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Neue Verstärkung: Willkommen in der CamperStyle-Familie, Nima!

Neue Verstärkung: Willkommen in der CamperStyle-Familie, Nima!

In unserem letzten Newsletter hatten wir es ja schon angedeutet, jetzt dürfen wir es endlich auch offiziell verkünden: Die CamperStyle-Familie wächst weiter. Nach Mogli ist mit Nima nun die zweite freie Autorin am Start und wir freuen uns riesig auf die Zusammenarbeit mit ihr.

Einigen von euch ist Nima vielleicht schon ein Begriff: Auf ihrem Blog abenteuer-unterwegs.de, berichtet sie regelmäßig über ihre Reisen mit Horst, dem knallroten Oldtimerbus, das Nomadenleben mit ihrem Partner Steve, ihre Outdoor- und Kletterleidenschaft und ihre beiden Hunde Luna und Jule.

Nima und Steve mit ihren Hunden

Und damit auch ihr Nima besser kennenlernt, haben wir natürlich auch mit ihr ein kleines Interview geführt:

Was ist das Wichtigste in deinem Leben?

Diese Frage kann ich gar nicht mit einem einzigen Punkt beantworten, es ist eher ein Gefüge aus verschiedenen Faktoren. Ganz oben steht für mich meine Gesundheit, deshalb achte ich darauf, vernünftig zu essen und mich viel zu bewegen.

Ein weiterer Punkt ist mein Bedürfnis nach Freiheit, das für mich einen sehr hohen Stellenwert hat. Und dann sind da natürlich meine kleine Reisefamilie: Mein Freund Steve und meine beiden Seniorenhunde Luna (12,5 Jahre) und Jule (10,5 Jahre), die selbstverständlich sehr wichtig für mich sind.

Wie lange lebt ihr schon mobil?

Wir sind im August 2015 komplett in unseren Bus gezogen und haben seitdem auch keine Wohnung mehr.

Das ist ja ein großer Schritt. Hast du schon immer heimlich mit der Idee des Nomadentums geliebäugelt oder warst du auch mal richtig konventionell am Start?

Wenn du mir vor zehn Jahren erzählt hättest, dass ich mal in einem Oldtimerbus lebe und keine feste Wohnung mehr habe, wäre ich vor Lachen vom Stuhl gefallen! Damals war ich noch verheiratet, habe in einem eigenen Haus gewohnt und als Trainerin bei einem Großkonzern gearbeitet. Alles war schön geregelt und scheinbar sicher, nur ich war nicht glücklich.

Die Idee mit dem Nomadentum ist erst entstanden, als ich im Jahr 2012 meine Zelte in Deutschland abgebrochen und einen Neuanfang in Katalonien gewagt habe. Danach wollte ich nicht mehr in ein konventionelles Leben zurück und habe nach Alternativen gesucht.

Früher hätte ich mir bei dem Gedanken an ein unkonventionelles Leben wohl eher von Angst in die Hosen gemacht. Heute weiß ich, dass es in der Realität viel einfacher ist als man es sich gedanklich oft ausmalt.

Wann und warum hat es bei dir „klick“ gemacht?

Hier greife ich nochmal den Neuanfang in Katalonien auf. Ich habe dort 15 Monate gelebt und gemerkt, dass mir das Leben im Süden deutlich besser bekommt als in Deutschland. Es ist sonniger und wärmer, was für mein Wohlbefinden extrem wichtig ist. Aber ich empfinde die Südeuropäer auch als entspannter und herzlicher. Sie machen sich einfach weniger Sorgen über ungelegte Eier.

Nach den 15 Monaten stand für mich deshalb fest, dass ich langfristig nicht mehr in Deutschland leben, sondern Europa intensiver erkunden möchte.

In Katalonien habe ich damals auch Steve kennengelernt und zusammen ist die Idee entstanden, in ein Wohnmobil zu ziehen. Unser Wunsch war es, raus aus dem üblichen Arbeitstrott zu kommen, freier zu leben und natürlich mehr zu reisen.

Was ist der Unterschied zwischen Nima heute und vor 10 Jahren?

Der größte Unterschied ist wohl mein Vorname, den ich vor vier Jahren offiziell habe ändern lassen. Den alte Namen habe ich nie gerne gehört. Deshalb habe ich meinen Neustart in Katalonien mit einem neuen, selbstgewählten Namen verbunden. Mit Nima und der Bedeutung (im Tibetischen „Sonne) fühle ich mich nun richtig wohl.

Diese Namensänderung verdeutlicht auch am besten meine persönliche Entwicklung: Von einer eher fremdbestimmten zu einer selbstbestimmten Person.

Früher war ich in vielen Dingen sehr unsicher und von ständigen Zweifeln geplagt. Ich hatte immer das Gefühl, nicht gut genug zu sein und mich beweisen zu müssen. Dazu kam noch der Wunsch, es allen recht zu machen, wodurch ich selber auf der Strecke geblieben bin. Die Quittung waren mehrfache Depressionen.

In Katalonien habe ich bewusst angefangen neue Wege zu gehen und mich meinen Ängsten zu stellen. Ein Schritt war, dass ich mit dem Kletterm begonnen habe, um etwas gegen meine Höhenangst zu unternehmen. Daraus ist dann sogar ein richtiges Hobby geworden.

Abgesehen davon achte ich heute viel besser auf meine Bedürfnisse und stehe deutlich für sie ein. Dazu musste ich auch lernen, mich abzugrenzen und Nein zu sagen.

Du hast mal gesagt, du warst bzw. bist in gewisser Weise immer noch ein kleiner Angsthase. Wie schafft man da den Sprung in ein so außergewöhnliches und in vielen Punkten auch unsicheres Leben?

Ja, ich bin sozusagen ein abenteuerlustiger Angsthase. Ängste oder Zweifel zu haben, kennt wahrscheinlich jeder. Die Frage ist nur, ob man ihnen das Steuer überlässt. Das habe ich lange Zeit getan und gemerkt, dass es mir nicht guttut.

Entscheidend für meinen Absprung war, dass mich zwei Krebserkrankungen in meinem nahen Umfeld wachgerüttelt haben. Dadurch ist mir wieder bewusst geworden, wie kostbar und vielleicht auch kurz unser Leben ist. Wann auch immer meines vorbei sein sollte, ich möchte das Gefühl haben, das Beste daraus gemacht zu haben!

Und wirklich unsicher ist unser Leben im Bus auch nicht, höchstens für manche ungewöhnlich. Wir arbeiten genauso als Selbstständige wie viele andere auch und sind krankenversichert.

Was hat dich am meisten Überwindung gekostet?

Das war mein erster Schritt in die Onlinewelt als ich meinen Blog gestartet habe. Den ersten Blogartikel zu veröffentlichen, hat mich ganz schön Nerven gekostet. Aber was das Camperleben betrifft, lief von Beginn an alles echt einfach.

Was macht dich an deinem neuen Lifestyle besonders glücklich?

Glücklich macht mich, dass ich eine viel engere Verbindung zur Natur habe. Wir stehen häufig an wunderschönen Orten, mal in den Bergen, mal am Meer. Mit unserem Bus können wir uns komplett in die Einsamkeit zurückziehen und genießen dadurch viel mehr Freiheit.
Glücklich macht es mich aber auch zu sehen, wie zufrieden unsere Hunde mit diesem Leben sind. Für sie könnte es wohl kaum ein schöneres geben.

Und was nervt dich manchmal so richtig?

Abgesehen davon, dass manchmal eines nach dem anderen kaputtgeht, nervt mich vor allem das hier: unser Vorhang im Eingangsbereich! Er ist an so blöden Klammern befestigt, die den Stoff nicht richtig festhalten. Da die Hunde immer wieder hin und her laufen, reißen sie gefühlte 180 Mal am Tag den Vorhang runter. Ich weiß nicht wieviel Lebenszeit ich inzwischen schon damit vergeudet habe, ihn wieder zu befestigen … Jetzt muss jedenfalls eine andere Lösung her!

Na, das sind ja keine allzugroßen Sorgen! 🙂 Kannst du dir denn vorstellen, irgendwann mal wieder sesshaft zu werden? Und wenn ja, dann so richtig mit Eigenheim, Garten und Sportverein oder eher in einem alternativen Projekt?

Vor ein paar Jahren hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich mal in einem Bus lebe. Deshalb kann ich heute auch nicht ausschließen, dass ich mal wieder sesshaft werde. Ob und in welcher Form, wird sich von ganz alleine zeigen. Aktuell verspüre ich dazu jedenfalls keinerlei Drang. Eigentlich fühle ich mich sogar sesshaft, weil unser Zuhause ja immer dabei ist.

Was sind neben dem Schreiben, dem Coachen und dem Reisen deine großen Leidenschaften?

Essen, meine Hunde, Sport und Lachen

Ohne welche 3 Dinge gehst du niemals aus dem Haus? Sorry, aus dem Bus! 😉

Meinen Bio-Labello, Taschentücher und ein bisschen Geld.

Wenn du einen ganz persönlichen Wunsch für dein eigenes Leben frei hättest, was wäre das?

Dass ich möglichst lange gesund bleibe.

Vielen Dank Nima, für die offenen und inspirierenden Worte. Wir freuen uns, dich im Team zu haben!

Hier geht’s zu Nimas Beiträgen: camperstyle.net/author/nima

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Träumte seit ihrer Kindheit von einem Leben auf Rädern. Tourt jetzt mit Mann und Hund ganzjährig im Wohnwagen durch Europa.

Lieblingsspots: Andalusien, Baskenland & Mexiko.

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