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Die richtige Bettwäsche für Wohnmobil und Wohnwagen: Sommer, Winter, Sondergrößen

Die richtige Bettwäsche für Wohnmobil und Wohnwagen: Sommer, Winter, Sondergrößen

Ganz gleich, ob du dir gerade erst ein Wohnmobil gekauft hast, oder schon jahrelang on Tour bist: Wenn du auch im Camper gemütlich und entspannt schlafen möchtest, solltest du neben einer bequemen Matratze auch die passende Bettwäsche an Bord haben. In diesem Artikel stellen wir dir verschiedene Materialien vor und erklären dir, welcher Stoff für welche Jahreszeit am besten geeignet ist. Außerdem erfährst du, was du tun kannst, wenn dein Bett ein Sondermaß hat oder mit geteilten Matratzen ausgestattet ist.

Bettlaken und Spannbetttücher – bei Sondergrößen eine echte Herausforderung!

Wie bei der Bettwäsche, auf die ich weiter unten im Text noch näher eingehen werde, gibt es auch beim Bettlaken verschiedene Materialien, Ausführungen und Qualitätsstufen. Wir selbst nutzen in der Regel Spannbettlaken (so genannte dehnbare Stoffe), es finden sich im Sortiment unterschiedlicher Anbieter aber auch nicht-dehnbare Stoffe, die einfach untergeschlagen werden.

Bei den dehnbaren Stoffen ist das Jersey-Spannbettlaken wahrscheinlich die am weitesten verbreitete Form. Bei den nicht-dehnbaren Stoffen ist der Mako Satin aufgrund seines Glanzes und den intensiveren Farben sehr beliebt. Außerdem haben nicht-dehnbare Materialien wie Mako Satin den Vorteil, dass zum Beispiel die Ecken leichterer Matratzen nicht gestaucht oder angehoben werden, wie das bei etwas zu kleinen Spannbettlaken gerne mal passiert. Nähere Infos zu den einzelnen Stoffen findest du weiter unten im Text.

Wenn du auch zu den „Glücklichen“ gehörst, deren Wohnwagen- oder Wohnmobilbett von den Standardmaßen abweicht oder mit geteilten Matratzen ausgestattet ist, stehst du nochmal vor einer besonderen Herausforderung. Das Beziehen von Camperbetten ist schon bei Normalmaßen kein Vergnügen, weil man meist nur von einer Seite an die Matratze rankommt und erstmal aufs Bett kriechen muss, um die Laken halbwegs ordentlich über die Ecken zu zerren.

Bei Sondergrößen wird es noch schwieriger: Wenn man nicht gerade selbst etwas Passendes nähen kann, muss man den überschüssigen Stoff herkömmlicher Laken irgendwie so unter die Matratzenteile stopfen, dass sie nicht ständig wieder herausrutschen und schlaff in der Gegend herumhängen. Unsere frühere Strategie war, die Laken eine Nummer größer zu kaufen und dann die Matratze anzuheben, um den Überhang darunterzuschlagen. Gegen Verrutschen haben wir den Stoff mit umfunktionierten Hosenträgern „gesichert“, was aber sehr umständlich war und teilweise zu kleinen Rissen im Laken geführt hat.

Nach langer Suche sind wir dann dank der Empfehlung einer Leserin endlich auf eine Seite gestoßen, auf der man Bettlaken für Matratzen oder Topper in vielen verschiedenen Farben individuell anfertigen lassen kann: bettwaesche-mit-stil.de/bettwaesche-selbst-gestalten.html

In diesem Konfigurator kannst du nicht nur Länge und Breite, sondern sogar die Matratzenhöhe eingeben – denn auch die unterscheidet sich ja von Campingfahrzeug zu Campingfahrzeug teils erheblich. Da du dein Sondermaß hier quasi „stufenlos“ und zentimetergenau hinterlegen kannst, dürften sich damit auch ganz besonders schwierige Fälle lösen lassen.

Die passende Decke auswählen

Nachdem du nun hoffentlich das passende Spannbettlaken für dich gefunden hast, möchte ich kurz auf einen weiteren wichtigen Punkt, zu sprechen kommen: die richtige Bettdecke (auch „Inlet“ oder „Oberbett“ genannt).

Denn die Bettwäsche, zu der du gleich noch ganz viele Infos bekommst, bildet ja nur das „Oberkleid“. Ist die Decke qualitativ minderwertig oder zu dick bzw. zu dünn, können die Überzüge im Zweifel auch nichts mehr ausrichten. Bei einem wuchtigen Daunenbett kannst du eine noch so feine, kühlende Bettwäsche wählen – das Material wird trotzdem keine Chance haben, die Temperatur auszugleichen. Umgekehrt helfen bei einer leichten Sommerdecke auch drei Schichten Flanell nicht wirklich – du wirst wahrscheinlich trotzdem frieren. Gleiches gilt für Kunstfasern: Besteht die Decke aus Polyester oder einem anderen synthetischen Material, reicht die Atmungsaktivität der Überzüge in aller Regel nicht aus, um unangenehmes Schwitzen im Schlaf vollständig zu verhindern.

Deshalb ist es für den gewünschten Effekt, ganz gleich ob wärmend oder kühlend, von entscheidender Bedeutung, dass du schon beim Oberbett auf hochwertiges und zur Jahreszeit passendes Material achtest und die entsprechenden Überzüge sinnvoll dazu kombinierst.

Vermutlich hast du zuhause auch ein Sommer- und ein Winterbett. Wenn du dir keine eigene Decke für deinen Camper zulegen möchtest, kannst du ganz einfach von dort die zur Saison passende Variante einpacken.

Eine weitere Alternative wäre eine Ganzjahresdecke, die dann gleich im Camper bleiben kann. Damit sind wir lange Zeit sehr gut klargekommen – damals waren wir noch nicht das ganze Jahr über durchgehend im Wohnwagen unterwegs und damit keinen solch extremen Temperaturunterschieden ausgesetzt. Ein weiterer Vorteil: Du musst nicht bei jedem Campingurlaub wieder dran denken, die Decke einzupacken. Wie beim Ganzjahresreifen am Auto handelt es sich bei einer Ganzjahresdecke aber immer um eine Kompromisslösung und du musst im Sommer wie im Winter gewisse Abstriche in Kauf nehmen.

Zu den verschiedenen Bettdeckenmaterialien und -füllungen habe ich hier eine gute Übersicht gefunden: de.wikipedia.org/wiki/Bettware

Welche Überzüge eignen sich für welche Jahreszeit im Camper?

Grundsätzlich fährst du mit Stoffen aus 100% Baumwolle immer gut, da diese im Gegensatz zu synthetischen Materialien wie Polyester atmungsaktiv, temperaturausgleichend und saugfähig ist. Hier findest du eine breite Auswahl an Materialien, die du ganz nach deinen persönlichen Vorlieben auswählen und kombinieren kannst.

Ganzjährig einsetzbar

Mako Satin: Der Allrounder unter den Baumwollstoffen: Mit seiner feinen Webart und der glatten Oberfläche bringt Mako Satin einen leichten, edlen Glanz in deinen Camper. Durch die mittlere Stoffstärke – nicht allzu dick, aber auch nicht zu dünn – stellt es einen guten Kompromiss für alle Jahreszeiten dar, so dass du nicht in mehrere Sets investieren musst.

Renforcé / Linon: Ähnliches gilt für die Stoffe Renforcé und Linon, die ich persönlich aufgrund ihrer matten, unaufdringlichen Optik sehr gerne mag. Beide sind gröbere Gewebe aus mittelfeinen Garnen, wobei Renforcé die etwas feinere Variante darstellt. Durch ihre festere Struktur sind sie sehr strapazierfähig und halten auch häufiges Waschen gut aus. Daher sind sie für den für den Reisealltag gut geeignet. Ein weiterer Pluspunkt: Renforcé und Linon sind trotz ihrer hohen Qualität meist ein Stück günstiger als z.B. aus Mako Satin.

Ideale Sommerbettwäsche

Batist / Perkal: Diese beiden Materialien habe auch ich erst im Rahmen der Recherche zu diesem Artikel bewusst wahrgenommen und sie mir darauf hin mal näher angeschaut. Es handelt sich um ganz feine Garne, die in einer Art „Leinwandbindung“ fest miteinander verwebt werden. Dadurch entsteht eine glatte, aber angenehm matte Oberfläche, die sich weich, leicht und etwas kühl anfühlt – perfekt also für sommerheiße Nächte!

Seersucker: Das charakteristische „Kreppmuster“ dieser Bettwäsche hast du sicherlich schon mal gesehen. Es entsteht bei hochwertigen Stoffen durch eine spezielle Webtechnik, die für einen Wechsel zwischen glatter und geraffter Oberfläche sorgt. Bei günstigeren Modellen wird dieser Effekt durch das so genannte „Laugieren“ erzielt. Optisch gehört Seersucker nicht unbedingt zu meinen Lieblingsmaterialien, aber seine Eigenschaften machen den Stoff trotzdem zu einem praktischen Reisebegleiter: Zum einen ist er bügelfrei, zum anderen leicht und im Sommer angenehm kühl.

Ideale Winterbettwäsche

Flanell: Nicht nur die berühmten Holzfällerhemden, sondern auch Bettüberzüge aus Flanell sind in der kalten Jahreszeit schön weich und kuschelig. Durch das sehr fein gewebte Garn und die angeraute Oberfläche speichert das Material deine Körperwärme und gibt sie im Schlaf wieder an dich ab. Im Vergleich zur Biber-Bettwäsche, auf die ich gleich noch zu sprechen komme, ist Flanell wesentlich leichter und feiner.

Biber: Biber ist ein angerauter Linon-Stoff und durch seine mittelfeinen Garne etwas gröber und schwerer als z.B. Flanell, dafür aber auch preiswerter. Als Kind habe ich Biber geliebt, weil ich es extrem kuschelig fand. Heute sind mir feinere Materialien lieber.

Interlock Jersey: Weniger bekannt als Flanell und Biber, aber ebenfalls sehr angenehm im Winter, ist der Interlock-Jersey-Stoff. Hier werden die Garne nicht gewebt, sondern gestrickt – im Fachjargon handelt es sich also um ein so genanntes „Gewirke“. Es ist besonders saugfähig und gleichzeitig weich und dehnbar. Im Vergleich zum normalen Jersey ist die Interlock-Variante kompakter und fester verarbeitet, aber zugleich weicher und strapazierfähiger. Dadurch verzieht es sich nicht so leicht. Auch Interlock Jersey ist übrigens bügelfrei, was für mich als bekennende Anti-Hausfrau immer ein schlagendes Argument ist… ☺

Fazit

Für erholsame Nächte im Camper solltest du darauf achten, mit dem passenden Bettzeug auf die Reise zu gehen. Wichtig dabei sind hochwertige Materialien und eine auf die Jahreszeit abgestimmte Kombination aus Decke und Bettwäsche. Wenn du ein Bett mit Sondermaßen hast, hast du mehrere Alternativen: Entweder kannst du dein Spannbettlaken eine Nummer größer wählen, unter die Matratze schlagen und bei Bedarf mit umgenähten Hosenträgern oder einem Spannclip sichern, oder du lässt dir bei einem spezialisierten Anbieter ein individuelles Maß anfertigen.

Übrigens: Falls du ­­(wie ich früher) immer am Zusammenfalten deiner Spannbettlaken verzweifelst und sie am Ende einfach irgendwie in den Schrank knüllst, hilft dir das folgende Video vielleicht weiter. Mit dieser Technik kriege sogar ich das jetzt platzsparend und halbwegs ordentlich hin!

Titelbild: (c) zephyr18/Depositphotos.com

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