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Mystische Landschaften, Surfer-Hotspots und Kulturhighlights: Reisen & Camping im Spanischen Baskenland

Mystische Landschaften, Surfer-Hotspots und Kulturhighlights: Reisen & Camping im Spanischen Baskenland

Traumhafte Strände, saftig-grüne Berglandschaften, kulinarische Köstlichkeiten und eine facettenreiche Kultur, die Besucher sofort in ihren Bann zieht – das Baskenland ist eine Perle Spaniens, die (noch) weitestgehend vom Massentourismus verschont geblieben ist. Trotz ihrer quirligen Städte wirkt die Region mit ihren bisweilen rustikal anmutenden Traditionen ein wenig wie aus der Zeit gefallen – ein perfekter Ort zum Entdecken und Genießen.

Kulturell betrachtet erstreckt sich das Baskenland (baskisch: Euskadi oder Euskal Herria) auf der französischen Seite vom Département Pyrenées-Atlantiques bis zum Golf von Biskaya, auf spanischer Seite umfasst es die autonome Gemeinschaft Baskenland mit ihren drei Provinzen Gipuzkoa, Bizkaia und Araba. Meist wird auch noch die Autonome Gemeinschaft Navarra hinzugerechnet, die in einigen Teilen stark baskisch geprägt ist.

Um den Rahmen dieses Artikels nicht zu sprengen, fokussieren wir uns in unseren Reisetipps auf den spanischen Teil – aber auch die französische Seite ist wunderschön und jederzeit eine Reise wert!

Mentalität

Die Basken sind – auch wenn sie häufig als „eigenwillig“ gelten – ein liebenswerter und überaus gastfreundlicher Menschenschlag. Nicht selten entwickelt sich aus einer kurzen Frage nach dem Weg ein lebhaftes Gespräch über die schönsten Ecken der Region, die baskische Geschichte oder das beste Restaurant am Ort. Bereitwillig geben die Einheimischen Geheimtipps preis und laden Besucher gerne auch mal spontan auf ein Glas Wein oder Sidra ein.

Nur wenn es um Politik geht, wird der Ton schon mal etwas rauer, denn für den traditionsbewussten Basken gibt es in einem Punkt keine Diskussion: Das Baskenland gehört weder zu Spanien noch zu Frankreich, sondern ist eben… das Baskenland. Die baskische Sprache „Euskera“ oder „Euskara“ ist nach heutigem Stand der Wissenschaft übrigens mit keiner anderen bekannten Sprache verwandt und wird nach ihrem Verbot durch Diktator Franco heute wieder mit Stolz gepflegt – wie auch viele der anderen jahrhundertealten Traditionen.

Camping im Baskenland

Campingplätze

Aufgrund der geografischen Lage gibt es im Baskenland, wie im ganzen spanischen Norden, eine Reihe an Campingplätze mit wunderschönen Aussichten. Unter anderem auf den Plätzen Gran Camping Zarautz (Zarautz), Endai (Mendexa) oder Faro de Higuer (Hondarribia) kannst du an einigen Stellen einen geradezu spektakulären Blick über den Atlantik und die zerklüftete Küste genießen – ganz zu schweigen von den unglaublichen Sonnenuntergängen, die in sämtlichen Rot- und Gelbtönen über dem Meer erstrahlen.

Aber auch kleinere, naturnahe und etwas einfachere Plätze wie Zingira (Orio-Aia), Aitzeta (Mutriku) oder Talai-mendi (Zarautz) haben ihren Charme und bieten sich wunderbar als Ausgangspunkte für Aktivitäten in der ganzen Region an.

Eine Übersicht über die Campingplätze im Baskenland findest du auf diesen Seiten: campingseuskadi.com/de | camping.info/spanien/baskenland/campingplaetze

Wohnmobilstellplätze

Natürlich gibt es auch im Baskenland eine große Zahl an Stellplätzen für Wohnmobile – sowohl in den Städten als auch auf dem Land oder teils auch vor Gaststätten.

Eine gute und umfangreiche Karte findest du hier: meinwomo.net/stellplaetze/spanien

Wildcamping im Baskenland

Wildes bzw. freies Campen ist in ganz Spanien verboten und wird mit teils hohen Strafen geahndet. Doch gerade an der Atlantikküste und im nordspanischen Hinterland sieht man immer wieder Zelte, Vans oder Wohnmobile auf Klippen oder an Stränden stehen.

Wir selbst haben noch nie eine Strafe kassiert, verhalten uns aber auch maximal unauffällig, bleiben nie länger als eine Nacht und suchen uns meist sehr abgelegene Orte aus. Allerdings wissen wir von Camperkollegen, die es „erwischt“ hat. Beim ersten Mal werden häufig noch relativ humane Beträge verhängt, „Wiederholungstäter“ können aber unseren Informationen nach mit empfindlichen Geldbußen rechnen. Die Küsten- und Strandabschnitte werden dabei offenbar strenger kontrolliert als die Bergregionen.

Wenn du also dein Reisebudget nicht unnötig strapazieren möchtest, suche dir vielleicht lieber einen netten Camping- oder Stellplatz und unternimm Tagesausflüge zu deinen Lieblingsspots – das schont auch die Nerven! 🙂

Sehenswertes und Freizeitaktivitäten

Städte

Die Hauptstädte der drei Provinzen, San Sebastián (bask. Donostia), Bilbao (bask. Bilbo) und Vitoria-Gasteiz, gehören ohne Zweifel auf die To-Do-Liste jedes Baskenland-Reisenden.

San Sebastián wurde 2016 zur Kulturhauptstadt Europas gewählt und ist nicht nur architektonisch ein Highlight: Die Lage direkt am Meer mit alter Festung am Berg und Blick auf die Concha-Bucht macht die Stadt zum urbanen Paradies für Surfbegeisterte und Bummler, die zahlreichen Bars, Konditoreien und Restaurants im Zentrum – einige mit mehreren Michelin-Sternen ausgezeichnet – locken Schlemmer aus aller Welt ins Baskenland. San Sebastián ist eine junge und bunte Stadt, in der auch Familien zahlreiche Möglichkeiten für gemeinsame Unternehmungen finden.

Die industriell geprägte Hafenstadt Bilbao dagegen versprüht ihren Charme für viele Besucher erst auf den zweiten Blick – dafür aber nachhaltig. Ihre berühmten Highlights wie das weltberühmte Guggenheim-Museum, die Calatrava-Brücke „Zubizuri“ oder der Mercado de la Ribera, eine der schönsten Markthallen ganz Spaniens, werden ergänzt durch die hübsche Uferpromenade des Nervión, die schicke Flaniermeile „La Gran Vía“ und eine wunderschöne historische Altstadt, in der man bei einem „Kalimotxo“ herrlich den Tag ausklingen lassen kann.

Vitoria-Gasteiz, die Hauptstadt des Baskenlandes, ist von einem „Grünen Ring“ umgeben, der zu ausgedehnten Spaziergängen einlädt. Das historische Zentrum liegt malerisch auf einem Hügel und ist, wie auch die anderen baskischen Städte, im August Schauplatz eindrucksvoller Festlichkeiten zu Ehren der „Vírgen Blanca“ (der „Weißen Jungfrau“). Die gotische Kathedrale Santa Maria, die ebenso wie die Festungsmauer im Mittelalter errichtet wurde, diente dem britischen Schriftsteller Ken Follett als Inspiration für seinen Bestseller „Die Tore der Welt“.

Pamplona (bask. Iruña) ist die Hauptstadt der autonomen Region Navarra und vor allem bekannt für die alljährlichen Sanfermines, eine Prozession mit riesigen Pappmachéfiguren sowie Stierkämpfen und Stierläufen. Doch auch die Stadt selbst ist mit ihren historischen Architektur eine echte Attraktion.

Neben den Hauptstädten besitzen auch und gerade die kleineren Orte wie Hondarribia, Zarautz oder Zumaia ein unwiderstehliches Flair und entwickeln sich mehr und mehr zu echten Touristenmagneten.

Strände und Buchten

Für Sonnenanbeter, Surfer oder Gleitschirmflieger ist die Küste des Baskenlandes ein echtes Paradies. Hier findet sich eine große Auswahl an Stränden und Buchten – einige wild, unzugänglich und einsam, andere familienfreundlich, behindertengerecht und gut besucht. Von Hondarribia im Osten über Zumaia, Zarautz oder Sopela bis Zierbena im Westen erstrecken sich die zahlreichen Surfreviere und Badestrände mit ganz unterschiedlich starkem Wellengang – je nach geplanter Aktivität kann man sich also immer das passende Örtchen heraussuchen.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte eine Tour entlang der Küste einplanen und zwischendurch immer mal wieder Halt machen. Selbst bei Regen sind die eindrucksvollen Landschaften und die traumhaften Ausblicke auf den Atlantik ein Genuss!

Weitere Ausflugsziele

Jaizquíbel: Das grüne Bergmassiv im Hinterland von Hondarribia ist häufig von Dunstschwaden umgeben und wirkt melancholisch und geheimnisvoll. Es beherbergt das regionale Wallfahrtsziel von Guadalupe mit seiner schwarzen Madonna und nur ein paar Kilometer weiter einen „Mirador“, von dem aus man die ganze Region überblicken kann.

Puente de Vizcaya: Die „Puente Colgante“ („Hängebrücke“) zwischen Portugalete und Getxo ist eigentlich keine Hängebrücke, sondern eine Schwebefähre – genau genommen die älteste der Welt. Die eindrucksvolle Anlage, die im Jahr 1893 in Betrieb genommen wurde, wurde mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt und transportiert noch immer Menschen und Pkw über die Ría de Bilbao.

Nacedero del Urredera: Auf verwunschenen Wegen über Stock und Stein geht es zur Quelle des Urederra-Flusses in Navarra – eine traumhafte Wanderung für alle, die gut zu Fuß sind. Rund zwei Stunden dauert es, bis man den Wasserfall erreicht, der aus einem Felsen hervorsprudelt. Und wer sich jetzt eine kleine Erfrischung holen möchte, der wird nicht enttäuscht: Das Wasser ist so eiskalt, dass man es nur wenige Sekunden darin aushält.
In der Nebensaison kann man den Weg mit etwas Glück in relativer Stille zurücklegen, in der Hauptsaison sind hier leider sehr viele Touristen unterwegs, die auch die Natur nicht immer respektieren. Trotzdem sehr zu empfehlen, zumal alleine die Fahrt dorthin schon ein echtes Erlebnis ist!

San Juan de Gaztelugatxe: Die kleine Insel Gaztelugatxe, direkt zwischen den Orten Bakio und Bermeo im Meer gelegen, beherbergt auf ihrem höchsten Punkt eine wunderschöne kleine Seefahrerkapelle. Über 200 in Stein gehauene Stufen müssen Besucher erklimmen, um dorthin zu gelangen – aber die Mühe lohnt sich, denn der Ausblick ist einfach großartig. Ähnlich wie der Nacedero ist dieses Kleinod mittlerweile zu einem beliebten Touristenziel geworden und deshalb in der Hauptsaison meist stark überlaufen.

Sierra de Toloño: Wenige Kilometer hinter Samaniego liegt die Sierra de Toloño, das mit seinem eher kargen Bewuchs einen schönen Kontrast zu den üppigen grünen Landschaften anderer Gebiete. Vom Aussichtspunkt „Balcón de la Rioja“ kann man den Blick über das weltbekannte Weinbaugebiet La Rioja und über den Fluss Ebro schweifen lassen.

Rad- und Wandertouren: Die Naturschönheiten des Baskenlandes rufen natürlich auch Rad- und Wanderfans auf den Plan. Erstere sollten aufgrund der vielen Steigungen auf jeden Fall ziemlich fit sein, wer aber gerne zu Fuß unterwegs ist, findet in den zahlreichen „Parques Naturales“ auch traumhafte Routen für weniger Geübte. Zu empfehlen sind vor allem die Parques Naturales von Valderejo, Gorbeia, Aizkorri-Aratz und Urkiola.

Gastronomie

Wenn man das Baskenland bereist, führt kein Weg an den regionalen Spezialitäten vorbei. Selten hat uns eine Küche so begeistert wie die baskische. Die Zutaten für die traditionellen Speisen stammen – typisch für die heimatverbundenen Basken – meist aus der Region und in der Zubereitung steckt noch viel Handarbeit. Die Palette reicht von herzhaften Fleisch- und Wurstspezialitäten, z.B. einem einmaligen luftgetrockneten Schinken, der von Hand geschnitten wird und jeden Parma- oder Serrano-Schinken in den Schatten stellt, über geschmacksintensive Käsesorten aus Schafs- und Ziegenmilch bis zu frischem Fisch und einem riesigen Sortiment an Meeresfrüchten.

Eine Besonderheit des Baskenlandes sind die so genannten „Pintxos“, die baskische Variante der spanischen Tapas. Die häufig sehr aufwändig gestalteten kleinen Kunstwerke bestehen aus raffiniert zusammengestellten Zutaten und werden auf einer Baguettescheibe serviert. Die Einheimischen genießen ihre Pintxos am liebsten mit der Familie oder im Freundeskreis und ziehen dabei von Bar zu Bar, um sich durch das lokale Sortiment zu schlemmen.

Wer es gerne etwas rustikaler mag, sollte unbedingt in einer Sidrería (bask. Sagardotegia) vorbeischauen. In der Cidre-Hauptsaison von Januar bis April lohnt sich das ganz besonders: Für einen kleinen Betrag erhält der Gast ein leeres Glas und bucht damit quasi eine „Flatrate“. Jedes Mal, wenn dann der Ruf „Txotx!“ ertönt, stürmen alle Durstigen zu den im Gastraum aufgestellten Fässern und lassen sich das süffige Getränk in kunstvollem Schwung nachschenken. Und damit die Grundlage stimmt, werden dazu üppige „Txuletas“ (riesige butterzarte Kalbssteaks, die auf Holzkohle gegrillt werden), die traditionelle „Tortilla de Bacalao“ (Kabeljau-Omelett), Lammrippchen und weitere Köstlichkeiten gereicht. Großartige Sidrerías gibt es z.B. in Astigarraga in der Nähe von Donostia.

Wenn auch du dich in deinem nächsten Urlaub von der Küche, den Menschen und den landschaftlichen Schönheiten des Baskenlandes verzaubern lassen wollen, findest du hier weitere Informationen.

Fotos: (c) CamperStyle

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Träumte seit ihrer Kindheit von einem Leben auf Rädern. Tourt jetzt mit Mann und Hund ganzjährig im Wohnwagen durch Europa.

Lieblingsspots: Andalusien, Baskenland & Mexiko.

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