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Tiny Houses – Weniger Wohnraum, mehr Lebensqualität

Tiny Houses – Weniger Wohnraum, mehr Lebensqualität

Tiny Houses sind gerade in aller Munde. Überall sieht oder liest man etwas über diese winzigen Häuser, in denen teilweise eine ganze Familie wohnt. Wir Camper wissen zwar, wie es ist, auf kleinem Raum zu leben, doch meist eben nur eine gewisse Zeit im Jahr. Anschließend genießen die meisten auch gerne wieder den Komfort von mehreren Zimmern und vielen Quadratmetern.

Die klassischen Tiny Homes sind kleine Häuschen auf Rädern. Meist sind sie nicht größer als 18 m². Es gibt sie in den verschiedensten Ausführungen: mit Spitzdach, so dass du zwei Ebenen einbauen kannst, mit Runddach und Oberlichtfenstern und sogar eine Dachterrasse ist möglich. Deiner Fantasie und deinen Wünschen sind dort nahezu keine Grenzen gesetzt, solange du die 4 Meter Höhe, 2,55 Meter Breite und das Höchstgewicht von 3.500 kg nicht überschreitest. Denn nur dann darf das Miniheim – ebenso wie  ein Wohnwagen – ohne Sonderzulassung über die Straßen Deutschlands rollen.

Erste Minihäuser bereits in den 20ern

Der Ursprung des „Small House Movement“ liegt in den USA. Wobei die eigentlichen Minihäuser gar nicht so neu sind, wie wir vielleicht meinen. Denn die ersten „Motorhomes“ entstanden bereits in den zwanziger Jahren. Die Sehnsucht nach Erholung und kleinen Exilen bestand also damals schon. Doch erst als Architektin Sarah Susanka 1998 ihr Buch „The Not So Big House“ veröffentlichte, brach der Boom in den USA aus. In den letzten Jahren schwappte die Welle auch allmählich zu uns über. Und nun sprießen die Tiny-House-Hersteller in Deutschland wie Pilze aus dem Boden.

Minimalismus als Philosophie

Ich habe in letzter Zeit einige Tiny-House-Besitzer kennengelernt und alle hatten eines gemeinsam: Sie wollten zurück zur Einfachheit. Mal ehrlich, wieviel von unserer Wohnung oder unserem Haus nutzen wir wirklich? In den meisten Fällen lagern wir Sachen, sei es im Keller, auf dem Boden, in der Garage, unter dem Bett oder in der Abstellkammer. Sachen, die wir vielleicht schon längst vergessen haben. Viele Tiny-House-Besitzer wollen sich nur noch auf das Nötigste beschränken. Keine 50 Paar Schuhe oder 20 Paar Jeans mehr. Nur das, was sie wirklich auch nutzen. Diese Philosophie nennt sich Minimalismus und ist ebenfalls, wie die Kleinsthäuser zum Trend geworden. Vielleicht auch, weil es herrlich zusammen passt. Es geht aber noch weiter, wenn wir beim Thema Trend bleiben wollen: Eine 40-Stunden-Woche und Arbeiten bis zur Rente können sich immer weniger Menschen vorstellen – doch Lebensqualität und die eigenen vier Wände wünschen sich trotzdem viele.

Darüber hinaus herrscht in vielen Großstädten Wohnraumnot und die Mieten sind schon jetzt teilweise unbezahlbar geworden. Auch der Bau eines eigenen, herkömmlichen Hauses ist für viele finanziell nicht möglich. Heute gibt es andere Familienmodelle, als noch vor 30 Jahren. Die klassische Mutter-Vater-Kind-Familie ist stark rückläufig. Ein normalverdienender, alleinerziehender Elternteil hat beispielsweise wenig Chancen, einen Kredit für ein Haus abzubezahlen, ohne sich dabei halb tot zu arbeiten. Da ist ein Tiny House für viele die ideale Lösung und sogar als Altersvorsorge geeignet. Ein weiteres dickes Plus: Du kannst es sogar mitnehmen, wenn du deine Rente im warmen Süden verbringen möchtest!

Fertig kaufen oder selber bauen?

Den Preis für ein Tiny House pauschal zu nennen, ist schwierig. Es gibt sie in so vielen Ausführungen und in unterschiedlichster Qualität. Die Preisspanne liegt etwa zwischen 10.000 € für ein Grundrahmenhaus ohne alles, bis hin zu 100.000 € (zum Beispiel Wohlwagen) und mehr für echte Luxusheime mit kompletter Autarkie. Ein Tiny House des Herstellers Rolling Tiny House aus Schleswig-Holstein kostet zum Beispiel schlüsselfertig rund 45.000 €.

Bei den Mini-Häusern unterschiedet man auch zwischen Häusern auf Rädern oder feststehenden Häusern, wie einer Lodge oder einem Wohncontainer. Der Vorteil an feststehenden Häusern ist, dass sie in ihrer Größe leicht erweiterbar sind. Der Nachteil ist, dass der Transport natürlich schwieriger wird. Hierfür ist definitiv ein Tieflader nötig und das kostet extra.

Die Häuser auf Rädern bzw. auf einem Anhänger unterliegen strengen Bauvorschriften, um sie mit einem PKW über unsere Straßen zu ziehen. Sie sind in ihrer Größe nicht wirklich erweiterbar, dafür darf sie jeder mit dem alten Führerschein Klasse 3 bzw. dem „neuen“ Klasse B mit Schlüsselzahl 96 fahren.

Natürlich kannst du dein Tiny House auch selbst bauen. Viele kreative und handwerklich begabte Menschen haben sich schon an solche Projekte gewagt und im Netz gibt es unzählige Anleitungen dafür. Aber auch hier gilt es, Vorschriften zu beachten. Auch wenn es klein ist, ist ein Tiny House immer noch ein Haus und braucht eine Statik. Und es muss am Ende des Baus auch noch durch einen TÜV. Dieser muss zusätzlich alle drei Jahre erneuert werden.

Ich habe kürzlich ein junges Pärchen im Schwarzwald besucht, die ihr Tiny House komplett alleine gebaut haben. Es ist urgemütlich und zeigt, dass man auch mit wenig Geld und selbst angeeignetem Wissen seine Träume verwirklichen kann. hier findest du das entsprechende Video dazu.

Bei den Rolling Tiny Houses, wie auch bei Modellen einiger anderer Anbieter, kannst du übrigens sogar probewohnen. Weitere Infos dazu findest du in diesem Artikel.

Fotos: (c) Wohlwagen | (c) Rolling Tiny House | (c) Tiny House Rheinau | (c) Rolling Homes

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