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Prozessionsspinnerraupen – Gefahr für deinen Hund beim Camping

Prozessionsspinnerraupen – Gefahr für deinen Hund beim Camping

Klein, aber gemein. So könnte man diese bunten Raupen bezeichnen. So harmlos sie aussehen, so unangenehm kann ein Kontakt mit ihnen sein. Während er bei Menschen meistens „nur“ zu allergischen Reaktionen führt – einer Raupendermatitis – stellt eine Berührung für Hunde eine echte Gefahr dar.

Was sind Prozessionsspinner?

Bei diesen Tieren handelt es sich um einen Schmetterling, genauer gesagt einen Nachtfalter. Das hört sich erst einmal ganz hübsch an. Bei Schmetterlingen denkt schließlich niemand an was Böses. Dabei sind die Prozessionsspinner mit großer Vorsicht zu genießen. Sie besitzen nämlich Brennhaare, die für Menschen und Tiere, bei einer Berührung, äußerst unangenehme Hautreaktionen nach sich ziehen. Starker Juckreiz und Quaddelbildung sind nur ein paar Symptome.

Dabei sehen die Raupen im Grunde nicht schlimm aus. Vor allem auf Kinder wirken die feinen, weißen Härchen eher einladend, die kleinen Tierchen einmal anzufassen.
 
Die Bezeichnung Prozessionsspinner haben sie übrigens deshalb, weil sie sich tatsächlich in einer Prozession bewegen – eine Raupe hinter der anderen. Anzutreffen sind die kleinen Biester von Nord- bis Südeuropa, als Eichen-, Kiefer- oder Pinienprozessionsspinner. Der Kontakt mit ihnen ist stets gleichgefährlich, unabhängig von der Baumart. Gut zu erkennen sind ihre weißen Kokons, die wie bauschige Zuckerwatte in den Bäumen sitzen.

Wann und wo trifft man Prozessionsspinner an?

Welche bevorzugten Bäume die Raupen haben, ergibt sich schon durch ihre Bezeichnung. Manchmal trifft man sie jedoch auch an anderen Exemplaren an. Deshalb sollte man grundsätzlich die Augen auf- und nach den Kokons Ausschau halten und sich nicht auf die Baumart verlassen.

Abhängig von der Witterung, verlassen die Raupen den Kokon ungefähr ab März. Im warmen Süden Europas zum Teil auch schon früher. Die gefährliche Phase für Menschen und Tiere ist daher im Frühjahr, von ca. März bis Juni. In einer Reihe, die einige Meter lang sein kann, verlassen sie ihren Baum, um sich im Boden zu verpuppen. Allerdings ist auch in der restlichen Jahreszeit im dichten Unterholz oder Laub Vorsicht geboten. Nicht nur die direkte Berührung mit den Raupen ist nämlich gefährlich, sondern ihre Haare an sich. Diese können durch den Wind weggetragen werden oder am Boden haften bleiben. Auch bei einem Kontakt mit den verlassenen Nestern kann es weiterhin zu einer allergischen Reaktion kommen.

Die beste Vorsichtsmaßnahme ist es daher, stark befallene Gebiete zu meiden und weder die Kokons, noch die Raupen selber, anzufassen. Ebenfalls sinnvoll ist es, die Kleidung nach einem Spaziergang in einem solchen Areal zu wechseln und sich zu duschen.

Warum sind Prozessionsspinner gefährlich für Hunde?

Im Gegensatz zu uns Menschen berühren Hunde die Raupen meistens direkt mit dem Maul. Entweder schnuppern sie neugierig an den Tieren oder sie treten versehentlich auf sie und schlecken sich danach die juckenden Pfoten ab. Das in den Haaren enthaltene Nesselgift kann bei Hunden dazu führen, dass das Gewebe extrem schnell anschwillt, besonders der Bereich um die Augen und um das Maul. Schwere allergische Reaktionen bis hin Atemnot und Ersticken können die Folge sein. Das Gift kann außerdem massive – teilweise sogar bleibende – Schäden an der Zunge und der Mundschleimhaut anrichten.

Erste Hilfe für den Hund

Ist der Hund mit Prozessionsspinnern in Kontakt gekommen, sollten die giftigen Haare so schnell wie möglich von ihm entfernt werden. Dazu eignen sich am besten warmes Wasser. Achtet aber unbedingt auf eure eigene Gesundheit und schützt euch mit Handschuhen. Ihr solltet mit eurem Hund unbedingt einen Tierarzt aufsuchen, wenn er Prozessionsspinnerraupen berührt hat. Eine zügige und fachgerechte Behandlung ist in diesem Fall äußerst wichtig. Hier findest du weitere, allgemeine Erste-Hilfe-Tipps für Verletzungen und Co bei Hund und Katze.

Solltet ihr auf einem Campingplatz in einem Baum den Kokon einer Prozessionsspinnerraupe entdecken, sagt dem Betreiber am besten direkt Bescheid. Steht ihr in der freien Natur, dann nehmt die umstehenden Bäume zuerst unter die Lupe, bevor ihr euer Zelt aufschlagt oder den Camper parkt.

Fotos: Titelfoto (c) Manfred Forstreuter – www.fu-berlin.de, Foto 2 (c) Arabella Laternser – www.fu-berlin.de; Foto 3 & 4 (c) Nima Ashoff; 


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