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Tutorial: Defektes Push-Lock auswechseln – Möbelschlösser einbauen in wenigen Schritten

Tutorial: Defektes Push-Lock auswechseln – Möbelschlösser einbauen in wenigen Schritten

Viele Camper kennen das Problem: Die an den Möbeln verbauten „Druckschlösser“ geben nach längerer Nutzungsdauer gerne mal den Geist auf. Doch keine Panik: Die defekten Push-Locks sind ganz leicht zu ersetzen – in wenigen Minuten hast du eine niegelnagelneue Verriegelung am Start. Wir zeigen die in diesem Artikel, wie es geht.

Für das Tutorial haben wir ein Fallenschloss der Firma Wilhelm Albers Hamburg gewählt, das Sebastian und Stefanie in ihrem Wohnmobil bereits sehr zufrieden im Einsatz haben.

Was sind Push-Locks?

Push-Locks sind Möbelschlösser bzw. Möbelgriffe, die mit einem kurzen Druck (Push) auf einen mittig platzierten mechanischen Knopf geöffnet und geschlossen werden können. Neben dem Campingbereich finden sie unter anderem auch im Boots- und Flugzeugbau Verwendung.

Der Vorteil: Sobald der Knopf versenkt ist, schließen sie mehr oder weniger bündig mit den Möbelfronten ab und ragen damit nicht störend in den (ohnehin schon begrenzten) Raum hinein.

Üblicherweise sind Push-Locks aus Kunststoff gefertigt, es gibt aber auch hochwertigere Produkte aus Metall und glasfaserverstärkten Materialien.

Zu unserem „Testschloss“

Bei unserem Testobjekt handelt es sich wie gesagt um ein Fallenschloss der Firma Albers, das es für einflügelige und zweiflügelige Türen gibt. Alternativ hat derselbe Hersteller auch noch ein Riegelschloss im Sortiment, das ebenfalls einen sehr soliden Eindruck macht. Die Bohrlöcher sind wie bei herkömmlichen Push-Locks gesetzt. Ein Tausch ist also problemlos möglich, sofern die Wandstärke passt.

Charakteristisch für das Fallenschloss ist, dass die Möbel auch fest verschlossen sind, wenn der Knopf nicht versenkt wurde. Zum Öffnen drehst du den Knopf nach rechts oder links, zum Schließen reicht es, wenn du die Tür einfach zudrückst.

Lieferumfang

Im Päckchen mitgeliefert wurden folgende Teile:

  • Push-Lock aus Metall
  • Rosette für den Einbau
  • Schließblech
  • Schrauben

Unser Eindruck

Bei den Materialien wurde auf solide, langlebige Qualität geachtet – das Schloss selbst besteht aus Metall, die Falle aus glasfaserverstärktem, verschleißfestem Kunststoff. Der Hersteller betont, dass auch Verwindungen oder Temperaturschwankungen den Push-Locks nichts anhaben können.

Türen und Schubladen werden durch den speziellen Mechanismus auch während der Fahrt stramm zugehalten, selbst wenn es mal über eine Buckelpiste gehen sollte.

Materialien

  • Schlosskasten: Zinkdruckguss, Edelstahlfedern
  • Mechanik/ Schrauben: Messing und Edelstahl
  • Knopf / Rosette: Aluminium
  • Falle: Delrien (hochwertiger und langlebiger Glasfaserverbundstoff)

Für welche Möbelfronten kann ich das Push-Lock nutzen?

Das Schloss kann neben Schubladen und Staufächern (mit oder ohne Soft-Close-Mechanismus) auch für einflügelige und doppelflügelige Türen verwendet werden, auch für Ausführungen mit Drehstange. Hier können die Drehstangenschlösser einfach durch das Push-Lock ersetzt werden, die Drehstangen selbst werden dann nicht mehr benötigt.

Geeignet ist dieses Push-Lock-Modell für Fronten mit einer Wandstärke von 19 mm.

Wie baue ich ein Push-Lock ein?

Das passende Werkzeug

Mit einem geeigneten Schraubenzieher, einem Messer, einem dünnen Lappen oder einer Serviette und eventuell einem stumpfen Hilfsmittel, um festsitzende Rosetten der alten Möbelschlösser aus den Bohrlöchern zu drücken, bist du im Prinzip ausreichend ausgestattet.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Zunächst muss natürlich das alte Druckschloss raus. Dafür löst du die Schrauben an der Innenseite der Möbelfront und nimmst den Schlosskasten auf der Rückseite der Möbelfront heraus, an dem der Verriegelungsmechanismus und der Knopf angebracht sind.

Wenn du ein Riegelschloss gekauft hast und dein Druckknopf noch intakt ist, kannst du diesen inklusive der Rosette unter Umständen behalten und nur den Schlosskasten auf der Türinnenseite tauschen.

Bei uns ist es etwas kniffeliger, weil wir mit dem Fallenschloss einen anderen Schlosstyp verbauen wollten: Hier muss der ins Bohrloch eingesetzte „Ring“ (Rosette) entfernt werden. Je nach Variante des Push-Locks kann es sein, dass dieser sehr stramm sitzt (wie in unserem Fall). Dann musst du eventuell etwas improvisieren, um die Tür nicht zu beschädigen. Wir haben das Ganze mit einem dünnen Messer und einer Serviette zunächst gelockert und dann mit etwas Kraftaufwand (aber vorsichtig!) herausgezogen. Abschließend wird das Bohrloch von eventuellen Holzspänen oder Sägemehl befreit.

Nun steckst du die neue Rosette in das vorhandene Bohrloch und drückst sie fest an, bis sie komplett mit der Möbelfront abschließt.

Sobald das erledigt ist, ist der Knopf mitsamt Schließmechanismus dran. Diesen führst du einfach durch das Bohrloch…

… und schraubst ihn dann wieder fest. Auch die Schraublöcher sitzen in der Regel an derselben Stelle wie bei deinem alten Push-Lock, da die Maße genormt sind.

Wir hatten uns entschieden, das ursprüngliche Schließblech im Schrank zu belassen, um an unserem Sponsorenfahrzeug nicht zu viel herumzubasteln. Der Riegel passt bei uns perfekt hinein, da die Aussparung des vorhandenen Schließblechs mit dem Standardmaß von 5,5 – 6 mm die Falle gut und sicher aufnehmen kann. Falls dies bei dir nicht der Fall ist, solltest du aber eines der mitgelieferten Schließbleche verbauen.

Für die einflügelige Nutzung (Schränke mit einem Türblatt oder Schubladen) ist das kleine schwarze Schließblech aus Glasfaserverbundstoff vorgesehen.

Das größere, metallene Schließblech ist für den Einsatz in Schränken mit zwei Flügeln konzipiert. Der Clou: Hier kann das Schloss auch problemlos und verschlusssicher ein Drehstangenschloss ersetzen. Es werden durch die patentierte Mechanik und Funktionsweise keine Drehstangen mehr benötigt! Die beiden Türflügel bleiben fest verschlossen, selbst wenn man ihnen einen Schlag verpasst. Das bedeutet eine enorme Montageerleichterung und auch Geräuschreduktion bei der Fahrt (es gibt keine Stangen mehr, die klappern).

Jetzt ist alles fertig und die nächste Reise kann kommen – ganz ohne Angst vor aufspringenden Türen und Schubladen!

Unser Fazit und Tipps für den Kauf

Das Austauschen eines defekten Push-Locks bei Wohnwagen oder Wohnmobilen ist auch für Nicht-Bastler eine Kleinigkeit – man braucht noch nicht einmal handwerkliches Geschick dafür.

Die Push-Locks aus Metall sind besonders robust – im Gegensatz zu den oft verbauten Modellen aus Kunststoff. Gerade wenn man das Campingfahrzeug häufiger oder sogar dauerhaft nutzt, macht die Anschaffung eines Metall-Schlosses aus unserer Sicht auf jeden Fall Sinn.

Der Gewichtsunterschied zwischen Kunststoff Variante und Push-Lock aus Metall beträgt übrigens ungefähr 100g. Auf die Gesamtmasse des Fahrzeugs gerechnet ist das selbst beim Austausch aller Verschlüsse keine nennenswerte Belastung für deine Zuladung.

Wichtig ist dass du Folgendes beim Kauf beachtest:

  • Die neuen Push-Locks müssen passend zur Stärke der Möbelfronten bestellt werden.
  • Defekte Verschlüsse können dazu führen, dass Schubladen oder Schränke während der Fahrt aufspringen und Schäden im Innenraum oder an deinem Equipment entstehen. Achte daher auf hochwertiges Material und eine saubere Ausführung, denn die Schlösser sind über die Jahre hinweg einer hohen Belastung ausgesetzt.
  • Falls nur einzelne Schlösser ausgetauscht werden sollen, such dir am besten ein Design aus, das deinen alten Varianten möglichst nahe kommt.
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