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Getestet: Froli-Bettsystem und Matratze

Getestet: Froli-Bettsystem und Matratze

Seit wir im März in unseren Clouliner gezogen waren, schliefen wir schlecht. Ich bin nahezu jeden Morgen aufgewacht und fühlte mich, als hätte ich die ganze Nacht schwer gearbeitet. Ich hätte eigentlich direkt liegenbleiben und weiterschlafen können. Meine Frau Steffi hatte wieder verstärkt Probleme mit ihrem Rücken.

Wenn es beide Partner trifft, kann die Ursache eigentlich nur das Bett sein. Recht schnell war uns also klar, dass nicht nur unsere Matratze einen erholsamen Schlaf verhindert, sondern auch das Lattenrost. Die Matratze ist für mein Gewicht einfach viel zu dünn und zu weich, das Lattenrost hat einen Steg in der Mitte, fällt damit links und rechts zur Seite ab und federt so gut wie gar nicht – eine neue Lösung musste her.

Was ist die perfekte Bett-Lösung fürs Wohnmobil?

Es sollte bei einem normal geformten 1,40 x 2m-Bett doch nicht das große Problem sein, eine andere Lösung zu finden. Wir haben keine Schrägen oder Rundungen in unserer Matratze, wie sie oft bei Wohnmobilen zu finden sind. Diese würden die Suche erheblich erschweren und einen direkt zu maßangefertigten Bettsystemen führen.

Dennoch hat eine genauere Betrachtung gezeigt, dass ein Standard-Lattenrost bei uns nicht hineinpasst. Denn die Auflagefläche für das Lattenrost beträgt durch ein Heizungsrohr nur ca. 1,35 m in der Breite und damit eben nicht das ganz normale Maß von 1,40 x 2 m.

Schon als wir uns vor 2, 3 Jahren in unserem EuraMobil mit dem Bettenthema auseinandergesetzt haben, kam immer wieder die Empfehlung, uns ein „Froli“ einbauen zu lassen. Da ich in den letzten Jahren nur Positives über das Bettsystem der Firma Froli gelesen habe, war die Entscheidung schnell getroffen. Also habe ich Kontakt zu Froli aufgenommen und einen Termin vereinbart. Da wir in Detmold sowieso zur Hauptuntersuchung mussten und der Froli-Firmensitz nur 30 Minuten entfernt in Schloß Holte-Stuckenbrock liegt, passte das perfekt. Wir sind einen Tag vorher angereist und durften die Nacht auf dem firmeneigenen Wohnmobilstellplatz verbringen. Dort fanden wir für 5 € plus 2 € für Strom alles, was wir so brauchten – inklusive Schatten und Wasser direkt auf dem Platz. Beides kann bei den hochsommerlichen Temperaturen, die wir zu dem Zeitpunkt erlebten, gar nicht hoch genug geschätzt werden.

Erster Schritt: Probeliegen

Am nächsten Morgen ging es dann um halb 10 vom Wohnmobilstellplatz auf den Kurzzeitparkplatz für Wohnmobile vor dem Verwaltungsgebäude der Froli Kunststoffwerke GmbH & Co. KG. Dort sollte unser neues Bettsystem verbaut werden. Wir wurden von Andreas Koch, verantwortlich für den Vertrieb und Gerd Schiermeyer, verantwortlich für Beratung und Verkauf, herzlich begrüßt. Nach einer ersten Begutachtung unserer Schlafgelegenheit, um etwaige Besonderheiten gleich einbeziehen zu können (Schrägen bei der Matratze, Klappen/Staufächer im Boden o.Ä.), wurden wir inklusive Chief in den Showroom geführt. Der konnte sich der Hund auf den kühlen Fliesen von den hochsommerlichen Temperaturen erholen und wir in Ruhe probeliegen. Denn es gibt zwar theoretische Vorschläge, welches Federsystem und welche Matratze für wen passen könnten, doch man sollte die verschiedenen Möglichkeiten auf jeden Fall ausprobieren, um sich wirklich für die optimale Lösung entscheiden zu können.

Herr Schiermeyer hat uns sehr geduldig erklärt, was für das perfekte Schlaferlebnis wichtig ist. Beispielsweise ist bei der Suche nach der richtigen Matratze zu bedenken, in welcher Position geschlafen wird. Auf dem Bauch? Auf der Seite? Auf dem Rücken? Jede Position bringt andere Anforderungen mit sich. Die bevorzugte Schlafposition sollte unbedingt beim Probeliegen eingenommen und auch mal gewechselt werden. Nur so kannst du erkennen, ob die Matratze und das Federsystem wirklich deinen Bedürfnissen entsprechen.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Härtegrad der Matratze. Dieser Wert wird von H1 bis H5 angegeben. Wobei H4 und H5 in der Praxis selten vorkommen. Im Internet liest man häufig, dass man je nach Körpergewicht einen bestimmten Härtegrad kaufen soll. Natürlich kommt es bei der Wahl der Härtegrade aber auch auf die persönlichen Vorlieben und eventuelle gesundheitliche Probleme an. Der eine liegt gern weicher, der andere lieber härter, für Menschen mit Rückenbeschwerden muss wieder ein anderer Härtegrad her. Eine pauschale Aussage anhand des Körpergewichts kann man daher nicht tätigen.

Wir haben für uns mitgenommen: Das perfekte Bett kaufst du, wenn du vorher probeliegst.

Eine Matratze für zwei Personen?

Genauso wichtig ist die Betrachtung des Partners. Ist dessen Schlafverhalten sehr unterschiedlich zum eigenen und besteht ein großer Gewichtsunterschied, dann kann eine geteilte Matratze sinnvoller sein.

Also haben Steffi und ich uns durch die verschiedenen Matratzen und Federsysteme probiert, während Chief dem Treiben erst etwas irritiert und dann irgendwann gelangweilt zusah. Er ist halt noch ein recht junger Hund und schläft auch auf Fliesen wunderbar, wie er uns bewiesen hat. Auch wenn er einem echten Bett natürlich nicht abgeneigt ist.

Der perfekte Schlaf: das Bettsystem aus Federelementen

Das 1962 gegründete Unternehmen Froli hat schon 1993 begonnen, ein neuartiges Federelement auf den Markt zu bringen. Wie so oft im Camperbereich entstand die Idee aus einem Eigenbedarf heraus. Denn was liegt näher, als ein eigenes Bettsystem zu kreieren, wenn man in seinem Camper schlecht schläft und ein Kunststoffwerk sein Eigen nennt?

Heute, 25 Jahre später, sorgen drei verschiedene Bettsysteme für den perfekt passenden Schlafuntergrund in jedem Camper: Froli Star Mobil, Froli Zona Mobil und Froli Travel. Die Federelemente unterscheiden sich in ihrer Aufbauhöhe und der Abfederung und damit auch im Gewicht. Alles sehr wichtige Gesichtspunkte in den meisten Wohnmobilen.

Damit auch in einem zu allen Seiten begrenzten Alkoven gut geschlafen wird, gibt es mit den Froli-Travel-Elementen universell einsetzbare und auch an Schrägen und Rundungen anpassbare Federn. Diese können durch ihre geringe Höhe von ca. 3,3 cm überall dort verwendet werden, wo der Raum beispielsweise nach oben beengt ist. Außerdem gibt es hier auch halbe Elemente, die sich individuell an Schrägen anpassen lassen.

Wer wie wir keine Sorgen mit der Höhe im Schlafbereich und dem zugeladenen Gewicht seines Campers hat, der wird eher auf die Froli-Zona-Mobil-Elemente zurückgreifen. Diese haben mit 6 cm eine nahezu doppelt so hohe Aufbauhöhe wie die Froli-Travel-Elemente, sind aber durch die höhere Abfederung und die verschiedenen Härtezonen und Härtegrade individueller einstellbar und auch für schwergewichtige Schläfer geeignet. Vereinfacht gesagt, bedeutet die größere Höhe auch einen verbesserten Schlafkomfort.

Für alles dazwischen ist sozusagen der Bestseller unter den Froli-Bettsystemen gedacht: Die Federelemente Froli Star Mobil liegen mit einer Aufbauhöhe von 4,3 cm und einer Abfederung bis zu 3,3 cm zwischen Froli Travel und Froli Zona Mobil.

Aber Froli entwickelt nicht nur Bettsysteme für Wohnmobile. Auch für zuhause oder den REHA-Bereich werden die Federelemente genutzt, um einen guten Schlaf zu ermöglichen.

Wir haben uns übrigens für die Froli Zona Mobil entschieden. Da die Höhe in unserem Schlafbereich nicht sonderlich begrenzt ist und wir mit 7,49 Tonnen auch (noch) keine Gewichtsprobleme haben, wollten wir gerne das Maximum an Abfederung genießen.

Der perfekte Schlaf: die Matratze

Der richtige Unterbau ist schon die erste Hälfte der Miete. Die zweite Hälfte ergibt sich nach der Wahl der richtigen Matratze.

Auch hierzu bietet Froli verschiedene Lösungen für die unterschiedlichen Anforderungen. Von der platzsparenden Mobil-Plus-Matratze mit einer Kernhöhe von 8 cm und einer Gesamthöhe von 9 cm bis hin zur Mobil-Comfort-Matratze, die mit einer Kernhöhe von 15 cm und einer Gesamthöhe von 17 cm nahezu doppelt so hoch ist. Dazwischen steht mit der Mobil-Matratze, der Mobil-Zonen-Matratze und der Tour-Matratze für jeden Schläfer die richtige Schlafgelegenheit zur Auswahl. Alle Matratzen können auch nach Maß mit Ecken und Rundungen angefertigt werden. Dafür kannst du dir ein Schablonen-Set schicken lassen, falls du nicht zum Werk kommen kannst. So wird dir eine Matratze auf Maß gefertigt.

Für diejenigen, die zum Schlafen ihre Sitzbänke umbauen, gibt es mit dem Viscomobil Topper eine aufrollbare Lösung von Froli.

Und jede Matratze steht dann noch in zwei bis drei Härtegraden zur Verfügung.

Fragen vor dem Matratzenkauf

Bei so vielen Möglichkeiten fällt die Wahl naturgemäß sehr schwer. Daher hat uns Herr Schiermeyer im Beratungsgespräch nach und nach an die verschiedenen Matratzen herangeführt:

  1. Frage: Besteht ein Höhen- oder Gewichtsproblem im Wohnmobil? Wenn ja, schränkt das die Auswahl von vornherein ein?
  2. Frage: Wie schwer ist der Schläfer? Für die verschiedenen Härtegrade der Froli-Matratzen gibt es Gewichtsangaben, an denen du dich orientieren kannst. H1 ist für Schläfer bis ??? kg, H2 bis ca. 95 kg Körpergewicht und H3 für alles darüber. Achtung: Diese Angaben sind nicht standardisiert. Bei einem anderen Matratzenhersteller können sie erheblich abweichen!
  3. Wie hart oder weich schläfst du gerne? Denn es hilft dir wenig, wenn du es liebst, auf weichen Matratzen zu schlafen und dir dann eine zum Gewicht passende, aber zu harte Matratze aussuchst.

Da wir beide so „mittelharte“ Schläfer und keine Federgewichte sind, haben wir uns schnell für den Härtegrad H3 entschieden. Die Entscheidung zwischen den Matratzen Tour und Mobil Comfort fiel da deutlich schwerer. Letztendlich haben wir uns auf die Expertise von Herrn Koch und Herrn Schiermeyer verlassen und uns für die Mobil-Comfort-Matratze entschieden.

Ergänzend sei gesagt, dass zu einem perfekten Schlaf neben Unterkonstruktion und Matratze auch das richtige Kopfkissen zählt. Das ist jedoch eine ganz eigene Geschichte, die an anderer Stelle erzählt werden soll.

Ausmessen und ausmisten

Nun hatten wir uns also nach ausführlicher Beratung und gründlichem Probeliegen für ein Bettsystem und eine Matratze entschieden. Jetzt musste das Ganze nur noch eingebaut werden.

Also ging es aus der Kühle des Proberaums zurück ins sommerlich-heiße Wohnmobil. Die alte Matratze wurde kurzerhand ausquartiert, damit genügend Platz zum Messen blieb.

Nach dem Ausmessen fuhr ich unser Wohnmobil um das Werk herum zur Tischlerei, wo der Tischler sich um die Entfernung des alten Lattenrosts kümmerte. Dieses war fest verschraubt und mit einer Blende versehen, die angepasst werden musste. Auch für solche, unvorhersehbaren Momente ist man bei Froli jedoch vorbereitet und der Werkstischler hat das Problem im Handumdrehen gelöst.

Einbauen leicht gemacht

Egal für welches Bettsystem du dich entscheidest, der Aufbau ist der gleiche: einzelne Fußkreuze werden zu einer Matte verklipst und die Federelemente aufgesteckt. Dies erfolgt entweder direkt auf einem festen Untergrund oder mit Hilfe eines Auflagegitters. Mit Letzterem können die Bettsysteme von Froli beispielsweise auch auf fest montierten Lattenrosten nachgerüstet werden.

Das hört sich jetzt ziemlich einfach an. Und grundsätzlich ist es das auch. Wenn da nicht der naturgemäß etwas begrenzte Platz in einem Wohnmobil wäre. Da kann aus einem solchen Puzzlespiel auch schnell eine Geduldsprobe werden.

Insofern war ich froh, zusehen zu können, wie sich Herr Koch und Herr Schiermeyer mit jahrelanger Erfahrung des Einbaus annahmen. Zuerst legten sie in unserem Wohnmobil eine lange und eine kurze Seite aus und verklipsten die Elemente miteinander. So schufen sie zunächst einmal die richtigen Maße. Dann liefen wir mit diesem Grundgerüst in die Tischlerei, wo auf einem großen Tisch in Windeseile der Rest der Fußkreuze ergänzt und anschließend die Federelemente aufgesteckt wurden. Ich hätte dafür sicherlich deutlich länger gebraucht. Da die Federelemente sehr flexibel sind, würde ich beim Selbsteinbau das „Puzzeln“ außerhalb des Wohnmobils empfehlen, das ist doch deutlich stressfreier.

Das fertige Bettsystem ist so stabil, dass es bequem wieder zurück zum Wohnmobil getragen werden kann. Zugleich ist es noch so beweglich, dass es einfach in unserem Bettkasten zu positionieren war.

Der perfekte Schlaf

Nun sind wir also einen großen Schritt weiter auf unserem Weg zum perfekten Schlaf. Schon alleine, dass plötzlich kein „Hügel“ mehr in der Mitte war und wir gefühlt zu den Seiten herunterrollten, war eine wahre Wohltat. Zudem tun die Froli-Zona-Mobil-Federelemente genau das, was sie sollen: abfedern. Momentan sind alle Elemente gleich. Sollten wir feststellen, dass wir im Schulter- oder Hüftbereich zusätzliche Unterstützung brauchen, haben wir die Möglichkeit Lordosestützen einzubauen. Das gibt uns mehr Stabilität in den jeweiligen Bereichen.

Die ersten 7 Tage haben wir nun auf dem neuen Bettsystem verbracht und schlafen schon deutlich besser. Was jetzt noch fehlt, ist die neue Matratze. Die war in unserer Größe gerade nicht verfügbar und wird uns nachgesendet. In zwei Wochen ist unser neues Bett damit dann komplett und wir werden hier immer mal wieder in einem Update von unseren Schlaferfahrungen darauf berichten.

Update nach zwei Wochen mit der Froli Matratze und dem System: Der Schlafkomfort mit der Kombination aus neuer Matratze und dem passenden System ist noch einmal deutlich besser. Verspannungen und damit verknüpfte Kopfschmerzen sind seitdem nicht mehr aufgetreten. Das ist noch viel mehr, als wir erwartet haben.

Disclaimer: Froli hat uns das System für einen Langzeittest überlassen. Wir werden hier immer mal wieder berichten, wie wir darauf schlafen und was wir beobachten.


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Technikverliebter Nerd, der mit Frau, Hund und Gasgrill seit 2015 im Wohnmobil lebt – derzeit in einem Clou Liner. Im Winter im Süden, im Sommer im Norden, als digitaler Nomade immer auf Reisen.

Lieblingsspots: Am Wasser.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. bei uns im Alkoven war kein Rost verbaut so das unser Sohn nicht mehr mitfahren wollte weil er so schlecht geschlafen hat nachdem ich den Frolirost eingebaut hatte schläft er wieder Gut und kommt gerne wieder mit. Jetzt sogar mit seiner Freundin.

    1. Hallo Heidi, vielen Dank für deine RÜckmeldung – dann haben Sebastian und Steffi ja offenbar die richtige Entscheidung getroffen 🙂
      Viele Grüße und auch deinem Sohn und der mitreisenden Dame weiterhin stets erholsame Nächte!
      Nele

  2. Hallo,
    auf so einem Froli-Bett schlaf ich jetzt seit vier Jahren. Bei mir war auch ein Lattenrost und eine zweigeteilte Matratze im Alkoven. Die Auswirkungen waren nicht so dramatisch wie bei euch, aber es war auch nicht wirklich gut. Bei Firma Ott in Welzheim gab es dann das Froli und ich war drei Tage lang Prinz auf der Erbse, um verschiedene Matratzen auszuprobieren. Die Geschichte im Blog beginnt hier: https://www.leben-unterwegs.com/2014/06/neues-bett-teil-1/

    Gruß
    Henning

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