skip to Main Content
Strom in Wohnmobil und Wohnwagen: Landstrom – aber richtig

Strom in Wohnmobil und Wohnwagen: Landstrom – aber richtig

In Teil 1 haben wir euch die Grundlagen der Stromversorgung unterwegs nähergebracht, heute fokussieren wir uns auf den Landstrom. Für viele Reisende im Wohnmobil oder Wohnwagen ist der Anschluss an den Landstrom auf einem Camping- oder Stellplatz ganz normal. Damit lassen sich bequem alle 230 Volt Geräte im Wohnmobil nutzen und auch der Kühlschrank auf Strom betreiben. Über den Anschluss und das Thema Sicherheit machen sich die wenigsten Gedanken. Dieser Artikel soll daher das Thema im Detail erklären.

Das richtige Kabel

Strom kann gefährlich sein. Das Berühren einer nicht isolierten oder nassen Leitung kann durch den Stromschlag im schlimmsten Fall zum Tod führen. Durch Schäden im Kabel kann es zur Erhitzung, bis hin zum Brand kommen. Daher ist geregelt, welches Kabel verwendet werden darf. In der DIN VDE 0100-721:2010-02 wird geregelt, dass eine Gummischlauchleitung der Norm „HO7RN-F 3G 2.5 qmm“ oder besser verwendet werden muss. An beiden Enden müssen blaue CEE-Kupplungen oder -Stecker angeschlossen sein. Das Kabel darf maximal 25 Meter lang sein und nicht weiter verlängert werden.

Diese Kabel sind besonders stabil. Wenn der Nachbar mit seinem 7,5 Tonner-Wohnmobil mal über dein Kabel rollt, dann hält es das aus. Auch sind die Stecker spritzwassergeschützt und halten damit auch mal Regen aus. Ob das Kabel auf einer Trommel aufgerollt ist oder nicht, spielt übrigens keine Rolle.

Kabel von der Trommel wickeln

Im Betrieb sollte das Kabel jedoch immer komplett von der Trommel abgerollt werden. In vielen Artikeln im Netz ist zu lesen, dass man dies wegen der Induktion tun soll, was allerdings nicht stimmt.

Das Kabel erwärmt sich, je nachdem, wieviel Strom durchfließt. Ist es aufgewickelt, dann bildet sich im Inneren Stauungswärme, die einen Brand oder Schäden verursachen kann. Daher ist es empfehlenswert, das Kabel immer ganz abzurollen.

Sicherung

Landstrom ist normalerweise auf beiden Seiten abgesichert. In deinem Wohnmobil gibt es normalerweise zwei Sicherungsautomaten. Diese „fliegen raus“, wenn irgendwas schief läuft. Du kannst sie nach dem Beheben des Fehlers einfach wieder hochdrücken. Du findest die Sicherungen in der Nähe der Stromanschlussdose.

Auf der anderen Seite, dem Anschluss auf dem Platz, sollte auch eine Sicherung bzw. ein sogenannter Fehlerstromschutzschalter (RCD) verbaut sein. Die Absicherung auf dem Platz erfolgt mit 4-16 Ampere. Manchmal wird man bei der Ankunft gefragt, wieviel man benötigt. 4 Ampere können für Kühlschrank und Fernseher reichen, wenn dazu noch ein Computer und ein Handy geladen werden, dann wird es schon knapp und die Sicherung fliegt raus. Heizlüfter oder Klimaanlagen brauchen definitiv höhere Absicherungen und verbrauchen auch mehr. Deshalb gehen immer mehr Betreiber von Camping- und Stellplätzen weg von pauschaler Abrechnung, hin zu Abrechnung nach Verbrauch.

Kabel und Adapter

Folgendes Zubehör sollte für eine sichere und zuverlässige Stromversorgung mit an Bord sein:

  • Ein Anschlusskabel für Landstrom in ordentlicher Qualität. Dieses Kabel ist in der Regel in verschiedenen Längen erhältlich, unter anderem hier.
  • Alternativ gibt es das Kabel auf einer Trommel mit 20 Meter. Bitte wie auch bei den Kabeln darauf achten, dass die Trommel robust und für den Einsatz im Außenbereich geeignet ist!
  • Auf vielen Plätzen im Ausland finden sich immer noch Schukostecker, statt der neuen CEE Stecker. Dafür ist dann ein Adapter gut, auch wenn das streng genommen gegen die Vorschriften verstößt. Einen solchen Adapter findet ihr z.B. hier.
  • Für den Schutz der Verbindung empfehle ich noch eine Sicherheitsbox für CEE Stecker.

Wer sich weiter mit dem Thema Energieversorgung im Wohnmobil beschäftigen möchte, sollte auch mal hier reinschauen: Stromverbrauch und Stromsparen im Wohnmobil

Fotos: (c) CamperStyle | (c) Sebastian Vogt

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann teile ihn mit deinen Freunden!

Bitte bewerte diesen Beitrag:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (12 Bewertungen, Durchschnitt: 3,92 von 5)
Loading...

Bei einer Bewertung speichern wir deine IP-Adresse um Mißbrauch zu verhindern. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare
  1. Die Vorschrift zur Anwendung bei Caravans (fliegende Bauten) befinden sich in der DIN-VDE 0100 – 721.
    Hintergrund des Verbots von Adapter von Schutzkontaktstecker auf 2-Poligen CEE Steckern ist:
    Beim CEE Stecker ist eine Verpolung nicht möglich. Beim Schutzkontaktstecker (Schuko) hingegen schon.
    Wenn sich in ihrem Caravan ein Sicherungsautomat befindet so schützt dieser nur vor Überlast. Das heißt vor einer Überlastung der angeschlossenen Leitung bis zum Verbraucher. Bei einer Überlastung schaltet er bei ein normgerechten Polung den Stromführenden Leiter ab und am Verbraucher liegt kein Strom mehr an. Bei Verwendung eines Schuko-Steckers und einer möglicherweise Verpolung schaltet der Sicherungsautomat nicht den stromführenden Leiter ab sondern nur den Neutralleiter. In diesem Fall liegt am Verbraucher immer noch Strom an.
    Hier ist die Gefahr eines Stromunfalls gegeben. z.B. beim Wechseln einer Glühlampe.

  2. Können Sie hier etwas mehr Hintergrund zur DIN Norm und den Gründen für 2,5mm, Adapterverbot, 100€ kabeltrommel ausspricht. Wenn das so vorgeschrieben ist, warum machts dann keiner so?

    Danke schonmal.

    1. Hallo, was denn genau für Hintergründe? Und wieso sich mancher nicht dran hält? Warum halten sich Menschen nicht an Überholverbote?

      1. Strom kann töten, wenn er über einen Körper zur Erde abgeleitet wird.
        Der Querschnitt von 2,5 mm² sorgt für eine ausreichende Führung des Stroms durch die Kupferlitze zum Fehlerstromschutzschalter, niedrigere Leitungsquerschnitte können das Auslösen des FI verhindern/verzögern.
        Das Isolier- und Füllmaterial des Kabels ist dem Verwendungszweck angepaßt: Ausreichende Dicke, Überfahrbarkeit, UV-Beständigkeit, Wetterfestigekeit, Beständigkeit gegen biologische Einflüsse, usw.
        Wer billig kauft, kauft im Falle eines Falles NIE mehr was …
        Daß sich viele Menschen nicht an die Vorgaben halten, liegt an ihrer Naivität, ihrem Geiz, notorischer Unbelehrbarkeit u. ggf. am Desinteresse oder dem Unwissen.
        Eingeschlossen der „Fachhändler“ und mancher CP-Betreiber!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top