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Versicherungen für Wohnmobile und Wohnwagen: Schutzbrief bei Pannen sinnvoll

Versicherungen für Wohnmobile und Wohnwagen: Schutzbrief bei Pannen sinnvoll

Wir haben sie schon so oft gesehen: Wohnmobile oder Wohnwagen, die am Rand der Autobahn oder auf Landstraßen liegen geblieben sind. Geplatzte Reifen, ein technischer Defekt, aber auch eine plötzliche Erkrankung oder ein Trauerfall in der Familie können schnell dazu führen, dass der Urlaub abgebrochen werden muss.

Gut, wenn man für solche Fälle einen Schutzbrief in der Tasche hat – denn dieser sorgt dafür, dass du bei einer Panne oder anderen Notfällen mit den organisatorischen Schwierigkeiten und den Kosten nicht alleine dastehst.

Was beinhaltet ein Schutzbrief?

In der Regel sind im Schutzbrief klassische Pannen- und Unfallhilfe, Abschleppdienst, Bergung und meist auch Leistungen wie Mietwagen bei Fahrzeugausfall, pannenbedingte Übernachtungskosten und Fahrzeug- oder Krankenrücktransport inbegriffen.

►►Achtung:  Zwar sind sich die Schutzbriefe bei den verschiedenen Anbieter auf den ersten Blick oft ähnlich, bei näherem Hinsehen kannst du aber teils deutliche Unterschiede feststellen. So finden sich bei vielen Versicherern Einschränkungen in der zulässigen Gesamtmasse des Fahrzeugs oder die Schutzbriefe sind nur auf PKW und nicht speziell auf Wohnmobile ausgelegt. Außerdem variieren die Leistungen z.B. darin, bis zu welcher Obergrenze Kosten übernommen werden (zum Beispiel Abschleppkosten teils nur bis 200€ teils aber auch bis 400€ oder Übernachtungskosten teils nur bis 80€ pro Nacht, teils aber auch bis 100 Euro pro Nacht für maximal 3 Nächte).

►►Unser Tipp: Eventuell gibt es darüber hinaus auch noch variierende Zusatzleistungen. 
Bei manchen Versicherern tritt der Schutzbrief zum Beispiel auch in Kraft, wenn Mitreisende (Ehepartner, eingetragene oder in häuslicher Gemeinschaft lebende Lebenspartner bzw. minderjährige Kinder, die zum Versicherten oder einer der vorgenannten Personen gehören) erkranken, zuhause ein naher Angehöriger verstirbt oder schwer erkrankt, du dich aus deinem Camper ausschließt (hier können Kosten für den Schlüsselnotdienst bis zu einer bestimmten Obergrenze übernommen werden), oder du Dokumente verlierst, die für die weitere Reise notwendig sind, oder dir ein wichtiges Ersatzteil für dein Fahrzeug zugeschickt werden muss. Deshalb lohnt es sich wie immer, die Konditionen genau zu vergleichen.

Außerdem wäre es von Vorteil, wenn ein sogenannter Auslandsschadenschutz im Schutzbrief enthalten ist. Dieter Scheffler, Geschäftsführer bei der Wohnmobilversicherung RMV, erklärt, warum das ein wichtiger Punkt sein kann: „Mit dieser Regelung läuft die Schadenregulierung bei einem unverschuldeten Unfall im Ausland nicht nach ausländischem, sondern nach deutschem Recht. Die Kosten werden dadurch viel schneller und unkomplizierter übernommen und die Kunden müssen nicht auf die Zahlung der ausländischen Versicherung warten.“ Hier solltest du also aufgrund der kleinen aber feinen Unterschiede auf jeden Fall einen Blick auf die konkreten Leistungen und Kostenbegrenzungen werfen.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, sich über einen Automobilclub zu versichern. Beim Abschleppen legt aber beispielsweise der ADAC Einschränkungen für Maße und Gewicht des Fahrzeuges fest, was für große Fahrzeuge problematisch werden kann. Auch Schutzbriefe, die nicht speziell auf Wohnmobile ausgerichtet sind, können unter Umständen Lücken für diese Fahrzeugart aufweisen. Am sichersten bist du also, wenn du einen guten, auf Reisemobile ausgerichteten Schutzbrief hast.

Außerdem solltest du gerade bei längeren Reisen darauf achten, ob die Gültigkeit begrenzt ist, und falls ja, auf welche Reisedauer.

Wie kann ich einen Schutzbrief abschließen?

Der Schutzbrief muss im Vorfeld bei dem Versicherer abgeschlossen werden, bei dem auch das Fahrzeug versichert ist. Du kannst ihn gleichzeitig mit einer neuen Fahrzeugversicherung abschließen oder auch problemlos nachträglich hinzubuchen.

Fährst du einen Wohnwagen, gehört dieser zum Gespann des Pkw und fällt damit auch unter den Pkw-Schutzbrief. Wohnmobile benötigen einen eigenen Schutzbrief.

Wie hoch sind die Kosten für einen Schutzbrief?

Konkrete Beträge für den Schutzbrief als einzelne Sonderleistung sind in dieser Form nicht zu beziffern, denn jede Versicherung handhabt die Integration dieses Angebots unterschiedlich. Bei manchen Versicherern kann der Schutzbrief tatsächlich optional „zugebucht“ werden, bei anderen wird er obligatorisch auf den Versicherungsbetrag (häufig nur bei der Vollkasko) hinzugerechnet, bei wieder anderen erhältst du komplette Pakete mit Schutzbrief und weiteren Leistungen.

Bitte überlege dir also am besten vor Abschluss einer neuen Versicherung, ob und in welchem Umfang du einen Schutzbrief brauchst, und wähle den Versicherer aus, der auch in dieser Hinsicht deinen Bedürfnissen am nächsten kommt!

Worauf muss ich beim Abschluss eines Schutzbriefes achten?

Es kann sein, dass es sich auch bei auf Wohnmobile spezialisierten Versicherungen beim Inklusiv-Schutzbrief um den „normalen“ Schutzbrief handelt, dessen Leistungen also eher auf PKW als auf Wohnmobile ausgerichtet sind.

Denn: Bei Wohnmobilen sind durch die Größe des Fahrzeugs natürlich auch die Abschleppkosten höher als bei einem PKW. Die PKW-Schutzbriefe haben dann natürlich Obergrenzen für die Kostenübernahme, die für PKW in der Regel ausreichend sind, aber nicht unbedingt für Wohnmobile.  Ob du mit diesen Leistungen und Kostenobergrenzen eines PKW-Schutzbriefs im Ernstfall auskommst, ist dann auch etwas Glückssache.

►►Unser Tipp:  Möglicherweise sind die Schutzbrief-Leistungen bei diesen Anbietern speziell für Wohnmobile erweiterbar, teils aber, wie oben bereits kurz erwähnt, nur im Rahmen von Paketen, die noch weitere Leistungen beinhalten. Hier buchst du also im Zweifel Services mit, die du unter Umständen gar nicht benötigst oder möchtest. Bist du mit den Leistungen der normalen Fahrzeugversicherung schon gut aufgestellt und möchtest nur zusätzlich die Schutzbrief-Leistungen, haben solche Pakete deshalb natürlich ein etwas schlechteres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Was tun bei einer Panne?

Bei einer Panne gelten ähnliche Grundregeln wie bei einem Unfall. Grundsätzlich solltest du, wenn möglich, das Fahrzeug zunächst einmal aus der Gefahrenzone bringen, die Stelle sichern und sicherstellen, dass niemand zu Schaden gekommen ist.

Sind diese Punkte erledigt oder nicht nötig, gehst du folgendermaßen vor:

Ruf bei deiner Schutzbrief-Hotline an. Diese ist nicht unbedingt unter derselben Nummer zu erreichen wie die normale Schaden-Hotline, die du bei einem Unfall wählen müsstest. In der Aufregung ist es deshalb natürlich hilfreich, beide Nummern direkt griffbereit zu haben. Die Versicherer listen diese für gewöhnlich in den Versicherungsunterlagen auf. Andernfalls findest du die Nummern der jeweiligen Versicherer aber auch im Internet.

Am Telefon wird dein Anbieter alles Weitere mit dir besprechen. RMV-Versicherungsexperte Dieter Scheffler erklärt: „Da die Situationen, in denen der Schutzbrief greift, je nach Panne, Ort etc. sehr unterschiedlich sein können, sind natürlich auch individuelle Maßnahmen erforderlich. Diese spricht der Mitarbeiter am Telefon dann mit dem Kunden durch. Da lassen wir als Versicherer niemanden im Regen stehen.“

Noch Fragen?

Falls auch du Fragen oder Themenwünsche hast, schreib uns an die Mailadresse redaktion@camperstyle.de – wir greifen die häufigsten Themen auf und beantworten sie gemeinsam mit den Experten in weiteren ausführlichen Ratgeberartikeln.

Wir wünschen allzeit gute Fahrt! ?

Foto: (c) leolintang / Depositphotos.com


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