Hund Auf Blumenwiese Bearbeitet

Reisen und Campen mit Hund in Griechenland

Bevor wir mit unseren Hunden nach Griechenland aufgebrochen sind, habe ich versucht, mich im Internet zu informieren. Ist es einfach oder kompliziert, mit seinen Hunden durch Griechenland zu reisen? Sind die Griechen hundefreundlich? Welche Regeln oder Verbote müssen wir kennen? Am Ende meiner Recherche war ich kein Stück schlauer, als vorher. Inzwischen sind wir über neun Monate mit unseren drei Hunden durch Griechenland gereist und haben ausreichend Erfahrungen gesammelt.

Vorbereitungen für die Reise mit Hund nach Griechenland

Die Vorschriften für die Einreise mit Hunden nach Griechenland sind einfach, wenn du aus einem anderen EU-Staat einreist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du mit der Fähre von Italien nach Griechenland kommst.

Der Hund benötigt:

  • den EU-Heimtierausweis und einen Mikrochip
  • eine gültige Tollwutimpfung, die mindestens 21 Tage alt ist
  • Für Welpen gilt, dass diese frühestens mit 12 Wochen geimpft werden dürfen.
    Dazu kommen dann noch die 21 Tage Wartezeit, so dass ein Welpe erst mit 15 Wochen in das europäische Ausland reisen darf.

Anders sieht es aus, wenn du über Albanien fährst, denn dies zählt zu den sogenannten “nicht gelisteten Drittländern”. Damit sind alle Länder, außerhalb der EU gemeint. Bei einer Ein- oder Durchreise durch diese Länder gelten besondere Bestimmungen.

Der Hund benötigt:

  • den EU-Heimtierausweis und einen Mikrochip
  • eine gültige Tollwutimpfung, die mindestens 21 Tage alt ist
  • Frühestens vier Wochen nach der Tollwutimpfung musst du bei deinem Hund einen Bluttest durchführen lassen, bei dem die Tollwut-Antikörper bestimmt werden. Ist der Titer ausreichend, muss dein Tierarzt dies an der entsprechenden Stelle im Heimtierausweis eintragen.
  • Bei einem Welpen darf auch in diesem Fall die Impfung erst mit 12 Wochen gemacht werden. Nach einem Monat erfolgt dann der Titertest und wenn dieser positiv ausgefallen ist, darf dein Hund die Reise antreten. Sonst muss er erneut geimpft und getestet werden, was natürlich mit einem ziemlichen Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist.

Gesundheitsvorsorge und Schutz für Griechenland

Neben einer möglichen Ansteckung mit Leishmaniose durch Sandmücken besteht in Griechenland ein Risiko für weitere sogenannte Mittelmeerkrankheiten. Diese werden durch Mücken- oder Zeckenbisse übertragen, weshalb du deinen Hund unbedingt gut schützen solltest. Ob Spot-On, Spray oder Schutzhalsband: welches Mittel für euch das richtige ist, sollte mit dem Tierarzt abgeklärt werden.

Hier findest du zur Sicherheit einige Informationen zu Erste-Hilfe-Tipps für Verletzungen, Durchfall & Co bei Hunden.

Tierärztliche Versorgung

Auf die Hilfe von Tierärzten mussten wir in Griechenland gleich mehrfach zurückgreifen. In neun Monaten kann halt schon mal etwas passieren, das ist normal. Insgesamt waren wir bei fünf verschiedenen Tierärzten und jedes Mal absolut zufrieden. Sie haben alle Englisch gesprochen, sich ausreichend Zeit für die Untersuchung genommen und waren medizinisch topfit. Zu unseren Hunden waren sie immer freundlich und haben sie mit viel Geduld behandelt.

Während die Abdeckung mit Tierärzten im Norden Griechenlands recht gut ist, sieht es auf dem Peloponnes dagegen etwas mau aus. (Hier findest du allgemeine Informationen zum Reiseziel Peloponnes.)

In touristischen Gebieten sollte es kein Problem sein, einen Arzt zu finden, auf dem Land könnte es hingegen schwer sein. Deshalb ist es sinnvoll, sich für den Notfall den nächsten Tierarzt herauszusuchen und die Telefonnummer bereit liegen zu haben. Auf Griechisch heißt Tierarzt übrigens „κτηνίατρος”.

Adressen von Tierärzten:

  • Small Animal Clinic in Kalamata (Peloponnes)
    Iroon 107, 24100 Kalamata
    Telefon: 0030 – 6945410085
    www.veterinary.gr
  • Vasilios Bekyros in Leonidio und Astros (Ostküste Peloponnes)
    Leonidiou Provincial Road & Athinon Road
    Telefon: 0030 – 2755023003
  • Mantas Michail (Sparta)
    Orthias Artemidos 69, Sparti
    Telefon: 0030 2731 082003
  • Tierärztin bei Meteora
    Kondili 30, 42200 Kalampaka
    0030 – 2432300701

Mit dem Hund durch Griechenland 

Wie sieht es nun mit der Einstellung der Griechen gegenüber Hunden aus? Diese Frage lässt sich nicht so einfach pauschal beantworten. Viele Griechen, vor allem ältere, haben großen Respekt, bis hin zu Angst vor Hunden. Für sie sind Hunde Arbeitstiere zum Bewachen von Häusern oder Herden – keine Lebensgefährten. Dennoch ist es uns nie passiert, dass wir wegen unserer Hunde Stress hatten. Selbst, wenn uns jemand begegnet ist, der Angst hatte, sind diese Leute noch freundlich geblieben. Sie haben meist mit einem Lächeln signalisiert, dass sie Angst haben und wir sind selbstverständlich mit unserer Rasselbande ausgewichen. Anders sieht es bei den jüngeren Griechen aus. Bei ihnen findet langsam ein Umdenken statt. Gerade in Städten trifft man schon mal auf Leute, die mit einem Hund an der Leine Gassi gehen. Das ist in Griechenland sonst eher ein seltener Anblick, vor allem in ländlichen Regionen.

In Gebieten, in denen mehr Tourismus herrscht, sind es die Einheimischen gewohnt, dass Hunde mitgeführt werden. Mit unseren Vierbeinern war es nie ein Problem, draußen auf der Terrasse einer Taverne zu sitzen. Sie mit reinzunehmen, ist in der Regel jedoch nicht erwünscht. Auch die antiken Stätten wie Olympia, Epidaurus oder Delphi dürfen nicht mit Hund betreten werden.

Das Gleiche gilt für den Besuch von Stränden. Wenn nichts los ist – also außerhalb der Saison – gibt es unzählige Möglichkeiten, seinen Hund mit an den Strand zu nehmen. Je voller es wird, umso eher sollte man es vermeiden, damit es nicht zu Konflikten kommt. Die offizielle Regelung besagt nämlich, dass Hunde am Strand angeleint sein und ausreichend Abstand zu anderen Besuchern einhalten müssen.

Streunerhunde in Griechenland

Während man in Spanien, vor allem im Norden des Landes, kaum noch auf Straßenhunde trifft, sieht das in Griechenland anders aus. In manchen Regionen gibt es wirklich viele, in anderen weniger. Während der ganzen Zeit, hatten wir mit ihnen überhaupt keine Probleme. Sie waren weder uns, noch unseren Hunden gegenüber aggressiv. Selbst mit freilaufenden Hütehunden ist es nicht zu Konflikten gekommen. Hier solltet ihr aber schon ein gutes Auge auf die Situation haben, denn schließlich ist es die Aufgabe dieser Hunde, ihre Herde zu bewachen.

Ein wichtiger Hinweis:
Die Gesetze bei Misshandlung von Tieren sind in Griechenland extrem hart und werden auch so angewandt. Solltet ihr auf so einen Fall aufmerksam werden, meldet es der Polizei. Hierfür ist es allerdings notwendig, den Vorgang möglichst genau zu dokumentieren, am besten durch Fotos oder ein Video.

Hinweis:

Leider kommt es gelegentlich vor, dass von einzelnen Personen – gerade zu Beginn der Saison – vergiftete Köder ausgelegt werden, um die Zahl der Streuner zu minimieren. Deshalb rate ich euch dringend darauf zu achten, dass euer Hund nichts aufnimmt oder frisst.

Hundefreundliche Campingplätze

Mit einem Hund in Griechenland auf einen Campingplatz zu gehen, ist leicht. Auf vielen Plätzen ist es erlaubt, Hunde mitzunehmen, oft sogar ohne extra Gebühr. Selbst mit drei Hunden haben wir uns willkommen gefühlt, zum Beispiel auf diesem schönen Platz in Leonidio Camping Semeli und an der Westküste des Peloponnes bei Camping Palouki.

Beste Reisezeit für das Campen mit Hunden 

Die Hauptsaison ist in Griechenland wesentlich kürzer als in anderen Ländern. Die Hauptmonate sind Juli und August, davor und danach geht es relativ entspannt zu. Da es im Sommer wirklich extrem heiß werden kann, würde ich davon abraten, gerade dann mit dem Hund zu campen. Weitaus angenehmer und vor allem menschenleerer sind die Monate März, April, Mai, sowie wieder ab Mitte September. Auch im November ist es in Griechenland noch angenehm warm und dem gemeinsamen Plantschen im Meer steht bestimmt nichts im Wege.

Das Reisen mit Hunden durch Griechenland haben wir größtenteils als unkompliziert empfunden und würden es jederzeit wieder machen. Natürlich gibt es ein paar Dinge zu beachten. Dafür erwarten dich hier aber viele Möglichkeiten für gemeinsame Unternehmungen, eine zauberhafte Landschaft und äußerst gastfreundliche Menschen.

Falls du dich auch für Spanien interessierst und deinen Vierbeiner mitnehmen möchtest, könnte dich dieser Artikel interessieren: Reisen und Campen mit Hund in Spanien

Fotos: (c) Nima Ashoff

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Hat den Spaß am Campen mit 38 entdeckt. Seit 2015 lebt sie in einem Oldtimerbus und reist quer durch Europa. Mit dabei sind ihr Partner und ihre Hunde.

Lieblingsspots: Griechenland und Spanien.

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