wochen für Trockenheits- und Spannungsgefühle gesorgt!), aber es hat sich gelohnt. Die Haut ist weniger empfindlich geworden und fühlt sich deutlich weicher an.

Unsere Lieblingsprodukte zum Duschen und Haarewaschen: Alepposeifen, Olivenölseifen und verschiedene Naturkosmetik-Shampoos.

Außerdem sind die Haarwaschseifen von Savion genial. Wir benutzen unter anderem die Brennessel-Seife, die lässt sich super verteilen und hinterlässt auch in längeren Haaren keine fiesen Rückstände, wenn man zwischendurch immer mal wieder eine so genannte “Saure Rinse” macht (einfach 2 EL Essig oder Zitronensaft auf 1 Liter kaltes Wasser und die Haare damit spülen).

Manche schwören auch auf Lavaerde, wir selbst kommen damit allerdings nicht so gut klar.

Tipp: Für die Reste der doch etwas teureren Naturseifen, die einem immer aus der Hand rutschen, könnt ihr euch ein Seifensäckchen besorgen. Da packt ihr einfach die „Stumpen“ rein und benutzt sie weiter, bis sie aufgebraucht sind.

Für Frauen: Mit Mikrofaser-Pads abschminken

Welche Frau kennt das nicht: Man steht abends vor dem Spiegel, will sich von Wimperntusche und Lidschatten befreien (ja, manche von uns schminken sich auch beim Campen! :-)) und die Wattepads sind alle!? Aber kein Problem, liebe Damen – dafür gibt es eine praktische und umweltschonende Lösung: Mikrofaser-Pads! Die Dinger sind nicht nur schnell zu reinigen (nämlich mit Wasser und Seife oder ab und zu bei 40 Grad in der Waschmaschine), sondern helfen auch, Müll zu vermeiden.

Mikrofaser-Pads, oder auch -tücher, werden mittlerweile von verschiedenen Firmen angeboten. Nele nutzt seit Jahren ein Set (immer noch das erste!) von JEMAKO, das bislang noch keine Verschleißerscheinungen zeigt. Es gibt aber auch von anderen Firmen eine riesige Zahl von Angeboten.

Schonende Spül- und Waschmittel einsetzen

Mit jeder Wäsche und jedem Geschirrspülen schwemmen wir eine ganze Menge an schädlichen oder schwer abbaubaren Inhaltsstoffen wie Tenside, Duftstoffe oder Konservierungsmittel in die Kanalisation. Da auch die meisten der so genannten „Bio-Produkte“ solche Stoffe enthalten, rät Öko-Test dazu, lieber Waschmittel zu verwenden, die auf den Einsatz von Parfüm und optischen Aufhellern verzichten und/oder mit dem EU-Ecolabel ausgezeichnet wurden.

Für echte Öko-Fans gibt es eine Alternative zum normalen Waschmittel: Die berühmt-berüchtigten WaschnüsseSie beinhalten waschaktive Substanzen, können mehrfach verwendet werden und sollen besonders gut geeignet für Allergiker sein. Wir selbst haben sie mittlerweile auch ausprobiert und finden die Waschleistung zumindest bei normal verschmutzter Wäsche durchaus zufriedenstellend. Mit gröberen Flecken (Fett, Gras, Blut, etc.) werden sie nicht wirklich fertig, aber das stellt die meisten herkömmlichen Waschmittel auch vor Probleme. 

Wäsche lufttrocknen

Sind die Klamotten erstmal fertig gewaschen, sollte man bei halbwegs akzeptablem Wetter die Kraft der Sonne und des Windes zum Trocknen nutzen. Dafür muss es noch nicht mal besonders sonnig oder heiß sein. Prinzipiell gilt: Die Wäsche möglichst luftig aufhängen und immer mal wieder „wenden“, dann sollte es auch bei frischen 15 Grad innerhalb eines Tages mit dem Trocknen klappen…

Besonders schnell (in der Regel binnen weniger Stunden) trocknen übrigens Kleidung und Heimtextilien aus Mikrofaser und Merinowolle!

Natürliche Hausmittel zum Putzen verwenden

Vorweg: Auch natürliche “Reiniger” haben teils aggressive Inhaltsstoffe, die die Flora und Fauna (und eure Haut) schädigen können. Deshalb ist auch hier immer Vorsicht angesagt – bitte Handschuhe tragen und das Putzwasser mit dem Grauwasser ordnungsgemäß entsorgen!

Dennoch nutzen wir fast ausschließlich Essig, Zitronensaft und Natron (teilweise auch in Kombination mit heißem Wasser) zum Putzen, Entkalken, Entfernen von Seifenresten und zur Abflussreinigung. Denn besser als die Chemiebomben aus dem Supermarkt ist das allemal!

Tolle “Rezepte” zur Herstellung eigener Putzmittel und Körperpflegeprodukte findet ihr übrigens im Buch “Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie”.

Bordtoilette: „Grüne“ Sanitärzusätze nutzen

Ein etwas unappetitliches Thema, das aber hier auch mal angesprochen werden muss: Die Toilettenflüssigkeit. Im Camping-Fachhandel gibt es jede Menge an Produkten – von der “Chemie-Parfüm-Keule” bis hin zum rein mikrobiologischen Sanitärzusatz.

Hier haben auch wir noch keinen 100-prozentig zufriedenstellenden Weg gefunden und testen aktuell eine ganze Reihe an “grünen” und “biologisch abbaubaren” Flüssigkeiten (z.B. von Dr. Keddo, CamperClean, Dometic, Thetford, Mellerud,…), unter anderem im Hinblick auf Geruchsentwicklung und Effektivität bei der Fäkalienzersetzung.

Fakt ist: Bei niedrigen Temperaturen (bis ca. 18 Grad) funktionieren alle Zusätze in unserem Test gut bis sehr gut. Steigt das Thermometer aber über 20 Grad, sieht die Sache schon anders aus – da fängt der Tank mit rein biologischen Produkten an zu „müffeln“. Und bei über 25 Grad wird es teilweise richtig unangenehm, auch mit den Produkten, die „nur grün“, aber nicht rein biologisch sind.

Viele Camper nutzen Sanitärflüssigkeiten entweder gar nicht mehr oder nur noch bei hohen Temperaturen. Es hängt immer auch ein Stück weit von der persönlichen Leidensfähigkeit und Geruchsempfindlichkeit ab, wie weit man mit seinem Umweltbewusstsein gehen kann und will. 

Weitere Möglichkeiten, über die uns mittlerweile viele User und auch einige Bekannte positiv berichtet haben, sind SOG-Systeme und Trockentoiletten. Hierfür sind zwar je nach Modell Umbaumaßnahmen nötig, aber alle Nutzer berichten übereinstimmend, dass es sich auf jeden Fall lohnt.

Nachhaltig essen und trinken

Essen & Trinken

Regionale Nahrungsmittel kaufen

Zuhause wie auf Reisen sollte man beim Einkaufen nach Möglichkeit immer zu regionalen oder lokalen Produkten greifen, am besten natürlich direkt vom Produzenten. So wird durch verkürzte Transportwege die CO2-Belastung verringert, es entsteht weniger Müll durch Plastikverpackungen und die regionalen Erzeuger werden unterstützt. Außerdem sind die Lebensmittel frischer und schmackhafter – und es macht einfach Spaß, über bunte Märkte zu schlendern oder sich in kleinen Hofläden, Käsereien oder Weingütern durch das lokale Sortiment zu schlemmen!

Reste verwerten

Da wir als Camper ja meistens nur mit Kühlbox oder kleinem Kühlschrank ausgestattet sind, müssen wir manchmal etwas erfindungsreicher sein, um Lebensmittel nicht verderben zu lassen.

Ein paar unserer Tricks:

  • Schon länger geöffneter Wein, der nicht mehr so gut schmeckt, kann zum Kochen verwendet werden – gleiches gilt übrigens für „lackes“ Bier, das eignet sich gut als Grillmarinade 🙂
  • Übrig gebliebene Suppen oder Soßen können gekühlt in Gläschen noch mehrere Tage aufbewahrt werden (im Gefrierfach auch länger), um sie für die nächsten Suppen, Soßen oder Eintöpfe als Basis zu nutzen – das gibt einen herrlich kräftigen Geschmack!
  • Angetrocknete Spaghetti erwachen zu neuem Leben, wenn man sie etwas anfeuchtet und dann in Butter brät oder in der Soße aufwärmt.
  • Altbackene Brötchen können ganz einfach zu Semmelknödeln oder Paniermehl verarbeitet werden – letzteres entweder mit einer Obst- oder Käsereibe oder (ja, liebe Männer!) mit dem Hammer.
  • Überreif gewordene Bananen schmecken sehr lecker in Smoothies, Milchshakes oder zerdrückt mit zarten Haferflocken.
  • Kalt gewordenen Kaffee kann man immer noch als Eiskaffee genießen – einfach einen dicken Klacks Vanilleeis dazu und nach Belieben mit etwas Milch aufgießen!
  • Bei nicht mehr ganz so taufrischem Obst (v. a. Äpfel, Birnen, Pflaumen) einfach die braunen Stellen wegschneiden und dann in einem Topf mit etwas Wasser und einem einem Löffel Honig erhitzen – eine herrliche Ergänzung zum Morgenmüsli!
    Alternativ könnt ihr das Ganze mit etwas Zucker zu einem Kompott einkochen und als Nachtisch servieren.
  • Älteres Brot kann mit Knoblauch- oder Kräuterbutter bestrichen auf dem Grill gebrutzelt oder mit Tomaten zu Bruschetta gezaubert werden.
  • Übrig gebliebene Kartoffeln ergeben mit Essig, Öl und etwas Mayonnaise einen schmackhaften Kartoffelsalat.
  • Reste vom Grillhähnchen lassen sich wunderbar mit Reis zu einem Frikassee verarbeiten. 

Abfalltrennung und -vermeidung

Müll

Abfalltrennung ist auf vielen Camping- und Stellplätzen ein wunder Punkt. Häufig werden keine getrennten Container vorgehalten und so hat man als Camper wenig Möglichkeiten, seinen Müll vernünftig zu entsorgen.

In Ländern, in denen Abfalltrennung und -recycling prinzipiell nicht durchgeführt wird, macht es natürlich wenig Sinn, Plastik, Bioabfall oder Glas feinsäuberlich zu sammeln.

Hier hilft es nur, Müll möglichst zu vermeiden: Statt Küchenrolle waschbare Tücher nutzen, für Einkäufe Gazebeutelchen (Obst/Gemüse), Dosen (Wurst, Fleisch, Käse) oder Baumwolltaschen (Transport der Einkäufe) nutzen, Gefäße oder Verpackungen spülen und wiederverwenden, Plastiktüten mehrfach einsetzen (z.B. als Einkaufstaschen, Mülltüten oder für schmutzige Wäsche). 

Ist Mülltrennung in eurem Reiseland möglich, wird aber auf dem Campingplatz nicht angeboten, könnt ihr euch in der näheren Umgebung nach Containern umschauen und eure Abfälle dort hinbringen. Wir sammeln recyclebare Abfälle immer ein Weilchen und steuern die Container dann am „Vorbeiweg“, z.B. auf dem Weg zum Supermarkt oder auf einem Ausflug, an. So wird das Entsorgen nicht zu umständlich und zeitaufwendig.

Viele tolle Nachhaltigkeitstipps sind übrigens auch im Buch “Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie” zu finden – Reinschauen lohnt sich!

Titelfoto: (c) krasnajasapocka / Depositphotos.com

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