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Reiseziele: Mountainbiken in Katalonien

Reiseziele: Mountainbiken in Katalonien

Campen und Fahrradfahren ist eine weit verbreitete Kombination. Schnell mal mit dem Bike zum nächsten Ort radeln und ein paar Einkäufe erledigen, das ist praktisch und hält fit. Aber auf dem Rad lassen sich auch sportliche Touren unternehmen, bei denen neben der körperlichen noch die mentale Herausforderung dazukommt, so wie beim Mountainbiken.

Katalonien im Nordosten Spaniens ist ein wahres Wunderland für Liebhaber dieses Sports. Normalerweise denkt man bei Katalonien eher an einen Städtetrip nach Barcelona oder einen Strandurlaub an der Costa Brava, aber nicht an Outdooraktivitäten wie das Biken. Dass es dort ein ausgeschildertes Bike-Streckennetz von über 5300km (!) gibt, ist vielen gar nicht bekannt.

Dabei bietet sich dieser Teil Spaniens mit seinen vielen Gebirgen hervorragend zum Mountainbiken an. Die Landschaften wechseln innerhalb kurzer Distanzen komplett ihr Gesicht, von leicht hügeligen Regionen am Meer über dicht bewaldete Berge im Landesinneren bis hin zu saftig grünen Almwiesen, Felsen und kristallklaren Bergseen inmitten der Pyrenäen. Wer sich in Katalonien auf sein Mountainbike schwingt, bekommt eine Menge Abwechslung geboten.

Bikekarten, Serviceleistungen und mehr

Damit man sich die Trails nicht selber suchen muss, haben die regionalen Tourismusbüros extra Bikekarten erstellt, die an den Servicestellen kostenfrei erhältlich sind. Eine andere Möglichkeit ist es, sich die Informationen bereits vor der Reise über das Katalanische Tourismusbüro zu bestellen.

Was mir besonders gut gefällt, ist die Klassifizierung der einzelnen Routen. Diese sind in vier Kategorien eingeteilt, von leicht bis schwer. So kann ich mir auf den Karten ganz einfach die passende Routen entsprechend meines Könnens oder meiner Tagesform auswählen. Die Trails sind übrigens im Gelände farblich markiert, was die Orientierung deutlich vereinfacht.

Die Kategorisierung der Routen finde ich passend und gelungen. Bei leichten Trails habe ich keine bösen Überraschungen erlebt, sie waren angenehm zu fahren. Und wer ein echter Könner ist, kann sich auf den schweren Trails austoben, die teilweise sehr technisch sind.

Aber nicht genug damit, dass es Bikekarten gibt. Nein, die Katalanen haben sich für Mountainbike-Freunde noch mehr einfallen lassen.

So kann man zum Beispiel an einigen Servicestellen, die teilweise Jugendherbergen angeschlossen sind, kostenfrei duschen. Da wir in unserem Wohnmobil nur eine Kaltwasser-Außendusche haben, war das für uns ein echtes Geschenk! Die weiteren kostenfreien oder –pflichtigen Leistungen unterscheiden sich je nach Bikestation. Angeboten werden zum Beispiel Bike-Waschplätze, Reparaturservice, Fahrradverleih und vieles mehr.

Meine Tipps

Eine besonders schöne Gegend zum Mountainbiken ist die Landschaft rund um die hübsche Kleinstadt Ripoll. Hier gibt es eine große Auswahl an Routen in jedem Schwierigkeitsgrad und dazu authentisch katalanische Atmosphäre.

Am Ortseingang befindet sich eine Bikestation, neben der direkt auch ein kostenfreier Stellplatz mit Ver- und Entsorgungsmöglichkeit liegt. Von hier aus ist man in knapp fünf Gehminuten mitten im Zentrum der Stadt.

Im nur 9 Kilometer entfernten Ort Sant Joan de les Abadesses liegt ein weiteres Bikezentrum, in dem das Duschen kostenfrei möglich ist. Und nur 5 Minuten Fußweg entfernt befindet sich ein kostenfreier Wohnmobilstellplatz, der zu meinen persönlichen Favoriten zählt.

Zwischen Ripoll und Sant Joan de les Abadesses verläuft einer der sogenannten Grünen Wege (Vías Verdes), die Ruta del Ferro i del Carbó (Eisen-und-Kohle-Route). Das Besondere an diesen Wegen ist, dass es sich bei den meisten um ehemalige Bahnstrecken handelt, die zu Wander- und Radwegen umgebaut wurden. Sie lassen sich gut befahren und die maximale Steigung beträgt ungefähr 3%.

Die Ruta del Ferro i del Carbó ist insgesamt 15 Kilometer lang und erinnert an die industrielle Vergangenheit dieser Region. Hier trifft also sportliche Betätigung auf Kultur, eingebettet in die katalanische Natur.

Ein landschaftlich komplett anderes Gebiet zum Biken ist die Region rund um den 2506 Meter hohen Berg Pedraforca, der mit seinen zwei Gipfeln die Landschaft beherrscht. Auf dem Mountainbike oder auch zu Fuß lässt sich zum Beispiel der Fernwanderweg „Cami dels bons homes“ (Der Weg der guten Menschen) entdecken, der von Katalonien bis nach Frankreich führt. Seinen Namen verdankt die Route den Katharern, die zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert auf diesem Weg vor den Kreuzrittern geflohen sind und vom katalanischen Adel aufgenommen wurden.

Zum Übernachten und Erholen empfehle ich den naturnahen und ruhigen Campingplatz „Càmping Repòs del Pedraforca“, auf dem ich mich durch die familiäre Atmosphäre sehr wohlgefühlt habe.

Die besten Jahreszeiten zum Mountainbiken in Katalonien sind das Frühjahr und der Herbst. In dieser Zeit herrscht noch keine Saison und man hat einen Großteil der Landschaft ganz für sich alleine.

Die Temperaturen liegen zwischen 20 und 25 Grad und sind genau richtig zum Biken.
Wer Mountainbiken mit südlichem Flair verbinden möchte, dem lege ich Katalonien ans Herz. Hier ist man nicht nur als Camper sondern auch als Biker ein gerne gesehener Gast.

Eine tolle Inspirationsquelle ist übrigens auch das Buch „Pyrenäen-Cross: Mit dem Mountainbike vom Mittelmeer zum Atlantik“. Hier findest du insgesamt 14, teilweise anspruchsvolle Etappen, die über mehr als 1.000 Kilometer sowie viele weitere praktische Tipps und Infos für dein Pyrenäen-Abenteuer.

Weitere allgemeine Informationen zum Biken in Katalonien gibt es auf den Seiten des Katalanischen Tourismusbüros oder in der Broschüre „Katalonien ist Radfahren“, die sogar auf Deutsch verfügbar ist.

Fotos: (c) Nima Ashoff


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